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"Headbangers Open Air" 2004

Brande-Hörnerkirchen

09.-10.07.2004

Am zweiten Juliwochenende zog es die wahren Metalfreaks wieder in den Norden Deutschlands, denn das siebte "Headbangers Open Air" stand an. Mit einem schlicht sensationellen Bandaufgebot hatten die Veranstalter es geschafft, das Billing vom letzten Jahr in den Schatten zu stellen. Kein Wunder also, daß man wenige Wochen zuvor schon bekanntgeben konnte, daß das Festival ausverkauft sei. Dadurch war das Gedränge im Garten von Thomas Tegelhütter, der bekanntlich identisch mit dem Veranstaltungsgelände ist, zwar ein wenig stärker, doch das tat der phänomenalen HOA-Stimmung keinen Abbruch. Auch der permanent wiederkehrende Regen brachte kaum jemand aus der Ruhe. Merke: Echte Metaller sind eben wetterfest!

SAVALLION DAWN-Liveshot

Mit einer knappen halben Stunde Verspätung wurde die 2004er Edition des "Headbangers Open Airs" eröffnet: Die Oldenburger SAVALLION DAWN konnten wie schon bei ihrer Show im letzten Jahr mit JAG PANZER spielend mit ihrem tighten Power Metal glänzen. Besonderes Augenmerk lag dabei auf Ernesto Monteiro, dem urguayanischen Sänger der Truppe, der sowohl stimmlich als auch showtechnisch deutliche Fortschritte gemacht hat.

CRYSTAL SHARK-Liveshot

Es folgte ein weiterer regionaler Act, CRYSTAL SHARK aus Hamburg, die es allerdings ein wenig riffiger und melodischer angehen ließen. Zum Auftakt ließ die Truppe einige Pyros krachen, um zu feiern, daß ihre zweite Platte nahezu fertiggestellt ist. Anschließend konnten die Haie mit einer Mischung aus alten und neuen Nummern das Publikum schnell auf seine Seite ziehen.

ROSAE CRUCIS-Liveshot

Dann war es Zeit, ein wenig südlicher zu tingeln: Die Italos ROSAE CRUCIS gaben sich die Ehre. Obgleich ihre letztjährige Scheibe »Worms Of The Earth« nur als okay einzustufen war, konnte die Band durch sehr tightes Auftreten überraschen. Besonders der sehr engagiert agierende und schwerst tätowierte Sänger Giuseppe Cialone diente als Blickfang, so daß man ihm auch verzeihen konnte, daß er teilweise gnadenlos neben dem Ton lag. Seine Mitmusiker waren indes ziemlich lahm was ihre Bühnenaktivität betraf. Doch das war gewiß nicht der Grund, daß nun zum ersten Mal der Regen einsetzte, der leider ein ständiger Begleiter an diesem Wochenende sein würde.

BATTLEROAR [GR]-Liveshot

Nachdem DARK AT DAWN wegen eines Unfalls bei der Anfahrt ausgefallen waren, ging es ohne Umwege ins Land des Überraschungsfußballeuropameisters: Die ersten metallischen Knappen von Rehakles beim HOA 2004 hießen BATTLEROAR. Doch bei den Jungs kam wieder das Problem zu tragen, das man bei den bisherigen Shows beobachten mußte: geile Mucke, aber lahmes Stageacting. Wenn die Jungs ihre musikalischen Möglichkeiten voll ausschöpfen wollen, müssen sie endlich an ihren Livequalitäten arbeiten!

TÝR-Liveshot

Die Exoten des Festivals waren ohne Zweifel die von den Färöer Inseln stammenden TÝR, obgleich sie mittlerweile nach Kopenhagen übergesiedelt sind. Die Truppe war nämlich nicht nur wegen ihrer Herkunft sondern auch wegen ihrer Musik extravagant: Jedoch ernteten TÝR mit ihrem bombastischen Epic Folk Metal super Resonanzen und wurden sogar zu einer Zugabe gebeten. Ein Puzzlesteinchen im rundum positiven Eindruck war zu einem, wie erstaunlich sauber man die teils dreistimmigen Chöre herüberbrachte, sowie die Tatsache, daß Sänger und Gitarrist Heri Joensen mit Kopfmikro auftrat, so daß seine Bewegungsfreiheit nicht allzu arg eingeschränkt war. Unpassend war hingegen das Outfit des zweiten Gitarristen Ottó P. Arnarson, der in einem normalen Shirt auftrat, während die anderen Musiker sich optisch dem Flair der TÝR-Mucke angepaßt hatten. Auf jeden Fall waren TÝR, obgleich der Hit ›Dreams‹ fehlte, das erste Highlight des Festivals!

