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”Y-Files”-Datasheet

Contents:  HEAVY, ODER WAS!?-"Metal Mayhem"-Tour-''Living Underground''-Artikel

Date:  04.05.2003 (created), 01.01.2023 (revisited), 01.01.2023 (updated)

Origin:  HEAVY, ODER WAS!?

Status:  published

Task:  from paper to screen

Comment:

Wenn ich mich recht entsinne, kam die Idee zu dieser Live-Tour de Force-Berichterstattung relativ spontan, als wir erkannten, daß die Shows innerhalb eines kurzen Zeitraums stattfanden. Da DEATH ANGEL bei ihrem "Dynamo"-Festival die gesamte HOW-Schreiberschaft in Hysterie versetzt hatte, war der Besuch der anschließenden Tour eine Pflicht.

Na ja, und so wurde dann aus den regulären Liveberichten ein anderthalbseitiges Quasi-Tourtagebuch.

Supervisor:  Stefan Glas

 
 

HEAVY, ODER WAS!?-"Metal Mayhem"-Tour

13.04.-21.04.2003

Zehn Tage - neun Konzerte. Zwanzig Bands - sechs Schreiberlinge. Einen Tag nach dem "Bang Your Head!!!-Revisited" brach bei der HOW-Crew der kollektive Konzertwahn aus: Wo auch immer in den Tagen rund um Ostern Langhaarige auf einer Bühne zu erspähen waren, da waren wir nicht weit, um Euch einen möglichst präzisen Lagebericht geben zu können.
Das Hauptziel waren die "No Mercy"-Festivals, die gleich an drei Orten begutachtet wurden, aber auch die "Wacken-Roadshow" stand zweimal auf dem Plan und abgerundet wurde das Programm durch die Headliner-Touren von THE HAUNTED und STRATOVARIUS. Doch zunächst machte sich ein Teil des Trosses auf den Weg in Richtung Schweiz, um dort CANDLEMASS ein weiteres Mal anzubeten. (SG)
(...)

NUCLEAR ASSAULT-Liveshot

Gleichzeitig fand in der "Rockfabrik" Ludwigsburg bei den "No Mercy"-Festivals ein weiteres Gipfeltreffen statt, dessen Teilnehmer beobachten konnten, wie NUCLEAR ASSAULT - mit einem neuen Gitarristen bestückt - einen soliden Auftritt absolvierten, der nach dem lauen Reunion-Aufguß in Wacken deutlich besser ins Gedärm fuhr.
Die APOKALYPTISCHEN REITER indes erschienen auf den ersten Blick einen Tick zu verrückt für die "No Mercy"-Tour zu sein, doch die durchgeknallte Truppe konnte dank einer wohlkalkulierten Mischung ihrer härtesten Nummern und unausweichlichen Hymnen wie ›Metal Will Never Die‹ das hartgesottene Publikum für sich gewinnen und eine weitere Reitermania entfesseln.

DEATH ANGEL [US, CA]-Liveshot

Anschließend hielt die Welt für etwa 45 Minuten den Atem an, denn DEATH ANGEL fegten wie schon im letzten Jahr bei ihren beiden Auftritten im Rahmen des "Dynamo"-Festivals mit einer unbeschreiblichen Urgewalt über die Bühne. Obgleich die Songauswahl nicht ganz so old schoolig ausgefallen war wie noch beim "Dynamo", gestatteten DEATH ANGEL dem Publikum keine Sekunde Verschnaufpause. Es ist einfach unglaublich, daß diese Band, die in jeder Hinsicht so tight wie kaum eine andere agiert, erst vor wenigen Monaten nach über zehnjähriger Abwesenheit wie Phoenix der Asche entstiegen ist!
Eine doppeltschwere Bürde für MARDUK: Nicht nur daß sie nach diesem Vulkanausbruch auf die Bühne gehen mußten, zusätzlich fehlte ihnen die notwendige Unterstützung im Publikum. Das schwarze Volk hatte sich nämlich fast vollzählig nur wenige Kilometer entfernt im "Longhorn" bei CRADLE OF FILTH eingefunden, so daß in der Rockfabrik gerade mal eine Black Metal-Lady in der ersten Reihe schüchtern nach ihren Lieblingen rief. Zwar mühten sich MARDUK redlich, die Anwesenden zu "umtrümmern", doch bei den meisten war eine (dringend notwendige) Erholungspause angesagt.

