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  UE-Home → History → Online Empire 81 → Interview-├ťbersicht → TYGERS OF PAN TANG-Interview last update: 05.11.2020, 18:45:40  

TYGERS OF PAN TANG-Logo

Als Robert Mortimer "Robb" Weir in den sp├Ąten 70er Jahren zusammen mit einigen Kumpels eine Band mit dem Namen TYGERS OF PAN TANG aus der Taufe hob, war nicht abzusehen, da├č er von uns gut 40 Jahre sp├Ąter zu einem Interview gebeten w├╝rde. Schlie├člich mu├čten er und seine Band nach ersten H├Âhenfl├╝gen auch so ziemlich alle Probleme des Business kennenlernen. Doch Robb hat sich ├╝ber all die Jahre als Stehaufm├Ąnnchen entpuppt und die Band nie aufgegeben. Im Gegenteil, seine Hingabe zur Musik hat ihn jahrzehntelang hart arbeiten lassen. In S├Ąnger Jacopo Meille, Drummer Craig Ellis sowie sowie Gavin Gray am Ba├č und Micky Crystal an der zweiten Gitarre hat sich in der letzten Dekade doch eine Besetzung etabliert, die sich auf der B├╝hne in gl├Ąnzender Verfassung zeigte. Nicht nur dort, denn auch das 2016 ver├Âffentlichte selbstbetitelte Album war verdammt stark und untermauerte den von vielen Fans bereits herbei diskutierten neuerlichen Fr├╝hling der TYGERS. Der findet aktuell eine Verl├Ąngerung, denn mit dem eben in die Umlaufbahn katapultierten ┬╗Ritual┬ź stellt die Band erneut ihre Topform unter Beweis.

TYGERS OF PAN TANG-Headline

Grund genug also, sich mit "Ur-TYGER" Robb ├╝ber den Stand der Dinge zu unterhalten. Das letzte verbliebene Gr├╝ndungsmitglied erweist sich am Telefon als ebenso eloquenter wie blendend gelaunter und nicht zuletzt als ├╝beraus dankbarer Gespr├Ąchspartner.

Bei Euch scheint seit einiger Zeit alles bestens zu laufen, oder t├Ąuscht dieser Eindruck?

Nein, keineswegs. Alles gut bei uns! Ich bin auch sehr froh dar├╝ber, da├č man das auch genauso wahrnimmt. Schlie├člich ist so etwas nicht selbstverst├Ąndlich. Wir haben die letzten Jahre wirklich sehr hart f├╝r die Band gearbeitet und aus den durchweg positiven Reaktionen konnten wir immer wieder Kraft und nat├╝rlich auch weitere Motivation sch├Âpfen.

Hat den Eure momentane Hochform auch etwas damit zu tun, da├č die Band seit mehreren Jahren endlich wieder ein stabiles Line-up besitzt?

Definitiv! Ich bin sogar der Meinung, da├č es anders nicht so gut laufen w├╝rde. Wir sind im Laufe der letzten Jahre regelrecht zusammengewachsen, um nicht zu sagen zu einer verschworenen Einheit geworden. Bei uns kann sich jeder auf den anderen verlassen. Ein derartiges Gef├╝hl der Zusammengeh├Ârigkeit hatte ich in den Jahren zuvor wahrlich nicht immer.

Dieses Gemeinschaftsgef├╝hl hat sich offenbar auch auf das Songwriting ausgewirkt. Oder siehst Du das anders?

Indirekt auf jeden Fall. Denn auch wenn wahlweise Gavin, Micky oder ich Ideen f├╝r Riffs, Licks und manchmal sogar ganze Songfragmente im Alleingang aust├╝fteln und diese der gesamten Band erst in weiterer Folge vorstellen, w├Ąre es f├╝r keinen von uns ohne die anderen Jungs m├Âglich, ein derart kompaktes Album wie ┬╗Ritual┬ź abzuliefern. Da bin ich mir ganz sicher. Denn auch wenn es in der Natur anders sein mag, wir TYGER bevorzugen es, in einem Rudel zu sein!

