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  UE-Home → History → Online Empire 24 → Interview-Übersicht → RAISING FEAR (I, Veneto)-Interview last update: 10.04.2019, 06:10:39  

RAISING FEAR (I, Veneto)-Logo

Raising Fear« nennt sich nicht nur eine der wohl besten Scheiben im gesamten Metal-Bereich überhaupt, seit gut fünf Jahren firmiert auch ein italienisches Quintett unter diesem Banner und treibt ihr Unwesen im Underground. Nach einer von der Presse recht gut aufgenommenen Promo-CD folgte vor einigen Monaten das eigentliche Debut der Herren mit dem Titel »Mythos« über DRAGONHEART RECORDS. Passend zu ihrem Bandnamen kredenzen uns die fünf Jungs eine satte Mischung aus europäischen und amerikanischen Metal-Anteilen, fernab von eventuellen "neuzeitlichen" Einflüssen.
Da RAISING FEAR in unseren Breiten noch nicht über den ihnen zustehenden Bekanntheitsgrad verfügen, war es an der Zeit ein wenig nachzuhaken um Rob DF (v), Yorick (g) und Alberto Toniolo (g) die wichtigsten Einzelheiten rund um die Band zu entlocken.

RAISING FEAR (I, Veneto)-Headline

Wie bekannt sein sollte, habt Ihr Euren Bandnamen "offiziell" bei ARMORED SAINT ausgeliehen. Ist es eigentlich ein rechtliches Problem für eine unbekannte Band, sich von einer bekannteren Formation einen Albumtitel zu borgen?

Rob: Wir sind aber mit Sicherheit kein Einzelfall, sieh' dir doch einmal die Geschichte des Heavy Metal an: Immer wieder kommen unbekannte Formationen mit derlei Namen daher. Als Paradebeispiel schlechthin fällt mir auf Anhieb »Unleashed In The East« von JUDAS PRIEST ein. Ich glaube, da könnte man ein feines Festival mit SINNER, EXCITER und einigen anderen zusammenstellen.

Yorick: Probleme gab es eigentlich nur zu Beginn, aber es ja nur der Bandname. In den meisten Kritiken kam allerdings zum Vorschein, daß wir uns als RAISING FEAR zu sehr an andere Bands wie PRIMAL FEAR anlehnen würden. Außerdem ist es heutzutage gar nicht mehr so einfach, einen coolen und originellen Namen für eine junge Band zu finden.

Denkt Ihr nicht, daß ihr Interessenten ein wenig in die Irre führt? Es könnte doch durchaus passieren, daß Ihr für eine ARMORED SAINT-Tribute-Band gehalten werdet.

Rob: Jede künstlerische Strömung, und damit meine ich nicht einmal ausschließlich Musik, hat ihre eigene "Sprache". Gerade im Heavy Metal gibt es einige Wörter, die aus dem Wortschatz keiner Band wegzudenken sind. Auch bei den Bandnamen ist das nicht anders. Aber ich denke, den Fans ist der Name eigentlich eher egal, denn im Endeffekt zählt doch nur die Musik.

RAISING FEAR (I, Veneto)-Photo 1

Schon klar, aber von ungefähr wird die Auswahl damals doch nicht gekommen sein. Darf man ARMORED SAINT überhaupt zu Euren musikalischen Einflüssen zählen, oder gibt es diesbezüglich andere Bands, die Erwähnung finden sollten?

Rob: Oh Gott, eigentlich sind es zu viele, um alle aufzuzählen. Zu den wichtigsten Einflüssen zählen aber mit Sicherheit folgende: RAGE, MEGADETH, ANNIHILATOR, VICIOUS RUMORS, KING DIAMOND, SAVATAGE und GRAVE DIGGER.

Gebt Ihr mir recht, wenn ich Eure Musik als Mischung aus amerikanischem und europäischem Metal bezeichne? Die genannten Acts bestätigen mich jedenfalls darin.

Rob: Oh ja, das kann man so stehen lassen. Im Prinzip ist aber nebensächlich, woher eine Band stammt. Was die Musik betrifft, versuchen wir unsere täglich erlebten Emotionen in irgendeiner Form in unsere Musik einfließen zu lassen. Das Ergebnis dieser Einflüsse ist im Endeffekt jene Mischung, die auf unserem Album zu vernehmen ist.

