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  UE-Home → History → Online Empire 1 → Rubriken-Ãœbersicht → Online Empire 1-''Shirt Story''-Artikel last update: 30.08.2018, 23:11:00  

Titel: Shirt Story
Dekolinie

Erschreckend positiv wurde unsere Idee der "Shirt Story" von Euch aufgenommen, die in UNDERGROUND EMPIRE 7 entjungfert wurde. Grund genug, sie weiterzustricken, aber etwas deliziöser zu verpacken.

Nebenbei - wer im heimischen Kleiderschrank potentielle Beiträge für diese Seite hat und sie uns leihweise zur Verfügung stellen würde, mag bitte eine kurze Nachricht schicken!

Die Stifter der aktuellen Ausgabe sind Markus Föckler, Sänger von SYSTEM\\EYES (er steuerte die Shirts von SACRED REICH & ARMORED SAINT bei) und Holger Schroth, Gitarrist von CENTARON (dem wir die Shirts von US-Speed-Metal Attack, HALLOWS EVE, PARADOX, KREATOR/VOIVOD verdanken). Unser Dank mag ihnen zugleich als Leihgebühr dienen.

Shirt Story IV/1998: Frontseite

Die Agonie. Die Agonie - sie sitzt tief; Die Agonie, die mich beim Anblick des ersten Shirts packt und durchschüttelt: Die "US-Speed-Metal Attack"-Tour spielte Deutschland im Mai 1986 in Grund und Boden und meine Wenigkeit war ein armes Schwein, denn ich hatte keinen Führerschein und folglich keine Lizenz zum abendfüllenden Dauerbangen. Als erste "METAL HAMMER-Roadshow" in die Gänge gebracht, konnte man die mit Sicherheit besten ANTHRAX und die vielleicht besten OVERKILL aller Zeiten erleben und bekam die erste Möglichkeit geboten, AGENT STEEL live zu erleben.
Unser Modell trägt dazu einen breiten Gürtel aus echtem Krokodillederimitat, kurze Shorts geklaut bei Giorgio Armani und Stiefel der Marke "Kick it, bastard!!!".

Diese Erfahrung wirft uns zu Boden und dort müssen wir ACCEPTieren, daß wir die Hoden an der Wand haben. Witzigerweise wurde dieses Shirt keineswegs auf der "Balls To The Wall"-Tour erstanden, die bekanntlich Deutschland kaum streifte, sondern auf der "Wargames"-Tour, die nach dem Release von "Russian Roulette" auf die Straße geschickt wurde. Da die zugehörigen Shirts - mit Verlaub - sehr seltsam ausgefallen waren, war es eine clevere Idee, alte Shirt zu "re-releasen" (Der Trendsetter für die heutigen CD-Wiederveröffentlichungen..?)
Unsere Beauty umrahmt dies mit einem flauschigen Minirock aus der Kollektion Lagerfeld und galanten "No Hole"-Nylons.

Wieder in der Vertikalen ereilt uns eine tiefgreifende Depression: Der Embryo fädelte sich seinerzeit eine 45er ein, um den Bandnamen der Berliner Formation DEPRESSIVE AGE besonders plastisch darzustellen. Nach zwei Demos hatte man einen Deal an Land gezogen und aus Promogründen vor Release des ersten Rundlings nochmals einige Songs in Kassettenform publiziert, die im Bündel mit einem Leibchen veräußert wurden. Gottlob war die Qualität der Musik um Längen besser als die des Shirts...
Unser Mädel der Mode trägt dazu das Käppie "MINDFUCK" und eine moonwashed Almost-White Jeans aus dem Hause Versace. Und man beachte den wohlgeformten Nabel, bei dessen Anblick sogar Madonna grün vor Neid würde...

Die perfekte Haute Couture für das Fest der tieffliegenden Kürbisse stellt der freundliche Hühnerschlächter aus Amiland dar. Zur Feier des ersten Albums von HALLOWS EVE lud man zu einer Party ein, bei der gemeinsam mit den ›Metal Merchants‹ im ›Valley Of The Dolls‹ eine Runde ›Plunging To Megadeath‹ angesagt war.
Unsere Lady erschien seinerzeit zu den Festivitäten mit einem kernigen Rock von Otto sowie einer mittels Haargummi brav-gebändigten Löwenmähne.

