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  UE-Home → History → Metal Hammer 09/95 → Interview-Übersicht → VANDEN PLAS-Interview last update: 05.12.2021, 22:14:01  

”Y-Files”-Datasheet

Contents:  VANDEN PLAS-Interview

Date:  31.07.1995 (created), 08.12.2021 (revisited), 08.12.2021 (updated)

Origin:  METAL HAMMER

Status:  published

Task:  from paper to screen

Availability:  original printed issue possibly still available, check here!

Comment:

Wie im "Extra-Info" zum Cover schon ausgeführt entstand diese Story ziemlich überstürzt: Wie in der letzten Ausgaben schon mehrfach angedeutet, war es nicht zu übersehen, daß ich zum METAL HAMMER kaum noch etwas beisteuern konnte; im Grunde war dieser Trend seit dem Ende der Underground-Seiten zu beobachten. Daher hatte ich mit dem ROCK HARD gesprochen und meinen Wechsel vereinbart. Somit sollte diese Ausgabe "meine letzte" für den METAL HAMMER werden, doch ich wollte diese Nachricht der Redaktion erst mitteilen, nachdem die Ausgabe fertiggestellt worden war. In der Zwischenzeit hatte ich für das ROCK HARD schon ein VANDEN PLAS-Interview gemacht. Doch dann erhielt ich ganz kurzfristig einen Anruf von der METAL HAMMER-Redaktion und wurde gebeten, schnellstmöglich ein VANDEN PLAS-Interview zu machen. Also offenbarte ich nun gezwungenermaßen früher als geplant meinen Entschluß, zum ROCK HARD zu wechseln, wofür Chefredakteurin Andrea Nieradzik großes Verständnis aufbrachte, indem sie sagte, daß ich beim ROCK HARD ohnehin besser aufgehoben sei. Sie bat mich, die Story dennoch zu machen. Da die ROCK HARD-Redaktion dem zustimmte, bastelte ich also eine Story, die ganz anders als das Interview fürs ROCK HARD ausfiel. Und somit stellten VANDEN PLAS für mich quasi das Bindeglied zwischen der Vergangenheit beim METAL HAMMER und der Zukunft beim ROCK HARD dar.

P.S.: Das "Bye!" am Schluß wurde übrigens - verständlicherweise - von der Redaktion aus dem Text entfernt. Hier bleibt es stehen, weil es irgendwie passend ist, denn meine METAL HAMMER-Retrospektive ist beendet, es werden ledilich noch ein paar Specials folgen.

Supervisor:  Stefan Glas

 
 

VANDEN PLAS-Logo

VANDEN PLAS-Headline

Schmächtig bestückt ist der einheimische Sektor progressiver Klänge. Mit dem Album »Colour Temple« stellt sich in vanden plas ein echter Hoffnungsträger vor, der es meisterlich versteht, anspruchsvolle Stücke zu gleichen Teilen mit Power und Melodie zu bestücken. Stefan Glas kommentiert, was die Band über sich selbst zu sagen hatte.

