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Ken Hensley

Heidelberg, Schwimmbad

13.06.2002

Rund ein Jahr nach seiner überaus erfolgreichen "Ich bin wieder da"-Tour zusammen mit Ex-URIAH HEEP-Shouter John Lawton kehrt Ken Hensley alleine und nur mit seiner Begleitband FREE SPIRIT nach Heidelberg zurück und hinterläßt statt restlos begeisterten Anhängern wie im letzten Jahr diesmal deutlich mehr verwunderte Gesichter.

Als wichtigste Änderung gegenüber dem letztjährigen Konzert stellt sich das Fehlen eines designierten Frontmans heraus - stattdessen versucht sich Ken Hensley in einer musikalischen Dreifaltigkeit - Ken "Gitarre" Hensley, Ken "Orgel" Hensley und Ken "Gesang" Hensley. Dies stellt auch gleich den größten Schwachpunkt des Abends dar - Ken Hensley ist nunmal ein begnadeter Keyboarder (und zumal auch der einzige auf der Bühne), so daß jedesmal, wenn er zur Gitarre greift, das Tasteninstrument gänzlich unbearbeitet bleibt. Schade eigentlich, denn für viele Anwesenden war wohl einer der Gründe, an diesem Abend in den "Schwimmbad"-Club zu pilgern, eben Ken Hensley an der Orgel zu sehen und nicht an der Gitarre.

Ken Hensley-Liveshot

Ein zweiter recht verwunderlicher Faktor waren die teilweise sehr gewagten Arrangements, die manchem Klassiker verpaßt wurden - vor allem der ›Lady in Black‹ stand das neue Outfit, das stellenweise an eine Mischung aus Metal und Reggae erinnerte, nicht so dolle. Aber auch an ›Free Me‹ wurde ordentlich herumgebastelt, während die aktuellen Songs meist der Studioversion recht ähnlich bleiben durften.

Auch die äußeren Begleitumstände waren nicht gerade glücklich - das Konzert startete aufgrund eines Staus (in dem die Band etwas Autobahn-Sightseeing betreiben durfte) rund eine Stunde später als geplant und der angeheuerte Einheizer mußte aufgrund der extrem kleinen Bühne leider auf die ihm zugedachte Rolle verzichten.

Stattdessen ging's erst um kurz nach 22 Uhr im leider nicht sehr gut gefüllten "Schwimmbad"-Club los - eine Tatsache, die auch Ken Hensley nicht unerwähnt ließ. Sein Kommentar "Pech für alle, die nicht hier sind. Sie verpassen eine geile Party!" war zwar von den Worten her nicht unbedingt allzu negativ, aber der verbitterte Ton, in dem er es sagte, ließ alles andere als auf eine "Scheiß' drauf"-Einstellung vermuten.

Wer jetzt den Eindruck hat, es wäre ein schlechtes Konzert gewesen - nein, war es nicht. Es war nur an vielen Stellen deutlich anders als erwartet und etwas seltsam - aber vielleicht genau das, was Ken Hensley gebraucht hat, um wieder aus der Versenkung aufzutauchen. Mit frischen Schwung sowohl an neues Material als auch an alte Klassiker heranzugehen und einfach das zu tun, was er am besten kann und was ihm wohl auch am meisten Spaß macht: Musik "aus dem Bauch heraus".


Andreas Thul

Photo: Andreas Thul

Ken Hensley im Überblick:
Ken Hensley – Lady In Black Remixes (Rundling-Review von 2004)
Ken Hensley – Running Blind (Rundling-Review von 2002)
Ken Hensley – The Wizard' Diary - Volume One (Rundling-Review von 2005)
Ken Hensley – ONLINE EMPIRE 12-"Living Underground"-Artikel
Ken Hensley – ONLINE EMPIRE 28-"Living Underground"-Artikel
andere Projekte des beteiligten Musikers Ken Hensley:
AYREON – The Human Equation (Rundling-Review von 2004)
Ken Hensley/John Wetton – ONLINE EMPIRE 14-"Eye 2 I"-Artikel: »More Than Conquerors«
KENS DOJO – News vom 25.06.2010
MOONSTONE PROJECT – News vom 21.02.2009
THE GODS (GB) – News vom 17.03.2007
THE GODS (GB) – News vom 17.03.2007
THE GODS (GB) – News vom 17.03.2007
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THE HENSLEY LAWTON BAND – The Return (Rundling-Review von 2002)
URIAH HEEP – 50 Years In Rock (Rundling-Review von 2020)
URIAH HEEP – Easy Livin' - The Singles A's & B's (Rundling-Review von 2007)
URIAH HEEP – ONLINE EMPIRE 23-"Eye 2 I"-Artikel: »Classic Live«
URIAH HEEP – ONLINE EMPIRE 24-"Eye 2 I"-Artikel: »The Ultimate Anthology«
siehe auch: Ken Hensley als Gast bei der "Magician's Birthday Party"
siehe auch: Ken Hensley verstirbt am 4. November 2020
andere Projekte des beteiligten Musikers Dave Kilminster:
Ken Hensley/John Wetton – ONLINE EMPIRE 14-"Eye 2 I"-Artikel: »More Than Conquerors«
QANGO – Live In The Hood (Rundling-Review von 2008)
Wetton · Downes – Icon 3 (Rundling-Review von 2009)
Wetton · Downes – Icon 3 (Rundling-Review von 2009)
John Wetton – Live In Tokyo 1997 (Rundling-Review von 2000)
John Wetton – Nomansland (Rundling-Review von 2000)
andere Projekte des beteiligten Musikers Pete Riley:
SEVEN7 – News vom 10.07.2011
Wetton · Downes – Icon 3 (Rundling-Review von 2009)
Wetton · Downes – Icon 3 (Rundling-Review von 2009)
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