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”UNDERGROUND EMPIRE 7”-Datasheet

Contents:  HARDDISC-''Über-, Ein-, Durchblick''-Artikel

Date:  03.02.1993 (created), 23.07.2021 (revisited), 23.07.2021 (updated)

Origin:  UNDERGROUND EMPIRE 7

Status:  published

Task:  from paper to screen

Availability:  original printed issue sold out! Several earlier issues still available; find details here!

Comment:

Ist es Euch aufgefallen? Der gute Chris Wijker hatte sein HardDisc-Logo frech beim "Metal" des METAL HAMMERs geklaut - zumindest so wie es damals verwendet worden war; mittlerweile wurde das Logo das Magazins etwas modifiziert.

Neben dem Logo hatten wir das in der Storymitte zu sehende Design als Ausschmückung gewählt. Es war in ähnlicher Weise auf den Flyern von HardDisc zu sehen, und ich hatte es mit Hilfe von CorelDraw nachgebaut.

Supervisor:  Stefan Glas

 
 

Überblick/Einblick/Durchblick-Logo 1 Überblick/Einblick/Durchblick-Logo 2

HARDDISC-Logo

Weiter geht's im Text. Wenden wir unseren Blick nochmal nach Benelux auf eine Organisation, deren Betätigungsfeld das Radio ist und deren Wirkungskreis sich über Holland und Belgien erstreckt - HardDisc. Chris Wijker stellt uns seine Idee vor.

Wie begann HardDisc, und was macht HardDisc?

Ich war selbst mal Hard Rock-DJ bei einem Radiosender, und irgendwann wurde meine Sendung mit der Begründung, "Den Scheiß will doch niemand hören!", aus dem Programm gekickt. Dies ist sicher kein Einzelfall gewesen, und aus dieser Frustration heraus, sehen zu müssen, daß Hard Rock bei Radiosendern immer links liegengelassen wurde, habe ich HardDisc gestartet, weil ich das ändern möchte! Ich erledige mit HardDisc die Verbindung zwischen Plattenfirmen, Managements, Promo-Organisationen und Radiostationen in Holland und Belgien. Ich erhalte das Material von ihnen und verteile es an die Radiosendungen, die HardDisc angeschlossen sind. Das Resultat ist, daß Hard Rock-Fans LPs/CDs/Demos auf momentan 15 lokalen Radiostationen hören können, die sie zuvor nie gehört hätten.
Ich suche immer neue Kontakte mit Bands und Plattenfirmen, die mir ihre Promos schicken, denn HardDisc ist noch nicht so bekannt. Aber ich kriege jede Woche weltweit neue Kontakte, so daß ich sagen muß, daß es wirklich hervorragend läuft!
Außerdem habe ich ein Tourmanagement in Europa gestartet, und zwar zusammen mit bereits etablierten Tourmanagements in Deutschland, Spanien, Italien, England, Frankreich und Skandinavien. Ich habe nämlich bemerkt, daß sich der gewöhnliche Tourveranstalter kaum mit Hard Rock auseinandersetzt, und ich denke, daß wir einen weitaus besseren Job tun können. Andere tun es nur für Geld (ihr kleiner grüner Gott), und ich werde es tun, um die Szene zu unterstützen.

Werden irgendwelche Stile bei HardDisc bevorzugt?

Alle Arten von Hard Rock werden in unseren Shows gespielt. Angefangen bei ganz melodischen Sachen bis hin zu Speed, Thrash, Core, Grind, Noise oder Industrial - you name it and we'll play it! Es ist von Radiosendung zu Radiosendung verschieden. Einige DJs spielen nur AOR, während andere wiederum nahezu nur Death oder Thrash spielen. Wenn mir also eine Band oder Plattenfirma ihre Promos schickt (möglichst 15-fach) checke ich ab, welcher DJ mit größter Wahrscheinlichkeit diese Musik spielen wird und schicke ihm ein Exemplar. 80-90 Prozent des Materials wird Airplay erhalten.
Ich versuche ebenfalls, Interviews mit Newcomer-Bands und etablierten Acts zu verbreiten, indem ich Kopien von den Interviews ziehe und sie an die DJs verschicke, die Interesse haben, sie zu senden. Ebenso organisiere ich Interviews bei Liveauftritten, in Hotels, im Studio oder auch per Telefon.

HardDisc-Design

Wenn Dir eine Band nun 15 Exemplare ihres Demos schickt, was wird dann passieren? Wie oft werden Songs von dem Demo gespielt?

Zunächst verteile ich die Demos an die DJs. Wie oft die Demos gespielt werden, liegt natürlich einzig und allein bei den DJs. Manchmal sind Demos so schlecht, daß sie überhaupt nicht gespielt werden. Meistens wird ein Demo über ein, zwei Monate hinweg mehrmals gespielt. Es kommt auch vor, daß die DJs Interviews mit Demobands machen, die sie sehr mögen. Die Bands und Plattenfirmen erhalten jeden Monat eine Playlist. Ebenso probiere ich, unsere Top-10 sowie unsere Demo-Top-5 in verschiedenen führenden Magazinen zu plazieren, was jedoch sehr schwierig ist.
Nachdem die Zeit vorbei ist, in der die Demos gespielt werden, bin ich bereit, die Demos an Plattenfirmen zu schicken, von denen ich denke, daß sie interessiert sein könnten. Die Bands müssen dafür nur die Portokosten zahlen, die entstehen, um die Demos zu den Firmen zu schicken.

Wie bist Du dazu gekommen, HardDisc zu starten?

Ich selbst habe keine richtige Ausbildung, keinen Beruf und habe daher keine Chance, hier einen Job zu finden. Daher betreibe ich HardDisc als Full-Time-Job und lebe von dem Geld, das mir die DJs monatlich für meine Arbeit zahlen. Ich möchte dabei nicht reich werden, sondern einfach meine Telefonrechnungen zahlen, die Portokosten decken und davon leben können.

Einfach mal so 15 Demos lockerzumachen, ist für eine Newcomer-Band sicher alles andere als eine kleine Aktion. Können Bands, die interessiert sind, Dir ihr Material zu schicken, vorab noch weitere Informationen über HardDisc erhalten?

Ja! Sie brauchen mir nur einen IRC (Ein Internationaler Antwortschein, den man bei jedem Postamt kriegt - Red.) fürs Porto zu schicken, und sie erhalten Infos zu HardDisc und eine komplette Liste mit den Adressen der Radiostationen, die mit HardDisc zusammenarbeiten. Sie können dann gerne alle diese Adressen abchecken, um zu sehen, daß diese Radiostationen auch wirklich existieren!

So weit die Vorstellung von HardDisc! Eine Möglichkeit, die sich Bands durchaus mal durch den Kopf gehen lassen sollten. Es soll ja auch mal vorkommen, daß Leute von Plattenfirmen dieses Heft in die Finger kriegen, und sofern sie dann auch noch diese Zeilen gelesen haben, stellt sich für sie sicher auch die Frage, ob da nicht eine gute Promomöglichkeit verborgen liegt. Auf jeden Fall habt Ihr wieder einen Eindruck davon vermittelt bekommen, was der Underground an Ideenvielfalt zu bieten hat!

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Stefan Glas

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