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”Y-Files”-Datasheet

Contents:  10. "Rock im Wald"-Open Air-''Living Underground''-Artikel

Date:  02.10.1997 (created), 05.07.2022 (revisited), 05.07.2022 (updated)

Origin:  FEEDBACK

Status:  published

Task:  from paper to screen

Comment:

Niemals zuvor und niemals danach war ich so dankbar für meinen All Areas-Paß gewesen als an diesem Abend. Nicht etwa, weil ich mich als Hut-Groupie betätigen konnte, sondern weil ich mich während des Regens unter das Vordach des Sportheims zurückziehen konnte, neben dem die Bühne aufgebaut worden war, und das zum Backstage-Bereich zählte. Ich kann mich nämlich noch an den sintflutartigen Regen erinnern, der derart stark war, daß ich selbst jetzt noch das Gefühl habe, sofort bis auf die Haut naß zu werden...

Zudem wurde ich an diesem Abend ein Fan der "neuen" MANFRED MANN'S EARTH BAND und ihres neuen Sängers Noel McCalla, der als Nachfolger von Gesangsgenie Chris Thompson naturgemäß einen schweren Stand haben mußte, denn ich kaufte mir anschließend »Soft Vengeance« und seither gehören für mich ›Nothing Ever Happens‹ und vor allem ›Shelter From The Storm‹ in den riesigen Hitsalon der Truppe.

 

P.S.: Da ich den Text für die nächste Ausgabe erneut einreichte, wo er dann aber nicht abgedruckt wurde, wäre es möglich, daß dieses Livereview unveröffentlicht blieb.

Supervisor:  Stefan Glas

 
 

10. "Rock im Wald"-Open Air

Pirmasens-Erlenbrunn, Waldstadion

Das zehnjährige Jubiläum des "Rock im Wald"-Open Airs stand wahrlich unter keinem guten Stern: Die Absagen zweier Bands überschatteten das Festival. FURY IN THE SLAUGHTERHOUSE konnten nicht auftreten, da sich deren Sänger Kai Wingenfelder eine Bänderverletzung am Sprunggelenk zugezogen hatte. SAGA mußten ebenfalls kapitulieren, da ihr Drummer sich einen Bandscheibenvorfall zugezogen hatte. Für FURY sprangen in letzter Sekunde SIX WAS NINE ein, der zweite Tag des Festivals mußte jedoch abgesagt werden und soll am 11. Oktober in der Pirmasenser Stadthalle nachgeholt werden.

SIX WAS NINE-Liveshot

So wurde nur am Freitag auf dem Bolzplatz alias Waldstadion Erlenbrunn gerockt, und zunächst bemühten sich X-LARGE und SE BUMMTSCHACKS (eine Party-Fun-Band aus Mainz) die Menge warmzuspielen. Sie übergaben die Bühne an SIX WAS NINE, die keine leichte Aufgabe hatten: Sie mußten ebenso gegen die Enttäuschung der zahlreichen FURY IN THE SLAUGHTERHOUSE-Fans anspielen wie gegen die Ungeduld derer, die auf Altmeister Manfred Mann warteten. Daher warf die Band als zweiten Song mit ihrem Radiohit "Drop Dead Beautiful" (eine von Mick Leeson und Peter Vale komponierte Nummer) ein heißes Eisen ins Feuer. Zwar konnten SIX WAS NINE mehr als nur Anstandsapplaus einheimsen, waren unterm Strich jedoch zu harmlos, um wirklich Staub aufwirbeln zu können, und an das Kaliber von FURY IN THE SLAUGHTERHOUSE konnten sie nicht mal ansatzweise heranreichen. Daher war es nach 70 Minuten dringend notwendig, die Bühne für Mister MM & Co. zu räumen.

MANFRED MANN'S EARTH BAND-Liveshot

Der Mann mit dem Hut und seine EARTH BAND eröffneten mit drei Songs ihres aktuellen Albums »Soft Vengeance«, wobei besonders die lupenreine Stimme von Sänger Noel McCalla herausstach. Dennoch mußte er sich anschließend zumeist der Percussion widmen und das Mikro an Chris Thompson übergeben. Es wurden nun die ersten Klassiker ausgepackt, die bekanntlich über viele Jahre hinweg von Chris gesungen wurden. Daß der fast zweistündige Auftritt eine amtliche Angelegenheit wurde, braucht wohl kaum betont zu werden und so gab es lediglich zwei kleine Kritikpunkte: Auf das grottenschlechte ›Miss You‹ vom aktuellen Album hätte man spielend verzichten können, und ebenso hätte man sich statt der überlangen ›Knocking On Heaven's Door‹-Coverversion lieber heißbegehrte Nummern wie ›Lies (Through The 90's)‹ oder ›Don't Kill It Carol‹ gewünscht. Doch dies schmälerte die Leistung der Routiniers kaum.

Dennoch - als es zu allem Elend während des Manfred Mann-Gigs auch noch in Strömen zu regnen begann, war die Veranstaltung im wahrsten Sinne des Wortes endgültig ins Wasser gefallen.


Stefan Glas

Photos: Stefan Glas


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