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Zu den veröffentlichungstechnisch konstantesten Vertretern metallischer Kunst aus DĂ€nemark zĂ€hlen mit Sicherheit MANTICORA. Nach einer EP namens »Dead End Solution« (1997) und den Alben »Roots Of Eternity« (1999), »Darkness With Tales To Tell« (2001) sowie »Hyperion« (2002) erschien vor wenigen Wochen »8 Deadly Sins«. Im Laufe dieser Jahre konnte das Quartett nicht nur durchwegs positive Kritiken einfahren, sondern auch eine recht beachtliche Fanschar auf ihre Seite ziehen. Kein Wunder eigentlich, wissen die DĂ€nen doch seit Beginn ihrer Karriere mit einer wohldosierten Mischung aus europĂ€ischem Melodic Metal (Stichwort: BLIND GUARDIAN) und einem nicht zu verachtenden Anteil Bay Area-Thrash zu ĂŒberzeugen.
Auf »8 Deadly Sins« scheint der amerikanische Einfluß noch ein wenig stĂ€rker geworden zu sein, was sich meiner bescheidenen Meinung nach ungemein positiv auf das Album ausgewirkt hat.
Wie die Band diese Tatsache kommentiert und einige andere wichtige Neuigkeiten erzÀhlte mir SÀnger Lars Larsen eines Abends am Telefon.

»8 Deadly Sins« klingt in meinen Ohren noch ein wenig mehr nach dem klassischen Thrash Metal aus der Gegend rund um San Francisco. Wie kam es denn dazu?

Schon seit Beginn unserer musikalischen Laufbahn, sogar in der Zeit vor MANTICORA als Kristian Larsen (g) und ich zusammen mit einigen Kumpels eine Band namens FEAR ITSELF am Start hatten, zĂ€hlen Bands wie FORBIDDEN oder TESTAMENT zu unseren absoluten Favoriten. Bislang wurde unsere Musik zumeist als Power Metal bezeichnet, was aber ebenfalls akzeptiert werden kann, denn auch ANNIHILATOR, OVERKILL, NEVERMORE oder ICED EARTH dĂŒrfen nicht vergessen werden, wenn unsere musikalische Vorlieben erwĂ€hnt werden. Wir haben uns aber bestimmt niemals vorgenommen, in irgendeiner Form heftiger zu spielen, als auf den Alben zuvor. MANTICORA stehen fĂŒr Heavy Metal; welches Attribut auch immer da sonst noch hinzugefĂŒgt wird, ist im Prinzip egal. Wir machen diese Art von Musik nicht erst seit gestern, weshalb musikalische Weiterentwicklung sicherlich ein nicht zu verachtender Aspekt sein sollte, wenn eine Band ein neues Album aufnimmt. »8 Deadly Sins« zeigt MANTICORA anno 2004, um es in kurzer Form zu beschreiben.

2004 ist auch wieder einmal ein neues Gesicht im Line-up zu vermelden. Neben dem Quartett Lars, Kristian, Kaspar Gram (b) und Mads Volf (d) kann man Finn Zierler, den etatmĂ€ĂŸigen Keyboarder von BEYOND TWILIGHT, auf der neuen Scheibe hören. Wird Finn denn ab sofort auch bei Euch spielen?

Nein, definitiv nicht. Finn ist ein begnadeter Keyboarder, keine Frage, aber er ist ohnehin schon nahezu rund um die Uhr beschĂ€ftigt und hĂ€tte wohl gar nicht die nötige Zeit, um ein festes Bandmitglied bei uns zu werden. Nebenbei haben wir nicht vor, das nun doch schon einige Jahre bestehende Line-up zu verĂ€ndern. Wenn Bedarf da ist, also fĂŒr Studioaufnahmen oder auch fĂŒr eine Tour besorgen wir uns einen Gastmusiker. Ganz ohne Keyboard können wir aber auch nicht sein, ich denke dadurch gewinnen die Songs an Tiefgang.

Mit Sicherheit. AuffĂ€llig ist neben den Songs an sich auch der hammerharte Sound. War da KalkĂŒl dabei, oder entstand dieser feine Klang quasi per Zufall?

Unserer Meinung nach hat es Tommy Hansen, der ja schon seit seiner Arbeit mit HELLOWEEN oder den PRETTY MAIDS einen sehr guten Ruf in unserer Szene besitzt, einen hervorragenden Job abgeliefert. Er ist eben ein alter Hase und weiß genau, wie Musik wie unsere zu klingen hat. Übrigens kann ich dir schon ein Detail ĂŒber das nĂ€chste MANTICORA-Album verraten, obwohl logischerweise noch kein Ton komponiert wurde: Der Produzentenjob ist bereits vergeben. [lacht]

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Okay, die Qualifikation fĂŒr die nĂ€chste Runde hat Tommy mit Bravour bestanden. Werdet Ihr denn auch die Plattenfirma beibehalten? Bisher war das ja nicht gerade ĂŒblich im Hause MANTICORA.

