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  UE-Home → History → Online Empire 72 → Interview-Übersicht → MINDMAZE (US)-Interview last update: 18.06.2022, 10:01:29  

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Mit »Resolve« legte die aus Pennsylvania stammende Formation MINDMAZE vor kurzer Zeit ihr drittes Album vor. Die von den Geschwistern Sarah und Jeff Teets seit mehr als zehn Jahren geführte Band versucht sich dabei zum ersten Mal an einem Konzeptalbum. Dieses könnte dem Unternehmen einen gewaltigen Schritt nach oben auf der Karriereleiter bescheren, zeigt sich das Quartett darauf doch in jeder Weise gereift. Jeff, der als Songschreiber, Gitarrist, Keyboarder und phasenweise auch als Produzent für die Band tätig ist, stand Rede und Antwort.

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Seit Eurem letzten Dreher »Back From The Edge« sind fast drei Jahre ins Land gezogen. Was war los?

An sich hatten wir bereits im Sommer 2015 an neuen Songs zu arbeiten begonnen und auch wenn wir noch keine klare Linie für die musikalische Ausrichtung festgelegt hatten, war bereits zu diesem Zeitpunkt klar, daß wir uns an einem Konzeptalbum versuchen würden. Für uns war dieses Unterfangen eine Herausforderung, und daher soll »Resolve« auch einen echten Meilenstein für uns markieren. Nicht zuletzt deshalb haben wir auch unsere bisherige Arbeitsweise komplett verändert. Das alles benötigte aber viel mehr Zeit als angenommen.

Was genau hat sich denn an der Arbeit geändert?

Früher haben wir nichts anderes gemacht als nacheinander jeden Song für sich so lange zu bearbeiten, bis er für uns perfekt klang. Für »Resolve« funktionierte das aber nicht, weil wir die Songs der Konzeptgeschichte unterordnen mußten. Dadurch ist das Album schlicht anders entstanden, weil wir in vielerlei Hinsicht "Neuland" betreten mußten. Alle Mühen haben sich aber zumindest aus unserer Sicht gelohnt, denn die Scheibe ist im Vergleich zu unserer früheren wesentlich vielschichtiger ausgefallen.

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Das Ausarbeiten der Texte für die Konzeptstory dürfte aber auch kein Honigschlecken gewesen sein, oder?

Richtig, das war auch ein ziemlicher Aufwand. Wir haben zum ersten Mal versucht, zeitgleich an mehreren Songs zu arbeiten. Im Endeffekt sind wir damit aber sehr zufrieden, denn dadurch konnten wir nicht nur für die Story immer wieder diverse Feinheiten und Überleitungen besser herausarbeiten, auch unsere Musik klingt deshalb intensiver.

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Musikalisch ist durchaus einiges an Unterschieden zu den Vorgängerscheiben festzustellen. Mein Eindruck ist, daß die Chose in Summe kompakter klingt, aber dennoch mehr Details offenbart. Wie seht Ihr das?

Ähnlich. Ich denke, »Resolve« klingt sowohl heftiger als auch melodischer als die ersten beiden Alben und - so hoffe ich zumindest - auch zwingender. Unser Debut »Mask Of Lies« war im Prinzip nicht viel mehr als eine Zusammenstellung jener Tracks, die wir für unsere besten hielten, als wir in den Jahren 2005 bis 2011 damit begonnen haben, gemeinsam Songs zu schreiben. Für »Back From The Edge« hatten wir zwar vergleichsweise wenig Zeit, die Scheibe wirkt aber dennoch homogener und in sich stimmiger.
Zum einen, weil wir wesentlich organisierter waren und zum anderen, weil wir das Glück hatten, von unterstützenden Mitstreitern wie etwa Mike LePond (SYMPHONY X), der sich um die Baßaufnahmen und vieles mehr kümmerte, lernen zu können. Das veranlaßte uns nicht zuletzt auch dazu, uns für »Resolve« an einem umfangreichen Konzept zu versuchen. Eine gewisse Gewöhnungsphase sollte man der Scheibe aber dennoch geben, denn die Story selbst wird vielleicht nicht jedem sofort erschließen, da wir keine Erzählung oder Abenteuer-Geschichte als Basis hergenommen haben, sondern eher einen psychologischen Ansatz verfolgen.

Aha. Ich war der Meinung, es sehr wohl mit einer erzählten Geschichte aus der Sicht eines Protagonisten zu tun zu haben.

Das stimmt schon, ist aber vielschichtig aufgebaut. Die Story wird zwar von einem Erzähler mehr oder weniger neutral vorgetragen, könnte aber in jedem von uns in unterschiedlichen Situationen auf denselben emotionalen Ebenen ablaufen. Auch diesbezüglich haben wir anders als sonst gearbeitet, diverse Bestandteile und Inhalte der Texte waren nämlich durchaus für die musikalische Ausführung verantwortlich, die Lyrics an sich sind aber dennoch erst nach der Musik entstanden.

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Nochmal kurz zurück zur Entstehung von »Resolve«: Gastmusiker waren diesmal nicht mit dabei, oder?

Nein, da wir seit einiger Zeit über eine stabile Besetzung verfügen, waren nur wir vier - also unser seit 2015 fix zum Line-up zählender Bassist Rich Pasqualone, Drummer Mark "Truk" Bennett, meine Schwester und ich - an den Arbeiten beteiligt. Das heißt aber selbstverständlich nicht, daß wir nicht von erfahrenen Musikern noch etwas lernen können. Vor allem, daß es beim Publikum nicht ankommt, wenn Du nicht echt bist! Die Leute haben lieber deinen Schweiß im Gesicht als eine perfekte, technisch unterstützte Darbietung. Das hat sich bei uns auf immer eingebrannt, und wir sind SAXON und ARMORED SAINT, die wir für einige Gigs begleiten durften, ewig dankbar dafür. Allerdings waren wir ganz schon nervös und zunächst regelrecht starr vor Ehrfurcht. Doch alles ging gut, die Herrschaften haben uns allesamt vorzüglich behandelt und zudem viele Tips gegeben. Auch das gefällt mir an der Metalszene, diese "generationsübergreifende" Hilfestellung ist wohl nicht in jeder Branche üblich. Von daher war es für mich selbstverständlich, das Angebot für ein Gastsolo auf dem Debut von HELION PRIME anzunehmen.

http://www.mindmazeband.com/

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Walter Scheurer

MINDMAZE (US) im Überblick:
MINDMAZE (US) – Back From The Edge (Rundling-Review von 2014)
MINDMAZE (US) – Resolve (Rundling-Review von 2017)
MINDMAZE (US) – ONLINE EMPIRE 72-Interview
MINDMAZE (US) – News vom 22.07.2016
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