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  UE-Home → History → Online Empire 85 → Interview-Übersicht → BLACK STONE CHERRY-Interview last update: 12.08.2022, 06:52:50  

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Nicht viele Formationen können von sich behaupten, knapp 20 Jahre nach der Gründung noch immer in der ursprünglichen Besetzung aktiv zu sein, die Südstaaten-Rocker BLACK STONE CHERRY sehr wohl. Doch nicht nur ihre Beständigkeit ist imposant, auch die Tatsache, daß ihre Fanbase stetig anwächst und damit einhergehend die Chartplatzierungen von Album zu Album nahezu permanent höher geworden sind, beeindrucken.

BLACK STONE CHERRY-Headline

Die Burschen selbst sind sich dieser Sache bewußt, weshalb es nur wenig verwundert, daß Bassist Jon Lawhon nicht nur darauf, sondern auch auf das eben fertiggestellte neue Werk »The Human Condition« überaus stolz ist. Dennoch erweist er sich im Gespräch als überaus dankbarer Zeitgenosse, der weiß, wem es zu verdanken ist, was er und seine Bandkumpels bisher erreicht haben.

BLACK STONE CHERRY-Bandphoto 1

Euer neues Album klingt in Summe wesentlich positiver als man es aufgrund der aktuellen Lage erwarten hat dürfen. Wie seht Ihr das?

Oh Mann, danke! Danke, daß Du so etwas sagst. Wir waren uns nämlich nicht ganz sicher, ob die Stimmung der Scheibe auch wirklich so ankommen würde, wie wir es uns erhofft hatten. Gründe, weshalb »The Human Condition« nun gar nicht so anders klingt als unsere früheren Scheiben, gibt es mehrere. Der Wichtigste davon ist, daß wir als Band ganz genau wissen, was wir wollen und was man an uns schätzt. Es ist nun mal Tatsache, daß es die Fans immer noch mit denselben vier Jungs zu tun haben, die vor fast zwanzig Jahren an einer High-School beschlossen haben, eine Band zu gründen. So etwas wissen Fans zu schätzen. Genauso wie wir uns fast geadelt fühlen, daß sie den bisherigen Weg mit uns gemeinsam absolviert haben. Hut ab vor unseren Fans! Uns ist klar, was wir ihnen etwas schuldig sind und wissen auch, was wir in etwa zu liefern haben, auch wenn ich mir sicher bin, man würde uns musikalische Experimente in einem gewissen Rahmen inzwischen verzeihen. Doch wir haben überhaupt nicht vor, unsere Gangart zu ändern. Warum auch? Wir sind mit diesen Sounds nun mal auf- und in diese förmlich hineingewachsen. Von daher sollte es auch naheliegend sein, daß wir nichts anderes als ein typisches BLACK STONE CHERRY-Album abgeliefert haben.

Hatte die momentane Situation denn gar keinen Einfluß darauf?

Auf die Songs selbst verhältnismäßig wenig. Unter anderem deshalb, weil der Großteil des Materials längst fertiggestellt war, bevor die Pandemie flächendeckend geworden ist. Es ist zwar korrekt, daß wir uns nahezu zeitgleich mit dem Lockdown in ein Studio hier bei uns in Kentucky eingenistet haben, doch dort haben wir an den Songstrukturen nur noch wenig verändert.

BLACK STONE CHERRY-Singleshot: Jon Lawhon

Euer Plan sah demnach vor, Euch eher um einen optimalen Klang zu kümmern?

Genau. Dieses Vorhaben konnten wir auch umsetzen. Wir hatten schließlich weder Streß bezüglich des Veröffentlichungsdatum, noch mußte wir uns beeilen um auf Tournee zu gehen. So kam es, daß unser Schlagzeuger John Fred Young solange auf drei unterschiedlichen Drumkits herumprobieren konnte, bis er den idealen Klang gefunden hat. Auch ich hab' mich nicht hetzen müssen und konnte acht unterschiedliche Baß-Modelle verwenden, um alles sauber hinzubekommen. Die Anzahl an Gitarren, die wir ins Studio mitgenommen haben, weiß ich gar nicht mehr. Es waren jedenfalls viele, verdammt viele!

Der Klang des Albums war alle Mühe wert, Euer Groove kommt nach wie vor bestens zur Geltung. Alles ist aber doch nicht beim alten geblieben. Den Texten merkt man nämlich sehr wohl einen Bezug zur aktuellen Lage des Planeten an. Die Zeile "People, people your attention please, I need to tell you about a new disease", mit der Ihr in das Album startet, dürfte schließlich kein Zufall sein. Oder?

›Ringin' In My Head‹, von dem diese Zeile stammt, wurde natürlich mit voller Absicht als Opener ausgewählt. Die Nummer und auch der Text haben allerdings bereits mehrere Jahre auf dem Buckel. Die Situation hat jedoch danach verlangt das Album, damit zu eröffnen. Auch in einigen anderen Texten ist ein wenig Schwermut zu bemerken, runterziehen lassen haben wir uns von diesem Virus aber nicht.

BLACK STONE CHERRY-Bandphoto 2

Eure wirklich gelungene Version von ›Don't Bring Me Down‹ untermauert das auf eindrucksvolle Weise. Die Klasse der Darbietung überrascht nicht sonderlich, weil Ihr mit Fremdmaterial offenbar gut umzugehen wißt, sehr wohl aber die Auswahl. Wie kam es dazu?

Wir sind alle E.L.O.-Fans und lieben vor allem die früheren Scheiben von Jeff Lynne und seiner Mannschaft. Allerdings war uns von Anfang an klar, daß wir diese Nummer in unserer Gangart darbieten müßten, denn allein den Gesang hätten wir nie im Leben hinbekommen. Stell' Dir einfach mal Chris dabei vor, so klingen zu wollen wie Jeff Lynne. Das geht einfach nicht.

http://www.blackstonecherry.com/

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Walter Scheurer

Photos: Mike Rodway

BLACK STONE CHERRY im Überblick:
BLACK STONE CHERRY – Black To Blues (Rundling-Review von 2017)
BLACK STONE CHERRY – Black To Blues 2 (Rundling-Review von 2019)
BLACK STONE CHERRY – Family Tree (Rundling-Review von 2019)
BLACK STONE CHERRY – Kentucky (Rundling-Review von 2016)
BLACK STONE CHERRY – Live From The Royal Albert Hall - Yall! (Rundling-Review von 2022)
BLACK STONE CHERRY – The Human Condition (Rundling-Review von 2020)
BLACK STONE CHERRY – ONLINE EMPIRE 76-"Living Underground"-Artikel
BLACK STONE CHERRY – ONLINE EMPIRE 85-Interview
BLACK STONE CHERRY – News vom 03.06.2021
Playlist: BLACK STONE CHERRY-Liveshow Bildein, "PictureOn-Festival" 07.08.2015 in "Jahrescharts 2015" auf Platz 2 von Walter Scheurer
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