RAM-Liveshot

RAM hatten schon bei der Warm-up-Show ordentlich eingeheizt, obgleich sie nach dem erstklassigen Gig von METAL INQUISITOR kein leichtes Spiel hatten, so daß sie die Position als Surprise-Band bei Festival voll verdient hatten. Es wäre wahrlich schade gewesen, wenn diese tierische Band dem Großteil der HOA-Besucher entgangen wäre: Mit kompromißlosem Metal in bester PRIEST-Tradition und energiegeladenem Stageacting konnten die fünf Schweden schnell die Banger auf ihre Seite ziehen. RAM haben also in allen Belangen bewiesen, daß sie eine zukunftsträchtige Kapelle sind!

INTRUDER-Liveshot

Obgleich seit Jahren aktiv und von vielen Metallern heißbegehrt, hatten es INTRUDER bis dato nicht geschafft, in Europa aufzulaufen. Nicht verzagen, HOA fragen, denn im Zuge des Re-Releases des Debutklassikers »Live To Die«, der die Riege der verschiedenen Version von und zu dieser Scheibe noch weiter vergrößert, war die Band nach Deutschland geschippert
Am Vorabend hatten die Amis schon drei Songs als Bonus zur Warm-up-Show geschmettert, doch nun gab es die volle Breitseite: INTRUDER legten nicht nur das professionellste Auftreten an den Tag, sondern waren darüberhinaus die tighteste und aggressivste Band mit einem fast hardcoremäßigem Stageacting. Resultat: ein komplett ausklinkendes Publikum und ein demoliertes Schlagzeug, das Drummer John Pieroni sauber in seine Einzelteile "zerspielte". Die entstehende Pause überbrückten INTRUDER mit einem Gitarrensolo, so daß sich ihre Spielzeit letztendlich zu fast 90 Minuten aufaddierte und der HOA-Zeitplan noch mehr ins Wanken geriet.

BROCAS HELM-Liveshot

Nach ihrem Auftritt beim ersten "Keep It True"-Festival im letzten Jahr, beehrten BROCAS HELM ein weiteres Mal deutsche Lande und hatten sensationellerweise sogar eine neue CD im Gepäck - unbedeutende 16 Jahre nach dem Release der letzten Scheibe »Black Death«. Leider tauchten jedoch die technischen Probleme, die bei INTRUDER begonnen hatten und sich auch am nächsten Tag fortsetzen sollten, wieder auf, waren im Falle BROCAS HELM allerdings ganz anderer Natur: Die Halterung von Jim Schumachers Baß verabschiedete sich, so daß er einen Song lang sein Instrument locker auf das angestellte Bein stützen mußte, bis die Sache notdürftig mit Gaffa-Tape geflickt werden konnte.
Obgleich BROCAS HELM erneut eine extrem coole Show spielten, war es deutlich ruhiger vor der Bühne als bei INTRUDER, was nicht nur von der andersgearteten Musik herrührte, sondern auch ein deutliches Indiz für die eintretende Ermattung der Fans war.

HANKER-Liveshot

Und mit dieser hatten HANKER ganz gehörig zu kämpfen. Wenn es nämlich eins gab, das man am HOA bemängeln mußte, dann die enormen Zeitverzögerungen: Eingerechnet der Tatsache, daß eine Band ausgefallen war, entstand am ersten Tag eine Zeitverzögerung von drei Stunden, was bedeutete, daß HANKER erst um 2:00 Uhr auf die Bühne gehen konnten und demzufolge nur noch ein kleines Häufchen völlig übermüdeter Nicht-Mehr-Headbanger gegenüberstanden. Sehr schade wenn man bedenkt, daß die Band vielleicht zum einzigen Mal (sieht man von dem Gig im "Headbanger's Ballroom" ab) in Europa zu sehen sein würde. Das waren nicht Perlen vor die Säue, sondern vielmehr Perlen ins Nichts.
Die Band versuchte jedoch, sich davon die Laune nicht vermiesen zu lassen. Sänger Pascal Cliche hatte sogar extra einige deutsch Sätze gelernt, um ein wenig mit dem Publikum zu plauschen. Doch selbst das gigantische ›Disturbing The Brain‹ konnte die eingedampfte Menge nicht mehr wachrütteln, so daß HANKER letztendlich die geplante Zugabe strichen.