VANDEN PLAS-Bandphoto 1

In einem goldenen Rahmen eingeschlossen, windet sich eine feurig-glühende Gestalt wie ein Tänzer und versucht Grenzen zu sprengen. "Der Mann, der aus der Wand kommt" nennt sich dieses Kunstwerk, das der italienische Künstler Cesare Marcotto der Gruppe als Covermotiv zur Verfügung gestellt hat. Bei deutlicher Betrachtung wird man diesen Kraftakt, den der Titel offenbart, spontan mitfühlen können, doch zugleich wird die Fantasie weitere Bestandteile enthüllen - Lebewesen, Abstrakta, Unheimvolles und Verworrenes.
VANDEN PLAS selbst bestehen schon seit etlichen Jahren und fanden vor etwa fünf Jahren das lange gesuchte Geheimrezept zu ihrem heutigen Stil. Dabei verbinden sich eine harte Gitarre, die powervoll und stellenweise brachial-riffig brilliert, mit der Harmonie im Gesang, der Melodie bis zum Hymnencharakter bündelt und eine mystische Atmosphäre ausstrahlt. Pointiert durch ein Keyboard, das im rechten Maß Exzentrik ins Spiel bringt, ohne zu verwirren, sondern eine eigene Note zu setzen. All dies macht »Colour Temple« zu einem der herausragenden Releases, der durch Prog-Elemente, Power, Melodie und ein zeitgemäßes Flair überzeugt.
Doch auch textlich ragt »Colour Temple« aus der Masse heraus. Ohne ein eindeutiges Textkonzept zu verfolgen, drehen sich die Texte von VANDEN PLAS um Menschlichkeit. In schillernden Texten voller Metaphern und Bilder, denkt man über die Wiedergeburt nach (›Soul Survives‹), enthüllt den Judas in jedem von uns (›Judas‹), schreit aus tiefster Verzweiflung nach einem Retter (›Father‹) oder aber betrauert den grausamen Tod eines sechsjährigen Mädchen infolge sexueller Mißhandlung (›Anytime‹). Auf der einen Seite Gedanken nach esotherischem Strickmuster und dann wieder brutale, widerwärtige Realität.
Diese Schizophrenität prägt VANDEN PLAS und spiegelt sich im Titel wider. "Colour" steht für sowohl für Farben, als auch für die Schwingungen im Menschen, die eine negative oder positive Ausprägung erreichen können. "Temple" soll ein Gefühl der Vertrautheit ausstrahlen und spirituelle Ideen integrieren. Dabei beleuchtet die Band die gewählten Themen stets von unterschiedlichen Seiten, um dem Hörer die Möglichkeit einer eigenen Wertung zu eröffnen.
Was auf den ersten Blick vielleicht kompliziert und überzogen wirkt, präsentiert sich bei VANDEN PLAS natürlich und locker, fließt unbeschwert in die Lieder ein und verleiht ihnen die nötige Tiefe, ohne den Spaß an der Musik zu trüben.
So bleibt zum Schluß noch die Orchestergrabenerfahrung von VANDEN PLAS zu erwähnen. Die Band hat nämlich bereits in drei verschiedenen Rockmusicals mitgewirkt ("Jesus Christ Superstar", "Rocky Horror Show" und "Der Kleine Horrorladen") und zwar Sänger Andy als Akteur auf den Brettern, die die Welt bedeuten, während gleichzeitig die Band mit dem klassischen Orchester zusammen musizierte. Man ist dabei in eine andere Welt der Musik abgetaucht, die für viele Überraschungen sorgte, in der man zugleich wertvolle Erfahrung sammeln konnte.
So präsentiert sich in VANDEN PLAS eine gereifte Band, die genau weiß, was sie will, die instinktiv spürt, wo ihre Stärken liegen und »Colour Temple« zu einem Prachtexemplar der Gattung melodisch-powervollen Progressive Metals macht. Doch das war erst der Anfang... Bye!

