Der ursprünglich aus Osnabrück stammende Uwe Lulis hat sich schon zu Beginn seiner Karriere einen Namen machen können, war er doch zunächst als Gitarrist bei DIGGER, und danach bei GRAVE DIGGER aktiv, als diese deutsche Metal-Institution wieder dazu entschloß, dem Heavy Metal der kantigen Machart zu frönen. Noch bekannter wurde der mittlerweile in Frankfurt am Main ansässige und dort das "Black Solaris Studio" betreibende Musiker jedoch durch sein insgesamt zehn Jahre andauerndes Engagement bei ACCEPT, denen er sich nach einer, in etwa ebenso lange Tätigkeit bei REBELLION, 2015 angeschlossen hatte.
Seit seinem Ausstieg bei der legendären Formation im letzten Jahr hat er sich nun abermals seinem Soloprojekt gewidmet, das er ursprünglich während der Corona-Pandemie gestartet hatte. Die seinerzeit von außen aufoktroyierte Untätigkeit hatte ihn auf diese Idee gebracht, das im Anschluß daran jedoch wieder ständige Touren, ließ sie aber zu keinem Abschluß kommen. Als dann ausreichend Zeit gegeben war, kümmerte er sich um die Fortsetzung des nach ihm benannten Projekts, das er selbst jedoch als "Band" im eigentlichen Sinne betrachtet.
Mit »Analog« legt das von ihm angeführte, und durch Sänger Erdmann Görg, Bassist Cord Kunze und Schlagzeugerin/Keyboarderin Katharina Kunnert vervollständigte Quartett nun ein erstes Album vor. Insgesamt elf Songs hat man dafür eingespielt, wobei neben den Kompositionen logischerweise auch die Produktion auf die Kappe des Namensgebers ging. Das Ziel des Vierers ist klar erkennbar, es sollte ein Album werden, dessen Titel als Statement zu verstehen ist, denn die Aufnahmen erfolgten allesamt analog. Musikalisch ist die Basis in der Schnittmenge aus Heavy Rock und Heavy Metal zu verorten, wobei es sich Uwe jedoch nicht nehmen hat lassen, diverse Einleitungen und Zwischenspiele experimentell zu gestalten.
Auch was den Gesang betrifft, fällt auf, daß sich die Formation keineswegs davor gescheut hat, über den Tellerrand zu blicken. So gibt sich etwa ASP (ein langjähriger Freund des Initiators) in ›Faust (To Hell And Back)‹ die Ehre, und liefert sich als Mephistopheles ein gesangliches Duell mit Erdmann Görg in diesem Track, der auf Goethes "Faust" beruht. Definitiv eines der Highlights des Albums.
Etwas ungeschickt gewählt wurde hingegen der Opener ›You Don't Know My Name‹, schließlich läßt der kratzbürstige Gesang des Oberhaupts eher an deftigeres Material denken, was sich jedoch im Verlauf der Spielzeit als Trugschluß herausstellt. Ansonsten gibt es eigentlich nicht viel zu meckern, die Nummern kommen schlüssig und fokussiert aus den Boxen und haben - zumindest zu einem Teil - auch durchaus einprägsame Hooks, Melodien und Refrains zu bieten. Sicher kein Überflieger, zumindest aber ein Album, das Fans des sympathischen Haudegens nicht enttäuschen wird.
https://www.uwelulisproject.de/
Photo: Uwe Lulis
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