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  UE-Home → History → Online Empire 58 → Interview-├ťbersicht → ONSLAUGHT (GB, Bristol)-Interview last update: 25.05.2020, 18:06:57  

ONSLAUGHT (GB, Bristol)-Logo

Die Thrash-Gemeinde ist sich einig, da├č die britische Institution ONSLAUGHT trotz inzwischen massiver Konkurrenz von Formationen unterschiedlichster Altersklassen, mit ┬╗VI┬ź eines der absoluten Genre-Highlights des Jahres 2013 abgeliefert hat. Doch auch weit dar├╝ber hinaus konnten die Herrschaften aus Bristol mit diesem Album f├╝r Furore sorgen und scheinen momentan in der Form ihres Lebens zu agieren, wie man anhand der nicht gerade wenigen ├╝berschwenglichen Kritiken mitverfolgen konnte, die ONSLAUGHT f├╝r ihre Liveshows erhielten.

ONSLAUGHT (GB, Bristol)-Headline

Nige Rockett, seines Zeichens einer der beiden Gitarristen des Unternehmens und zudem letztes verbliebenes Originalmitglied der vor drei├čig Jahren unter massivem Einflu├č der grassierenden Punk-Bewegung ins Leben gerufenen Truppe, nahm meine Lobhudelei zum aktuellen Dreher zun├Ąchst einmal erfreut entgegen, hatte jedoch f├╝r vieles eine Erkl├Ąrung und auch einiges zu den Hintergr├╝nden zu berichten hatte. Mehr noch, der Brite spr├╝hte derma├čen vor Enthusiasmus, da├č er selbst Fragen zu weniger r├╝hmlichen Momenten der Bandvergangenheit mehr als nur gelassen und einsichtig beantwortete.

ONSLAUGHT (GB, Bristol)-Photo 1

┬╗VI┬ź ist schlicht ein B.R.E.T.T. geworden! Respekt! Wie seid Ihr an das Schreiben der Songs herangegangen? Hattet Ihr von Anfang an eine Vorstellung, wie das Teil zu klingen h├Ątte?

Vielen Dank! Doch ganz so ├╝berraschend wie es f├╝r viele klingen mag, ist das Album aus unserer Sicht gar nicht ausgefallen, denn wir hatten eine ganz klare Vorstellung davon, wie sich das Teil anh├Âren sollte. Im Vergleich zu ┬╗Sound Of Violence┬ź wollten wir n├Ąmlich noch ein wenig schneller, h├Ąrter und technisch anspruchsvoller klingen, und genau daran haben wir auch hart gearbeitet. Mit genau diesen Vorgaben konnten wir alle auch wirklich gut umgehen, und das Songwriting ging zudem recht z├╝gig und gut von der Hand. Allerdings waren wir zu jenem Zeitpunkt, als wir mit dem Songwriting begonnen hatten, ohnehin voll im Saft. Eine technisch verursachte Verz├Âgerung beim Abmischen von ┬╗Sound Of Violence┬ź haben wir n├Ąmlich kurzentschlossen als Anla├č genommen, um gleich "nachzusetzen". So sind erste Songideen und sogar ganze Parts von einigen Tracks bereits fertig gewesen, noch ehe das erw├Ąhnte Vorg├Ąngeralbum komplettiert wurde. Das hei├čt allerdings nicht, da├č wir mit ┬╗Sound Of Violence┬ź unzufrieden gewesen sind, sondern vielmehr, da├č wir im Verlauf der Fertigstellung einen zus├Ątzlichen Schub an Ambition und Motivation verabreicht bekommen haben, und diesen "Schwung" mu├čten wir ganz einfach ausnutzen.

Das hei├čt dann aber auch, da├č Ihr f├╝r ┬╗VI┬ź im Endeffekt gute zwei Jahre Arbeit investiert habt, oder?

Nein, soviel Zeit war ├╝berhaupt nicht notwendig. Wenn man aber nur die Ver├Âffentlichungsdaten ansieht, kann es diesen Eindruck jedoch sehr wohl erwecken, schon klar. Allerdings waren wir in diesen Monaten ja auch nicht gerade wenig unterwegs und haben in dieser Zeit nichts f├╝r das Album tun k├Ânnen. ┬╗VI┬ź war in knapp vier Monaten fertig, wobei die Aufnahmen und der Mix binnen f├╝nf Wochen erledigt waren.

