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IMPERIA-Einzelshot: Helena Iren Michaelsen 1

Vier Jahre herrschte Stille um die ehemalige TRAIL OF TEARS-Sängerin Helena Iren Michaelsen, die in dieser Zeit hauptsächlich durch aufreizende Photos von sich reden machte. Doch nach und nach nahm ihre Band IMPERIA Formen an, so daß nun das Debut »The Ancient Dance Of Qetesh« erschienen ist. Mit der Scheibe macht Helena einen auf Nummer Sicher, da die Scheibe deutlich in die derzeit angesagte NIGHTWISH/WITHIN TEMPTATION-Richtung zielt, jedoch nicht mal ansatzweise diese Klasse erreicht. Im Smalltalk mußte Helena zeigen, daß sie mehr als nur dralle Argumente auf Lager hat.

Das letzte TRAIL OF TEARS-Album mit Deiner Beteiligung, »Profoundemonium«, stammt aus dem Jahr 2000. Was hast Du in der Zwischenzeit getrieben?

TRAIL OF TEARS und ich haben sich mit der Zeit auseinandergelebt, so daß der Split die logische Konsequenz war. Zudem zog ich nach Holland und TRAIL OF TEARS sind natürlich nach wie vor in Norwegen beheimatet. Nach meinem Ausstieg bei TRAIL OF TEARS nahm ich an dem BLACK HORIZONS-Projekt teil und danach wurde mir bewußt, daß ich meine eigene Band ins Leben rufen will, weil ich meine Kreativität komplett ausleben möchte. Natürlich war ein gewisser Lernprozeß nötig, bis es möglich war, unser Debut »The Ancient Dance Of Qetesh« in dieser Form zu verwirklichen.

Weshalb bist Du von Norwegen nach Holland umgezogen?

Der Hauptgrund war die Musik. Ich will meine Träume verwirklichen und ich bin am glücklichsten, wenn ich Musik machen kann. Bei den Touren mit TRAIL OF TEARS hatte ich das holländische Publikum sofort ins Herz geschlossen. Daher packte ich meine Tasche und zog nach Holland. Außerdem gibt es hier billiges Bier: Es ist gerade mal halb so teuer wie in Norwegen... Und Zigaretten sind auch viel billiger.

Wie bitte? Du als Sängerin, die mit Ihrer Stimme teilweise in recht extreme Regionen geht, rauchst?

Ich weiß, daß es schlecht ist und jeder weist mich permanent darauf hin. Aber ich schaffe es einfach nicht, mit dem Rauchen aufzuhören. Rauchen ist meine Entspannungstherapie. Bislang habe ich wegen des Rauchens zum Glück keine Probleme mit meiner Stimme, aber wenn wirklich mal Komplikationen auftauchen würden, würde ich natürlich sofort aufhören zu rauchen.

Und anschließend würdest Du eine wirklich aggressive Metalband gründen...

Exakt, das würde dann wahrscheinlich nach MARYLIN MANSON Nummer 2 klingen...

Wie hast Du es eigentlich geschafft, diese Multikultitruppe zusammenzustellen? John Stam (g) stammt aus Holland, Jan Yrlund (g) wurde in Finnland geboren, lebt aber in Holland. Gerry Verstreken (b) ist Belgier, Steve Wolz (d) Deutscher und Audrun Gronnestad, der für die Orchestrierung zuständig ist, lebt in Norwegen.

Auf der Platte hatten noch einige Gastmusiker mitgewirkt, aber mittlerweile haben wir das von Dir erwähnte feste Line-up gefunden und ich bin mir sicher, daß es dabei bleiben wird, denn wir passen sehr gut zusammen. Ich hatte mich mit allen Musikern getroffen, um herauszufinden, ob wir miteinander auskommen und ob sie gewillt sind, professionell zu arbeiten. Ich brauche Musiker, die Musik nicht nur als Hobby ansehen, sondern bereit sind, alles hinter der Musik zurückzustellen. Und IMPERIA besteht nun aus solchen Musikern.

IMPERIA-Bandphoto

Also ist IMPERIA eine echte Band oder handelt es sich doch eher um ein Projekt?

Selbstverständlich sind wir eine echte Band. Alle Musiker erscheinen zu den Proben oder zu Vorbereitungen für Liveshows und jeder ist bereit, 100 Prozent für die Band zu geben. Uns verbindet der Traum, es mit der Musik zu schaffen und damit unseren Lebensunterhalt zu verdienen. Wenn das gegeben ist, denke ich, ist der Wohnort nicht entscheidend.

Wie oft trefft Ihr Euch zu Proben und wie geht bei IMPERIA das Songwriting vonstatten?

