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  UE-Home → History → Online Empire 71 → Interview-Übersicht → CHROME MOLLY-Interview last update: 20.05.2022, 17:47:01  

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Obwohl sie weder mit ihren in den 80ern aufgelegten Alben »You Can't Have It All«, »Stick It Out« und »Angst« noch mit dem 1990 nachgereichten »Slaphead« den großen Wurf geschafft haben (und nach dem letztgenannten auch eher sang- und klanglos verschwanden), kredenzen die aus Leicester stammenden Herrschaften auf ihrem aktuellen Dreher »Hoodoo Voodoo« ausnahmslos Klänge, die schlicht als "klassisch-britisch" in die Rock-Geschichte eingegangen sind.

CHROME MOLLY-Bandphoto 1

Zwar klingt die Band damit immer noch eindeutig nach sich selbst, der Großteil der Songs hat aber dennoch einen deutlich höheren "Classic Rock"-Anteil intus, als das auf dem 2013er Comeback »Gunpowder Diplomacy« der Fall war. Den Grund dafür erläuterten Sänger Steve Hawkins und Bassist Nick Wastell, die gemeinsam zum Interview antraten und auch gar kein Hehl aus ihrer Intention machten.

Männer, mal ganz ehrlich: Warum klingen CHROME MOLLY anno 2017 "klassischer" als auf ihren frühen Alben?

Die Idee an sich stammte eigentlich von einem gemeinsamen Freud, der uns mehrfach mit Fragen wie "Warum gibt es keine wirklich essentiellen Rockalben mehr?" oder "Warum schreibt nicht jemand endlich wieder ein Album wie damals?" in den Ohren lag. Na ja, irgendwann haben wir diesen Faden dann doch aufgenommen und uns mit dem Vorhaben, ein solches zu komponieren, an die Arbeit gemacht. Die ersten Ideen und Fragmente sind mittlerweile gut drei Jahre alt, der gesamte Aufnahmeprozeß dagegen hat nur einige Wochen gedauert.

Die Scheibe eventuell unter einem anderen Bandnamen zu veröffentlichen wurde nicht angedacht?

Nein, wozu auch? Es ist ja immer noch eindeutig als CHROME MOLLY-Album zu erkennen! Oder etwa doch nicht? [lacht] Mal im Ernst, so unterschiedlich zu den Frühwerken klingt »Hoodoo Voodoo« doch gar nicht, und vor allem hat sich unsere Einstellung nicht einmal ansatzweise geändert. Es war uns ganz wichtig, im Studio erst gar nicht mit irgendwelchen neumodischen Experimenten anzufangen, sondern ein klassisches Rockalbum in genau diesem Sinne aufzunehmen.
Schon klar, daß selbst unsere frühesten Veröffentlichungen vergleichsweise "modern" - also für die damalige Zeit - geklungen haben, als Rockband im klassischen Sinne sahen wir uns aber schon damals. Unsere neue Scheibe soll nun als Verweis auf die Tage vor unserer ersten Bandphase dienen. Nicht zuletzt, um den Esprit unserer Vorbilder, denen wir in ›Pillars Of Creation (Albion)‹ Tribut zollen, verbreiten können.

CHROME MOLLY-Headline

Einverstanden und zudem durchaus glaubwürdig. Entsprechend "zeitlos" klingt nämlich auch der Sound, und auch zum Artwork darf man anmerken, daß der "Zeitgeist" während der Entstehung auf Urlaub war. Korrekt?

Absolut, [lacht] absolut! Eine Produktion mit synthetischem Klang wäre der Chose ebensowenig gerechtgeworden, wie ein plump auf "retro" getuntes Teil. Ein Glück, daß wir einen Mann wie Toby Jepson (unter anderem einst als Sänger bei den LITTLE ANGELS aktiv) zur Hand haben, um genau jenen Sound zu erschaffen, den wir brauchen. Wir kennen den Kerl nun schon seit gut 30 Jahren und wissen, was wir an ihm haben, außerdem hat er sich in der letzten Dekade als Produzent einen verdammt guten Namen gemacht.