Worin genau seht Ihr eigentlich die markantesten Unterschiede zwischen ┬╗VI┬ź und Euren fr├╝heren Alben? Ich f├╝r meinen Teil kann Eure Intention, "h├Ąrter" klingen zu wollen, absolut nachvollziehen, meine aber auch, mehr Melodien und Hooks denn je vernehmen zu k├Ânnen.

Danke nochmals! Nicht nur Du bist begeistert von unserem neuen Dreher, ich w├╝rde sagen, da├č uns in 99 Prozent aller Reviews attestiert wird, da├č wir das bis dato beste ONSLAUGHT-Album abgeliefert haben - und das sehen wir nat├╝rlich genau so. [lacht]
Die Balance aus Aggressivit├Ąt und Technik stimmt unserer Meinung nach ebenso wie auch die Mischung aus H├Ąrte und Melodien. Wobei ich allerdings denke, da├č man auch im Thrash Metal Hooks und Melodien integrieren mu├č, damit sich der Zuh├Ârer an den jeweiligen Track erinnern kann. Genau darauf haben wir beim Komponieren zuletzt ganz gro├čen Wert gelegt und es hat den Anschein, als ob wir vieles richtig gemacht h├Ątten.

So ist es! Wie darf man sich denn das Komponieren bei ONSLAUGHT generell vorstellen?

Das l├Ąuft bei uns wohl wie bei fast allen anderen Bands auch. Zun├Ąchst werden von einzelnen Musikern Ideen und Riffs gesammelt, ehe daraus im Kollektiv Song f├╝r Song entsteht. F├╝r unser neues Album war es sogar noch ein wenig unkomplizierter, da wir eine besonders kreative und inspirierte Phase durchlebt haben und nahezu jede gemeinsame Session zu einem wirklich brauchbaren Ergebnis f├╝hrte.

Und bei den Texten l├Ąuft es auch wie ├╝blich, oder ist da bei Euch etwas anders?

Wohl nicht wirklich au├čergew├Âhnlich, h├Âchstens ein klein wenig "eigen" vielleicht. Ich hab' n├Ąmlich die Songtitel bereits fertig im Kopf, ehe wir richtig loslegen, auch wenn ich mitunter doch auch noch ├änderungen vornehmen mu├č. Aber ich wei├č von Anfang an, in welche Richtung ein Song gehen mu├č. Das ist wohl am einfachsten nachvollziehbar, wenn ich ein Beispiel anf├╝hre. Also, f├╝r die Titel ÔÇ║Chaos Is KingÔÇ╣ oder ÔÇ║Killing PeaceÔÇ╣ war mir klar, da├č es amtlich zur Sache gehen mu├č, w├Ąhrend ÔÇ║Children Of The SandÔÇ╣ eher getragen und d├╝ster klingen sollte. Die Texte selbst werden allerdings immer erst dann zum Thema, nachdem die Musik fertiggestellt wurde. Das kann manchmal auch ein wenig kompliziert werden, da einige Gitarrenpassagen einfach nach sehr speziellen Gesangsparts verlangen, um die Chose als Ganzes harmonisch klingen zu lassen.

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Zum "Ganzen" eines Albums geh├Ârt immer noch das Artwork. Dieses ist f├╝r ┬╗VI┬ź auch gelungen ausgefallen, einen direkten Zusammenhang zum Titel konnte ich aber nicht erkennen, auch wenn mir klar ist, da├č Ihr Euer sechstes Album abliefert.

Echt nicht? Komisch. Unsere Idee, wie das Teil auszusehen h├Ątte, wurde vom schwedischen K├╝nstler Par Oloffson doch verdammt gut umgesetzt. Schau Dir das Cover also einfach noch einmal ganz genau an, dann wird Dir alles klar werden! Wir haben wir zwar ganz offensichtlich auf den Helmen der Soldatenk├Âpfe die 6 angebracht, wodurch man zwar eher an die 6-6-6 denken mu├č, da ja drei Sch├Ądel abgebildet sind, die 6 ist aber auch deshalb essentiell, weil die Soldaten auf dem Cover aus der sechsten Armee stammen, und von dieser haben nur 6.000 von 108.000 ├╝berlebt. Da├č wir als Band bei Album Nummer 6 angelangt sind, pa├čt da einfach perfekt ins optische Konzept.

