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”UNDERGROUND EMPIRE 7”-Datasheet

Contents:  Underground Empire 7-''Demoklassiker''-Artikel

Date:  11.05.1993 (created), 25.07.2021 (revisited), 25.07.2021 (updated)

Origin:  UNDERGROUND EMPIRE 7

Status:  published

Task:  from paper to screen

Availability:  original printed issue sold out! Several earlier issues still available; find details here!

Comment:

PRETTY MAIDS, MORGOTH und VIRGIN STEELE waren die Fremdspenden in dieser Ausgabe - die nun auch gewisse Probleme bereitet haben: PRETTY MAIDS mußte ich daher, ebenso wie VIRGIN STEELE, aus dem gedruckten Heft abscannen. Lediglich bei MORGOTH sieht es heute besser aus als zuvor: Da das Cover im Internet zu finden ist, konnte ich es nun problemlos für die Online-Ausgabe aufbereiten. Seinerzeit mußte das Cover allerdings aufgrund der eingedruckten roten Farbe mittels der Reprokamera aufgenommen werden; doch das Cover hatte ein etwas anderes Format, so daß die Lücke, die ich gelassen hatte, nicht ausreichte, und dadurch der untere Teil mit dem Titel wegfiel.

Ein weiteres Problem im gedruckten Heft war das Herz beim MUCKY PUP-Titel: Es war zu groß ausgefallen, so daß es das "I" und den nachfolgenden Bindestrich fast komplett überdeckte.

Apropos: Meine Aussage zu DEATH war sicherlich zu extrem ausgefallen, aber dennoch finde ich bis heute, daß die DEATH-Demos unübertroffen sind.

Supervisor:  Stefan Glas

 
 

Titel: Demoklassiker
Dekolinie
Episode 6

Während neben mir ein Demo dudelt, das eines Tages gewiss auch mal zu dieser Riege zählen wird (es wird aber nicht verraten, welches Tape es ist... - Red.), lasse ich die sechste Demoklassiker-Sektion in meinem Computer verschwinden. Monate knallharter Ausscheidungskämpfe sind vorausgegangen, und hier endlich ist das Ergebnis..., blablabla, Blödsinn. Ohne Frage konnte ich immer noch aus dem Vollen schöpfen, aber damit ich eines Tages nicht mal mit leeren Händen dastehe, möchte ich meinen Aufruf wiederholen: Wer im Besitz von Klassikertapes ist, möge mich bitte kontaktieren. Für die aktuelle Ausgabe erhielt ich wieder Schützenhilfe von unserem freien Mitarbeiter Götz Kühnemund [Breitmaulfroschgrinsen] und außerdem von Limb Schnoor!


kapitaler Anfang...übsche Maid hätten's heut' für mich Zeit... In ihren Anfangstagen waren die dänischen Schönheiten zweifelsohne eine meiner Lieblingsbands, und ihr urgeiler Melodic Metal verbrachte viel Zeit mit meiner Stereoanlage, und das ist ja wohl Grund genug, um mit ihnen heuer die Demoklassiker zu eröffnen. Auf diesem Demo, dessen Cover lediglich mit einem Hinweis auf den musikalischen Inhalt geschmückt war, befanden sich außer ›Bad Boys‹ alle Songs der kurze Zeit später bei NEON RECORDS/PAR RECORDS erschienenen Debut-EP der PRETTY MAIDS.

PRETTY MAIDS-Democover

Die EP wurde dann bekanntlich von CBS auf den Markt gebracht wurde, die die sechs Dänen unter Vertrag genommen hatten, so daß die wenigen Exemplare der Originalversion zu echten Raritäten wurden. Auf dem Demo findet man in ›Warchild‹, ›Spanish Midnight‹, ›Victims Of Power‹ und ›In The Night‹ gleich vier unveröffentlichte, sehr gute Songs, wobei ich sagen muß, daß gerade ›Spanish Midnight‹ bis heute zu meinen Lieblingsstücken der PRETTY MAIDS zählt. Jedoch erhielten lediglich zwei dieser Demosongs doch noch Vinylehren - auf dem »Queen Of The Night«-Bootleg waren ›Victims Of Power‹ und ›Warchild‹, das allerdings auf dem Backcover als ›Together‹ betitelt ist, zu finden. Dieser Boot wurde nebenbei mitgeschnitten noch bevor CBS die EP weltweit auf den Markt gebracht hatten - ein weiteres Kuriosum der wechselhaften PRETTY MAIDS-History!
 

