UNDERGROUND EMPIRE the ONLINE EMPIRE-Titel
  UE-Home → History → Online Empire 54 → Editorial last update: 17.07.2018, 06:33:11  

Nach dem Ende.

Wir haben die n√§chste prophezeite Apokalypse √ľberstanden. Und das obwohl es diesmal nicht eine Bande Kaffeesatzleser war, die sich nach kryptischen Mustern Buchstaben aus der Bibel rausgeklaubt haben und mit deren Hilfe den Termin f√ľr unseren gro√üen Abgang ausrechnen wollten. Nein, die Maya waren zweifelsohne eine fr√ľhe Hochkultur, vor deren Leistungen und Errungenschaften man bis heute Hochachtung haben mu√ü. Also vermuten wir mal vermuten, da√ü der zust√§ndige Maya-Kalender-Ersteller sich einfach eine l√§ngere Kaffeepause g√∂nnte, nachdem er den omin√∂sen 21. Dezember 2012 in sein Werk eingetragen hatte, und sich sp√§ter dachte, da√ü diesen Job doch jemand in ein paar Jahrhunderten fortf√ľhren k√∂nne - oder da√ü er seinerseits vom Untergang der Mayakultur √ľberrascht wurde...

Und so geht das Leben f√ľr die meisten von uns weiter, auch wenn 2012 einige schmerzliche Abschiede stattfanden. Ganz gleich ob man hier an Altrocker wie Ronnie Montrose, Levon Helm, Bob Welch oder Huw Lloyd-Langton, langj√§hrige Metaller wie Mark Reale, Keith Deen, Mike Scaccia, Rob Doherty, Jon Natisch, Michael Grant oder Eric Cook oder junge Wilde wie Mitch Lucker oder Simon Oberender oder M√§nner, die hinter den Kulissen t√§tig waren, wie Jim Marshall oder George Marino oder eine wahre Koryph√§e wie Jon Lord denkt, sie alle haben die handmachte Musik um ihre ganz eigene Handschrift bereichert, derer wir nun nur noch im R√ľckblick teilhaftig werden k√∂nnen.

Doch gerade neue Impulse k√∂nnen wir in Zukunft dringend brauchen, denn 2012 war im R√ľckblick gesehen auch was neue Ver√∂ffentlichungen anbetrifft, ein relativ schwaches Jahr. Beim Erstellen meiner Jahrescharts hatte ich erstmals seit Jahren nicht das schmerzliche Problem, da√ü ich √ľberragende Ver√∂ffentlichung aus den Top Ten rauswerfen mu√üte, weil es eben zehn andere gab, die noch besser waren. Stattdessen mu√ü ich mir bei der ein oder anderen Platte die Frage stellen, ob es wirklich keine besseren Ver√∂ffentlichungen gegeben hat, so da√ü es manche Scheibe einen der (unteren) Pl√§tze an der Sonne errungen hat, die in fr√ľheren Jahren unter den besten 50 gelandet w√§re.

Da√ü der Zug ab so oder so in eine neue Richtung f√§hrt, konnte man 2012 auch angesichts des Ende des HEAVY-Magazins sehen, f√ľr das es keinen Ersatz gibt und es wohl auch nie geben wird. Doch dieses Thema hatten wir schon im letzten Editorial betrachtet, so da√ü es hier nicht nochmal breitgetreten werden soll.

Ganz gleich, was 2012 auch geschehen sein mag, wir haben keine Wahl, als den Blick gen Zukunft zu richten und auf ein besseres 2013 zu hoffen. Eines ist sicher: Die Zeit l√§√üt sich nicht aufhalten, ganz gleich wie sehr mancher sich an irgendwelche "Fr√ľher war alles besser"-Parolen klammern mag. Zudem haben wir die unschlagbare M√∂glichkeit, die Zukunft zu beeinflussen und mitzugestalten, was uns die Vergangenheit allen flehentlichen "Wenn ich nur nochmal die Chance h√§tte..."-Bitten zum Trotz auf ewig verwehren wird.

Immer weiter!

Stefan Glas

P.S.: Das erste Cover im neuen Jahr stammt von dem √Ėsterreicher Alexander Kofler, der zwar noch f√ľr keine Bands t√§tig war, aber ansonsten schon sehr aktiv war. Selbstverst√§ndlich w√ľrde er zuk√ľnftig auch gerne Cover f√ľr Bands entwerfen. Auf seiner "Screenpainting"-Homepage k√∂nnt Ihr Beispiele seiner vielf√§ltigen Kunst sehen.

 
Impressum, Haftungsausschluß, Datenschutzerklärung
Button: hier