Stimmt, da hab' ich wohl nicht genau genug hingeguckt - daf├╝r um so genauer hingeh├Ârt und bin der Meinung, da├č einige der neuen Tracks wohl die ultimativen Livegranaten darstellen werden. Also, wie sieht es denn mit den Pl├Ąnen f├╝r weitere Konzerte aus - auch wenn mir bewu├čt ist, da├č man Euch ohnehin immer wieder zu sehen bekommt.

Exakt, wir wohnen quasi auf den B├╝hnen dieser Erde. [lacht] Und ja, wir sind in den letzten sechs Jahren nahezu durchgehend unterwegs gewesen, woran sich hoffentlich auch nichts ├Ąndern wird. Zwar haben wir immer wieder kurze Pausen, die wir einfach einlegen m├╝ssen, um wieder regenerieren zu k├Ânnen, aber auch aus logistischen Gr├╝nden. Dennoch werden wir auch in Zukunft einige Zeit auf Achse verbringen, um unseren Fans die Ehre zu erweisen. Zuletzt haben wir durchaus erfolgreich in Ru├čland getourt, und danach waren wir knapp ein Monat auf dem europ├Ąischen Festland unterwegs. Ende Januar werden wir f├╝r zw├Âlf Konzerte nach S├╝damerika (gemeinsam mit ARTILLERY ├╝brigens, was f├╝r ein Package! - Walter) ├╝bersetzen, und noch im ersten Jahresdrittel 2014 sind wir abermals in Europa unterwegs. F├╝r das kommende Jahr ist auch bereits ein Abstecher nach Nordamerika fix eingeplant, und zudem sind wir gerade am Planen eines Trips der Japan, Australien, Singapur und Malaysia beinhalten soll. Man kann also durchaus sagen, da├č unsere Touraktivit├Ąten unver├Ąndert intensiv bleiben, und das ist auch gut so. [lacht]

Gibt es eigentlich bez├╝glich der Liveshows spezielle Pr├Ąferenzen eurerseits?

Ach n├Â, man nimmt, was kommt. Mir pers├Ânlich sind kleine, verrauchte Clubs genauso willkommen wie die ganz gro├čen Festivalb├╝hnen. Wichtig ist f├╝r uns nur, da├č die Fans unsere Musik auch entsprechend f├╝hlen k├Ânnen. Das ist selbstverst├Ąndlich bei Clubshows einfacher, und von daher ist die Atmosph├Ąre dort deutlich intensiver. Dennoch ist es immer wieder ein Vergn├╝gen, auch bei diversen Festivals spielen zu k├Ânnen, denn die M├Âglichkeit, sich vor einem Publikum zu pr├Ąsentieren, das mitunter den Namen ONSLAUGHT noch gar nicht kennt, hat man eben auch nicht alle Tage. Au├čerdem spornt es zus├Ątzlich an, in einer solchen "Zielgruppe" Fans erst einmal gewinnen zu m├╝ssen. [lacht]

Haben Euch denn all die Bands, mit denen Ihr bereits die B├╝hne teilen durftet, in irgendeiner Form beeinflu├čt?

Doch, wenn auch nur in einem bestimmten Ausma├č. Obwohl - wir haben in der Vergangenheit ja auch mit DISCHARGE und MOT├ľRHEAD gespielt und zu leugnen, da├č uns diese Bands mehr als nur ein bi├čchen inspiriert haben, w├Ąre gelogen.

Was ich auch schon immer wissen wollte: Ihr stammt aus Bristol, einer Stadt, die man nicht unbedingt zu den "Szenemetropolen" z├Ąhlt. Was l├Ąuft denn dort so im Rock/Metal-Bereich?

Es stimmt leider, da├č sich in Bristol nicht wirklich viel abspielt. Das war schon in der Vergangenheit so, doch in den letzten Jahren hat mit BULL-RIFF STAMPEDE zumindest eine junge, hungrige Truppe auf sich aufmerksam machen k├Ânnen. Ich bin mir ziemlich sicher, da├č man von diesen Burschen, die im n├Ąchsten Jahr ├╝brigens ihr zweites Album ver├Âffentlichen werden, auch bei Euch einiges zu h├Âren bekommen wird.

Na immerhin. Vielen Dank f├╝r den Tip, Nige. In den letzten 30 Jahren hat sich die Metalszene von Grund auf ver├Ąndert - Ausnahmeerscheinung wie Euch einmal ausgenommen. Wie denkst Du denn ├╝ber die Entwicklung "unserer" Musik generell?

