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BRAINSTORM (D, Stuttgart)-Photo 1

Es gibt Zeiten im Leben, da lÀuft offensichtlich alles perfekt. In einer solchen Phase scheint sich im Moment auch das deutsche Quintett BRAINSTORM zu befinden. Denn was auch immer die Herren Andy B. Franck (v), Torsten Ihlenfeld (g), Milan Loncaric (g), Andreas MailÀnder (b) und Dieter Bernert (d) in letzter Zeit gemacht haben, es war stets mit Erfolg verbunden.
In besagter Besetzung sind BRAINSTORM zwar erst seit 1999 zusammen, die Band an sich existiert allerdings schon zehn Jahre lĂ€nger. WĂ€hrend man zu Beginn der Karriere durchaus achtbare Erfolge im Untergrund einheimsen konnte, war es nicht zuletzt dem Einsteig von Andy Franck zu verdanken, der mit seiner edlen Stimme die Songs fortan zu krönen wußte, daß es seit jenen Tagen stetig bergauf gegangen ist. Die Verkaufszahlen der Alben »Abiguity« (2000), »Metus Mortis« (2001) und »Soul Temptation« (2003) dĂŒrften ebenso ĂŒberdurchschnittlich ausgefallen sein, wie auch das darauf verewigte Songmaterial. Besagte Scheiben hatten furiose Auftritte zur Folge, egal ob auf grĂ¶ĂŸeren Festivals, wie dem "Summer Breeze", oder in kleineren Clubs, die Fans bekamen durchwegs qualitativ hochwertige Kost in bester Verfassung der Band geboten. Dazu addiert sich die sympathische und von Grund auf ehrliche Einstellung der Musiker und fertig scheint das "Erfolgsrezept" zu sein.
Weshalb gerade BRAINSTORM und warum gerade jetzt, wo mit »Liquid Monster« nunmehr Longplayer Nummer 6 in den Regalen steht, die Zeichen fĂŒr Erfolg noch besser stehen als je zuvor, versuchte ich im GesprĂ€ch mit SĂ€nger Andy in Erfahrung zu bringen:

Hatte die Band jemals mit einem derartigen Erfolg gerechnet?

Nein, ganz ehrlich gesagt sind wir selbst ĂŒberwĂ€ltigt. Als ich 1999 den vakanten Posten bei BRAINSTORM am Mikro ĂŒbernommen hatte, war diesbezĂŒglich noch nicht viel los. Klar, es war in erster Linie eine Art Bestandsaufnahme ĂŒber den Zustand der Band und vereinzelte Kritikerstimmen waren sehr wohl auch schon damals positiv, so richtig ins Rollen kam der Stein aber erst nach der Veröffentlichung von »Ambiguity«. Offensichtlich haben uns schon die im Anschluß daran stattfindenden Gastspielreisen (u.a. zusammen mit KING DIAMOND und ARMORED SAINT) geholfen, zu einer Einheit zu werden. Je lĂ€nger und öfter wir Zeit gemeinsam verbrachten, desto besser war das GefĂŒge innerhalb der Band. Scheinbar hat sich eben jenes GefĂŒhl auch auf die Fans ĂŒbertragen. Genauso wichtig erscheint es mir aber auch zu erwĂ€hnen, daß wir unseren Zusehern nie die "Rockstars" prĂ€sentieren wollten, sondern bewiesen haben, daß wir im Grunde unseres Herzens genauso eingefleischte Metaller sind, wie sie. Ehrlichkeit ist nun mal eine der wichtigsten Tugenden! Vielleicht war uns auch deshalb ein eher experimentierfreudigeres Album wie »Soul Temptation« gestattet worden. Ich meine, eine Trilogie wie der Titelsong, muß nicht zwingend gut ankommen, es hĂ€tte genauso gut auch in völliger Ablehnung enden können. Da uns aber auch auf den folgenden Auftritten nur positive Stimmung entgegenschwappte, kann nichts fehlgelaufen sein. Hier stehen wir nun, »Liquid Monster« ist fertig und die Kritiken sind geradezu ĂŒberschwenglich.

Keine falsche Bescheidenheit, Meister. Schließlich ist »Liquid Monster« als weiterer Meilenstein in Eurer Karriere zu betrachten. Ich erlaube mir sogar zu sagen, es handelt sich hierbei um Eurer bislang "komplettestes" Album, an dem es so gut wie keine Kritikpunkte gibt. Das sehe wohl nicht nur ich so, oder?