Demütig auf die Knie gesunken erhascht unser Blick ein schlichtes, aber edles TYNATOR-Shirt. Die Jungs aus Phoenix boten damals parallel zu ihrem Killerdemo »Torture By Sound« ein Bekleidungsstück feil. Daß die Wüstenmucker im weiteren Verlauf ihrer Karriere auf kein grünes Sandkorn kamen, lag gewiß nicht an mangelnden musikalischen Qualitäten, sondern bringt eher den Begriff "verheizen" ins Spiel.
Unsere Hübsche hat sich daher für eine Boss-Jeans mit dem Prädikat "Knieventilation perfekt!" entschieden, um nicht ins Schwitzen zu geraten.

Wir richten unseren Blick gen Himmel wo sich flimmernd das Konterfei des KREATOR-Maskottchens aus »Terrible Certainty«-Zeiten abzeichnet. 1987 waren Mille & Co. gemeinsam mit der kanadischen Snake-Armada VOIVOD voller Blindem Vertrauen durch die Lande gezogen. Sie konnten nicht ahnen, daß ex-UE-ler Holger Schroth das Shirt fleißig mit der Schere bearbeiten würde, um für solch' luftige Höhen gewappnet zu sein.
Unsere Schönheit beantwortet dies mit einer Jeans voller nobler Blässe, die mittels Diesel auf den exakt richtigen Farbton gebleicht wurde.

"Draining You Of Life" - so lautete das Motto von SACRED REICH während ihrer kurzen, aber durchschlagenden Demoära. Kein Wunder also, daß der junge Mann mit Militaryhelm so aussieht, als sei jegliche Lebensenergie aus ihm rausgelutscht worden. Nichtsdestotrotz präsentierten SACRED REICH ihre Textilie seinerzeit so geschmackvoll, daß man sich geradezu zu einer Bestellung genötigt fühlte.
Unsere Dame kontert die steigenden Temperaturen identisch zur damaligen SACRED REICH-Strategie mit einem niedlichen Bikini, der von Calvin persönlich kleingeschneidert wurde und trägt dazu Gamaschen aus "Pure Skin".

Erneut durch die H. Schroth-Schere dezimiert präsentiert sich das »Product Of Imagination«-Shirt der Würzburger Formation PARADOX. Geprintet wurde das Shirt allerdings erst nach Veröffentlichung der gleichnamigen Debutscheibe der damaligen deutschen Speed-Hoffnung Nummer Eins.
Unsere Madame gleicht den Stoffmangel durch einen rasanten Benetton-Body aus und setzt mit einer schneeweißen Hose von Christian Dior den Kontrapunkt dazu.

Ein letztesmal werden wir zu Boden geplättet - zurecht, denn im typischen Ami-Design präsentiert sich ein US-Direktimport, der uns erneut von Markus Föckler zur Verfügung gestellt wurde. Uns armen Europäern treibt das ARMORED SAINT-Shirt mit Dreiviertelarm die Tränen in die Augen, denn es stammt von der "March Of The Saint"-Tour, die die Gepanzerten Heiligen in den Jahren 1984 und '85 quer durch die US of A führte, Europa jedoch unberührt ließ.
Unsere Hübsche trauert gewagt in Yves Saint Laurent'sche Mini-Leggings "Perfekt Pink Pants" gehüllt.

Dem dominanten Schwarz, das die Gilde der Metalshirts regiert, zum Trotz wurde für eines der begehrtesten Kurzarmhemden eine weiße Unterlage verwendet: Das PSYCHOTIC WALTZ-Shirt fand ebenso wie das parallel veröffentlichte legendäre Demo der Kalifornier solch' reißenden Absatz, daß später quasi eine Zweitauflage vom hiesigen PSYCHOTIC-Demovertrieb DEMOLITION auf den Markt geworfen wurde. Vorwürfe, dieser Vorgang sei nicht hundertprozentig hasenrein gewesen, konnten nie endgültig geklärt werden.
Unser Modell harmoniert mit dem Lila des Logo mittels verführerischen Beinkleidern von Coco Chanel.

Shirt Story IV/1998: Rückseite

Im Rückwärtsgang widmen wir uns nun den Rückseiten der Shirts und huldigen der Erkenntnis "Ein hübscher Rücken kann auch entzücken!" Im Falle PSYCHOTIC WALTZ können wir dabei das Areal ausmachen, welches das Original gegenüber dem Nachdruck abgrenzt: Mal abgesehen davon, daß die beiden Motive (Das bestechend designte Logo vorn, sowie die Versammlung der netten spitzgehörnten Freaks hinten) kleiner abgebildet waren, ist der Farbton der Frontseite etwas verändert ausgefallen; Hauptunterschied stellt jedoch die Tatsache dar, daß unter besagter Dämonentagung bei der Neubearbeitung der DEMOLITION-Schriftzug klebte.