Es lief zwar nicht immer gut f├╝r uns, anderseits m├Âchte ich doch festhalten, da├č es - nach der Bl├╝tezeit in den 80er Jahren und der "D├╝rreperiode" f├╝r Metal in den 90ern - seit nunmehr knapp zehn Jahren wieder stetig bergauf geht und man zudem auch sagen mu├č, da├č es mehr als nur verdient ist, da├č sich speziell der traditionelle, im Sinne der "alten Schule" dargebotene Heavy Metal als "unkaputtbar" erweist. Kurzlebige Trends wie "Emo" und "Nu Metal", sowie jene Bands, die damals ihre F├Ąhnchen in diese Richtungen hin gehalten haben, sind l├Ąngst "Geschichte", w├Ąhrend im Gegensatz dazu Namen wie IRON MAIDEN, AC/DC oder METALLICA immer noch verdammt gut im Rennen sind. Spannend wird jedoch, was passiert, wenn diese ganz gro├čen Formationen einmal abtreten, denn ich pers├Ânlich sehe momentan keine einzige Band, die auch nur ann├Ąhernd in deren Fu├čstapfen treten k├Ânnte und als Headliner bei den gro├čen Festivals bestehen k├Ânnte.

Stimmt, allerdings ist der Headliner ohnehin immer nur das "Nachprogramm" und wenn die "Aufbauarbeit" der Bands davor nicht pa├čt, ist es selbst f├╝r die gro├čen Namen schwierig. Und f├╝r eine solche Position gibt es wohl kaum eine idealere Besetzung als eine Band, die Du verdammt gut kennst...

[Lacht] Genau, ONSLAUGHT geh├Âren zu jenen Truppen, die f├╝r die Basisarbeit zust├Ąndig sind. Das klingt gut, danke! Aber damit geben wir uns nat├╝rlich l├Ąngst nicht zufrieden, denn wir haben momentan verdammt viel vor, und ich denke, einen weiteren Schritt nach oben sollten wir schon bald t├Ątigen k├Ânnen. Momentan sind wir allerdings erst einmal dabei auszuloten, mit welchem Aufwand eine weitere DVD-Ver├Âffentlichung verbunden w├Ąre, denn unserer Meinung nach w├Ąre es an der Zeit, wieder einmal eine solche aufzulegen. Ein weiteres Projekt das momentan verdammt viel Zeit in Anspruch nimmt, ist die Neuauflage von ┬╗In Search Of Sanity┬ź. Zu dieser haben wir uns jedoch mehr oder weniger selbst "gezwungen", da die eigentlich nur als "Bonus" von ┬╗VI┬ź gedachte Version von ÔÇ║ShellshockÔÇ╣ mit Sy am Mikro ├╝berw├Ąltigend gut angekommen ist. Es war einfach sensationell, wie viel positives Feedback wir von unseren Fans darauf bekommen haben, deshalb k├Ânnen wir gar nicht anders, als dem Wunsch nachzukommen, die Scheibe neu einzuspielen.
Allerdings ist es uns wichtig, die neuen Versionen so klingen zu lassen, als ob wir erst 1988 schreiben w├╝rden, nur eben Sy Keeler am Mikro zu haben. Du siehst also, wir sind verdammt gut ausgelastet im Moment, allerdings - und auch das mu├č man wissen - ist die Band als Kollektiv momentan in einer geradezu sensationellen Verfassung.

Nachvollziehbar, und weil wir nun doch beim Thema "Vergangenheitsbew├Ąltigung" angekommen sind, w├Ąre es noch fein, wenn Du alle Eure fr├╝heren Alben aus heutiger Sicht kommentieren k├Ânntest.

ONSLAUGHT (GB, Bristol)-Photo 3

┬╗Power From Hell┬ź

Das war unser erstes "offizielles" Lebenszeichen, zugleich aber auch jenes Werk, mit dem wir uns quasi aus dem Nichts in die Herzen der Metaller au├čerhalb unserer Heimat spielen konnten. Die Scheibe war gepr├Ągt von einer Menge dunkler Energie und lebt von unserer dreckigen und rohen Spieltechnik. Kein Frage, dieses Album war verdammt wichtig f├╝r uns. Ich liebe vor allem den Titelsong und ÔÇ║Angels Of DeathÔÇ╣, zwei absolute Klassiker aus unserem Fundus.