Wie ist denn das letzte Album »Gunpowder Diplomacy« generell angekommen? Ich habe sowohl positives wie auch eher negatives Feedback darauf in Erinnerung.

Gut, verdammt gut sogar! Aber wie Du weißt, kann man es eben nicht jedem rechtmachen. In manchen Punkten waren sich aber Presse und Fans einig. Unter anderem, was den Sound angeht. Danke, Toby! [lacht] Auch das Cover wollten wir sehr schlicht halten, was uns - zumindest unserer Meinung nach - auch ganz gut gelungen ist. Der Verweis auf das Datum der Bandgründung, 1982, mußte aber als Zeichen für unseren aktuellen "Neubeginn" unbedingt mit rauf!

Es scheint, als ob Ihr mit Euch selbst und auch mit »Gunpowder Diplomacy« inzwischen überaus zufrieden seid. Würdet Ihr aus heutiger Sicht etwas anders machen?

Im Nachhinein betrachtet, hätte man zwar vieles besser machen können, allerdings stellte die Scheibe die Band zum damaligen Zeitpunkt ganz gut dar. Und ganz ehrlich, einige Zeit davor hätten wir noch nicht einmal darüber nachgedacht, jemals wieder als CHROME MOLLY loszulegen. So gesehen denke ich, daß unsere Zufriedenheit nachvollziehbar ist.

CHROME MOLLY-Bandphoto 2

Wie kam es denn überhaupt dazu, daß Ihr die Band wieder aktiviert habt?

Da sich ein alter Kumpel von uns sich nichts sehnsüchtiger zu seinem Geburtstag gewünscht hatte als ein Konzert der Band, sollte der Startschuß für den Neustart gefallen sein. Das war irgendwann Anfang 2010, doch es dauerte ein wenig, ehe wir allesamt wieder mit derselben Leidenschaft dabei waren. Eben diese entflammte noch während der ersten gemeinsamen Proben nach gut 20 Jahren in uns und zwar gewaltig! Ebenso unsere Liebe zum Hard Rock. Im Prinzip haben wir es also ihm zu verdanken, daß CHROME MOLLY wieder am Start sind und das im früheren Line-up als Quintett!

Feine Sache - auch für uns. Wie soll es denn nun weitergehen?

Keine Ahnung, was uns als nächstes erwartet, aus unserer Geschichte wissen wir aber, daß für eine Band von unserem Status alles möglich ist: von aufgrund miserablen Vorverkaufs abgesagten Gigs, bis hin zu gefeierten Shows - wie damals, als wir Support für Ozzy auf Tournee waren.

http://www.chromemolly.com/

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Walter Scheurer

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CHROME MOLLY im Überblick:
CHROME MOLLY – Gunpowder Diplomacy (Rundling-Review von 2013)
CHROME MOLLY – ONLINE EMPIRE 71-Interview
CHROME MOLLY – News vom 16.03.2009
Soundcheck: CHROME MOLLY-Album »Slaphead« im "Soundcheck " auf Platz 8
andere Projekte des beteiligten Musikers John Antcliffe:
BLITZKRIEG (GB, Leicester → Newcastle) – A Time Of Changes (Re-Release-Review von 2021)
BLITZKRIEG (GB, Leicester → Newcastle) – A Time Of Changes - Phase 1 (Rundling-Review von 2003)
BLITZKRIEG (GB, Leicester → Newcastle) – News vom 06.12.2004
andere Projekte des beteiligten Musikers Greg Ellis [II]:
BLADE RUNNER – News vom 05.06.2008
andere Projekte des beteiligten Musikers Nic Wastell:
WAYWARD SONS (GB, Somerton) – Even Up The Score (Rundling-Review von 2021)
WAYWARD SONS (GB, Somerton) – Ghosts Of Yet To Come (Rundling-Review von 2018)
WAYWARD SONS (GB, Somerton) – ONLINE EMPIRE 81-Interview
WAYWARD SONS (GB, Somerton) – News vom 26.05.2016
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