kapitaler Anfang...ine der coolsten Amiformationen, die je die Szene unsicher machten, sind zweifelsohne BLIND ILLUSION. Schon zu Beginn der Achtziger mit Demos um sich schmeißend, schafften sie 1988 endlich den vinylisierten Debutantenhit. Diesem Schritt gingen etliche Demos voraus, wobei sich »Bloodshower« und »Triology Of Terror« aus dem Jahre 1986 am stärksten verbreiteten. Im gleichen Jahr veröffentlichten BLIND ILLUSION ein weiteres Tape, dessen schmächtiges Cover Ihr hier sehen könnt, mit dem man kurz und bündig zusammenfaßte, was man in den letzten fünf Jahren alles zu Band gebracht hatte. Gleiches tat man mit der »The Sane Asylum«-Platte, die einen Querschnitt durch die fast zehnjährige Schaffensperiode von BLIND ILLUSION bildete.

BLIND ILLUSION-Democover

Schade, daß beispielsweise der Killer ›Banshee‹ oder die Hymne ›Blind Sun‹ nicht dabei waren, aber man kann ja nicht alles haben! Gerüchten zufolge soll die Band heute noch existieren, jedoch in total anderen musikalischen Gewässern schwimmen. Die Band hatte im Verlauf ihrer Karriere öfter ihre Besetzung gewechselt als eine Raupe ihre Haut - so spielten beispielsweise die beiden Primaner Les Claypool und Larry LaLonde eine gewisse Zeit bei BLIND ILLUSION und waren auch auf dem »The Sane Asylum«-Debut zu hören. Einzig beständiges Element über die Jahre war Mastermind Marc Biedermann.
 

kapitaler Anfang...arf ich zu einer Runde Schmunzeln einladen? Ihr alle kennt KREATOR, aber kennt Ihr auch TORMENTOR? Nee? Als TORMENTOR hatten Mille & Co. ihre ersten Gehversuche unternommen, bevor man sich für das »Endless Pain«-Debut in KREATOR umbenannte. Zwei Demos entsprangen dieser Phase - »Blitzkrieg« und »End Of The World«. Damals teilten sich Mille und Kumpel Ventor noch den Gesang.

TORMENTOR [D, Essen]-Democover

Auf »End Of The World« gab Ventor ›Armys Of Hell‹ und ›Cry War‹ zum besten, während Mille etwas vom ›Tormentor‹ und dem ›Bonebreaker‹ röhren durfte. Das kultverdächtige Cover dürft Ihr selbst beurteilen, ich möchte nur noch einen kleinen Brüller zum Abschluß beisteuern: den Schlußsatz aus dem Demoinnencover, ich zitiere, "Verry satanic thanks to all our fuckin fans."! Ach, war das damals noch schön...
 

kapitaler Anfang...och laßt uns wieder ernsthafter werden. Sprechen wir über Evil "Fuck" Chuck zu einer Zeit, als man ihn noch ernstnehmen konnte - zur Demophase! Auch wenn das abgebildete Cover des Demos eher zur Volksbelustigung beitragen dürfte, so war die Musik des Herren Schuldiner für die damalige Zeit echt revoltutionär. Man sollte ohnehin davon ausgehen, daß das Demo, das mir vorliegt, ein Bootleg ist, denn das »Death By Metal«-Demo wurde nämlich noch unter DEATHs altem Namen MANTAS veröffentlicht. Anyway - die Musik war wie auch auf den nachfolgenden Demos »Reign Of Terror«, »Infernal Death« und »Mutilation« obergeil.

