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HELLOWEEN-Logo

Als vor mittlerweile gut drei Jahren aus den grassierenden Gerüchten tatsächlich Realität wurde, war die Vorfreude ebenso gigantisch wie die Skepsis bei so manchem Kritiker. Und selbst wenn so manch' langjähriger Fan der Truppe überhaupt nicht mehr damit gerechnet hatte, taten sich die Herren Andi Deris, Michael Weikath, Markus Grosskopf, Sascha Gerstner und Daniel Löble tatsächlich mit ihren früheren Mitstreitern Michael Kiske und Kai Hansen zusammen, um als Septett unter dem Banner HELLOWEEN gemeinsame Sache zu machen.

HELLOWEEN-Bandphoto

Sämtliche Animositäten aus der Vergangenheit konnten recht bald als erledigt betrachtet werden und schürten weiterhin Hoffnung bei den Fans, endlich wieder den typischen Sound dieser Szene-Institution "so wie früher" zu Gehör zu bekommen. Mit der noch im selben Jahr veröffentlichten Single ›Pumpkins United‹ lieferte die Formation nicht nur ein Exempel ihrer Kompositionskunst, sondern obendrein auch gleich ein Statement, was nun tatsächlich zu erwarten war. Diverse Hallen- und Festivalshows folgten, allesamt ausnahmslos bejubelt.

Naheliegend also, daß HELLOWEEN ihre bald darauf gebuchte, über ein Jahr andauernde Tournee auch für die Nachwelt festgehalten haben. Mehr als eine Million Zuseher in 32 Ländern besuchten die 69 Shows umfassende Tournee, die in einem umjubelten, für die Bandmitglieder ergreifenden und emotionalen Auftritt in Hamburg, wo es in den frühen 80er Jahren für HELLOWEEN losging, beendet wurde.

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Für die Veröffentlichung von »United Alive« wurden die Mitschnitte aus Wacken, aus dem "Espaço das Américas" in Sao Paolo sowie aus der "Arena" in Madrid verwendet. In letztgenannte Location finden zwar an sich "nur" 14.000 Fans Platz, doch wer um die Begeisterungsfähigkeit iberischen Metalfans weiß, kann sich vostellen, was dort abgegangen ist. Nicht zuletzt deshalb wird dieser Gig auch gesondert unter dem Titel »United Alive in Madrid« als Triple-CD aufgelegt. Das Package mit dem Titel »United Alive« dagegen umfaßt wahlweise drei DVDs oder zwei Blu rays, in erweiterter Form ist natürlich auch noch das Doppel-Blu ray/Triple-CD-Set zu erhalten.

Ob eine solche Veröffentlichungsvielfalt wirklich notwendig gewesen ist, dürfte wohl heftig diskutiert werden, nicht jedoch, daß sich die sieben Herren bei den aufgezeichneten Konzerten (und wohl auch auf der gesamten Tournee) von ihrer besten Seite zeigten. Daran besteht nämlich nicht der geringste Zweifel! Völlig egal, welches Format man wählt, um sich von dieser HELLOWEEN-Reunion ein Bild zu machen, die sieben Herrschaften legen eine Spielfreude an den Tag, die nur dann authentisch wirken kann, wenn auch wirklich alle involvierten Musiker dahinterstehen. Und genau das macht den Reiz von »United Alive« aus.

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Wie sich beispielsweise die Herren Weikath und Gerstner mit Kai Hansen an den Gitarren ergänzen, ist einfach nur ergreifend, und wenn man dann auch noch mitverfolgt, wie sich Andi Deris und sein Vorgänger Michael Kiske in so manchen Passagen ergänzen, bleibt kein Fanherz unberührt.

Daß für eine solche Tournee auch eine entsprechende Setlist einstudiert wurde, darf als selbstverständlich angenommen werden. Keineswegs jedoch konnte man vorhersagen, wie intensiv Genreklassiker wie ›Dr. Stein‹, ›I Want Out‹ oder ›Eagle Fly Free‹ auch heute noch klingen können. Doch auch neuere, weniger bekannte (und erfolgreiche) Nummern wie ›If I Could Fly‹ oder ›Perfect Gentleman‹ wurden auf gelungene Manier dargeboten. Das gilt ebenso für den "Oldie-Block", bestehend aus ›Starlight‹, ›Ride The Sky‹, ›Judas‹ und ›Heavy Metal Is The Law‹, die unter dem unmißverständlichen Titel ›Kai's Medley‹ zu einem fast 15-minütige, lautstark bejubelten Exkurs in Metal-Historie wurden.

HELLOWEEN-Bandphoto

Da die Erwartungshaltung verdammt groß war, kann als Fazit nur festgehalten werden, daß die Band diesen mehr als nur gerecht werden konnte. Bleibt bloß noch zu hoffen, daß dieses Livedokument, das in mitreißenden Versionen von ›Future World‹ und ›I Want Out‹ ein von erdbebenartigen Publikumsreaktionen begleitetes Ende findet, nicht die letzte Veröffentlichung dieser Formation bleibt.

Großes, ach was, gigantisches Metal-Kino!

http://www.helloween.org/


Walter Scheurer

Photos: Franz Schepers [Photo 1], Patricia Patah [Photo 2], Nicholas Malone [Photo 3], Fabio Augusto [Photo 4]

HELLOWEEN im Überblick:
HELLOWEEN – 7 Sinners (Rundling-Review von 2010 aus Online Empire 45)
HELLOWEEN – Better Than Raw (Re-Release-Review von 2006 aus Online Empire 27)
HELLOWEEN – Chameleon (Re-Release-Review von 2006 aus Online Empire 27)
HELLOWEEN – Gambling With The Devil (Rundling-Review von 2007 aus Online Empire 33)
HELLOWEEN – Keeper Of The Seven Keys - The Legacy (Rundling-Review von 2005 aus Online Empire 25)
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HELLOWEEN – Master Of The Rings (Re-Release-Review von 2006 aus Online Empire 27)
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HELLOWEEN – Heavy, oder was!? 60-"Living Underground"-Artikel (aus dem Jahr 2001)
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HELLOWEEN – Online Empire 54-Interview (aus dem Jahr 2013)
HELLOWEEN – Online Empire 81-Special (aus dem Jahr 2019)
HELLOWEEN – Online Empire 88-Interview (aus dem Jahr 2021)
HELLOWEEN – News vom 21.08.2001
HELLOWEEN – News vom 10.09.2001
HELLOWEEN – News vom 06.12.2002
HELLOWEEN – News vom 13.02.2003
HELLOWEEN – News vom 11.02.2005
HELLOWEEN – News vom 03.05.2012
HELLOWEEN – News vom 14.11.2016
Soundcheck: HELLOWEEN-Album »Rabbit Don't Come Easy« im "Soundcheck Heavy, oder was!? 69" auf Platz 5
Soundcheck: HELLOWEEN-Album »The Dark Ride« im "Soundcheck Heavy, oder was!? 54" auf Platz 11
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unter dem ehemaligen Bandnamen IRON FIST (D):
IRON FIST (D) – News vom 03.03.2008
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