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BROCAS HELM-Bandphoto

Wie lange ist es her, daß BROCAS HELM einen Longplayer aus dem Käppi gezaubert haben? Ewigkeiten! Gut, es gab Demos und Singles, aber etwas wirklich Offizielles dürfte über eine Dekade zurückliegen. Nun ist es aber soweit: Das kauzige Trio um Kaiser-Wilhelm-Gedenkbart-Träger Jim Schumacher hat mit »Defender Of The Crown« eine neue Scheiblone am Start, die erstmalig beim diesjährigen "Headbangers Open Air"-Festival verkauft wurde. Während die Aufmachung eher spartanisch erscheint (Digipack ohne Booklet) und die quietschgrüne Farbgebung für Amusement sorgt, entschädigen die 15 Kracher für alle vermeintlichen Mankos. Gut, für den eingefleischten Freak gibt es mit ›Skullfucker‹ oder ›Ghost Story‹ bereits bekannte Nummern. Aber da einem Großteil der Menschheit diese Götterspeisen bislang verborgen geblieben waren, macht es absolut Sinn, diese hier nochmals zu präsentieren, da vor allem ›Skullfucker‹ eine absolute Monsternummer ist. Die jüngere Metalfraktion wird an allen Ecken die Vorbildfunktion zu den allmächtigen SLOUGH FEG heraushören können. BROCAS HELM sind die Urväter des Kauz-Metals! Grundsätzlich eher thrashig, faszinieren sie trotz Triobesetzung mit einer instrumentalen Tiefe, daß einem das Wasser im Popo kocht. Klar, Gitarrist und Sänger Bobbie Wright ist kein Sangeswunder, hat aber ein derart markantes Organ, daß man es unter Tausenden erkennt. Der Band werden ja gerne Parallelen zu MANILLA ROAD und CIRITH UNGOL angedichtet. Konnte ich noch nie so ganz nachvollziehen, da BROCAS HELM weder besonders episch klingen, noch mit einer Sirene am Mikro ausgestattet sind. Trotzdem umgibt alle drei Bands eine besondere Aura, die sie zu verbinden scheint. Bei den Helmen regieren vor allem extravagante Rhythmen, die bei mir ein sofortiges Zappeln auslösen; völlig faszinierend, was Jack Hays am Drumkit abläßt. Dazu gesellt sich das extraordinäre Baßspiel von Jim Schumacher, der quasi Lead-Bass spielt und so niemals irgendwelche Soundlöcher aufkommen läßt.

Es gelingt ihnen immer wieder fast schon Rock'n'Roll mit Thrash zu kombinieren und erzeugen dadurch einen völlig eigenständigen Sound, der sich in kein Korsett zwängen läßt. Testet nur ›Drink And Drive‹ an und ihr werdet mich verstehen. Ähnlich verhält es sich mit ›Never Kissed Goodbye‹: eine stampfende Bangernummer mit schaurig-schönem Chorus, die aber durch das typische Gitarrenspiel zum absoluten Kultstoff zu zählen ist.

Was soll ich lange labern: Mit »Defender Of The Crown« verteidigen BROCAS HELM die Krone als kauzigste Metal-Kapelle auf jeden Fall erfolgreich. Momentan rotiert kaum eine Scheibe so häufig, wie diese. Das Warten hat sich gelohnt!

BROCAS HELM
c/o Jim Schumacher
4340 San Pablo Ave, Rear
Emeryville, CA 94608
U.S.A.

http://www.brocashelm.com/

brocas@pacbell.net


Holger Andrae

BROCAS HELM im Überblick:
BROCAS HELM – Black Death (Re-Release-Review von 2000 aus Online Empire 2)
BROCAS HELM – Underground Empire 7-"Demoklassiker"-Artikel (aus dem Jahr 1994)
BROCAS HELM – Online Empire 16-"Living Underground"-Artikel (aus dem Jahr 2003)
BROCAS HELM – Online Empire 20-"Living Underground"-Artikel (aus dem Jahr 2004)
BROCAS HELM – Online Empire 21-"Known'n'new"-Artikel (aus dem Jahr 2004)
BROCAS HELM – News vom 28.10.1998
BROCAS HELM – News vom 07.06.2008
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