DEATH-Democover

Als DEATH dann den Fehler begingen, einen Deal zu signen, war der Kult dahin und stattdessen begann Chuck immer mehr abzuheben. Bestes Beispiel ist ›Baptized In Blood‹, das auf dem »Infernal Death«-Demo ein ungehobelter, unbeschreiblicher Killer war und für das Debut »Scream Bloody Gore« zu einem zahnlosen Mütterchen mutierte. Was soll's - wer zwingt mich dazu, die Platten von DEATH zu hören, wo die Demos zusammen exakt eine 90er Kassette füllen...
 

kapitaler Anfang...icht nur, weil POLTERGEIST mit ihrer neuen Scheibe so richtig toll loslegen, sondern weil sie eine der ersten Schweizer Bands waren, die die Szene unsicher machten, sollen sie Zutritt zu den Demoklassikern erhalten. Die HolterdiPOLTERGEISTER veröffentlichten vor ihrem Debut »Depression« zwei Demos, bei denen jeweils Schmier von DESTRUCTION mitproduzierte: das hier abgebildete aus dem Jahre 1987, welches allein wegen des ultrageilen Covers den Vorzug erhielt, und »Writing On The Wall«, welches 1988 folgte.

POLTERGEIST [CH]-Democover

»Writing On The Wall« wurde bereits von dem netten Wamba geziert, der sich auf dem Cover von »Depression« ehrenvoll das Ende gab. Auf dieser Scheibe waren außer ›No More Faith‹ alle Demosongs eingraviert.
 

kapitaler Anfang...ch weiß, ich weiß! GLACIER kennt kein Schwanz, also warum bringt der bescheuerte Glas so was als Demoklassiker? Erstens mal - warum sollte ein kleiner Schreiberling nicht auch das Lieblingsspiel der Industrie, genannt Hyping, spielen dürfen? Zweitens haben wir es hier absolut nicht mit Hyping zu tun (geile Logik, was? - Red.), denn GLACIER waren einfach klasse, also ist ihr Demo ein Klassiker (noch viel geilere Logik, oder? - Red.). Oder laßt es mich mal so ausdrücken: Was können GLACIER dafür, daß sie es nie geschafft haben? Die Anlagen waren en masse vorhanden! Ihr »Ready For Battle«-Demo von 1984 war ein solcher Hammer, daß GLACIER die Demoaufnahmen für ihre Debut-EP von 1985 unverändert übernahmen. Einzige Änderung hatte sich im Line-up ergeben, denn GLACIER hatten sich von ihrem Sänger getrennt und hatten sich für die beiden neuen Songs der EP zwei Gastsänger eingeladen.

GLACIER [US]-Democover

Diese EP bei AXE KILLER RECORDS war der einzige Output von GLACIER, und sie verschwanden in der Versenkung, ohne daß jemand kapiert hatte, daß man damit eine der besten US-Metal-Bands verloren hatte - von ein paar Insidern mal abgesehen.
 

kapitaler Anfang...ie Dänen ARTILLERY verschiebe ich nun schon seit drei Ausgaben, aber jetzt sind sie am dransten! Im Jahre 1984 sehr aktiv, nahm man in »Shellshock« und »Deeds Of Darkness« gleich zwei Demos auf, deren acht Songs bis auf ›Time Has Come‹ und dem Titelstück des zweiten Demos für die erste Scheibe verschmäht wurden.

ARTILLERY-Democover

1985 veröffentlichte man ein weiteres Demo namens »Fear Of Tomorrow«, das fast alle Songs des gleichnamigen Debuts enthielt. Dem Debut folgte »Terror Squad«, und man konnte einzig und allein über die Cover der beiden Scheiben meckern. Auch der mittlerweile drei Jahre alte Nachfolger »By Inheritance« war alles andere als übel. Jedoch auf der anschließenden Tour mit HOLY MOSES konnte man kaum überzeugen, was vor allem am schwachen neuen Sänger lag. Seither ist es verdammt ruhig um ARTILLERY geblieben...
 

kapitaler Anfang...leiben wir bei den unterbewerteten Bands und blicken uns vor der eigenen Haustür um! Für mich waren die Hamburger XANDRIL stets eine der besten Bands, die die nationale Szene zu bieten hatten. Von 1983 bis 1986 kreuzten XANDRIL mit verschiedenen Sängern durch die Brandung der Hamburger Szene, bis sie in Bettina Paschen ihr gesangliches Markenzeichen fanden und auf dem »Rotting Paradise«-Demo der Öffentlichkeit vorstellten. »Rotting Paradise« ist mein Lieblingstape von XANDRIL, obwohl die beiden nachfolgenden Demos keineswegs schwächer ausfielen.

