✗Da GHOST AVENUE, eine fünfköpfige Band aus Oslo, zwischen 2009 und 2020 eine EP und vier Alben aufgetischt haben, mußte man sich durchaus Sorgen machen um den Zustand der Formation. Doch quasi aus dem Nichts folgt nach sechsjähriger Veröffentlichungspause nun mit »Full Throttle« der fünfte Longplayer.
Untätig war die Band eigenen Angaben nach in dieser Phase jedoch nicht, sondern bemüht, sich auch als Liveband zu etablieren. Ob das gelingen konnte, weiß man zwar nicht, Tatsache ist jedoch, daß der aktuelle Dreher der Norweger von der in den letzten Jahren erlangten Erfahrung auf diversen Bühnen profitiert hat. Seit dem letzten Album »Even Angels Fall« mußte ein Posten an der Gitarre neu besetzt werden mußte, was offenbar kein Problem darstellte, schließlich konnte man den 2017 ausgestiegenen Oystein Wiik zur Rückkehr bewegen. Dennoch ist sich der Fünfer stilistisch treugeblieben, die immer noch irgendwo zwischen knackigem Hard Rock und melodischen Heavy Metal zu verortenden acht Tracks wirken nunmehr aber deutlich direkter.
Auch soundtechnisch scheint man darauf erpicht gewesen zu sein, so "live" wie nur irgendwie möglich zu klingen. Mit Erfolg, denn bereits der eröffnende ›Killer‹ läßt diesbezüglich kaum Wünsche übrig. Die Nummer geht gut ins Gehör und läßt sich von Anfang an mitsingen. Bridge und Refrain sind auch von ›Highwayman‹ und dem Titeltrack als gelungen zu bezeichnen, auch wenn die Band dafür mit sehr ähnlichen Songstrukturen gearbeitet hat. Das ist im Verlauf der Spielzeit noch öfter festzustellen, soll die gute Laune, die Tracks wie ›Freedom Fighter‹ oder ›Ride The Night‹ verbreiten, aber nicht trüben. Und für Abwechslung wird sehr wohl gesorgt, so kommt etwa ›Wild And Free‹ eher getragen und mit fettem Groove aus den Boxen, während ›Coast To Coast‹ und vor allem ›Seas Of Thunder‹ unter Beweis stellen, daß GHOST AVENUE durchaus auch epische Nummern zu komponieren verstehen.
Kurzum, ein überaus solides Album der Norweger, auf dem man zwar moderne Einsprengsel oder gar Innovationen vergeblich sucht, das definitiv aber Spaß bereitet und nach einer Live-Umsetzung geradezu schreit!
Photo: Ivica Mijatovic