Wir machen alle schon lange Musik und sind sehr erfahren. Daher brauchen wir eigentlich nicht so oft gemeinsam zu proben. Außerdem übt jeder alleine zu Hause. Folglich sind wir bei unseren Proben gut vorbereitet und können effektiv arbeiten. Einzig unsere beiden Gitarristen treffen sich desöfteren, um an der Gitarrenarbeit zu feilen.
Das Songwriting geht ebenfalls problemlos vonstatten: Die Texte stammen ohnehin komplett von mir und ich habe auch die meisten Songs komponiert. Ein Song stammt von Audrun und einige hat Ariën van Weesenbeek geschrieben, der unsere Platte eingetrommelt hat. Einen weiteren Song habe ich mit Henri Sattler von GOD DETHRONED geschrieben, der auf der Platte als Gastgitarrist fungiert hat. Auch für die Zukunft mache ich mir keine Sorgen, da ich noch einige Stücke in der Schublade habe und auch von meinem zweiten Projekt ANGEL, für das wir gerade einen Deal bei BLACK LOTUS RECORDS unterschrieben haben, noch einige Songs übriggeblieben sind.

Du stehst bei IMPERIA in vielerlei Hinsicht eindeutig im Scheinwerferlicht. Ist IMPERIA letztendlich Dein Soloprojekt?

IMPERIA begann tatsächlich als mein erstes Soloprojekt, aber es hat sich zu einer Band entwickelt. Ich bin kein dominanter Mensch: Wir arbeiten hervorragend zusammen und jeder kann seine Vorschläge und Wünsche vorbringen. Natürlich habe ich in der Gothicszene einen gewissen "Bekanntheitsvorsprung" dank meiner Zeit bei TRAIL OF TEARS, doch das ändert nichts daran, daß IMPERIA eine Band sind.

Stilistisch hast Du Dich gegenüber den TRAIL OF TEARS-Tagen kaum verändert. Allerdings steht der Gesang noch viel mehr im Vordergrund.

Mein Gesang hat sich in den letzten Jahren natürlich entwickelt und ich wollte meine Opernstimme stärker einsetzen. Da ich sehr auf Filmmusik stehe, wollte ich, daß die Musik von IMPERIA atmosphärisch ausfällt, aber zugleich deutliche Metalelemente enthält. Es war meine Absicht, daß die Musik sehr vielschichtig ausfällt und nur schwer zu kategorisieren sein würde. Ich werde oft in Interviews gebeten, die Musik von IMPERIA einzuordnen, weil es den Journalisten schwerfällt. Genau das war meine Absicht: Ich wollte etwas eigenständiges erschaffen, was heutzutage angesichts der enormen Vielzahl von Bands sehr wichtig ist.

IMPERIA-Einzelshot: Helena Iren Michaelsen 2

Du scheinst ein sehr familiärer Mensch zu sein, denn Du hast die IMPERIA-CD Deiner verstorbenen Mutter gewidmet und Du erwähnst ganz besonders Deinen neunjährigen Sohn Joackim.

Meine Familie ist mir sehr wichtig, so daß ich zunächst einen Song für meine Mutter geschrieben und ihr schließlich das ganze Album gewidmet habe. Allerdings ist es ein sehr emotionales Thema für mich, da meine Mutter erst vor wenigen Monaten gestorben ist, so daß es für mich schwierig ist, darüber zu sprechen.

Ist es schwierig, Deine Verpflichtungen als Sängerin und als Mutter unter einen Hut zu bekommen?

Das wichtigste für mich ist, daß mein Sohn glücklich ist und ein gutes Leben hat. Aber ich möchte an dieser Stelle nicht mehr sagen, weil ich nicht gerne über mein Privatleben sprechen möchte.

Dann laß uns zu einem Thema kommen, das für IMPERIA sehr wichtig ist: die Optik. Du hast sogar einen Sponsor für Haarverlängerungen...

Das ist nicht so unglaublich wie es scheinen mag, denn heutzutage nutzt nahezu jede Frau Haarverlängerungen. Wenn Du MTV anschaltest, wirst Du fast ausschließlich künstlich verlängerte Frisuren sehen. Allerdings ist diese Technik mittlerweile so ausgereift, daß man es nicht mehr bemerkt. Daher habe ich mich entschlossen, dazu zu stehen und als die Dreharbeiten zu unserem Video anstanden, habe ich einfach eine Firma gefragt, ob sie mich sponsern wollen.

Die gesamte CD ist orientalisch gestylt. Wie kam es dazu? Und wer ist Qetesh?

Qetesh ist die ägyptische Göttin der Liebe und der Schönheit. Ich war schon immer an den ägyptischen Mythen und den dortigen Bauwerken interessiert und würde eines Tages gerne Ägypten besuchen. Daher lag es nahe, die CD unter dieses Motto zu stellen.

Optisch hast Du bei IMPERIA eindeutig die Vormachtstellung, denn im Booklet sind nur Photos von Dir zu sehen.