ZunĂ€chst besten Dank fĂŒr die netten Worte. Es scheint tatsĂ€chlich keine Kritiker zu geben, denen die Scheibe nicht gefĂ€llt. Schließlich sind wir im ROCK HARD als Soundcheck-Sieger gekĂŒrt worden, konnten in der französischen Ausgabe ebenfalls diese Ergebnis erzielen und auch im METAL HAMMER konnten wir einen hervorragender Platz im Soundcheck erringen, was fĂŒr traditionellen Metal ja eher selten ist. Von unzĂ€hligen Online-Zines ganz zu schweigen, die BRAINSTORM ebenfalls nach allen Regeln der Kunst abzufeiern wissen.

Bezieht sich Euer Erfolg denn in erster Linie auf die Heimat und die angrenzenden LĂ€nder, oder ist die ganze Welt an Euch interessiert?

Es sieht fast ĂŒberall gut aus fĂŒr uns. Egal ob Skandinavien, SĂŒdeuropa oder gar die USA, es scheint einfach zu laufen. Am allermeisten ĂŒberrascht sind wir allerdings davon, daß BRAINSTORM auch in England Massen an Fans mobilisieren können. Auf unserer letzten Tournee haben wir als Opener fĂŒr NIGHTWISH in Hallen mit Fassungsvermögen von 2000 und mehr gespielt und sogar ab und zu ein "Ausverkauft"-Schild bemerkt. NIGHTWISH sind zwar mördermĂ€ĂŸig angesagt, aber wenn ich an die Stimmung bei unseren Sets zurĂŒckdenke, lĂ€uft mir noch heute eine GĂ€nsehaut ĂŒber den RĂŒcken. Es können unmöglich alle Zuseher nur wegen der Finnen anwesend gewesen sein, haha. GerĂŒchte besagen ja, wenn du es als Metal-Band in England schaffst, kannst du ĂŒberall auf der Welt auftreten!

England hĂ€tte ja bereits heuer auf dem Tourneeplan gestanden, mußte aber vorerst verschoben werden.

Ja, wir hĂ€tten zusammen mit SAXON auf ihrer speziellen "Anniversary-Tour" spielen sollen. Leider ist Biffs Haus knapp vor Beginn der Tour abgebrannt, weshalb die Konzertreise auf Oktober verschoben werden mußte. Macht' aber nichts, denn aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben. Somit starten wir unsere Tournee als Headliner durch Europa zusammen mit MERCENARY und AT VANCE. SpĂ€ter geht es auf eine Art "Doppel-Headliner-Tour" zusammen mit NOCTURNAL RITES nach Spanien und Frankreich. Nach einer kurzen Erholungspause folgen dann 14 Tage in Skandinavien, worauf wir uns ebenfalls schon sehr freuen. Ab September steht dann eventuell eine weitere Gastspielreise in die Staaten auf dem Programm, da ist allerdings noch nichts fixiert.

BRAINSTORM-Einzelshot: Andy B. Franck

ZurĂŒck zum »Liquid Monster«. Gibt es eigentlich so etwas wie ein Konzept, oder zusammenhĂ€ngende Geschichten, oder aber habt ihr "nur" ein geniales Album eingespielt?

Nein, es besteht weder ein "roter Faden" wie es auf »Metus Mortis« der Fall war, noch eine konzeptionelle Geschichte wie eben die Trilogie auf »Soul Temptation«. Es handelt sich in der Tat lediglich um eine Aneinanderreihung von Songs. Eines muß allerdings schon angemerkt werden: Wir haben bereits auf der Tournee mit EDGUY begonnen, Songs zu schreiben. Vielleicht liegt es daran, daß diese Scheibe dennoch wie aus einem Guß wirkt, schließlich war die Herangehensweise doch eine andere als zuvor.

Einige Erfolgsfaktoren, wie die konstante und ĂŒber die Jahre hinweg zusammengewachsene Besetzung, oder die erwĂ€hnte Entstehungsgeschichte des Albums hĂ€tten wir damit besprochen. Doch auch Produzent Achim Köhler dĂŒrfte wieder einmal sein Scherflein beigetragen haben.