http://www.vandenplas.de/

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Stefan Glas

VANDEN PLAS im Überblick:
VANDEN PLAS – Beyond Daylight (Rundling-Review von 2002)
VANDEN PLAS – Christ0 (Rundling-Review von 2006)
VANDEN PLAS – Chronicles Of The Immortals - Netherworld (Path One) (Rundling-Review von 2014)
VANDEN PLAS – Chronicles Of The Immortals: Netherworld (Path Two) (Rundling-Review von 2015)
VANDEN PLAS – Colour Temple (Re-Release-Review von 2002)
VANDEN PLAS – Colour Temple (Rundling-Review von 1995)
VANDEN PLAS – Days Of Thunder (Demo-Review von 1991)
VANDEN PLAS – Far Off Grace (Re-Release-Review von 2004)
VANDEN PLAS – Son Of Utopia (Rundling-Review von 2012)
VANDEN PLAS – Spirit Of Live (Rundling-Review von 2001)
VANDEN PLAS – The God Thing (Re-Release-Review von 2004)
VANDEN PLAS – The Seraphic Clockwork (Rundling-Review von 2010)
VANDEN PLAS – UNDERGROUND EMPIRE 1-Interview
VANDEN PLAS – UNDERGROUND EMPIRE 5-"German Metal"-Artikel
VANDEN PLAS – UNDERGROUND EMPIRE 7-Interview
VANDEN PLAS – METAL HAMMER 09/95-Interview
VANDEN PLAS – Y-FILES »UE«-"Living Underground"-Artikel
VANDEN PLAS – ONLINE EMPIRE 10-Interview
VANDEN PLAS – ONLINE EMPIRE 12-"Living Underground"-Artikel
VANDEN PLAS – ONLINE EMPIRE 19-"Living Underground"-Artikel
VANDEN PLAS – ONLINE EMPIRE 25-"Living Underground"-Artikel
VANDEN PLAS – ONLINE EMPIRE 26-Interview
VANDEN PLAS – ONLINE EMPIRE 28-"Living Underground"-Artikel
VANDEN PLAS – ONLINE EMPIRE 28-"Living Underground"-Artikel
VANDEN PLAS – ONLINE EMPIRE 29-"Living Underground"-Artikel
VANDEN PLAS – ONLINE EMPIRE 30-"Living Underground"-Artikel
VANDEN PLAS – ONLINE EMPIRE 46-"Living Underground"-Artikel
VANDEN PLAS – ONLINE EMPIRE 48-"Living Underground"-Artikel
VANDEN PLAS – ONLINE EMPIRE 71-"Eye 2 I"-Artikel: »The Seraphic Live Works«
VANDEN PLAS – News vom 01.06.1990
VANDEN PLAS – News vom 28.07.1992
VANDEN PLAS – News vom 05.06.1998
VANDEN PLAS – News vom 28.10.2000
VANDEN PLAS – News vom 27.02.2003
VANDEN PLAS – News vom 16.09.2007
VANDEN PLAS – News vom 01.10.2007
VANDEN PLAS – News vom 17.06.2011
VANDEN PLAS – News vom 21.10.2011
VANDEN PLAS – News vom 21.04.2012
Playlist: VANDEN PLAS in der Kategorie "All-Time-Faves" auf Platz 5 von Stefan Glas
Playlist: VANDEN PLAS-Album »Beyond Daylight« in "Jahrescharts 2002" auf Platz 1 von Stefan Glas
Playlist: VANDEN PLAS-Album »Christ0« in "Jahrescharts 2006" auf Platz 2 von Stefan Glas
Playlist: VANDEN PLAS-Album »Colour Temple« in "Jahrescharts Metal Hammer 1994" auf Platz 1 von Stefan Glas
Playlist: VANDEN PLAS-Album »Far Off Grace« in "Jahrescharts 1999" auf Platz 2 von Stefan Glas
Playlist: VANDEN PLAS-Album »Fire« in "Cavelist Metal Hammer 09/92" auf Platz C von Stefan Glas
Playlist: VANDEN PLAS-Album »Fire« in "Cavelist Metal Hammer 11/92" auf Platz C von Stefan Glas
Playlist: VANDEN PLAS-Album »Headless« in "Playlist Metal Hammer 02/91" auf Platz 5 von Stefan Glas
Playlist: VANDEN PLAS-Album »Headless« in "Playlist Metal Hammer 23-24/90" auf Platz 4 von Stefan Glas
Playlist: VANDEN PLAS-Album »The God Thing« in "Jahrescharts 1997" auf Platz 2 von Stefan Glas
