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  UE-Home → Online Empire 86 → Interview-├ťbersicht → INGLORIOUS (GB)-Interview last update: 14.01.2021, 06:41:07  

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INGLORIOUS (GB)-Headline

Nach dem ├╝beraus fulminanten selbstbetitelten Erstling vor etwas mehr vier Jahren und dem nur knapp zw├Âlf Monate sp├Ąter nachgereichten ┬╗II┬ź schien der gro├če Wurf f├╝r INGLORIOUS zum Greifen nahe. Doch irgendwie lief die Sache dann doch nicht ganz so rund, wie eigentlich geplant, und so kam es unmittelbar vor der Ver├Âffentlichung des 2019er Drehers ┬╗Ride To Nowhere┬ź dazu, da├č Schlagzeuger Phil Beaver und S├Ąnger Nathan James allein dastanden und sich um neue Kollegen umsehen mu├čten.
Das ist zum Gl├╝ck inzwischen kein Thema mehr. Die relativ kurzfristig ins Line-up integrierten Danny Dela Cruz, Dan Stevens und Vinnie Colla sind n├Ąmlich nicht nur immer noch mit von der Part(y)ie, sondern haben auch einiges zum Gelingen des neuen Werkes ┬╗We Will Ride┬ź beigetragen.
Logisch also, da├č Nathan einiges zu berichten hatte.

Wie kam es denn ├╝berhaupt zur doch relativ kurzfristigen Zusammenarbeit mit den drei Jungs, die mehr oder weniger aus dem Stand heraus bei Euch eingestiegen sind?

Danny war mir schon l├Ąnger ein Begriff. Ich wu├čte, da├č er ein ├╝beraus talentierter Gitarrist ist und war von seinen YouTube-Videos schwer beeindruckt, die er als 15-j├Ąhriger Bursche gedreht hat. Da er zudem bei uns als Gitarrentechniker einen phantastischen Job geleistet hat, lag es nahe, ihn in die Band aufzunehmen. Auf Dan wurde ich bei einer Jamsession in London aufmerksam. Daraus entwickelte sich nicht nur eine ├╝beraus fruchtende Kooperation, sondern auch eine sehr intensive Freundschaft. Blieb also nur noch die Frage nach dem geeigneten Bassisten. Durch einen Tip kam ich mit Vinnie in Kontakt, und auch bei ihm war ich schnell davon ├╝berzeugt, da├č er der richtige Mann f├╝r uns ist.

INGLORIOUS (GB)-Bandphoto 1

Das klingt nach einer sehr entspannten Geschichte. Wie lange hat es denn gedauert, bis Du sicher sein konntest, ├╝ber ein einsatzbereites Line-up zu verf├╝gen?

Es ging wirklich alles sehr fix. Mit Danny war ich bereits am Tag nach dem Ausstieg der Ex-Kollegenschaft handelseinig. Da INGLORIOUS noch nie zu jenen Bands z├Ąhlten, die sich w├Âchentlich zum Proben treffen, gab es auch keinerlei logistischen Herausforderungen zu stemmen. Wir konnten uns also von Anfang an auf die Musik konzentrieren. Eine der Grundvoraussetzungen, um bei uns zu spielen, ist, da├č man sich die Songs so gut und rasch wie m├Âglich angeeignet. Das haben die Jungs nach bestem Gewissen erledigt, weshalb schon sehr bald die ersten Ideen f├╝r neue Songs herumgereicht werden konnten.

Daraus l├Ą├čt sich schlie├čen, da├č die drei Neuzug├Ąnge zum neuen Album so einiges beigetragen haben. Korrekt?

Absolut! Eine ganze Menge sogar! Dan und Vinnie haben als Songwriter schon einige Erfahrung und hatten offenbar jede Menge Ideen vorr├Ątig. Aber auch Danny hat sich f├╝r das Album voll ins Zeug geschmissen und sich mit unz├Ąhligen Riffs und Ideen eingebracht. Wirklich ├╝berrascht hat es mich zugegebenerma├čen aber nicht, da├č diese Formation auf Anhieb harmonieren w├╝rde. Danny und ich haben schon vor knapp zwei Jahren gemeinsam an einem Song gearbeitet, und au├čerdem wu├čten wir auch, wie der andere tickt. Hilfreich war auch, da├č wir uns durch unsere Shows gut aufeinander einspielen haben k├Ânnen. Phil und ich waren immer wieder begeistert, was die Burschen bei den Soundchecks so vom Stapel gelassen haben. Vieles davon kann man auf dem Album in ausgearbeiteter Form finden.

Spontan klingt der Dreher auf jeden Fall. Gab es denn keine Intention, wohin die Reise gehen sollte?

Eigentlich nicht. Klar wollten auch wir das m├Âglichst beste Album schreiben, das je erschienen ist. Welche Band will das nicht? Da ich mit dem Ergebnis aber wirklich sehr zufrieden bin, kann man das wohl tats├Ąchlich auch als "Intention" durchgehen lassen. Ebenso die Tatsache, da├č ich der Welt unbedingt zeigen wollte, da├č ich momentan ausnahmslos Supermusiker rund um mich habe und man INGLORIOUS noch lange nicht abschreiben darf. Im Ernst, vor allem was die Gitarrenarbeit betrifft, bin ich wirklich davon ├╝berzeugt, da├č die Band niemals besser aufgestellt war. Die beiden "Dans" haben es wirklich krachen lassen!

