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  UE-Home → History → US Metal Vol. 3 → Rubriken-Übersicht → Special-Übersicht → TYNATOR-Special last update: 12.08.2022, 06:52:50  

”Y-Files”-Datasheet

Contents:  TYNATOR-Special

Date:  04.08.1998 (created), 17.07.2022 (revisited), 17.07.2022 (updated)

Origin:  IRON PAGES-Verlag

Status:  published

Task:  from paper to screen

Comment:

Dieser Artikel gibt natürlich nur den Stand der Dinge bis zum Sommer des Jahres 1998 wider, als ich ihn verfaßte, auch wenn das Buch dann erst ein Jahr später im IRON PAGES-Verlag veröffentlicht wurde.

 


 

Erfreulicherweise sind TYNATOR seit 2009 wieder aktiv, doch viel passiert ist bei der Truppe leider nicht. Immerhin ist vor einigen Monaten unter dem Titel »Shrieking Sounds Of Deafening Terror« ein Re-Release mit insgesamt 18 Songs erschienen.

Supervisor:  Stefan Glas

 
 

Tynator

Steve Bashford (v, g)
Andre Noe (g)
Aric Avina (b)
Ryan Maloney (d)

Der Name TYNATOR ist für Szenekenner ein hübscher Anlaß, innerhalb einer Sekunde die Gesichtsfarbe von giftgrün über kalkweiß zu knallrot wechseln zu lassen. Die Jungs aus Phoenix, USA sind ein Musterbeispiel dafür, wie man eine Band gepflegt "zerschießen" kann.

Doch damit können Steve Bashford, Andre Noe und Ryan Maloney nicht rechnen, als sie Mitte 1986 TYNATOR aus dem Sand der Wüste, der ihre Heimatstadt umgibt, stampfen. Mit Aric Avina kann man endlich das Line-up komplettieren, das bis zum Ende Bestand haben wird: "Steve rief mich über Monate hinweg immer wieder an [...] und wollte mich als Bassist engagieren. Schließlich ging ich auf sein Angebot ein", erinnert sich Aric [Quelle: UNDERGROUND EMPIRE 1, S. 71] Im Gegenteil - man ist optimistisch und hat auch allen Grund dazu, denn 1987 legen TYNATOR mit ihrem Debutdemo »Torture By Sound« ein schlicht atemberaubendes Teil hin, das mit bestem kraftvollen US-Stoff glänzt. Im folgenden Jahr spielt man ein weiteres Demo ein, das man allerdings nicht offiziell releast. Doch dieses Teil deutet mit den Songs ›Fear Inside‹, ›Something In Mind‹ und ›Twisted Faith‹ bereits an, daß TYNATOR zukünftig etwas ruppiger zur Sache gehen wollen. So werden auf dem 1989er Demo »Living In Pain« die zuvor nur minimalen Thrashandeutungen stärker in den Vordergrund gespielt, was jedoch der Begeisterung über die Mucke von TYNATOR keinen Abbruch tut.

Da beide Tapes weltweit mit besten Reviews bedacht werden, keimt bei TYNATOR die Hoffnung auf, daß sie endlich der Enge ihrer Heimatstadt entfliehen können, wo man jeden einzelnen Club unendliche Male kurz und klein gespielt hat. Die Suche nach einem lukrativen Deal wird jedoch lange Zeit nicht von Erfolg gekrönt. Unverständlich, denn TYNATORs Power Metal mit leichten Thrashandeutungen hätte mit Sicherheit die gleichen Erfolge einfahren können wie die beiden Bands, die zuvor wie Phönix aus Phoenix aufgestiegen waren: FLOTSAM AND JETSAM und SACRED REICH. In ihrer Ratlosigkeit nehmen TYNATOR einen Deal an, der ihnen zum Verhängnis werden soll: Sie unterschreiben bei dem neuen englischen Label CCG UNDERGROUND RECORDS, die die beiden Demos im Bündel als Vinyl in der "CCG Underground Series" veröffentlichen. Doch die Aufbauarbeit, die ein Newcomer wie TYNATOR gebraucht hätte, ist einfach eine Nummer zu groß für sie. Dennoch läuft das Vinyl (das wie alle Releases der "CCG Underground Series" in einem Standardcover steckt und mit einem ensprechenden Sticker versehen ist) nicht schlecht. Daher entschließen sich CCG, die Platte auch als Silberling zu veröffentlichen - an sich keine schlechte Idee. Doch die Umsetzung ist mehr als mangelhaft: Ein miserables und zudem unpassendes Cover umhüllt die Platte, die die beiden Demos in einer Soundqualität der Marke "Live at the Sch...haus" geherbergt. Kein Wunder also, daß die Platte von allen, die die Demos nicht kannten, reihum zerrissen wird, denn es gibt wahrhaftig nichts, was jemand dazu animieren könnte, diese Scheibe intensiver anzuhören. Nächste logische Konsequenz: Außer einigen Insidern, die TYNATOR bereits zuvor verehrt hatten, kauft niemand diese Scheibe, denn bereits 1990 ist der Markt so überflutet, daß es jederzeit genügend Alternativen gibt, bevor man ein optisch dermaßen abstoßendes Machwerk näher begutachten würde.

Die letzten Lebenszeichen von TYNATOR erklingen noch im selben Jahr: Zunächst erscheinen auf dem »North American Thrash Assault«-Sampler die beiden Tracks ›Seeds Of Descent‹ und ›No Life‹ in Remixversionen gegenüber der »Living In Pain«-LP/CD. Schließlich nimmt man zwei neue Songs (›Excuses‹, ›Forced Control‹) auf, die als limitierte Kassette mit dem Titel »1990 Sampler« erscheint. Zudem landet ›Excuses‹ auf »Metal Massacre XI«, womit die Band für eine Neuheit sorgt: Während quasi alle anderen Bands mit einem »Metal Massacre«-Auftritt den Grundstein für ihre Karriere legen konnten, wird er für den Vierer zum Grabstein.


Stefan Glas

LPs:

»Living In Pain« CCG Underground 1989

CD:

»Living In Pain« CCG Underground 1990

Unreleased Sampler-Track:

›Excuses‹ auf »Metal Massacre XI« CD Metal Blade 1991

Samplerbeiträge:

›Seeds Of Descent‹ und ›No Life‹ auf »North American Thrash Assault« LP/CD Black Box 1990

 

TYNATOR im Überblick:
TYNATOR – 1990 Sampler (Demo-Review von 1990)
TYNATOR – Living In Pain (Demo-Review von 1990)
TYNATOR – Living In Pain (Rundling-Review von 1991)
TYNATOR – UNDERGROUND EMPIRE 1-Interview
TYNATOR – METAL HAMMER 15-16/90-Special
TYNATOR – US Metal Vol. 3-Special
TYNATOR – US Metal Vol. 3-Special
TYNATOR – ONLINE EMPIRE 1-"Shirt Story"-Artikel
TYNATOR – News vom 11.01.1991
TYNATOR – News vom 03.01.2009
TYNATOR – News vom 22.07.2009
andere Projekte des beteiligten Musikers Aric Avina:
BENEDICTUM – Obey (Rundling-Review von 2013)
BENEDICTUM – News vom 12.12.2012
RANDY RHOADS TRIBUTE – ONLINE EMPIRE 64-"Living Underground"-Artikel
THE V – Now Or Never (Rundling-Review von 2015)
siehe auch: Aric Avina als Aushilfsbassist beim JAG PANZER-Auftritt beim "Bang Your Head!!!"-Festival 2015
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