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  UE-Home → History → Online Empire 59 → Interview-Übersicht → ROADFEVER-Interview last update: 20.11.2022, 22:24:48  

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Flächenmäßig mag die Schweiz verhältnismäßig klein sein, auf einer fiktiven, globalen Hard Rock-Landkarte dagegen wirkt die Eidgenossenschaft riesig, bringt "Helvetia" doch schon seit Jahrzehnten immer wieder hochkarätige Acts hervor, die sich auch international etablieren können.
Mit ROADFEVER aus dem französischen Teil des Landes steht aktuell erneut eine Band parat, um für Furore sorgen, wobei die Reaktionen auf ihr aktuelles Album »Wolf Pack« berechtigterweise einiges erwarten lassen.
Frontlady und Bandsprachrohr Stevie "Manou" Pike zeigt sich von der positiven Resonanz auf den Dreher selbstredend überaus erfreut und erweist sich beim vereinbarten Frage/Antwort-Spielchen als überaus auskunftsfreudig.
Als Einstieg muß uns die Dame aber natürlich erst einmal erläutern, warum es seit dem Erstlingswerk vier Jahre lang gedauert hat, ehe uns das ROADFEVER endlich wieder packt.

Mir ist klar, daß vier Jahre ein lange Zeitspanne sind. Doch man sollte sich vor Augen halten, daß wir für unser Debut völlig auf uns allein gestellt waren. Ich denke, man kann sich vorstellen, was das bedeutet, und zwar sowohl vom persönlichen Einsatz her wie auch finanziell. Außerdem waren wir in dieser Zeit alles andere als untätig, sondern haben jede Menge Shows absolvieren können (die Palette reicht von den SCORPIONS über BLACKFOOT bis hin zu den PRETTY MAIDS, um nur die wichtigsten zu nennen - der Verf.) und auch eine DVD veröffentlicht. Ohne Unterstützung eines Businesspartners ist es für eine Band einfach mühseliger, ganz egal was man tut.
Das alles haben wir jedoch für die Band in Kauf genommen, und schließlich haben wir gegen Ende 2011 damit begonnen, neue Songs zu komponieren und aufzunehmen. Wir sind uns einig, daß wir ROADFEVER nur mit voller Konzentration vorantreiben können, und von daher wird man uns auf etwaigen "Nebenbaustellen" auch vergeblich suchen! Diese Einstellung und unsere persönliche Hingabe zur Band haben uns auch - entgegen allen logischen und finanziellen Überlegungen - dazu geleitet, daß wir nicht länger auf etwaige Business-Partnerschaften warten wollen, sondern das Album in Eigenregie auf den Markt bringen. Daß wir zum Zeitpunkt der Fertigstellung der neuen Songs noch kein Label im Rücken hatten und so auch für »Wolf Pack« zunächst auf uns alleine angewiesen waren, hat sich im Endeffekt sogar als positiv herausgestellt. Unseren Plattenvertag mit AVENUE OF ALLIES konnten wir nämlich bald danach unterschreiben, nicht zuletzt deshalb, weil das Label von unserer Eigensinnigkeit und unserem Glauben an die Band begeistert war. Du kannst mir glauben, daß wir dadurch für die Zukunft regelrecht euphorisch sind.

ROADFEVER-Bandphoto 1

Nachvollziehbar. Seit der Veröffentlichung sind mittlerweile gut zwei Monate vergangen, die Reaktionen darauf scheinen durchweg positiv ausgefallen zu ein. Seid Ihr selbst damit auch zufrieden?

Absolut! Mit Ausnahme einiger weniger kritischer Stimmen, denen die neuen Songs nicht "catchy" genug sind, haben wir in der Tat bis dato ausnahmslos wohlwollendes Feedback darauf erhalten. Das zeigt uns, daß wir offenbar so ziemlich alles richtig gemacht haben! Den erwähnten kritischen Kommentaren kann ich jedoch überhaupt nicht zustimmen, denn ich persönlich empfinde, daß wir mit »Wolf Pack« ein wesentlich höheres Niveau erreicht haben und zwar sowohl kompositorisch wie auch produktionstechnisch. Letzteres vor allem deshalb, weil unser Gitarrist David Pariat, der beide Scheiben produziert hat, durch seine inzwischen gewonnene Erfahrung fokussierter auf diverse Details eingehen konnte und wir diese gemeinsam besser herausarbeiten konnten. Die Produktion ist generell sehr entspannt und streßfrei verlaufen. Logisch: Wer - wenn nicht David - weiß, wie sich die Tracks anhören müssen? [lacht]