Klar, denn die Produktionen von Achim sind immer gelungen. Außerdem kennen wir ihn schon jahrelang und sind mit seiner Arbeit immer zufrieden gewesen. Außerdem muß erwĂ€hnt werden, daß natĂŒrlich auch er die Band und unsere AnsprĂŒche in Sachen Sound genau kennt. Weshalb sollten wir also diesbezĂŒglich etwas Ă€ndern? Noch dazu wo sein Studio quasi um die Ecke ist und wir somit unser Budget nicht mit unnötigen Ausgaben belasten mĂŒssen. Wir Schwaben-Buben wissen eben, wo's Geld herkommt!

Ein Novum dagegen stellt das Artwork dar, handelt es sich beim Cover von »Liquid Monster« um keinen "Ewerhard".

Das stimmt. Die Idee zum dreiköpfigen Monster, das aus einem flĂŒssigen Medium emporsteigt, stammt von mir. Ich habe diese Idee dann von einem befreundeten Grafiker namens Tom Thiel umsetzen lassen und finde seine Arbeit sehr gelungen. Cool finde ich auch die zahlreichen Interpretationsmöglichkeiten, die Cover und Albumtitel offen lassen. Die mit Abstand ungewöhnlichste Version bislang war, daß ein Pressevertreter »Liquid Monster« als Synonym fĂŒr den "DĂ€mon Alkohol" betrachtete.

BRAINSTORM (D, Stuttgart)-Photo 2

Wie bereits erwĂ€hnt, achtet Ihr sehr wohl auf das liebe Geld. DarĂŒber dĂŒrfen sich auch eure Fans freuen, denn auf der letzten Tour mit EDGUY gab es ja ein ganz besonderes "Zuckerl". Dieses nennt sich »Live Suffering« und wurde am "Summer Breeze" 2003 aufgenommen. Besagtes Album, das als "offizieller Bootleg" bezeichnet wird, durften die Fans beim Kauf eines BRAINSTORM T-Shirts als "Bonus" mit nach Hause nehmen. Habt Ihr denn nie ĂŒberlegt, die Scheibe als offizielle Veröffentlichung nachzuschieben?

Nein, denn es war geplant den Fans wirklich etwas fĂŒr ihr Geld zu bieten. Da wir von Seiten des Headliners dazu gezwungen waren, die Preise fĂŒr unsere Shirts den ihren anzupassen, war dies die beste Alternative. Wir hĂ€tten sonst unsere Preise wesentlich tiefer angesetzt, weshalb das unsere einzige Möglichkeit war, keine Probleme mit EDGUY zu bekommen. Ein solcher Bonus zĂ€hlt auch bei den Fans, weshalb du diese FannĂ€he auch zum "Geheimnis" unseres Erfolges zĂ€hlen kannst.

In wie weit darf ein "Kritiker" ("Neider" wĂ€re hier wohl das treffendere Wort) der Band behaupten, daß BRAINSTORM nur deshalb so weit nach oben gekommen sind, da deren SĂ€nger beruflich bei der Plattenfirma tĂ€tig ist?

Diese Stimmen gibt es zum GlĂŒck nicht. Aber ich habe auch immer versucht, GeschĂ€ft und Band möglichst getrennt zu halten. Da es noch keinem von uns vergönnt ist, von BRAINSTORM alleine leben zu können, mĂŒssen wir eben, so wie unsere Fans auch, tĂ€glich zur Arbeit erscheinen. Welcher TĂ€tigkeit ein Musiker nachgeht, ist dabei eher nebensĂ€chlich. Ich habe eben das GlĂŒck, mit meiner Lieblingsmusik sogar mein tĂ€gliches Brot verdienen zu können.

Soweit also zum Thema BRAINSTORM. Doch wie wir alle wissen, hat Andy ja noch ein weiteres, meiner bescheidenen Meinung nach, immer noch strÀflich unterbewertetes Pferdchen namens SYMPHORCE im Rennen. Wie wird es denn da weitergehen?

Wenn alles klappt, sollte noch im FrĂŒhherbst, also so gegen Mitte September ein neues Werk von SYMPHORCE in die LĂ€den kommen. Im Moment bin ich gerade mit BRAINSTORM schwer im Streß und Cede (Cedric Dupont, g) hat auch gerade mit FREEDOM CALL ein neues Album veröffentlicht. Du merkst schon, wir sind an allen Fronten schwer aktiv und hoffen, daß die Fans genau das honorieren. Was auch immer wir anfassen, wir tun es immer fĂŒr unsere Fans, denn von denen leben wir!

Die BRAINSTORM-Buben wissen eben in der Tat, wo's Geld herkommt!

http://www.brainstorm-web.net/

brainstorm@truemetal.org

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Walter Scheurer

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