Das hei├čt auch S├Ąnger Jacopo Meille und Drummer Craig Ellis tragen etwas zum Entstehen neuer Tracks bei?

Eine ganze Menge sogar! Craig ist unser K├Ânig der Melodien und Hooks. Er hat ein wahnsinnig gutes Gesp├╝r daf├╝r und wei├č die Basistracks damit immer wieder aufzupeppen. Auch Jacopo wei├č, elegant mit Melodien zu hantieren, und ist zudem ein phantastischer Texter. Er schafft es mittlerweile sogar, einen Text binnen kurzer Zeit zu einem Song zu liefern, f├╝r den ich zuvor nichts weiter als einen Titel ge- oder erfunden habe. Ich mu├č zugeben, mit einer solchen Aufgabe v├Âllig ├╝berfordert zu sein. Nicht aber Jacopo, der schafft das locker.

TYGERS OF PAN TANG-Bandphoto 1

Gab es denn eine bestimmte Intention, wie das Album klingen sollte, als Ihr mit dem Schreiben der Songs begonnen habt?

Nein, ├╝berhaupt nicht. Irgendwelche Vorgaben haben wir uns noch nie gemacht. Ich glaube, so etwas w├╝rde den kreativen Proze├č eher blockieren, als da├č wir etwas Brauchbares liefern k├Ânnten. Daf├╝r brauchst Du wahrscheinlich studierte Musiker, bei uns steht dagegen die Emotion und die Leidenschaft f├╝r die Musik im Vordergrund. Au├čerdem haben wir l├Ąngst unseren eigenen Weg , Musik zu komponieren. Wir hatten nichts anderes im Sinn, als Alben im typischen "TYGERS-Style" aufzunehmen.

Wann habt Ihr denn begonnen, an den Songs zu arbeiten?

Vor ungef├Ąhr zwei Jahren. Wir hatten es allerdings nicht unbedingt eilig. Warum auch? Wir waren mit der Resonanz auf ┬╗Tygers Of Pan Tang┬ź durchaus zufrieden, hatten keinerlei Stre├č von unserem Label und nahmen uns die Zeit, alles in Ruhe aufzunehmen. Idealerweise zu Hause. Da ich mich vor l├Ąngerer Zeit schon mit technischem Equipment eingedeckt habe, ist es mir inzwischen sogar immer und ├╝berall m├Âglich aufzunehmen. Bevorzugterweise nehme ich aber immer noch bei mir zu Hause auf. Daf├╝r habe ich mir sogar vor einiger Zeit ein kleines Studio eingerichtet, denn so schaffe es nun locker, beispielsweise die Basistracks einer neuen Nummer zwischen Fr├╝hst├╝ck und Dusche aufzunehmen. Cool, was?

Absolut. Selbst produziert hast Du die Scheibe dann aber doch nicht?

Doch! Den ersten Schritt, also die Produktion an sich, haben wir sehr wohl im Alleingang erledigt. Allerdings haben wir danach unseren ehemaligen Gitarristen Fred Purser ins Boot geholt, der seit jeher ein begnadeter Studiotechniker ist und uns als Engineer zur Seite gestanden ist. Er hat die Songs nicht nur sprichw├Ârtlich gr├Â├čer gemacht, sondern es auch geschafft, den Instrumenten einen volumin├Âseren Klang zu verabreichen.
Wie ihr wi├čt, ist Fred ja auch noch als Musiker aktiv und auch beim selben Label unter Vertrag wie wir. Dadurch kam relativ spontan und unkompliziert ein Kontakt zu Soren Anderson zustande, der ebenfalls bei MIGHTY MUSIC unter Vertrag steht und uns von den Labelmanagern f├╝r den Mix vorgeschlagen wurde. Da wir uns auf Anhieb bestens verstanden, war schnell vereinbart, da├č Soren den Mix ├╝bernehmen w├╝rde. F├╝r das abschlie├čende Mastering haben wir das Album dann nach Kanada geschickt, um es von Harry Hess entsprechend veredeln zu lassen. Im Endeffekt nahm dieser Produktionsablauf zwar jede Menge Zeit in Anspruch, doch wir sind uns sicher, da├č sich jeder einzelne Schritt gelohnt hat.