METAL WITCH-Liveshot

Doch ganz gleich wie spät es am Vorabend geworden war - es waren erstaunlich viele Headbanger am Start, um METAL WITCH zu begrüßen. Die Hamburger Band, die den "Band Battle" im Headbangers Ballroom gewonnen hatte und somit den zweiten HOA-Tag eröffnen durfte, konnte mit gutem, riffigen Metal und einem sehr aktiven Sänger überzeugen, wofür sie vom Publikum mit gutem Feedback belohnt wurden.

ETERNAL REIGN-Liveshot

ETERNAL REIGN aus Bremen mußten sich mit weniger Feedback zufriedengeben (was vielleicht auch daran lag, daß man nicht auf den bandeigenen Fanclub bauen konnte), spielten unterm Strich dennoch eine gute Show. Denn: Obgleich Sänger Dirk stimmlich ein wenig mit auf Sparflamme kochen mußte, erledigte er seinen Job als Frontmann makellos und auch seine Mitmusiker traten stets mit dem Publikum in Kontakt. Es wird also Zeit für die neue Platte von ETERNAL REIGN, schließlich hat der Beitrag auf der aktuellen »Metal Crusade« Appetit auf mehr gemacht.

BLOODSTAINED [GR]-Liveshot

Die zweite Griechentruppe, BLOODSTAINED, machte ihren Landsleuten vor, wie man live in Richtung Europameistertitel vorprescht. Klasse Show, Jungs! Einziger Kritikpunkt: Die überflüssige Coverversion von GRAVE DIGGERs ›Rebellion‹; obgleich die Nummer gut ankam und sicherlich auch ihre Berechtigung hat, wenn BLOODSTAINED in heimatlichen Gefilden zocken, wäre es doch besser gewesen, wenn die Band stattdessen eine weitere neue Nummer gespielt hätte, denn die Neulinge, die man gespielt hatte, klangen äußerst gelungen. Doch wollen wir nicht überkritisch mit den Jungs ins Gericht gehen, die das HOA mit exzellentem Power Metal bereicherten.

FORSAKEN [M]-Liveshot

Nach THUNDERSTORM im letzten Jahr durften die Malteser FORSAKEN die Doomtradition beim HOA fortführen. Die Formation konnte ebenso mit ihrem mitreißenden Songmaterial wie auch der CANDLEMASS-Coverversion ›Dark Reflections‹ punkten, doch Dreh- und Angelpunkt war Sänger Leo Silvala: Er erwies sich als bester und sympathischster Frontmann des Festivals und verausgabte sich so sehr, daß er sich gegen Ende des Sets kurz auf den Drumriser setzen mußte, um nach Luft zu schnappen. Doch dann ging es mit unverminderter Intensität weiter und er beendete den Set mit einem Dive ins Publikum.

RITUAL STEEL-Liveshot

RITUAL STEEL kamen als letzte Band ins HOA-Bild: Als die Franzosen NIGHTMARE leider ihren Auftritt absagen mußte, sollten die Mannen um Sascha "Sir Lord Doom" Maurer zum Zuge kommen, um eine weitere Abschiedsshow zu spielen: Eigentlich hatte man bereits drei Monate zuvor bei der "Keep It True"-Warm-up-Show den offiziellen Rücktritt bekanntgegeben, doch hier legten RITUAL STEEL nochmal einen drauf. Und beim HOA war Sascha stimmlich gut aufgelegt, was er damals Ohrenzeugen zufolge nicht gewesen sein soll.
Darüber hinaus feierte Sascha beim HOA seinen 30. Geburtstag, so daß etliche Musiker auf die Bühne kamen, um Sascha zu gratulieren und ein "Happy Birthday to you"-Ständchen zu bringen. Außerdem leerte Veranstalter Thomas mit dem Kommentar "Wenn man hierzulande 30 wird, muß man die Rathaustreppe fegen. Deswegen muß Sascha jetzt die Bühne fegen!" einen Müllsack ausleerte und Sascha einen Besen in die Hand drückte.
Dann setzten RITUAL STEEL ihren Gig fort, den Sascha mit dem vielsagenden Worten "Wir kommen wieder!" beendete.

