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  UE-Home → Online Empire 107 → Interview-Übersicht → VON GROOVE-Interview last update: 13.04.2026, 19:58:35  

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Den wahrscheinlich nur noch ganz wenigen Fans, die darauf zu wetten gewagt hätten, jemals wieder ein neues Album der kanadischen Melodie-Lieferanten VON GROOVE in Händen halten zu können, sei mitgeteilt, daß die Quoten momentan wieder verdammt übel aussehen. Das kann uns aber nur recht sein, denn die aus Toronto stammende Formation, die sich nach ihrem letzten Studiodreher »The Seventh Day« von 2001 mehr oder weniger sang- und klanglos aus der Szene verabschiedet hatte, meldet sich dieser Tage eindrucksvoll zurück. Zur Erinnerung sei gesagt, daß die Truppe auch auf besagter Scheibe einprägsame Melodien, verpackt in exquisite Rocksongs, präsentierte. Da seit der Veröffentlichung aber mittlerweile ganze 25 Jahre vergangen sind, dürften aber wahrscheinlich nicht mehr allzu viele Musikgourmets die Band aus dem Ahorn-Land auf dem Schirm gehabt haben. Sollten sie aber unbedingt, denn mit »Born To Rock« kredenzt die Formation einmal mehr feinstes Material, das zudem (und wie gehabt) von der markanten Stimme von Michael Shotton geprägt ist.
Der singende Schlagzeuger war es auch, der unsere Einladung für einen Zoom-Call dankenswerterweise annahm und uns Rede und Antwort stand.

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Euer Comebackalbum erscheint überraschend und ohne großartige Ankündigung. Das ist untypisch für Bands von Eurem Format. Wie kommt's?

Uns ist zwar bewußt, daß wir lange Jahre nichts veröffentlicht haben, für uns fühlt sich »Born To Rock« aber gar nicht mal wie ein Comeback an. Wir sind schließlich auch in all den Jahren in Kontakt gewesen. Was wir definitiv nicht gewesen sind, ist zerstritten. Und es mußte auch niemand tief in die Geldbörse greifen, um VON GROOVE wieder an den Start zu bringen. [lacht]

Das heißt, die Band lag auf Eis, und war niemals aufgelöst, oder?

Ja, so klingt es für mich zutreffender. Was Ihr in Europa aber womöglich überhaupt nicht mitbekommen habt, ist die Tatsache, daß wir allesamt in diverse andere Projekte involviert waren. Von daher hätten wir wohl auch nicht ausreichend Zeit in die Band investieren können. Von Aufhören war bei uns aber tatsächlich nie die Rede! Dazu genießen wir es einfach viel zu sehr, miteinander loszulegen und den Fans unsere Songs um die Lauscher zu knallen.

Das aktuelle Line-up besteht also wie gehabt aus Dir an Gesang und Schlagzeug, Matthew Gerrard am Baß und Mladen Borosak an der Gitarre. Korrekt?

Exakt! Und es ist immer noch diese Besetzung, die für die spezielle Magie bei VON GROOVE zuständig ist. Genau genommen ist es auch die einzige, mit der diese entstehen kann. Deshalb war uns auch von Anfang an klar, daß es nur in dieser Besetzung Sinn macht, ein weiteres Album in Angriff zu nehmen.

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Wie lange hat es denn gedauert, ehe die Nummern fertig gewesen sind?

Es muß so gegen Oktober 2024 gewesen sein, als wir beschlossen hatten, uns an die Arbeit zu machen. Zwar sollte es fast ein Jahr dauern, ehe wir alles erledigt hatten, doch das angesprochene Feeling, das nur entsteht, wenn wir drei zusammen loslegen, hatte sich verdammt schnell eingestellt.

Gab es denn eine interne Vereinbarung, in welche Richtung es gehen sollte?

Auf jeden Fall! Uns war wichtig, ausnahmslos Songs aufzunehmen, die uns nicht auf einem Substandard-Niveau zeigen. Damit will ich sagen, daß wir selbst unsere härtesten Kritiker sind. Wenn es nicht so gelaufen wäre, hätten wir das Album zwar schon früher auf den Markt bringen können, uns war es aber viel wichtiger, den Fans Songs zu präsentieren, mit denen wir uns vollumfänglich identifizieren können.

In Europa seid Ihr selbst in Eurer erfolgreichsten Phase eine vergleichsweise kleine Nummer geblieben. Hast Du eine Idee warum?

Ja, leider. Das klingt wahrscheinlich nach später Einsicht, ich bin aber sicher, daß wir deutlich bekannter hätten werden können, wenn wir uns öfter bei Euch auf Bühnen gezeigt hätten. Daran sollte sich nun endlich etwas ändern, versprechen kann ich aber auch nichts.

Im Vergleich zu anderen Bands, die ebenso auf dem amerikanischen Kontinent deutlich bekannter waren als hierzulande, hätten bei Euch die Rahmenbedingungen - sprich die Kooperationspartner und deren Unterstützung - jedoch gepaßt.

Auch da muß ich Dir beipflichten. Wir hatten für unsere Alben bislang ausnahmslos kompetente Partner. Auch was den Vertrieb der Scheiben betroffen hat, bestand kein Grund zur Klage. Es lag in erster Linie tatsächlich am Umstand, daß wir uns nicht oft genug bei Euch blicken haben lassen. Ihr könnt' also sicher sein, daß wir uns eine solche Gelegenheit nicht noch einmal entgehen lassen würden. Eine flächendeckende Tournee bei Euch ist zwar nicht einfach zu organisieren, und vor allem nicht zu finanzieren, sollte sich jedoch der eine oder andere Festivalorganisator bei uns melden, würden wir zuschlagen.

http://www.facebook.com/vongrooveband

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Walter Scheurer

Photo: Darko

VON GROOVE im Überblick:
VON GROOVE – Von Groove (Rundling-Review von 1994 aus Metal Hammer 06/94)
VON GROOVE – Von Groove (Rundling-Review von 1994 aus Underground Empire 7)
VON GROOVE – Rock Station 8-"Living Underground"-Artikel (aus dem Jahr 2002)
VON GROOVE – Online Empire 9-"Living Underground"-Artikel (aus dem Jahr 2001)
VON GROOVE – Online Empire 107-Interview (aus dem Jahr 2026)
Link zur Übersichtsbox für den beteiligten Musiker:
Mladen Alexander
Link zur Übersichtsbox für den beteiligten Musiker:
Matthew Gerrard
Link zur Übersichtsbox für den beteiligten Musiker:
Michael Shotton
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