Zweifelsohne. Wobei hinzuzuf├╝gen ist, da├č die Hitdichte im Vergleich zu Eurem letzten Dreher sogar noch ein wenig h├Âher ist.

Danke. Doch das haben wir nicht zu erzwingen versucht. Es l├Ąuft einfach, wenn alle Bandmitglieder den TYGERS-Sound verinnerlicht haben. Man kann sogar sagen, alle in der Band haben den sprichw├Ârtlichen "TYGER" im Blut! Eine andere Erkl├Ąrung daf├╝r habe ich auch nicht. Ein Gesp├╝r f├╝r derlei Sounds mu├č man einfach in der DNA haben, anders geht es wohl nicht. [lacht] Wir haben wohl die TYGERS-DNA einfach in uns!

Ein Gesp├╝r habt Ihr offenbar auch f├╝r gelungene Liveshows. Eine schwache TYGERS-Show hab' zumindest ich noch nie erlebt.

Das sind wir unseren Fans schuldig! Alles andere, als Vollgas zu geben, ist bei uns schlicht verboten und macht auch gar keinen Sinn. Schlie├člich bezahlen die Fans daf├╝r, uns zu sehen, von daher darf es durchaus als "Arbeitsauftrag" betrachten, wenn man als Band auf die B├╝hne geht. Wie hat es denn Dir eigentlich bei unseren Shows gefallen?

Ich war immer schwer begeistert. Wobei ich Euch zwar schon mehrmals, aber immer am selben Ort gesehen habe.

Wo denn?

Beim "Bang Your Head!!!"-Festival!

Das ist einer unserer Lieblingspl├Ątze! Veranstalter Horst ist obendrein einen der nettesten Typen, die es in diesem Business ├╝berhaupt gibt. Wir lieben es einfach, in Balingen aufzutreten! Das Publikum ist immer bestens drauf, die Organisation einfach der Hammer und auch das Drumherum spitze. Selbstverst├Ąndlich haben wir auch viele andere Veranstaltungen bei Euch in Deutschland fest ins Herz geschlossen. Das "Rock Hard Festival" etwa oder auch das "Headbangers Open Air". Alles wunderbare Festivals! Deutschland ist generell der wichtigste Markt f├╝r uns, treuere Fans findest du nirgendwo auf dieser Weltkugel! Und auch was das Organisatorische betrifft, seid Ihr auch ganz weit vorne.

Den eigentlichen Startschu├č in Euren aktuellen "Bandfr├╝hling" gab angeblich ein anderes, bislang noch nicht erw├Ąhntes Festival. Korrekt?

Genau! Es war 1999, als unser ehemaliger S├Ąnger Jess Cox von den Organisatoren des "Wacken Open Air" kontaktiert wurde, ob er sich denn eine Reunionshow vorstellen k├Ânnte. Tja, er konnte das sofort, und auch mich mu├čte er nicht lange ├╝berreden, denn ich war sofort dabei. Dann wurde es zwar kurzzeitig ein wenig eng mit Personal, doch zum Gl├╝ck waren wir schon mit den Jungs von BLITZKRIEG gut befreundet. Im Endeffekt mu├čten Jess und ich n├Ąmlich auf deren Angebot zur├╝ckkommen, uns bei diesem, inzwischen von vielen Fans als legend├Ąr bezeichneten Auftritt auszuhelfen. Es war zudem eine f├╝r die Zukunft ├╝beraus wichtige Entscheidung, diese Jungs in Wacken mit uns auftreten zu lassen. Schlie├člich lernte ich dabei den fr├╝heren Bassisten der Band, einen gewissen Gavin Gray kennen. Ein furchtbar netter Typ, sag' ich Euch. Das mu├čte er aber auch sein, sonst h├Ątte ich ihn mehr als zehn Jahre sp├Ąter vermutlich nicht zu einem TYGER gemacht.

http://www.tygersofpantang.com/

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Walter Scheurer

Photo: Jacob Muxall

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