Ich weiß, was du meinst. Von unseren bisherigen Alben ist die Debut-EP quasi in Eigenregie veröffentlicht worden, »Roots To Eternity« von BLACK LOTUS und die beiden folgenden Longplayer dann von SCARLET RECORDS. Mit »8 Deadly Sins« veröffentlichen wir quasi unser Debut bei MASSACRE, mit denen wir hoffentlich noch lange Zeit zusammenarbeiten werden. Der Grund unserer bisherigen Labelwechsel war schlicht und ergreifend immer wieder das Thema "Promotion". Nicht daß ich jetzt sagen möchte, daß SCARLET diesbezĂŒglich schlechte Arbeit geleistet hĂ€tten, aber ihr Einflußbereich bleibt nun einmal Italien, was dem Großteil der unter Vertrag stehenden Bands mit Sicherheit zugute kommt, uns jedoch nicht sonderlich viel gebracht hat. Zu vernĂŒnftiger Promotion zĂ€hlt fĂŒr mich einfach mehr, weshalb wir uns von der Zusammenarbeit mit MASSACRE wirklich viel erhoffen. Zumindest einmal scheint das Label in nahezu jedem Land Europas mit vernĂŒnftigen Vertriebspartner und Promo-Agenturen zu kooperieren.

MASSACRE werden Euch wohl auch eher unterstĂŒtzen, wenn es um das Thema "Tournee" geht, oder?

Ja, zumindest sieht es im Moment recht gut aus. Im Februar werden wir auf eine kurze Europa-Tournee zusammen mit ANGRA und EDENBRIDGE gehen, wobei der Großteil der Konzerte in Frankreich stattfinden wird, da alle drei Bands sehr gute Verkaufszahlen dort aufweisen können. Wir freuen uns schon riesig darauf. Ebenso brennen wir auch schon auf die 2005er Version des "ProgPower"-Festivals in den USA, fĂŒr welches wir ebenfalls bereits gebucht sind. Dieses findet allerdings erst im September statt, weshalb wir uns auch eventuelle Festival-Auftritte im Sommer nicht unbedingt absagen wĂŒrden. [lacht]

Wer wĂŒrde das schon tun? Nicht einmal Judas wĂŒrde es wagen, dies zu verleugnen. Apropos: Richtig bibelfest dĂŒrftet Ihr wohl auch nicht sein, oder gibt es in DĂ€nemark eine Ausgabe der Bibel, in der eine achte TodsĂŒnde existiert? Was kann denn diese sein? Etwa Alkohol am Steuer? Oder gar Fanclubmitglied von Bayern MĂŒnchen zu sein?

Unser Album hat mit der Bibel ĂŒberhaupt nichts zu tun. Zugegeben, ursprĂŒnglich war es sogar geplant, eine Art Konzeptalbum ĂŒber die sieben TodsĂŒnden zu verfassen, haben das Thema aber wieder abgehakt, da es schon einige Songs diesbezĂŒglich gibt. Auf »8 Deadly Sins« geht es um einen Mann, der sein Leben ganz im Dienste Gottes fĂŒhrt und niemals eine "SĂŒnde" im biblischen Sinne begangen hat. Aus unerfindlichen GrĂŒnden fĂ€llt er eines Tages auf der Straße in Ohnmacht und wird ins Krankenhaus eingeliefert. Dort stellen die Ärzte insgesamt acht Stigmata an verschiedensten Körperstellen fest. Der Mann lĂ€ĂŸt am Totenbett sein Leben Revue passieren und erkennt, daß jeder Mensch seine ganz persönlichen SĂŒnden begeht und mit jenen erst einmal klarkommen muß, bevor er in WĂŒrde sterben kann.
Im Endeffekt ist das Konzept doch recht stark von der Religion inspiriert worden, obwohl alle Bandmitglieder eher als Atheisten zu bezeichnen sind.

Und welches sind nun die acht "persönlichen SĂŒnden", die den Kerl im Endeffekt nicht in Ruhe sterben lassen?

Eher Dinge des "tĂ€glichen Lebens" als biblische SĂŒnden. Wir bezeichnen Aggression, Ignoranz, Selbstherrlichkeit, Haß, Verrat, Eifersucht, Teilnahmslosigkeit und Arroganz als SĂŒnden, diese bestimmen leider sehr hĂ€ufig den Alltag.

Im tĂ€glichen Leben sind wir aber nicht nur mit "SĂŒnden" konfrontiert, sondern auch mit Arbeit. Du bist ja, wie vielleicht bekannt sein dĂŒrfte, bei INTROMENTAL MANAGEMENT beschĂ€ftigt. Siehst Du diese TĂ€tigkeit als Vorteil fĂŒr MANTICORA an?

Wenn du Vorteil im Sinne von "Ausnutzen" meiner TĂ€tigkeit bei INTROMENTAL meinst, um fĂŒr MANTICORA mehr zu erreichen, als es anderen Bands möglich wĂ€re, dann muß ich entschieden mit "Nein" antworten. Ich nutze viel eher die Erfahrung, die ich tĂ€glich im Business machen kann. So gesehen ist es bestimmt positiv, daß ich tĂ€glich bei meiner Arbeit mit Musik zu tun habe. Außerdem kann ich mir schlechtere Jobs vorstellen als mich jeden Tag mit Heavy Metal in irgendeiner Form beschĂ€ftigen zu mĂŒssen. [lacht]

Klar, das wĂŒrden wir auch alle gerne. Aber leider gibt der Metal nur fĂŒr die Wenigsten das nötige Kleingeld her, um damit einen vernĂŒnftigen Lebensstandard finanzieren zu können.

http://www.manticora.dk/

manticora@manticora.dk

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Walter Scheurer

MANTICORA (DK) im Überblick:
MANTICORA (DK) – Roots Of Eternity (Rundling)
MANTICORA (DK) – The Black Circus Part 2 - Disclosure (Rundling)
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unter dem ehemaligen Bandnamen MANTICORE (DK):
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