Durch die Bank positiv hat man sich auf jeden Fall zu den Gastbeiträgen geäußert. Wobei ich mir vorstellen kann, daß es einfacheres geben dürfte, als einen vielbeschäftigen Mann wie Mat Sinner ins Studio zu bekommen. Dennoch Mat ist ebenso auf dem Album zu hören wie Oliver Hartmann. Wie kam es denn zu diesen Kooperationen? Standen die beiden ganz oben auf einem bandinternen "Wunschzettel"?

Eine "Wunschliste" für eventuelle Gaststars hatten wir zwar nicht, Mat wollten wir aber unbedingt für eine Mitarbeit gewinnen. Und zwar vor allem deshalb, weil wir seit langen Jahren Fans von SINNER und PRIMAL FEAR sind. Ich mag aber nicht nur seine Musik, sondern vor allem seine Stimme, und so kontaktierte ich ihn, schickte ihm einige Auszüge des Debuts als Hörproben und fragte um die Möglichkeit zur Kooperation für ein Duett auf dem neuen Album an. So was habe ich zwar noch nie zuvor gemacht, doch ich denke, das Ergebnis gibt mir recht. Zum einen, weil Mat nicht lange gezögert und zugesagt hat und zum anderen, weil auch die Reaktionen auf ›Magic Sun‹ bislang allesamt positiv ausgefallen sind.
Mit Oliver hat uns erst Achim Köhler in Kontakt gebracht. Achim war beim Mix der Meinung, daß unseren Songs noch einige Chorpassagen guttun würden und brachte damit die Sache gewissermaßen ins Rollen. Auch mit Achim zu arbeiten war eine unkomplizierte und lockere Angelegenheit, denn er wußte unsere Songs genauso umsetzen, wie wir es im Sinn hatten.

ROADFEVER-Headline

Gab es eine denn im Vorfeld bestimmte Idee, eine Intention, wie die Songs zu klingen hätten?

Schwierig zu beantworten. Zuvor galt es nämlich überhaupt erst einmal, die Motivation für das Album zu finden. Die war allerdings schnell gefunden - und zwar vorwiegend durch unsere Fans, die immer wieder nach einem neuen Album gefragt haben. So gesehen war unsere "Intention" im Endeffekt einzig die Veröffentlichung des Albums selbst.

Für mich sieht es so aus, als ob Ihr mit Eurer Musik vorwiegend in Europa Fans erreichen könnt. Wie sieht es denn in anderen Territorien für Euch aus?

Damit liegst Du generell richtig, aber wir haben auch aus den USA und Japan inzwischen viele positive Stimmen zu »Wolf Pack« erhalten. Natürlich ist Europa momentan unser Markt, aber ich bin guter Hoffnung, daß wir mit dem Album auch in den Staaten und Kanada etwas reißen können! Und wer weiß, vielleicht läßt sich ja zusätzlich noch die eine oder andere Region erschließen.

ROADFEVER-Bandphoto 2

Um die Scheibe ordentlich zu pushen, wäre erst mal eine Tournee von Vorteil. Wie sieht's aus?

Momentan müssen wir uns zwar noch damit begnügen, auch weiterhin Einzelshows zu spielen, doch vielleicht ergibt sich ja noch etwas für uns, das Jahr hat ja erst begonnen. Die Reaktionen auf die ersten Gigs waren jedenfalls verdammt gut, und daher sind wir davon überzeugt, damit überall auf der Welt Anerkennung finden zu können! Von uns aus kann es losgehen!

Gut nachvollziehbar, zumal die Tracks der Band wohl nicht nur in meinem Wohnzimmer längst erfolgreich auf ihre Mitmachtauglichkeit getestet wurden.

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roadfever@roadfever.ch

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Walter Scheurer

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