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  UE-Home → History → Online Empire 5 → Rubriken-Übersicht → Online Empire 5-''Shirt Story''-Artikel last update: 30.08.2018, 23:11:00  

Titel: Shirt Story
Dekolinie

Hier ist sie wieder: Die kurze Geschichte über die Hemden mit den kurzen Ärmeln. Heuer äußerst apart präsentiert von der ehemaligen ROCK HARD-Freelancerin Francoise Berger.

Shirt Story IV/2000: Frontseite

Onkel Udo kam uns gerade recht, um die heutige Rubrik zu eröffnen. 1987, als dieses Shirt aktuell war, hatte sich gerade der erste große Spilt zwischen Meister Dirkschneider und ACCEPT ereignet. Dabei ging die Planung der anschließenden Tour anscheinend so hoppla-di-hopp vonstatten, daß man kein Merchandise anbieten konnte. Oder konnte das offizielle Merchandise nicht das Wohlwollen des Schreiberlings ernten... Hmm, lang, lang ist's her, und das Gehirn ist löchrig... Auf jeden Fall tauchte vor dem Venue eine zwielichtige Gestalt auf, die ausnahmsweise mal nicht "fünf Mack fürn Bus" wollte, sondern für ein paar Mack mehr U.D.O. in Stofform anbot. Und so wechselte obiges Beweisstück den Besitzer.

Demütig sinkt Francoise zu Boden, was das nächste Shirt wahrhaftig verdient hat, denn DYOXEN waren eine sträflich unterbewertete Band. Die Kanadier hatten ein Problem: Ihr Debut »First Among Equals« klang zu offensichtlich nach MEGADETH, und das sollte ihnen zum Verhängnis werden, denn die Platte wurde nicht die Erste unter Gleichen, sondern die Einzige überhaupt. Nichtsdestotrotz führte ich damals für den METAL HAMMER ein Interview mit DYOXEN, die mir zum Dank dieses Shirt schickten, das vermutlich eines der wenigen textilen DYOXEN-Zeitzeugen auf dieser Seite des Ozeans sein dürfte.

Das DEATHROW-Shirt kam im Zuge der großen DEATHROW-Fanclub-Fundus-Räumung zu mir: Holger Schroth, der in Anfangstagen auch fürs UNDERGROUND EMPIRE den Stift schwang, leitete damals den Fanclub der Düsseldorfer. DEATHROW lösten sich nach ihrer brillanten dritten »Deception Ignored«-Platte leider auf, so daß Holger bemüht war, das gesamte Fanmaterial noch möglichst gewinnbringend an den Mann zu bringen. Bei einem Besuch bei ihm passierte es dann: "Hast Du nicht vielleicht noch Verwendung für..."

Oliver Jung leitete Ende der Achtziger und Anfang der Neunziger den wichtigsten deutschen Demovertrieb DEMOLITION, bis er mit Beginn seines Studiums von einem Tag auf den anderen von der Bildfläche verschwand. Neben dem Vertrieb von Demos hatte er später auch begonnen, Shirts zu basteln: WEIRD ARTS nannte er seine T-Fabrik, der auch dieses Stück TRIBE AFTER TRIBE-Oberbekleidung entstammt. TRIBE AFTER TRIBE waren damals gerade mit ihrer gleichnamigen Platte in der internationalen Szene aufgetaucht (während ihre ersten beiden CDs nur in ihrer Heimat Südafrika erschienen waren) und hatten aus dem Stand Kultstatus erlangt. Da Robbie Robb & Co. erst Jahre später hierzulande auf Tour kamen, war dieses grellgelbe Shirt lange Zeit das einzige, das unter der Flagge "T after T" segelte.

