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Auch wenn hierzulande sehr häufig immer noch die irrige Meinung verbreitet ist, in den 90er Jahren wären keine genialen Alben herausgebracht worden, sollte man nicht darauf vergessen, daß jene Phase - sämtlichen Un- und Abartigkeiten, die der Metalszene widerfahren waren, zum Trotz - eine gute Zeit für Progressive Power Metal war. Vor allem in der ansonsten jedem Trend hinterherhechelnden US-Szene gab es in dieser Abteilung jede Menge "Gallier", die sich beirren ließen, mit Konsequenz ihren eingeschlagenen Weg fortsetzten und ihr Publikum daher auch zu keiner Phase enttäuschten.

Angefangen bei Epen wie »A Pleasant Shade Of Gray« über »Bleeding« bis hin zu leider auf ewig lediglich im Underground goutierten Perlen wie »Beyond Tomorrow«, dem Erstlingswerk der Chicago-Proggies ION VEIN, wurde einschlägig interessierten Fans reichlich erlesene Kost geboten. Auch in Florida existierte ein aktive und quicklebendige Szene, die unter anderem FORESEEN hervorbrachte. Gegründet 1993, konnte die Formation 1997 zum ersten Mal international auf sich aufmerksam machen, schließlich war das Debut »Prophet's Dream« trotz des Umstandes über ein Kleinstlabel aufgelegt worden zu sein, auch bei uns problemlos zu erhalten. Zwar hielt sich der Erfolg leider in Grenzen, eine treue Fanbase konnte sich das Quartett aber dennoch erspielen, und eben diese durfte sich 2001 an »Soulless Age« erfreuen, das in Eigenregie unters Volk gebracht wurde. Leider sollte bald darauf aber wieder Schicht im Schacht sein, unter anderem, weil sich die Musiker nicht ganz einig über die weiterhin einzuschlagende Richtung waren.

Das ist inzwischen allerdings Schnee von gestern, denn die immer noch gemeinsam die Geschicke der Formation lenkenden Gary Humphrey (g), Joe Hammond (b) und Michael Lukers haben nach längerer "Eiszeit" abermals zueinander gefunden, um ihr Werk mit FORESEEN fortzusetzen.

Da Michael allerdings nur noch hinter dem Drumkit Platz nehmen und sich auf Backing Vocals beschränken wollte, galt es, einen Sänger zu rekrutieren. Den konnte man in Gavin Meagher finden, einem Bekannten aus früheren Bandtagen. Diesbezüglich ist auch der größte Unterschied zu den alten Scheiben auszumachen, denn Gavon stammt unüberhörbar aus der Dickinson-Schule, wie man im Verlauf der Spielzeit immer wieder nachvollziehen kann. Zwar kann er nicht ganz mit der Ausdruckskraft von Michael konkurrieren, eine überaus solide Leistung muß man Gavon aber auf jeden Fall attestieren. Das war es aber auch schon wieder mit den Unterschieden, denn musikalisch scheint der Vierer tatsächlich darauf hingearbeitet zu haben, einen direkten Nachfolger zu den Frühwerken ins Leben zu setzen.

Und das mit Erfolg, wie Edel-Perlen der Kategorie ›Only The Wicked‹ (flotter Opener mit Langzeit-Wirkung), ›Mr. Hyde‹ (prägnante Riffs und ebensolche Gesangsmelodien kulminieren in trauter Eintracht zu einem Mega-Ohrwurm) oder ›Ravens Song‹ (eine düstere Ballade mit Gänsehautatmosphäre) unter Beweis stellen. Zumeist kraftvoll im Ansatz, dabei aber zugleich anspruchsvoll und ab und an auch technisch verspielt, geht es auf dem wohl als solchen angedachten, lediglich den Bandnamen tragenden Werk zur Sache, mit dem FORESEEN einen überaus hoffnungsvollen Neustart hinlegen. Willkommen zurück!

http://www.facebook.com/pages/foreseen/233457326758472


Walter Scheurer

FORESEEN (US) im Überblick:
FORESEEN (US) – ONLINE EMPIRE 1-"Upcoming Internationals"-Artikel
FORESEEN (US) – ONLINE EMPIRE 68-"Known'n'new"-Artikel
FORESEEN (US) – News vom 16.12.2012
Playlist: FORESEEN (US)-Album »Foreseen« in "Jahrescharts 2015" auf Platz 5 von Stefan Glas
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