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LIVING LOUD

Live Sydney Fox Studios 2004



EMI ELECTROLA

DVD



Catrin Thul


Eine positive Überraschung! Nachdem ich den Teil von Jimmy Barnes bisherigen Output, den ich kenne, nicht ausstehen kann und auch vom LIVING LOUD-Studioalbum nicht durchgängig begeistert bin, muß ich zugeben, daß ich die Live-DVD tatsächlich recht gut finde! ›Mr. Crowley‹, dargeboten von diesen Herren, ist und bleibt eine Katastrophe, da rettet auch das "Kirchenorgel"-Intro nix. Aber ansonsten ist meiner Meinung nach eine deutliche Steigerung zum Album zu verzeichnen.

Die Australier Bob Daisley (Baß), Jimmy Barnes (Gesang) und wohl vor allem Drew Thompson ("Executive Producer") nahmen im April 2004 die Gelegenheit beim Schopfe, daß DEEP PURPLE gerade ein paar Konzerte bei ihnen vor der Haustür gaben. Somit waren Steve Morse (Gitarre) und Don Airey (Keyboards) sowieso im Lande und mußten nur ein paar Tage frei haben. Lee Kerslake (Drums) wurde dann eben mal kurz aus England eingeflogen... Geprobt wurde ganze drei Tage lang, und der Einfachheit halber wurden die Songs in derselben Reihenfolge wie auf dem Album (also die sechs Ozzy-Cover und die fünf eigenen Stücke fast genau abwechselnd) belassen. Und das Ganze kann sich hören, teilweise auch sehen lassen.

Insgesamt sind die Songs ein wenig rauher, erdiger und rockiger. Alle Musiker haben ihre Parts ein wenig überarbeitet, teilweise sind sie nun näher dran am jeweiligen Ozzy-Original, teilweise aber auch weiter an ihrer sonstigen Spielweise. Ganz besonders positiv fällt das Engagement von Schlagzeuglegende Lee Kerslake ins Auge, der in letzter Zeit bei seiner Hauptbeschäftigung URIAH HEEP doch etwas lustlos gewirkt hatte, und hier regelrecht aufblüht. Für Kontroversen dürfte das Hinzufügen der Backing-Vocals sorgen - ich empfinde die drei Damen, die nun mitträllern, weder als eindeutige Bereicherung noch als deutlich störend (weder optisch noch akustisch). Um auf etwas mehr als eine Stunde Songmaterial zu kommen, wurden noch zwei Cover anderer Herkunft angehängt: Zum einen der allseits bekannte SPENCER DAVIS GROUP-60er Jahre-Klassiker ›Gimme Some Lovin'‹, zum anderen ›Good Times‹, ein außerhalb Australiens nicht ganz so bekannter 60er Jahre-Hit von THE EASYBEATS. Beide überzeugen mich nicht wirklich - zeigen aber die Blues Rock-Ausrichtung des Bandkerns (schließlich sei das ganze Projekt in seiner jetzigen Ausführung während des Auftritts von Bobs HOOCHIE COOCHIE MEN im Februar 2002 mit Jon Lord entstanden, bei dem auch Jimmy und Drew involviert waren). Anders ausgedrückt: Die Promotion zur Band, die auf der "wahnsinnig laut und heavy"-Schiene läuft, wird (fast) ad absurdum geführt...

Der technische Aufwand für das Bildmaterial ist dem wohl recht knappen Budget angemessen, ich schätze ihn auf etwa fünf Digital-Kameras. Die Schnitte sind nicht zu hektisch (sehr gut für die Augen von so altmodischen Menschen wie mich), und die Aufnahmen sind im Vergleich zu anderen, im Handel erhältlichen, Live-DVDs durchaus ansehbar. Der übliche Effekt, daß der Hintergrund zu einer Art bonbonfarbigem Wischiwaschi verschwimmt, ist zwar vorhanden, aber wenigstens ist der Vordergrund halbwegs scharf getroffen. Als Bonus-Material finden sich noch drei als 18-minütige "Documentary" zusammengefaßte Auftritte aus dem australischen Fernsehen (es gibt keine deutschen Untertitel - aber netterweise sprechen die Herren ein sehr klares, sozusagen unaustralisches Englisch). Einmal erklärt Bob das Projekt, einmal macht Jimmy im Frühstücksfernsehen Werbung für die UNICEF-Single ›In The Name Of God‹, und einmal sieht man die komplette Band ›I Don't Know‹ spielen. Außerdem gibt es das Video zu besagter UNICEF-Single zu sehen, sowie die TV-Werbespots für Album und Konzert. Die Photogalerie zeigt Bilder aus der Studiophase (DEEP PURPLE-Fans aufgepaßt: Colin Hart ist offensichtlich wieder im Geschäft), ein paar Promo- sowie Live-Aufnahmen - nichts aufregendes also und leider ohne Titel. Die Biographien sind Standard-Ware (Ergo: endlose Texttafeln), aber das ist ja leider selten anders.

Fazit: Fans eines jeden beliebigen der beteiligten Musiker (na ja, ausgerechnet Initiator Bob Daisley ist im Konzert kaum zu sehen...) sollten sich die DVD auf jeden Fall zulegen. Wem die Herren aber relativ schnurz sind, der kann problemlos ohne sie weiterleben!

http://www.livingloud.com/

 
LIVING LOUD im Überblick:
LIVING LOUD – Living Loud (Rundling-Review von 2005 aus Online Empire 23)
LIVING LOUD – Online Empire 22-Interview (aus dem Jahr 2005)
LIVING LOUD – Online Empire 24-"Eye 2 I"-Artikel: »Live Sydney Fox Studios 2004« (aus dem Jahr 2005)
LIVING LOUD – News vom 10.02.2004
unter dem ehemaligen Bandnamen THE RAGE:
THE RAGE – News vom 20.10.2003
THE RAGE – News vom 27.10.2003
unter dem ehemaligen Bandnamen THE MEEK:
THE MEEK – News vom 27.10.2003
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