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  UE-Home → History → Online Empire 67 → Interview-Übersicht → MASSIVE (AUS)-Interview last update: 10.04.2019, 06:10:39  

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Seinen Namen trägt das australische Quartett MASSIVE völlig zu recht. Zwar hat der Vierer bislang nicht nur mit seiner Musik für Aufsehen gesorgt, diese ist aber immer noch der Grund dafür, daß die aus Melbourne stammenden Burschen auch bei uns ins Gerede gekommen sind.
Brad Marr, Sänger und Gitarrist in Personalunion, stellte sich unseren Fragen.

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Zwar dauert es noch einige Zeit ehe auch wir in den Genuß des zweiten Drehers der Band kommen, die ersten Pressereaktionen auf Euer brandheißes Teil mit dem bedeutungsschwangeren Titel »Destination Somewhere« dürftet Ihr aber schon erhalten haben, richtig?

Jawohl, und welche! Es ist überhaupt unglaublich, was wir bis dato schon alles erleben durften. Dafür sind wir einfach nur dankbar! Als wir 2012 die Band gründeten, waren wir nichts weiter als vier Jungs, die versucht haben, Musik im Sinne ihrer Helden zu spielen. Mehr als Spaß am Rocken hatten wir damals nicht im Sinn. Daran hat sich auch nichts geändert, sehr wohl aber unsere Einstellung. Manchen Unfug, den wir in unserer Jugend anstellten, würden wir uns heutzutage nämlich nicht mehr erlauben. Zum einen, weil es der weiteren Karriere nicht unbedingt förderlich wäre und zum anderen, weil wir begriffen haben, daß es reicht, mit Songs allein auf seine Band aufmerksam zu machen.

Das klingt nicht nur reif, sondern in einem gewissen Maße auch erwachsen, das Album dagegen rotzt und rockt in ungestümer, jugendlicher Frische wie Euer Debut »Full Throttle«. Gab es irgendeine Intention, wie die Scheibe klingen sollte?

Nein, ganz im Gegenteil. Als wir mit den Aufnahmen starteten, stellten wir fest, daß wir zwar viele Ideen gesammelten hatten, diese jedoch teilweise stilistisch völlig unterschiedlich waren. Von daher war uns von Beginn an bewußt, daß wir durchaus auch ein Ergebnis vorliegen haben könnten, das in eine völlig andere Richtung tendieren würde als unser Debut. Daß es doch nicht so weit gekommen ist, sondern wir mit »Destination Somewhere« doch den logischen Nachfolger zu »Full Throttle« auf die Menschheit loslassen werden können, liegt wohl an der einzigen Vorgabe, die wir uns selbst auferlegten: Es gibt keine Limits - außer den Himmel vielleicht. Das Material sollte einfach nur rocken und den Zuhörer in seinen Bann ziehen!

"Auftrag erfüllt" kann man da nur anerkennend hinzufügen. Allerdings klingt der Titel auf den ersten Eindruck hin doch ein wenig orientierungslos...

Der Titel soll sinngemäß folgendes zum Ausdruck bringen: Egal, wohin die Reise geht, wichtig ist nur, daß wir möglichst viele Begleiter finden können. Offenbar haben wir aber erneut vieles richtig gemacht, denn bis dato hat uns noch niemand mitgeteilt, wir hätten uns eventuell irgendwo verirrt. Im Gegenteil, wir fühlen uns durch die ersten Kommentare in unserer Herangehensweise wie auch in unserer Intention sogar noch bestärkt. Einzig wie die Fans darauf reagieren, weiß man noch nicht. Platz für Gedanken ist aber definitiv vorhanden. Und außerdem haben wir die Scheibe ja auch nicht "Destination Nowhere" getauft! [lacht]

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Das kann man durchaus so stehen lassen, wobei der Titelsong definitiv den breitesten Interpretationsspielraum bietet. Dieser vermittelt den Eindruck, es ginge vorwiegend, daß Ihr nun auch in US of A Fuß fassen wollt. Folgt da jetzt ein Geständnis?

Nein, weil ganz so das nun auch wieder nicht ist. Schon klar, wenn in einem Text die Worte "The city that never sleeps" vorkommen, denken viele an New York City und Frank Sinatra. Allerdings könnte damit auch jeder andere Ort, an dem es für eine Band möglich ist, live aufzutreten, gemeint sein. Das ist Teil dieses Programms namens Rock'n'Roll!
Ohne Bühne geht es einfach nicht. Daher versuchen wir auch schon seit unseren Anfängen, so oft wie nur irgendwie möglich, unsere Songs vor Publikum zu intonieren. Daß es dabei mitunter wesentlich heftiger zur Sache geht als im Studio sollte klar sein. Das liegt einfach in der Natur der Dinge und dürfte bei jeder Hard Rock-Band der Fall sein, völlig egal woher diese auch stammt.

Die Geographie mag zwar mitunter durchaus ein Problem darstellen, für MASSIVE dagegen tut die Herkunft kaum etwas zur Sache. Oder ist es doch ein Nachteil aus "Down Under" zu kommen, um die Rockwelt erobern zu wollen?

Wie so oft, hat es sowohl Vorteile als auch Nachteile, aus Australien zu kommen. Dafür spricht auf jeden Fall die Tatsache, daß wir bei Euch in Europa von Anfang an Fans auf unsere Seite ziehen konnten, da viele einfach nur begeistert davon waren, daß wir uns all die Strapazen überhaupt antun, um zu Euch zu kommen. Mitunter kommt es jedoch auch vor, daß wir vorschnell in die AC/DC-Schablone gepackt werden und sich dadurch dann beim Hörer Enttäuschung breitmacht. Dem Klischee einer typisch australischen Band entsprechen wir nämlich beim besten Willen - und trotz nachvollziehbarer Vergleiche in einigen Songs - keineswegs.

http://www.massiveoz.com/

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Walter Scheurer

MASSIVE (AUS) im Überblick:
MASSIVE (AUS) – Rebuild Destroy (Rundling-Review von 2019)
MASSIVE (AUS) – ONLINE EMPIRE 67-Interview
MASSIVE (AUS) – News vom 18.12.2017
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