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Movie

Domino



CONSTANTIN FILM

DVD



Stefan Glas


Domino ist jung, hübsch, clever und stammt aus gutem Haus. Um es genau zu sagen: Sie ist die Tochter des Schauspielers Lawrence Harvey, ist 19 Jahre, darf als begehrtes Model um die Welt reisen, doch all' dies wirft Domino hin, um sich einer Gruppe Kopfgeldjäger anzuschließen. Klingt weit hergeholt? Ist es aber nicht! "Domino" beruht auf einer wahren Begebenheit und zeichnet das Leben von Domino Harvey nach.

Keira Knightley spielt Domino - mit einer, für die Rolle natürlich erforderlichen, burschikosen Frisur der Marke "kurz und struppig", so daß sie bei weitem nicht so verführerisch aussieht, wie wir es sonst von ihr gewöhnt sind. Wir folgen ihr wie sie den "legendären" Kopfgeldjäger Ed Mosbey (Mickey Rourke) förmlich dazu nötigt, sie in sein Team aufzunehmen. Doch daß Domino ein guter Fang ist, merkt dieser prompt, als sie beim ersten Job allen die Haut rettet, indem sie clever die Waffen der Frau einsetzt. Doch der nächste Fall, der den Löwenteil der Handlung ausmacht, soll weitaus schwieriger, gefährlicher und verworrener werden, so daß der Zuschauer fetzige Action und reichlich Explosionen bestaunen kann.

Soweit, so gut. Ein echtes Problem ist allerdings die "Machart" des Films, da man offensichtlich einen möglichst "trendigen" Streifen produzieren wollte. So hat man sich als Musik für "Domino" schwerpunktmäßig für HipHop, House- und Tekkno-Klänge entschieden. Obgleich die Musik an sich sehr dominant ist, liegt in dieser Wahl nicht unbedingt der Hund begraben - und immerhin könnten wir als "hartgesottene" Hörer uns ja damit trösten, daß die EAGLES OF DEATH METAL auch zwei Songs beisteuern dürfen (Außerdem gab es im Vorfeld auch Nachrichten, daß die BEAUTIFUL CREATURES zum Zuge kommen sollten: So hieß es, daß BEAUTIFUL CREATURES-Klampfer Anthony Focx einen Song für "Domino" geschrieben hätten und daß sein BEAUTIFUL CREATURES-Kollege Alex Grossi beim Einspielen des Songs mitgeholfen habe; auf den DVD-Credits tauchen diese beiden Namen allerdings nicht auf) und Keira sowohl im Film als auch beim Interview, das in der Bonussektion der DVD auftaucht, ein »Shout At The Devil«-Shirt von MÖTLEY CRÜE trägt. Nein, die Rhythmik der Mucke hat man auch auf die Bilder übertragen: Hektische Schnitte, wackelige bis erdbebenartige Kamerafahrten, wild rotierende Kamera, pures visuelles Chaos. Sicherlich ist dieser Effekt beabsichtigt, aber er führt dazu, daß "Domino" unter optischen Aspekten mindestens so nervig wie die frühen MEGADETH-Videos ist; die waren allerdings nach vier bis fünf Minuten vorbei, und man konnte notfalls zur Ablenkung einfach ein bißchen die Matte schütteln, bis die epileptische Bildflut vorüber war... Es kommt hinzu, daß die Geschichte in verschachtelten Rückblenden erzählt wird, so daß leider nie ein kontinuierlicher Erzählfluß zustande kommt. So ist "Domino" zwar ein sehenswerter Film, der allerdings mit einem ruhigeren, konventionelleren Strickmuster deutlich an Aussagekraft hätte gewinnen können.

Fußnote: Die "echte" Domino Harvey wurde wenige Tage vor Vollendung des Films unter mysteriösen Umständen in ihrer Wohnung in L.A. tot aufgefunden...

 
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