Den Einflu├č der beiden Kollegen an den Sechssaitigen h├Ârt man der Scheibe auf jeden Fall an. Worin siehst Du denn sonst die gr├Â├čten Unterschiede zu den fr├╝heren Alben?

Neue Mitglieder bringen immer ├änderung mit sich. Von daher ist es logisch, da├č sich unsere neue Scheibe von den ersten unterscheidet. Doch das liegt nicht blo├č am Umstand, da├č Danny und Dan v├Âllig unterschiedliche Vorbilder haben als ihre Vorg├Ąnger und wir dadurch entsprechend anders klingende Tracks geschrieben haben. Meiner Meinung nach macht die Produktion den wesentlichsten Unterschied aus. ┬╗We Will Ride┬ź klingt einfacher fetter und gr├Â├čer. Vor allem aber genauso, wie wir es wollten. Romesh Dodangoda hat Wahnsinns-Arbeit geleistet. Er gilt nicht umsonst als einer der momentan besten Produzenten f├╝r modern klingende Rockmusik! Er konnte sich durch seine Arbeit mit weltbekannten Formationen wie MOT├ľRHEAD, BRING ME THE HORIZON und BULLET FOR MY VALENTINE einen guten Namen machen. Zu recht, denn Romesh wei├č einfach, was zu tun ist.

INGLORIOUS (GB)-Bandphoto 2

Allzu "modern" ist der Klang der Scheibe aber - sehr zu meiner pers├Ânlichen Freude - gar nicht ausgefallen, auch wenn ich zun├Ąchst ein wenig skeptisch gewesen bin, was da auf mich zukommt. Mir fehlte dieses Mal einfach der Name Kevin Shirley. War das Absicht, oder hatte unser aller "Lieblingsfeind" etwas damit zu tun?

Nein. Weder das Virus noch der Lockdown hatten irgendeinen Einflu├č auf diese Entscheidung. Wir hatten schon l├Ąnger beschlossen, uns um einen anderen Produzenten zu k├╝mmern. Nicht, weil wir mit Kevin irgendein Problem h├Ątten oder gar mit seiner Arbeit unzufrieden w├Ąren. Im Gegenteil, ich bin seit Jahren Fan vieler Bands, deren Alben unter seiner ├ägide entstanden haben, und werde das wohl bis zu meinem Lebensende bleiben. F├╝r INGLORIOUS schwebte mir aber etwas anderes, etwas neues vor. Da auch meine Kollegen dieser Meinung waren, standen die Arbeiten an unserem neuen Album dann unter dem Motto "Zeit f├╝r Ver├Ąnderung". Nicht zuletzt deshalb sind wir schlu├čendlich auch bei Romesh gelandet.

Alles klar. Das Virus hatte aber zumindest auf den Aufnahmeproze├č seine Auswirkungen. Oder wurde da etwas Falsches verbreitet?

Nein. Das stimmt leider. Der Lockdown hat uns in der Tat hart getroffen. Wie waren zu diesem Zeitpunkt n├Ąmlich gerade dabei, es uns im gebuchten Studio in Wales gem├╝tlich zu machen. Aufnehmen war zwar erlaubt, allerdings durften wir zu keinem Zeitpunkt in kompletter Formation anwesend sein, und schon gar nicht zusammen in einem Raum sein. Von eventuellen Unternehmungen, wie gemeinsamen Pubbesuchen ganz so schweigen. Oh Mann, was habe ich diese Zeit gehasst! Allerdings h├Ątte es durchaus auch schlimmer sein k├Ânnen. Etwa dann, wenn wir, so wie es fr├╝her Usus gewesen war, alle gemeinsam aufnehmen h├Ątten wollen. Das war aber zum Gl├╝ck kein Thema mehr, da wir schon lange vor der Pandemie entschieden hatten, unseren Aufnahmeproze├č zu ver├Ąndern. Bei uns mu├č seit einiger Zeit zun├Ąchst jeder f├╝r sich aufnehmen! Das war nicht nur weniger zeitaufwendig, sondern auch sehr effizient. Auch Romesh war sehr gl├╝cklich damit, schlie├člich ist es ihm so wesentlich leichter gefallen, ┬╗We Will Ride┬ź unseren W├╝nschen und seinen Vorstellungen nach entsprechend abzumischen. Auch diese Ver├Ąnderung war notwendig, um exakt den Sound erhalten zu k├Ânnen, den wir wollten.

http://www.inglorious.com/

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Stefan Glas

Photos: Paul Harries

INGLORIOUS (GB) im ├ťberblick:
INGLORIOUS (GB) – II (Rundling)
INGLORIOUS (GB) – Inglorious (Rundling)
INGLORIOUS (GB) – Ride To Nowhere (Rundling)
INGLORIOUS (GB) – ONLINE EMPIRE 86-Interview
INGLORIOUS (GB) – News vom 25.10.2018
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