Das trifft den Kern der Sache nicht ganz, denn die Photos veranschaulichen den Albumtitel »The Ancient Dance Of Qetesh«: Ich habe früher als Ballettänzerin gearbeitet und im Booklet tanze ich den Tanz von Qetesh, so daß auf jeder Seite eine neue Tanzfigur zu sehen ist.

Okay, ich habe das Booklet nicht als verkapptes Daumenkino erkannt, aber es steht doch außer Zweifel, daß Du Deinen Körper einsetzt, um die Blicke auf IMPERIA zu ziehen.

Nein, ich bin nur ein ganz normales Mädchen wie jedes andere. Wenn Madonna oder Sarah Brightman eine neue CD veröffentlichen, dann sind auch Bilder von ihnen quer durch das ganze Booklet verteilt. Mir ging es schlicht darum, den Albumtitel optisch umsetzen.

IMPERIA-Einzelshot: Helena Iren Michaelsen 3

Und es war wirklich notwendig für diesen Tanz, ein transparentes Oberteil zu tragen? Oder daß in der Vergangenheit Deine Promophotos aussahen als wolltest Du Dich für den nächsten "Wet T-Shirt"-Contest bewerben? Es geht nicht darum, Dich deswegen zu verurteilen, aber wenn Du selbstsicher genug bist, solche Dinge zu tun, dann solltest Du auch selbstsicher genug sein, dazu zu stehen und darüber zu reden.

Viele Frauen geben sich zeigefreudig, das ist nichts Neues. Doch das wichtigste für mich ist immer noch, wie die Menschen im Inneren sind.

Könnte man dann aber nicht die Schlußfolgerung ziehen, daß Du nur dank Deines Aussehens und nicht wegen Deines musikalischen Talents einen Plattenvertrag bekommen hast?

Absolut nicht! Wenn ich wüßte, daß ich nicht singen kann, würde ich mit der Musik aufhören, meinen Krempel zusammenpacken und nach Norwegen zurückgehen.

IMPERIA-Einzelshot: Helena Iren Michaelsen 4

Aber dennoch hilft Dir Dein Aussehen, Dinge zu erreichen, die Du ansonsten wahrscheinlich nicht erreicht hättest. Immerhin hat das spanische Magazin A SANGRE Y FUEGO gerade eine IMPERIA-Titelstory gemacht und man sieht Dich auf dem Umschlag nur mit einem Slip bekleidet und Deine Brüste bedeckst Du, indem Du sie in den Händen hältst. Nicht umsonst gibt es das Prinzip "Sex sells", das sicherlich auch in Spanien gilt.

Nein, das sehe ich nicht so. Sie fragten mich lediglich, ob ich ihnen exklusive Photos zur Verfügung stellen würden, die sie auch als Poster verwenden könnten. Daher fragte ich sie, was sie sich vorstellen würden und sie machten diesen Vorschlag. Da ich eine aufgeschlossene Person bin, habe ich nicht lange nachgedacht und mitgespielt.

Würdest Du Dich auch für ein Magazin wie den PLAYBOY komplett ausziehen?

Der holländische PLAYBOY hat mir schon ein Angebot gemacht, das ich allerdings ausgeschlagen habe. Ich würde solche Bilder nur für ein Musikmagazin machen.

Soviel zu dem Thema "Ich widerspreche mir ständig selbst". Auf jeden Fall ist es interessant, daß eine Frau, die so überdeutlich ihr Aussehen in der Vordergrund stellt und ihre sexuellen Reize nutzt, um Aufmerksamkeit zu gewinnen, dies auf der anderen Seite permanent abzustreiten versucht. Aber in einer Welt, in der alle Frauen mit künstlich verlängerten Löwenmähnen herumlaufen, ist das wohl so...

http://www.helena-michaelsen.com/

info@helena-michaelsen.com

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Stefan Glas

IMPERIA im Überblick:
IMPERIA – Flames Of Eternity (Rundling-Review von 2019)
IMPERIA – Tears Of Silence (Rundling-Review von 2015)
IMPERIA – ONLINE EMPIRE 22-Interview
IMPERIA – News vom 16.08.2003
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unter dem ehemaligen Bandnamen IMPERIUM (NL, Groningen):
IMPERIUM (NL, Groningen) – Imperium (Do It Yourself-Review von 2003)
andere Projekte des beteiligten Musikers Audun Gronnestad:
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SAHARA DUST – News vom 28.05.2002
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ANGEL (NL) – A Woman's Diary - Chapter 1 (Rundling-Review von 2005)
andere Projekte des beteiligten Musikers Gerry "Krenryg" Verstreken:
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siehe auch: Jan "Örkki" Yrlund als Coverkünstler für ONLINE EMPIRE 28
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