┬╗The Force┬ź

Unsere Ausgabe des von vielen Bands als ungemein schwierig bewerteten zweiten Albums. Aus heutiger Sicht erneut ein absoluter Klassiker, der von sehr vielen Fans immer noch als essentiellstes St├╝ck ONSLAUGHT empfunden wird. Im direkten Vergleich zum Debut waren wir technisch schon deutlich besser. Au├čerdem ist ┬╗The Force┬ź der eindeutige Beweis daf├╝r, da├č wir uns auch als Songwriter erheblich steigern haben k├Ânnen. Eigenartig waren jedoch die unz├Ąhligen Vorkommnisse w├Ąhrend der Aufnahmen, f├╝r die ich auch heute noch keine Erkl├Ąrung habe. Da scheint tats├Ąchlich "h├Âherer Gewalt" im Spiel gewesen zu sein.
Aber wie auch immer, ÔÇ║Let There Be DeathÔÇ╣ und ÔÇ║Fight With The BeastÔÇ╣ sind auch heute noch Bestandteil unserer Show und verfehlen ihre Wirkung auch nach gut 25 Jahren nicht.

┬╗Let There Be Rock┬ź (EP)

Diese EP haben wir mehr oder weniger aus purem Spa├č aufgenommen, auch um uns im Gerede zu halten, ehe wir mit dem dritten Langeisen nachsetzen konnten.

┬╗In Search Of Sanity┬ź

Unser ber├╝hmtes drittes Album. Ausgestattet mit einem fetten Majordeal waren wir bereit, die Metalwelt auf den Kopf zu stellen. F├╝r unsere Verh├Ąltnisse waren vor allem der Charteinstieg in England - immerhin erreichten wir Platz 32 - und die Tatsache, da├č wir 70.000 Scheiben in der ersten Woche absetzen konnten, Indiz daf├╝r, da├č ONSLAUGHT von diesem Zeitpunkt an in einer deutlich h├Âheren Liga agieren k├Ânnten. Dachten wir zumindest, doch im Endeffekt haben wir uns damit ein klassisches Eigentor geschossen, denn die Fans nahmen es uns ziemlich ├╝bel, da├č die Songs nicht wirklich druckvoll produziert waren und dadurch "verw├Ąssert" klangen. F├╝r noch mehr Kontroversen haben wir allerdings mit Steve Grimmet am Mikrophon gesorgt. Nichts gegen seine Stimme und ihn pers├Ânlich, aber zu diesem Zeitpunkt haben wir es einfach nicht geschnallt, da├č unsere Fans ONSLAUGHT nur mit Sy Keeler am Mikro haben wollten und wir einen schweren Fehler begangen hatten. Kurzum: Leider haben wir viel falsch gemacht, und daher w├Ąre ein Satz wie "dumm gelaufen" eine billige Ausrede. Na ja, wenigstens sind ÔÇ║Lightning WarÔÇ╣ und ÔÇ║ShellshockÔÇ╣ zweifelsohne Weltklassesongs, und von daher darf man sich auch schon jetzt auf die Neueinspielungen freuen!

┬╗Shellshock┬ź (EP)

Die erste Single-Auskoppelung aus dem Album. F├╝r uns damals der erhoffte Startschu├č zum "Weltruhm" - heute nicht mehr als ein immer wieder f├╝r wenig Geld zu findendes Teil auf diversen CD-B├Ârsen...

┬╗Welcome To Dying┬ź (EP)

Ein weiterer Schritt in den vor├╝bergehenden "Untergang". Das Label hatte uns die Ballade damals als zweite Single aufgeschwatzt, und wir waren einfach zu blau├Ąugig, um etwas dagegen zu unternehmen. Zur Entt├Ąuschung aller erreichte der Song dann doch nur Platz 52 in den UK-Charts...Na ja, Schwamm dr├╝ber.