FIST-Liveshot

Die Superoldtimer des diesjährigen "Headbangers Open Air" waren FIST, die 1980 (»Turn The Hell On«) und 1982 (»Back With A Vengeance«) zwei Platten veröffentlichten, sich jedoch 1984 auflösten. Seit einiger Zeit sind die beiden Originalmitglieder Keith Satchfield (v, g) und Martin Metcalf (g) wieder aktiv, so daß sie beim HOA beweisen konnten, daß ihre Gelenke noch längst nicht eingerostet sind. Topfit sind auf jeden Fall die Gesichtsmuskeln von Keith, der ein unbeschreibliches Grimassieren an den Tag legte und es fast schien, als müsse er jeden einzelnen Ton mittels seiner Mimik aus den Saiten herausbefördern. Das i-Tüpfelchen auf seiner non-mainstreamigen Performance war seine superundeutliche Aussprache, die Linguisten in Verzückung und/oder Todesqualen versetzt hätte. Ebenso ungewöhnlich war die Reaktion der HOA-Frontrow: Obgleich bei FIST sehr boogielastiger Metal angesagt war, traf man hier einige äußerst engagierte Head- und FIST-Banger an.

DESASTER-Liveshot

Fliegende Birnen gab's auch im Anschluß zur Genüge, denn die Koblenzer DESASTER bliesen zur Attacke: Wie schon beim "Rock Hard Open Air" konnte sich die Truppe auch vom HOA-Publikum den Segen abholen. Extrarespekt verdiente sich dabei Basser Odin, der mit freiem Oberkörper einen echt coolen Gig absolvierte, da am zweiten HOA-Tag Regen und Wind deutlich stärker waren als am Vortag.

OVERDRIVE [S]-Liveshot

Nach diesem Death/Thrash-Angriff war es Zeit, ein paar wohlgeschmiedete schwedische »Swords & Axes« auszupacken: Nach der Reunionshow von 1997 beehrten OVERDRIVE nun das "Headbangers Open Air". Fast wäre sogar das Original-Line-up erschienen, jedoch hatte Sänger Pelle Thuresson vier Wochen zuvor das Handtuch geschmissen. Daher lernte man auf die Schnelle den jungen Per Karlsson von UNCHAINED an, der sehr gut mit der Band harmonierte und mit seinem agilen Auftreten der Show ordentlich Pep verlieh, so daß OVERDRIVE mit Nummern wie ›Burn In Hell‹, ›Black Revenge‹ oder ›Breakin' Out‹ voll überzeugten und zu den besten Bands des Festivals zählten.

ELIXIR-Liveshot

Von Schweden setzte das HOA nun zur Insel über: Die NWoBHM-Mannen von ELIXIR durften zum zweiten Mal innerhalb kürzester Zeit das deutsche Publikum von ihren Qualitäten überzeugen. War die Band nach dem Auftritt beim "Keep It True" stellenweise kontrovers diskutiert worden, so werden auch heuer einige Kritiken laut werden, denn das Stageacting war erneut relativ lahm ausgefallen, jedoch spielte die Truppe sehr tight und Paul konnte stimmlich erneut überzeugen. Ergo: Meiner Wenigkeit behagte sehr wohl, was die Briten im Angebot hatten. Und allein der Anblick von Norms' Gibson Flying V, für die man glatt einen Mord begehen könnte, entschädigte für eventuelle Unzulänglichkeiten bei der Performance.

ADRAMELCH-Liveshot

Keiner andere Band des diesjährigen HOA-Billings fieberte ein Teil des Publikums so sehr entgegen wie ADRAMELCH. Wer auch immer sich Progressive-Liebhaber nannte, kniete nachdem ELIXIR geendet hatten vor der Bühne nieder und begann zu zittern: Würden die wiedervereinten Italiener, die über die Jahre zur absoluten Kultband des Prog-Genres geworden sind, dem Erwartungsdruck standhalten oder würden sie ihr eigenes Denkmal schänden?
Doch zunächst mußten ganz schnöde weltliche Probleme gelöst werden: Der neue Drummer Sigfrido Percich bevorzugt ein minimalistisches Drumset, so daß die standardmäßige Heavy Metal-Schießbude erst einmal halbiert werden mußte, was natürlich einiges an Zeit verschlang. Währenddessen spielten sich die anderen Musiker (unter denen sich seit einigen Wochen nicht mehr Keyboarder Davide Doviti befindet, der der Band wieder den Rücken gekehrt hat) im Stile eines klassischen Orchester warm, so daß folglich eine hübsche Kakophonie erklang.
Doch dann stieg die Band endlich mit ›Adramelch‹ ein, dem ersten Song, den sie komponiert hatten, und ein weiterer Schleier wurde gelüftet: Zweifel an der Spielkultur von Gianluca Corona (g) und Franco Avalli (b) sowie Sessiongitarrist Andrea Volontà standen ohnehin zu keinem Zeitpunkt im Raum, doch nun belegte auch Sänger Vittorio Ballerio, daß seine Stimme noch dynamisch genug ist, um dem anspruchsvollen Songmaterial von ADRAMELCH Genüge zu tun. Auch die Bedenken, es könnten zu wenige alte Songs auf dem Programm stehen, wurden schnell weggewischt, denn mit besagtem ›Adramelch‹, ›Zephirus‹ und ›Fearful Visions‹ war etwa die Hälfte des Sets mit Klassikern angefüllt und die neuen Stücke hinterließen einen guten Eindruck - soweit man dies im Falle von solch' komplexem Material bei nur einmaligen Hören bei einem Livekonzert sagen kann. Folglich reagierte das Publikum euphorisch, forderte frenetisch eine Zugabe, so daß die Band ein weiteres Mal ›Adramelch‹ spielte, weil man noch keine weiteren Songs in der "keyboardfreien" Version einstudieren konnte.
ADRAMELCH hatten es geschafft, eine schier unmögliche Mission erfolgreich zu lösen, so daß der gesamten Prog-Gemeinde ein riesengroßer Stein vom Herzen gefallen war.