SUPERIOR sind heute keine Unbekannten, doch ihre komplette Vergangenheit kennt kaum jemand. Die Kaiserslauterer stehen durch ihre bisherigen Platten eher für progressive Klänge, doch Ende der Achtziger spielten SUPERIOR reinrassigen Power Metal. Wie wir schon in unserer ersten Ausgabe mittels eines Interviews untermauerten ist das '88er SUPERIOR-Demo »Moral Alliance« eines der besten Werke, das je aus Power und Melodie geschmiedet wurde - damals hatte die Band eine große Anhängerschaft, und nach der gigantischen Mucke würde sich auch heute noch jeder True Metaller alle Finger lecken! Doch mit einem Deal wollte es nicht klappen, obwohl die Band ein perfektes Demo hatte und sich den Arsch abspielte. Bei diesen Shows konnte man jenes Shirt erwerben, das Francoise zur Schau trägt - allerdings in leicht veränderter Form: Die Shirts für die Fans waren schwarz, während die rote Farbe der Roadcrew vorbehalten blieb. Und ich kann nicht wenig stolz von mir behaupten, daß ich etliche Jahre lang zu jenem auserlesenen Kreis zählte.

Shirt Story IV/2000: Rückseite

Es war ein Tourshirt wie man es landläufig gewohnt war: Logo, Cover, Tourtitel vorne und das gleiche nochmal hinten, außer daß das Cover nun den Tourdaten weichen mußte. Für Abwechslung sorgte lediglich die Farbe: Weiß und gelb hier, spartanisches blau dort. Vierfarbdruck hätte die Gewinnspanne unnötig minimiert, und dann hätte der nette Mann im Halbdunkel doch noch um "fünf Mack fürn Bus" betteln müssen.
Passend zu Udos Tarnanzug trägt Francoise eine tätowierte Blue Jeans und Plateauschuhe, die dem besten metallischen Schreihals aller Zeiten sicherlich auch nicht geschadet hätten. Aber lassen wir das... ;-)

Eigentlich war das Shirt schon out als es bei mir eintrudelte, denn DYOXEN hatten es paralell zu ihrem Demo anfertigen lassen. Als arme Demoformation mußte man sich mit einem einseitig weiß bedruckten Leibchen zufriedengeben, das den damaligen Entwurf des Bandlogos zeigt, das jedoch für »First Among Equals« ein wenig fetter gestaltet wurde.
Um die Szene etwas aufzupeppen, entlockte Francoise eine rote Hose voller Saft und Kraft ihrem Kleiderschrank.

Es war nicht das topaktuelle Shirt, auf das meine Wahl fiel. Das "Scattered By The Wind"-Design hatte damals bereits einige Tage auf dem Buckel, da es zu dem gleichnamigen Song der zweiten DEATHROW-Platte »Raging Steel« entworfen wurde. Doch gleich ob Buckel oder Brust: Die Düsselthrasher bekannten sich damals zu allen Klischees und ließen die Totenschädel in alle Richtungen sprießen.
Versteht sich, daß Francoise zu solch' einem toughen Szenario eine Lackhose in knallrot gewählt hat.

Da das TRIBE AFTER TRIBE-Shirt nicht zu einer bestimmten Gelegenheit wie einem Albumrelease oder einer Tour angefertigt wurde, hat es ein völlig eigenständiges Motiv: Nach vorn sticht ein Logoentwurf in lila ins Auge, während der Rücken von knusprigem Rotschimmel bedeckt wird.
Braun als Grundierung zu gelb - "Perfekt," dachte Francoise.

Die Fanshirts und die Crewshirts unterschieden sich lediglich in zwei Dingen: der Farbe und dem "Roadcrew"-Aufdruck auf dem Rücken. Ansonsten boten sie allesamt das gleiche bezaubernde Bild: Das Bandlogo aus jenen Tagen vor einem Sternenhimmel sowie das Motto "Against The Grain". Hierbei handelte es sich um eines der beliebtesten Stücke von SUPERIOR, das damals die Menge immer zum Kochen brachte, obwohl es nicht auf besagtem Demoklassiker »Moral Alliance« zu finden ist. Ganz gewitzt war die Rückseite: Das Logo wurde flott gespiegelt, die Inhaltsangabe "Heavy Metal" dazugepackt und schließlich das Ganze als Teil der "Against The Grain"-Tour '88 deklariert.
Ehrensache, daß Francoise zu diesem Event einen galanten schwarzen Rock sowie die passenden Netzstrümpfe bemüht hat.

Winkewinke!

Ihr Modezar und Starphotograph Don Diego Glaso


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