Alles klar. Losgegangen ist es mit RAISING FEAR erst im Jahre 2000. Allerdings wart Ihr allesamt schon in mehr oder weniger bekannten Bands aktiv. Seid Ihr im Moment ausschließlich für RAISING FEAR am Werken, oder ist da so nebenbei noch was am Köcheln?

Rob: Ich war auch bei DEADLINE mit von der Partie. Wir haben sogar ein Album mit dem Titel »Dressed To Kill« eingespielt, allerdings existiert diese Band schon einige Zeit nicht mehr. Im Moment versuche ich, meine Kreativität voll und ganz auf RAISING FEAR zu fokussieren. Yorick ist immer noch bei HELREIDH, die bereits zwei Alben veröffentlicht haben, aber zum Glück nicht unbedingt sehr aktiv unterwegs sind. Auch Frana (b) und Cristian Galimberti (b) sind zur Zeit bei HELREIDH, aus dieser Formation ist mittlerweile eine Zweigstelle von RAISING FEAR geworden. Cristian war übrigens früher zusammen mit Alberto bei WARTRAINS, Alberto später zusammen mit Tony Fonto von WHITE SKULL bei JACKHAMMER. Als Newcomer wird uns wohl kein Mensch mehr bezeichnen bezeichnen. [lacht]

Die Pressemeinungen zu Eurer Promo-CD waren ja recht viel versprechend. Gab es auch negative Stimmen?

Rob: Auch wir waren recht angetan von den fast ausschließlich positiven Reviews, die wir für diese Promo-CD erhielten. Negative Kritiken gab es kaum, was uns sehr erfreut hatte. Ich denke, wir sind für unsere Möglichkeiten auch recht professionell unterwegs gewesen. Ein Deal nach nur einem Demo ist ja auch nicht unbedingt etwas Alltägliches. Bislang sind wir mit der Entwicklung der Band zufrieden.

Weshalb habt Ihr denn lediglich zwei Songs davon für »Mythos« verwendet? Ich denke, denjenigen, die die Chance bislang nicht hatten, die CD zu erhaschen, wird hier etwas vorenthalten.

Rob: Zum Glück hatten wir in der Zwischenzeit eine Menge an neuen Kompositionen fertig, so daß wir nicht in die Verlegenheit kamen, alle Songs verwenden zu müssen. Die neuen Songs repräsentieren einfach die Band zum Zeitpunkt der Aufnahmen besser. Allerdings genieren wir uns keineswegs für die älteren Tracks. Eventuell kommen sie zu einem späteren Zeitpunkt noch auf ein Album. Bei unseren Gigs greifen wir regelmäßig auch auf älteres Material zurück.

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Eure Texte sind eindeutig von der Mythologie und Historie beeinflußt. Gibt es denn da einen speziellen Grund für dieses Interesse?

Rob: Geplant war das eigentlich nicht so. Aber als wir damals unsere ersten Texte geschrieben haben, handelten sie von mythologischen Themen. Später war es dann Yorick, dem diese Art von Lyrics aufgrund seines Studiums sehr entgegengekommen ist. Du kannst also sicher sein, daß geschichtliche Fakten bei uns nicht in falschem Licht dargestellt werden, schließlich haben wir einen "Oberlehrer" in der Band.

Danke. Setzen! Na gut, dann erklär' mal deinen "Mitschülern" die Hintergründe diesbezüglich.

Alberto: Wir dachten bei »Mythos« daran, daß sich der Zuhörer auf einem Rundgang durch eine Galerie befindet und dabei von Portraits, Statuen und Gemälden, auf denen die besungenen Charaktere abgebildet sind, Geschichten erzählt bekommt. Im Prinzip möchten wir unseren Fans damit die Stimmung vermitteln, in der wir uns befunden haben, als wir die Songs komponierten. Auch auf dem Cover selbst sollte genau dieser "Rundgang" zum Ausdruck kommen.

Aus der Liebe zur Mythologie könnte man ja schon im recht frühen Stadium eine Art "Erkennungszeichen" für die Band machen, oder?

Rob: Das wäre noch zu früh. Ich denke nicht, daß es uns nochmals gelingen wird, in einer derart direkten Art mythologische Themen abzuhandeln. Für das nächste Album existiert zwar schon so etwas wie ein Masterplan, allerdings wird der noch nicht verraten, hehe.