Das Design des ARMORED SAINT-Shirt war keineswegs revolutionär: Die Vorder- und Rückseite des ersten SAINT-Vinyls »March Of The Saint« wurden ausgebreitet. Dies war jedoch sehr naheliegend, weil die Heiligen seinerzeit passend zum Bandnamen in Rüstungen gehüllt über die Bühne schritten.

Zwar war das Cover der zugehörigen PARADOX-Scheibe nicht der absolute Überflieger, doch das Design des Hemdes ist trotz des abgebildeten Blechvogels ein echter Absturz. Jedoch ist dies der einzige Platz, an dem das damalige PARADOX'sche Interimslogo zur Ausstellung kam. Trotzdem schämte sich die Rückfront so sehr, daß sie unbedruckt bleiben wollte.

Es war eine machtvoll geschminkte Schwarzhaarige, die SACRED REICH seinerzeit in ihr Shirt gepackt, gleichfalls mit einer Bikinihose versehen und schließlich auf der Merchandiseliste abgebildet hatten. Der langhaarige Gruftie brustwärts war SACRED REICHs Erkennungsmerkmal im Demostadium und wurde ebenso auf der ersten Platte eingeführt. Dort tauchte dann auch erstmals der Song ›Violent Solutions‹ auf, dessen Titel hier per Shirt als Schlachtruf zu Felde geführt wurde.

Der Kopf mit Durchblicker-Defiziten, der die A-Seite des KREATOR/VOIVOD-Shirts ziert, erhielt seinerzeit noch größere Popularität, denn KREATORs Plattenfirma NOISE veröffentlichte eine limitierte Picture Disc mit diesem Motiv, die heute eine gesuchte Rarität ist. Die Rückseite entsprach dem ewigen Tourshirt-Standard: Logo(s), Tourmotto und Dates. Reicht ja auch.

Während heute Shirts mit dezentem Pocketprint durchaus etabliert sind, waren in den Achtzigern bodyfüllende Designs angesagt. Daher war der farbensparende Druck von TYNATOR eher ungewöhnlich. Lediglich ihr clever gestaltetes Logo sowie der im gleichen Stil designte Titel des '87er Demos hatte die Combo auf schwarzem Hintergrund verewigt.

Wie bei vielen Promoshirts anzutreffen enthält auch das HALLOWS EVE-Teil nur einen Aufdruck auf der Vorderseite. Und der entstammte folgerichtig dem zugehörigen »Tales Of Terror«-Cover und hat auch nach über zehn Jahren nichts von seinem grinsigen Kultpotential verloren.

Das Phänomen des blanken Rückens finden wir auch bei den früheren BLACKOUT und heutigen D-AGE. Da das Shirt, wie erwähnt, einer flinken Promoaktion entsprang, litt die Qualität deutlich: Der Stoff wurde schneller grau als eine Katze bei Nacht und das Verhältnis von Länge zu Breite verschob sich sehr schnell zugunsten letzterer Dimension. Das nabelfreie Oberbekleidungsstück war geboren.

Vorn wurde der Titel des fünften ACCEPT-Album sehr plakativ umgesetzt: Die vom Albumcover bekannte "balls"-gefüllte Faust wurde gen eine ziegelrote Mauer gereckt. Die Rückseite hingegen zeigte eine Verschmelzung zweier Elemente der Bandhistorie: Das für »Balls To The Wall« überarbeitete Logo, das mit dem Löwenkopf kombiniert wurde, der die Solinger seit »I'm A Rebel« verfolgte. Inwiefern es sich bei dieser Vergangenheitsbewältigung der anderen Art, die den Weg zum Merchandiestand der '87er Tour gefunden hatte, um ausgebuddelte Restexemplare handelte oder ob die alten Druckvorlagen nochmal zu neuen Ehren kamen, entzieht sich unserer Kenntnis.

Daß nicht nur die jeweiligen Billings der "METAL HAMMER-Roadshows" amtlich waren, sondern auch dem Drumherum Beachtung geschenkt wurde, verdeutlicht das extra für diesen Anlaß entwickelte Logo, das sich auf der Frontseite breitmacht. Die Rückseite wird zwangsläufig von den Logos der drei Bands sowie den Orten der historischen Happenings besetzt. Was jedoch bleibt, ist die Agonie!

Unser Modell ist nebenbei die entzückende Frau Kollega Petra Rottmann, ihres Zeichen ungekrönte Prinzessin des Federhalters, den sie Monat für Monat fürs BREAK OUT schwingt.

Mit freundlichen Grüßen!

Ihr Modezar und Starphotograph Don Diego Glaso


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