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  UE-Home → History → Online Empire 69 → Editorial last update: 18.03.2019, 19:42:46  

Vinyl-Comeback - und was dann?

Einst f√ľr tot erkl√§rt, jetzt der Retter der Musikindustrie: Das Ab und Auf, das die Vinylschallplatte mitgemacht hat, konnten wir alle mitverfolgen. Mittlerweile sind wir sogar so weit, da√ü neue Pre√üwerke gebaut werden, um die gigantischen Engp√§sse bei den wenigen verbliebenen alten Pre√üwerken zu lindern.

Doch wird dieser Boom auf lange Sicht ausreichen? Auch dieser warme Regen, in dem sich die Plattenfirmen derzeit sonnen, wird irgendwann mal vorbei sein. Was soll dann neue Einnahmen generieren? Vielleicht die Produktion von Kassetten, die gerade dabei ist, ebenfalls rauschhafte Ausma√üe anzunehmen? Doch das darf stark bezweifelt werden, denn w√§hrend das Vinyl offenkundige Vorteile gegen√ľber der CD hat - Stichwort: gr√∂√üeres Artwork, organischerer Klang, etc. - bringt die Kassette nur Nachteile und die Faszination basiert nur auf einem krampfhaften nostalgischen Gef√ľhl.

Ergo: Eine weitere Alternative ist nicht in Sicht. Und auch beim derzeitigen Vinylboom darf man nicht √ľbersehen, da√ü ein enormer Prozentsatz der Pressungen einfach Neuauflagen von alten Platten ist, f√ľr die die Nachfrage doch eher begrenzt ist. Denn: Wer einen Klassiker schon in der alten Vinylversion, zudem als CD nebst einigen CD-Re-Releases und einer neuen "Ach Gott, ist das geil, das Ding gibt's wieder auf Vinyl"-Pressung im gro√üen Format im Schrank stehen hat, wird wohl kaum noch Interesse haben, die x-te Nachpressung auf Vinyl danebenzustellen. Auf der anderen Seite ist bei neueren und kleineren Band vor allem beliebt, m√∂glichst winzige Pressungen anzufertigen, um Sammler anzulocken - tja, und die √∂ffnen die Preziosen dann gar nicht erst, weil sie schlie√ülich nur originalverschwei√üt sp√§ter einen gigantischen Wert haben k√∂nnen. Nun ja, das wird die Metalszene und die Plattenfirmen auf lange Sicht genauso wenig retten, wie eine Coverband der Musik kreative Impulse geben kann.

Neue Ideen sind also gefragt, aber letzten Endes ist nichts so heilsam wie erstklassige neue Bands, die einfach richtig gute Songs schreiben können, die Musikliebhaber unbedingt haben wollen - ganz gleich in welchem Tonträgerformat. Oder vielleicht sollten wir doch die guten alten Schellackplatten wiederbeleben..?

What will be the future black?

Stefan Glas

P.S.: Zum Jahresausklang hat uns Alan Lathwell einen traumhaften D√§mon gebastelt. Alan hat schon f√ľr Bands wie ANCIENT CROSS, IRON KINGDOM oder ROCKA ROLLAS gearbeitet. Kontakt k√∂nnt Ihr zu ihm via Facebook aufnehmen.

 
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