VORTEX-Liveshot

Nachdem HIGHWAY CHILE leider absagen mußten, waren VORTEX die einzigen Holländer beim HOA 2004. Doch die Truppe zog wie gewohnt ein echtes Spektakel ab, so daß sie ihre Heimat würdig und lautstark vertraten. Bis hin zur Schlußnummer, dem PRIEST-Cover ›The Hellion/Electric Eye‹ feuerten VORTEX in ihr bekanntes Outfit gehüllt Pyros ab, verteilten hypertrophierte Sprühkerzen ans Publikum, so daß die Bühne im Funkenregen zu ersticken drohte, und verkleideten Security-Mann Big Eddy als Ritter, der sich die Musiker ordentlich zur Brust nehmen durfte. Pures metallisches Entertainment - so muß es sein!

BREAKER-Liveshot

Knapp vier Jahre nach ihrem Wackentrip anno 2000 hatte es BREAKER endlich wieder nach Deutschland zurückverschlagen! Doch die Zwischenzeit war nicht ohne Veränderungen vonstatten gegangen, da Sänger Jim Hamar mittlerweile ausgestiegen ist. Doch in Greg Wagner, der übrigens zuvor bei ARCHETYPE war, hat man einen neuen Sänger gefunden, der gut in die Band paßt und für ordentlich Action on stage sorgte. Daher kann man ihm nachsehen, daß er noch einige Texte von Spickzetteln ablesen mußte.
BREAKER übertrafen sich in Brande-Hörnerkirchen selbst und spielten einen Gig, der eindeutig stärker war als der Auftritt in Wacken (nicht jedoch so gut wie die damalige unbeschreibliche Warm-up-Show in Bremen) und um dem ganzen die Krone aufzusetzen, beendete Greg den Gig mit einer Runde Crowdsurfing. Nein - die Krönung war natürlich die Zugabe ›10 Seconds In‹, bei der endgültig alles zu spät war! Wir hatten eine der Spitzen des Festivals erlebt - wenn nicht sogar den absoluten Gipfel.

HIRAX-Liveshot

Seit ihrem Auftritt beim "Bang Your Head" 2003 haben HIRAX einen ordentlichen Aufschwung genommen: Endlich steht eine neue Platte in den Läden und in diesem Sommer konnte man sogar beim "Sweden Rock Festival" gastieren. Während die Band bei den zuvor genannten Festivals eher ein "kleines Licht" war, fungierten sie beim "Headbangers Open Air" als Headliner, was man zum Anlaß nahm, um hier eine DVD mitzuschneiden. Die andere Seite der Medaille war jedoch, daß auch am zweiten HOA-Tag zwei Stunden Verspätung eingetreten waren, so daß HIRAX wie schon HANKER erst gegen 2:00 Uhr loslegen durften. Auch die Drumprobleme "hielten" bis zum HOA-Ende und im Falle HIRAX gab die Bassdrum den Geist auf.
Zwar ließ Strahlemann Katon sich dadurch nicht davon abhalten, alles zu geben und seine Zahnreihen durch die Nacht von Brande-Hörnerkirchen blitzen zu lassen, doch leider wurde das HOA 2004 mit etwa 50 unkaputtbaren Bangern vor der Bühne beendet und HIRAX hätten eigentlich einen würdigeren Rahmen für ihre energiegeladene Show verdient.

So bleibt also festzuhalten, daß das "Headbangers Open Air" erneut das metallische Paradies auf Erden war, für das nächste Jahr ist es jedoch dringend notwendig, daß die Bühnencrew verstärkt wird, so daß der Zeitplan zumindest halbwegs eingehalten werden kann.


Stefan Glas

Photos: Stefan Glas


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