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"Banging The X-Mas Tree 2"-Festival
mit

PSYCHOTRON (D)
FROM THY ASHES
NO SISSY STUFF

Schorndorf, Hammerschlag

22.12.2001

Unsere Kollegen vom Online-Magazine VAMPSTER hatten zusammen mit den Veranstaltern, der Band PSYCHOTRON, zum "Banging The X-Mas Tree Part 2" geladen. Um die entsprechende Atmosphäre zu schaffen hatte man alle nur erdenklichen Anstrengungen unternommen: Man hatte jede Menge Schneefall bestellt, so daß die Landschaft mit einer weißen Glasur überzogen war. Auf der Bühne hingegen hatte man einen Weihnachtsbaum auf dem Kopf stehend aufgeknüpft - wie das OZ schon vor vielen Jahren in einem ihrer Songs gefordert hatten: "Turn The Tannenbaum Upside Down"...

NO SISSY STUFF-Liveshot

Den festlichen Reigen eröffneten die Gästinnen NO SISSY STUFF, die es trotz des heftigen Schneefalls geschafft hatten, bis ins Schwabenländle vorzustoßen. Wer den Elementen trotzen kann, hat auch kein Problem, das Publikum mit kraftvollem Power Metal zu überzeugen, zumal die Ladies sich schön artig nach jedem Song mit einem Knicks beim Publikum bedankten. Doch damit nicht genug des gestenreichen Stageactings: bei ›Strange Machines‹ von THE GATHERING führten Katja und Daniela passend zum Sound einen Schlangentanz auf und anschließend spielten NO SISSY STUFF kurz ›One Of Us‹ von Joan Osbourne an, was die beiden zum Anlaß nahmen die Betschwestern zu markieren. Also ließ man hier keine Wünsche offen, schockierte jedoch in anderer Hinsicht. Obwohl Frauen normalerweise in Modefragen sehr stilsicher sind, scheint den SISSYs (beziehungsweise NO SISSYs - hat aber zum Glück garantiert nix mit NO ANGELS zu tun!) diese Fähigkeit abzugehen: Denn zum einen spielte Birgit eine giftgrüne Gitarre mit pinkfarbenen Pick-ups, die sich darüber hinaus nicht nur in musikalischer, sondern auch in optischer Hinsicht mit der schreiend blauen Klampfe von Daniela duellierte. Doch der dadurch verursachte Augen-Katarrh war gleich nicht mehr so schlimm, denn es war deutlich zu spüren, daß die Mädels einen riesigen Spaß dabei haben, live aufzutreten. Und nicht nur deswegen wirkten NO SISSY STUFF on stage deutlich besser als auf ihrer ersten CD »Last Poem«, zu der wir demnächst noch einige Worte mehr verlieren werden.

FROM THY ASHES-Liveshot

Nun folgte ein trauriger Anlaß, denn FROM THY ASHES spielten ihr letztes Konzert. Die Band hatte wenige Tage zuvor entschieden, sich aufzulösen, was unter anderem auch darin begründet lag, daß sich keine Firma gefunden hatte, die in Vorproduktion befindliche Debut-CD »Amberland« unter ihre Fittiche zu nehmen. Folglich sollten an diesem Abend zum letzten Mal Songs von dieser CD, die nun nie das Licht erblicken wird, als auch von ihren Vorgängern »Harbringer« und »One With The Waves« oder dem »Tralfamadore«-Demo live präsentiert werden. FROM THY ASHES feierten eine würdige Abschiedsparty und holten zu diesem Zweck noch mal zwei ihrer Ex-Mitglieder auf die Bühne: Gitarrist Boris Beier und Bassist Jan Rademaker, wobei Letztgenannter bei der SANCTUARY-Nummer ›Future Tense‹ in die Saiten greifen durfte. Während der Set allmählich auf Hochtouren kam, erschien der Nikolaus, der ganz im Zeichen des VAMPSTERs stand und einige Präsente verteilte - Weihnachtsverlosung der ganz anderen Art. Zwar lag während des gesamten Auftritts eine Menge Galgenhumor in der Luft, für den der arg verschnupfte Sänger Daniel Wamser zuständig war, doch als man dann dem unwiderruflichen Ende der Show zustrebte, war in einigen Musikeraugen die ein oder andere verstohlene Krokodilsträne zu entdecken bevor sich FROM THY ASHES in die Stille hinein verabschiedeten.

FROM THY ASHES-Liveshot

Um die Traurigkeit herunterzuspülen, packten PSYCHOTRON eine gepflegte Thrashung auf die Bretter. Für den auf PSYCHOTRON-Pfaden Ungeübten bietet Sänger Matze Morbitzer einen Anblick, den man erst verarbeiten muß: Er ist so unglaublich Metal, so daß sich jeder True-and-only-Achtziger-Metaller sofort vor ihm in den Dreck werfen müßte, um das Glitzern seines Nietenarmbandes anzubeten. Die Band, die sich kurz vor der Show mit einem zweiten Gitarristen verstärkt hatte, spielte Songs von ihrer ersten CD »Chaos Cosmic Time« als auch ganz neue Stücke, die man gerade im Studio für den nachfolgenden Silberling fertigpoliert. Im Verlauf der PSYCHOTRON-Show war jedoch deutlich zu spüren, daß das Publikum mehr und mehr müde wurde. Das bedeutete jedoch nicht, daß man unkreativ war, sondern man erfand ganz im Gegenteil eine absolute Neuheit, den Leiter-Dive: Beim Ausrichten der Lampen am Nachmittag hatte man eine Trittleiter stehen lassen, die nun einige verwendeten, um hinaufzusteigen und anschließend davon herunterzudiven. Außerdem wurde sie instrumentalisiert, um den immer noch kräftig mitbangenden Nikolaus die Möglichkeit zu geben, PSYCHOTRON aus erhöhter Position seine Aufwartung zu machen. Das nahm der mittlerweile oben ohne agierende Matze zum Anlaß, sich bei den letzten Nummern auf den Boden zu werfen und der Show einen sehr actionlastigen Ausklang zu geben.

PSYCHOTRON [D]-Liveshot

Leider waren nur 70 Metaller zum zweiten "Banging The X-Mas Tree" erschienen. Schade nicht nur unter dem Gesichtspunkt, daß der Erlös des Konzertes einem guten Zweck gestiftet wurde, sondern auch, weil wir im "Hammerschlag" ein durch und durch gelungenes Konzert erlebt hatten.


Stefan Glas

Photos: Stefan Glas


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