Bis dahin wird wohl auch noch ein wenig Zeit vergehen. Was das aktuelle Album betrifft, fällt speziell bei ›Thorr‹ und ›Fenrir‹ ein gewisses Faible Eurerseits für klassische Musik auf. Typisch Italiener, oder was?

Rob: Ich bin der Meinung, daß klassische Musik und Heavy Metal sehr viele Gemeinsamkeiten aufweisen, besonders was den Aufbau, die Strukturen und die Melodien betrifft. Ebenso glaube ich, daß ein klassischer Hintergrund für jeden Musiker von Vorteil ist. Auch bei uns haben alle ein wenig Ahnung davon, da wir uns in jungen Jahren mit Musiktheorie beschäftigt haben. Vielleicht haben wir aufgrund unserer Herkunft schon einen Vorteil, da viele berühmte Komponisten aus unserer Heimat stammen und dadurch ausreichend Stoff für Musikschulen vorhanden ist.

Zurück in die Zukunft. Gibt es denn schon einen Zeitplan für kommende Aktivitäten?

Rob: Einen fixen Terminplan haben wir nicht. Im Moment ist uns eher nach Live-Aktivitäten zumute. Wir hoffen, so viele Gigs wie möglich spielen zu können. Daneben wird aber auch nicht auf das Songwriting vergessen. Es gibt also eine Menge zu tun für RAISING FEAR.

Auch unsereiner könnte tagtäglich das eine oder andere Stündchen mehr vertragen, aber was soll's. Ich nehme an, mit Bühnenerfahrung sieht es ob Eurer Lehrzeit in anderen Bands nicht so schlecht aus, oder?

Rob: Generell ist schon Erfahrung vorhanden, allerdings waren sämtliche Auftritte bislang auf Italien beschränkt. Es war uns noch nicht vergönnt, auch im Ausland aufzutreten. Genau das sollte sich aber in absehbarer Zukunft ändern. Glaub' mir, es ist einer meiner sehnlichsten Wünsche, einmal auch außerhalb von Italien spielen zu dürfen.

Na dann, Petition an Eure Plattenfirma, sie möge Euch doch auf Tournee schicken. Ist da denn etwas geplant?

Rob: Wir werden einige Gigs hier in Italien spielen, wobei es sogar möglich sein wird, das Land recht flächendeckend zu erreichen. Wir sind sehr glücklich darüber, bei DRAGONHEART unter Vertrag zu sein. Schließlich sind sie eines der renommiertesten Labels hier in Italien und auch im Ausland gut vertreten. Aber das Budget für längere Konzertreise ist eben auch für DRAGONHEART nicht leicht zu berappen, weshalb wir erst einmal abwarten, wie die Sache international abgehen wird.

Zwar waren die Resonanzen auf »Mythos« nicht mehr so euphorisch wie noch bei der Promo-CD, doch der Großteil der Kritiken war positiv. Darauf können RAISING FEAR mit Sicherheit bauen und irgendwann klappt es bestimmt auch mit Auftritten außerhalb Italiens.

http://www.raisingfear.com/

info@raisingfear.com

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Walter Scheurer

RAISING FEAR (I, Veneto) im Überblick:
RAISING FEAR (I, Veneto) – Avalon (Rundling-Review von 2006)
RAISING FEAR (I, Veneto) – Mythos (Rundling-Review von 2005)
RAISING FEAR (I, Veneto) – Promo 2003 (Do It Yourself-Review von 2004)
RAISING FEAR (I, Veneto) – ONLINE EMPIRE 24-Interview
RAISING FEAR (I, Veneto) – News vom 07.05.2007
RAISING FEAR (I, Veneto) – News vom 19.02.2010
andere Projekte des beteiligten Musikers Francesco "Frana" De Paoli:
HELREIDH – Fragmenta (Rundling-Review von 2012)
HELREIDH – News vom 10.03.2011
HELREIDH – News vom 10.06.2012
HELREIDH – News vom 14.01.2013
andere Projekte des beteiligten Musikers Marco "Yorick" Tortato:
HELREIDH – Fragmenta (Rundling-Review von 2012)
HELREIDH – News vom 22.05.2007
HELREIDH – News vom 10.03.2011
HELREIDH – News vom 10.06.2012
HELREIDH – News vom 14.01.2013
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