XANDRIL-Democover

Im einzelnen waren das »The Vision«, welches 1987 erschien, und »Perfect Darkness« von 1988, dessen Cover aus optischen Gründen den Vortritt erhielt. Vor »Perfect Darkness« hatte bereits Gitarrist Jörg Schrör XANDRIL verlassen, um MEGACE zu gründen, und nach diesem Demo löste sich die Band auf. Gitarrist Stephan Philipp und Sängerin Bettina gründeten MEDUSA, wo dann auch Basser André Philipp miteinstieg. Über diese beiden Nachfolgebands von XANDRIL haben wir Euch im UNDERGROUND EMPIRE auf dem Laufenden gehalten.
 

kapitaler Anfang...erade haben sie Haß, Vorwurf, Tadel, Schimpf auf uns losgelassen, so daß wir uns zum Dank ihrem ersten Lebenshauch widmen wollen, den man in Form des »Resurrection Absurd«-Demos aushauchte.

MORGOTH [D]-Democover

Da MORGOTH mittlerweile die führende deutsche Death Metal-Band sind, ist ihr Demo zweifellos zu den Klassikern zu zählen. Das Tape war sehr professionell aufgemacht und offenbarte uns eine Death-Band, die eigene Ideen entwickelt. Daß sich das bestätigt hat, haben MORGOTH in den letzten Jahren bewiesen.
 

kapitaler Anfang...ragt mich bitte nicht, was ich von den heutigen MUCKY PUP halte, denn darüber konnte ich mir bislang noch nicht so recht klar werden. Wenn wir jetzt aber über die Demos sowie das Debut reden - Kult - mucky ohne Ende! Ich sage einfach nur ›U-Stink-But-I-?-U‹ oder ›Attack Of The Killer Bushpigs‹ oder ›Knock, Knock‹ oder ›Mr. Prezident‹ oder ›FxUxCxKx‹ oder ›Woody‹ oder ›M. B. (Moron Brothers)‹ oder...

MUCKY PUP-Democover

Wie auch immer - zwei Demos in einem Jahr, »Greatest Hits« und »Live And Mucky« von 1987, und MUCKY PUP hatten mich im Sturm erobert.
 

kapitaler Anfang...uch BROCAS HELM dürften bei Euch weniger bekannt sein. Daher langsam und zum mitschrieben. Es war 1983 als ein amerikanisches Quartett namens BROCAS HELM ihr 5-Song-Demo veröffentlichte und alle Songs kurze Zeit später auch auf ihrem Debut »Into Battle« verewigten. Diese Scheibe war eines der kompromißlosesten und kraftstrotzendsten Werke, das die Szene bis zu diesem Zeitpunkt gesehen hatte. Aber vielleicht kamen BROCAS HELM einfach zu früh, denn sie traten kaum beobachtet wieder den Rückzug an. 1987 probierte man mit einem neuen Demo, etwas doof »Black Death« benannt, einen zweiten Anlauf und schob im darauffolgenden Jahr auch gleich eine ebenso betitelte Platte nach. Erneut eine Granate in der Hand, wurden BROCAS HELM auch diesmal kaum registriert.

BROCAS HELM-Democover

Seither gab es von BROCAS HELM keine Nachricht mehr, so daß wir mal stark davon ausgehen sollten, daß die Band nicht mehr existiert.
 

kapitaler Anfang...elbst wenn man es sich nur schwer vorstellen kann - auch eine Band wie VIRGIN STEELE hat eine Demovergangenheit! Diese liegt bei VIRGIN STEELE zwar schon über zehn Jahre zurück, ist aber nichts desto trotz vorhanden. Auf diesem Demo war ein Teil des Materials von VIRGIN STEELEs Debutalbum zu hören, welches nur kurze Zeit später folgte.

VIRGIN STEELE-Democover

Mit »Guardian Of The Flame« machte man weiter, um mit »Noble Savage« Heavygeschichte zu schreiben und mit »Age Of Consent« einen total anders gearteten, aber dennoch hochklassigen Nachfolger abzuliefern. Danach kam das lange Schweigen und ich wollte bereits Wetten darauf abschließen, daß VIRGIN STEELE ins Nirvana eingegangen seien, als plötzlich die Nachricht die Runde machte, daß VIRGIN STEELE schon bald ein »Life Among The Ruins« führen wollten. Gut so!

Genug der Klassik! Wir stehen am Ende einer weiteren runden Runde, die hoffentlich zu Eurer Zufriedenheit verlaufen ist!


Stefan Glas


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