TESTAMENT [US]-Liveshot

Schließlich standen noch TESTAMENT auf dem Plan, die dank der Genesung ihres Frontmannes Chuck Billy endlich wieder aktiv werden konnten. Erfreulicherweise konnte Chuck den Belastungen einer solchen Tour standhalten und mit kraftvollen Shouts begeistern - welcome home, Chuck! Dennoch konnten TESTAMENT nicht komplett überzeugen, da der Sound leider äußerst durchwachsen war und man zudem in der Setlist einige essentielle Klassiker zugunsten eher obskurer Nummer gestrichen hatte.
Am nächsten Abend sollte der "Schweizer Delegation" das gleiche Erlebnis zuteil werden, denn nun hieß im "Z7" in Pratteln das Motto: "No Mercy"! (SG)
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Nach den stilleren Feiertagen hatten STRATOVARIUS am Ostersonntag nach Filderstadt in die "FILharmonie" zum gemeinsamen Eiersuchen geladen. Leider jedoch fiel der Startschuß schon so früh, daß der erste HOW-Abgesandte eintrudelte, als der Opener THUNDERSTONE gerade die Bühne verließen. Schade - es wäre interessant gewesen zu sehen, ob es dem Senkrechtstarter 2002 gelungen ist, seine bislang noch recht durchwachsene Bühnenperformance zu steigern.
Das haben SYMPHONY X nun wahrlich nicht mehr nötig: Die Amis zählen schon längst in jeder Hinsicht zur Elite der Prog-Garde. Um so schwerer wiegt der Verlust, daß die Truppe ihre Teilnahme beim letztjährigen "Bang Your Head!!!" hatten absagen müssen. Live fügte sich das deutlich heftiger gestrickte neue Material geschmeidig unter die alten Stücke und nach der Schlußnummer, der Hymne ›Of Sins And Shadows‹, konnten sich SYMPHONY X auf ihre Fahnen schreiben, daß sie als Supportact keine nennenswert schlechteren Reaktionen als der Headliner abgesahnt hatten.

STRATOVARIUS-Liveshot

Seit dieser Tour können STRATOVARIUS sich rühmen, die Erfinder des Disney-Metals zu sein: Man fuhr eine große Bühnenproduktion auf, bei der eine gute Lichtshow, eine riesige Projektionsleinwand und Pyros zum Zuge kamen; einige Details rückten den Auftritt jedoch hart an die Grenze zur Lächerlichkeit: So waren die beiden Elche, die die Bühne erstürmten, noch als gelungener Gag zu vermelden, doch die sechs simulierten Feuersäulen, die gelegentlich im Bühnenhintergrund zur Decke schossen, sahen sehr kitschig aus und als es dann noch begann, von den Lichttraversen Seifenflöckchen zu schneien, wartete man nur noch darauf, daß im nächsten Moment Arielle um die Ecke geblubbert käme - vermutlich hatte sie allerdings angsterfüllt wegen des neuen Looks von Drummer Jörg Michael, der sich mit holzfällermäßigem Vollbart präsentierte, Reißaus genommen. Ganz im Gegensatz zur Optik stand die musikalische Packung jedoch zu keinem Zeitpunkt in Verdacht Effekthascherei zu betreiben: STRATOVARIUS spielten alle Hits, nach denen ihre Fans dürsteten, und sogar das Debut ›Fright Night‹ kam dank eines Medleys zum Zuge - eine wahrhaft salomonische Entscheidung. Und natürlich unterm Strich ein durchaus unterhaltsamer Abend. (SG)
(...)
Nach erfolgreich bestandener Tourmanie ergatterte die Metal Mayhem-Krone mit der Teilnahme an sechs Shows Jagger (JA), dicht gefolgt von Reissi mit fünf Konzertbesuchen. Auf dem Fuße folgen Stefan Glas (SG, drei Shows), Hage und Martin Römpp mit je zwei Shows. Glorreiches Schlußlicht ist Jürgen Tschamler mit einem Gig.


Stefan Glas

Photos: Stefan Glas


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