Playlist: VANDEN PLAS-Album »The Seraphic Clockwork« in "Jahrescharts 2010" auf Platz 5 von Stefan Glas
Playlist: VANDEN PLAS-Liveshow Frankfurt, Spritzehaus 04.11.1999 in "Jahrescharts 1999" auf Platz 2 von Stefan Glas
Playlist: VANDEN PLAS-Liveshow Kaiserslautern, Cotton Club 26.01.2000 in "Jahrescharts 2000" auf Platz 3 von Stefan Glas
Playlist: VANDEN PLAS-Liveshow München, Backstage-Halle 20.05.2016 in "Jahrescharts 2016" auf Platz 3 von Gerald Mittinger
Playlist: VANDEN PLAS-Liveshow Paris, Café de la danse 25.11.1997 in "Jahrescharts 1997" auf Platz 1 von Stefan Glas
siehe auch: CD zum Musical "Nostradamus", bei dem VANDEN PLAS mitwirken
andere Projekte des beteiligten Musikers Andy Kuntz:
ABYDOS – Abydos (Rundling-Review von 2004)
ABYDOS – ONLINE EMPIRE 31-"Eye 2 I"-Artikel: »Abydos«
Playlist: ABYDOS-Album »Abydos« in "Jahrescharts 2004" auf Platz 6 von Stefan Glas
siehe auch: Review der ''Abydos''-Uraufführung
AMASEFFER – News vom 14.06.2006
ATLANTYCA – To Nowhere And Beyond (Rundling-Review von 2012)
LADY BLUSH – News vom 29.09.2007
MISSA MERCURIA – ONLINE EMPIRE 14-Interview
NO GRAVITY – News vom 06.03.2011
PIANO SOUL BAR – Y-FILES »UE«-"Living Underground"-Artikel
SEMANTIC SATURATION – Solipsistic (Do It Yourself-Review von 2013)
siehe auch: Andy Kuntz als Coverkünstler für ONLINE EMPIRE 1
andere Projekte des beteiligten Musikers Andreas Lill:
HEADCRASH – News vom 04.11.2013
HEADSOX – Y-FILES »UE«-"Living Underground"-Artikel
MISSA MERCURIA – ONLINE EMPIRE 14-Interview
Ian Parry – Visions (Rundling-Review von 2006)
SECTION A – The Seventh Sign (Rundling-Review von 2004)
WINTERLONG (S) – Second Coming (Rundling-Review von 2003)
andere Projekte des beteiligten Musikers Stephan Lill:
Ian Parry's CONSORTIUM PROJECT – Criminals & Kings (Re-Release-Review von 2011)
CONSORTIUM PROJECT II – Continuum In Extremis (Rundling-Review von 2002)
CONSORTIUM PROJECT III – News vom 06.08.2003
CONSORTIUM PROJECT V – News vom 11.01.2010
HEADSOX – Y-FILES »UE«-"Living Underground"-Artikel
MISSA MERCURIA – ONLINE EMPIRE 14-Interview
Ian Parry – Visions (Rundling-Review von 2006)
andere Projekte des beteiligten Musikers Torsten Reichert:
ODIOUS (D) – ...And Seemingly For Myself (Demo-Review von 1994)
ODIOUS (D) – Fallen Apart (Do It Yourself-Review von 1995)
ODIOUS (D) – Fallen Apart (Do It Yourself-Review von 1995)
ODIOUS (D) – Y-FILES »UE«-"Living Underground"-Artikel
Ian Parry – Visions (Rundling-Review von 2006)
andere Projekte des beteiligten Musikers Günter Werno:
CONSORTIUM PROJECT II – Continuum In Extremis (Rundling-Review von 2002)
DC Cooper – DC Cooper (Rundling-Review von 2000)
MISSA MERCURIA – ONLINE EMPIRE 14-Interview
PIANO SOUL BAR – Y-FILES »UE«-"Living Underground"-Artikel
PLACE VENDOME – Close To The Sun (Rundling-Review von 2017)
PLACE VENDOME – Place Vendome (Rundling-Review von 2005)
David Readman – News vom 06.06.2007
SECTION A – The Seventh Sign (Rundling-Review von 2004)
SUNSTORM – News vom 29.01.2009
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