┬╗Killing Peace┬ź

18 Jahre danach waren wir bei CANDLELIGHT unter Vertrag. Das hei├čt, die Band war zum Gl├╝ck wieder bei einem Label mit deutlich besserer "Bodenhaftung" gelandet, und zudem waren wir auch als Personen in jeder Hinsicht gereift. Dieses Album legte den Grundstein f├╝r unsere "zweite Karriere", auch wenn ich im Nachhinein sogar denke, wir h├Ątten dieses generell anstelle von ┬╗In Search Of Sanity┬ź ver├Âffentlichen m├╝ssen. Aber egal, aus heutiger Sicht ist das wichtigste, da├č wir uns wieder mit Sy zusammentaten. Nicht zuletzt deshalb kamen ja auch viele Fans von fr├╝her wieder zu unseren Konzerten. Doch auch mit dem Album selbst bin ich heute noch vollauf zufrieden. Andy Sneap hat uns im Verlauf der Aufnahmen mehrfach wissen lassen, wie sehr uns die Thrash-Heads vermi├čt h├Ątten und uns quasi nachdr├╝cklich davon ├╝berzeugt, da├č wir uns wieder in der richtigen "Spur" befinden w├╝rden. Danke, Andy! Selbstverst├Ąndlich auch f├╝r den phantastischen Sound, der Songs wie ÔÇ║Killing PeaceÔÇ╣ oder ÔÇ║Shock 'n' AweÔÇ╣ zu Bandklassikern gemacht hat.

┬╗Live Damnation┬ź (Live-CD)

Dieses Livealbum war zum Ver├Âffentlichungszeitpunkt absolut wichtig, auch, um uns im Gerede zu halten und nicht mit einem "Schnellschu├č" nachsetzen zu m├╝ssen. Erneut hat uns Andy unter die Arme gegriffen, und so kann man sich als Fan auch heute noch verdammt gut in die Lage versetzen, wie es gewesen w├Ąre, wenn man 2009 beim "Damnation Festival" in England mit dabeigewesen w├Ąre. So mu├č ein Livealbum klingen!

┬╗Sound Of Violence┬ź

Unser erstes Album bei unserem aktuellen Label AFM RECORDS. Stilistisch eindeutig als ONSLAUGHT-Teil auszumachen, sehe ich erneut einen gro├čen Entwicklungsschritt von ┬╗Killing Peace┬ź hin zu diesem Album. Doch nicht nur die Songs stimmen, auch die Tatsache, da├č man Thrash Metal weltweit wieder mehr zu sch├Ątzen wu├čte, spielte uns in die Karten. Deshalb erhielten wir auch ausnahmslos positives Feedback auf das zu jenem Zeitpunkt h├Ąrteste und dunkelste ONSLAUGHT-Album. Vor allem Sy wurde von Jacob Hansen im Studio tagt├Ąglich zu H├Âchstleitungen herausgefordert, und zudem mu├č man dem Kerl auch daf├╝r danken, da├č unsere Live-Energie niemals zuvor derma├čen authentisch im Studio eingefangen werden konnte. H├Ârt Euch doch mal ÔÇ║Rest In PiecesÔÇ╣ oder ÔÇ║Born For WarÔÇ╣ an, und Ihr wi├čt, was ich meine! Keine Frage, ohne ┬╗Sound Of Violence┬ź w├Ąre ┬╗VI┬ź in der aktuellen Version nicht m├Âglich gewesen. Abgesehen davon, war es offenbar erneut ein ├╝beraus wichtiger Schritt f├╝r uns, denn was wir zuletzt fabriziert haben, scheint so falsch nicht gewesen zu sein! [lacht]

Im Gegenteil - ┬╗VI┬ź ist nicht nur meiner bescheidenen Meinung nach eines der essentiellsten Alben, die 2013 ver├Âffentlicht wurden. Besten Dank f├╝r Deine ausf├╝hrlichen Erl├Ąuterungen, wir sehen uns hoffentlich im n├Ąchsten Jahr, wenn ONSLAUGHT die Clubs hierzulande wieder einmal nahe an den Zusammenbruch bringen!

http://www.powerfromhell.com/

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Walter Scheurer

ONSLAUGHT (GB, Bristol) im ├ťberblick:
ONSLAUGHT (GB, Bristol) – Live At The Slaughterhouse (Rundling)
ONSLAUGHT (GB, Bristol) – VI (Rundling)
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ONSLAUGHT (GB, Bristol) – ONLINE EMPIRE 29-"Living Underground"-Artikel
ONSLAUGHT (GB, Bristol) – ONLINE EMPIRE 32-"Living Underground"-Artikel
ONSLAUGHT (GB, Bristol) – ONLINE EMPIRE 56-"Living Underground"-Artikel
ONSLAUGHT (GB, Bristol) – ONLINE EMPIRE 58-Interview
ONSLAUGHT (GB, Bristol) – ONLINE EMPIRE 64-"Living Underground"-Artikel
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ONSLAUGHT (GB, Bristol) – News vom 03.02.2008
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