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”UNDERGROUND EMPIRE 7”-Datasheet

Contents:  H. KRISTAL-Interview

Date:  23.03.1993 (created), 31.10.2012 (revisited), 04.07.2014 (updated)

Origin:  UNDERGROUND EMPIRE 7

Status:  published

Task:  from paper to screen

Availability:  original printed issue sold out! Several earlier issues still available; find details here!

Comment:

Den Interviewtitel hatten wir damals vom gleichnamigen Song der »1981«-EP gemopst, der meines Erachtens sehr treffend war, um die Band zu beschreiben. Diesen hatten wir dann in einer geschwungenen Schreibschrift fĂŒr die gedruckte Ausgabe gestaltet.

Als Photo hatten wir jenes verwendet, das nun die Story eröffnet, da es sich anbot, um in die Seite mit dem schwarzen Hintergrund eingebettet zu werden; hier konnten wir sogar noch die zwei Zeilen der Schrift ins Bild hineinlaufen lassen. Das war mittlerweile technisch möglich, da fast alle Photos gescannt worden waren und die Seiten somit komplett am PC zusammengebaut wurden. Allerdings waren in der ersten Auflage von UNDERGROUND EMPIRE 7 diese beiden Seiten zu dunkel gedruckt worden, so daß das Photo fast zulief und das graue Logo im schwarzen Hintergrund fast komplett verschwand. Bei der Zweitauflage achteten wir dann beim Druck explizit auf dieses Problem, so daß die Seite schön stimmig rĂŒberkam.

»1981« ist mittlerweile zu einer gesuchten RaritÀt geworden, und just da ich diese Zeilen tippe, erspÀhe ich auf eBay das Vinyl zu einem Sonderangebotspreis von 164,90 Euro zum Sofortkauf...

Supervisor:  Stefan Glas

 
 

H. KRISTAL-Logo

Eine Band mit echtem Suchteffekt sind H. KRISTAL aus Italien. Im letzten UNDERGROUND EMPIRE von ihrem »Nowhere Roads« schon sehr angetan, wurde das Demo in der Folgezeit mehr und mehr zu einem Renner in meinem Tapedeck. Als dann sich H. KRISTAL einige Zeit spĂ€ter bei mir fĂŒr die Demobesprechung bedankten und gleich ihre neue EP »1981« mitschickten, war es um mich geschehen. Die Band hat einfach das gewisse Flair, das mich schon bald dazu nötigte, mit den fĂŒnf Italo-Rockern ein Interview zu fĂŒhren.

H. KRISTAL-Headline

Jungs, zuerst muß ich die Frage loswerden, die mich schon bedrĂŒckt, seit ich zum ersten Mal »Nowhere Roads« in die Hand nahm. Was soll eigentlich Euer Bandname?

Die Story zu H. KRISTALs Namen ist etwas verworren, denn ursprĂŒnglich hießen wir CRYSTALL. Es stellte sich natĂŒrlich heraus, daß es noch eine Menge anderer Bands mit dem gleichen Namen gab, und so kam uns die Idee, das "C" durch ein "K" zu ersetzen und schließlich noch ein "H." davorzuhĂ€ngen, und so war unser Bandname entstanden. Er bedeutet jedoch nichts bestimmtes. Jeder kann sich selbst seine persönliche Bedeutung zusammenreimen!

H. KRISTAL-Bandphoto 1

Ich frage mich, weshalb Ihr die EP »1981« getauft habt. Meine persönliche Interpretation lautet folgendermaßen: Auf Eurem Cover sieht man ein Wappen, auf dem die Zahl "1981" steht, und dieses Wappen erinnert mich an die Geburts- und Familienwappen, die viele AdelshĂ€user und RitterstĂ€nde hatten. Also mutmaße ich, daß 1981 das GrĂŒndungsjahr von H. KRISTAL ist! Liege ich da richtig?

Vollkommen! 1981 ist das Geburtsjahr von H. KRISTAL, und so wurde diese Jahreszahl der Titel unserer Debut-EP. Wir haben diesen Titel gewĂ€hlt, denn diese EP war seit GrĂŒndung so was wie ein Ziel fĂŒr uns, und die Veröffentlichung entlohnt uns fĂŒr all die Energie, die wir in die Gruppe gesteckt haben! Auf dem Cover haben wir diesen Schild auf ein Bett aus Kristallen gelagert, um die AktivitĂ€t, die Arbeit mit der Band in den ersten zehn Jahren ihres Bestehens zu symbolisieren. Die Risse, die der Schild zeigt, sind die Spuren, die die Zeit hinterlassen hat.

H. KRISTAL-Singleshot: Andrea Grskovich

Auf dem Backcover und den anderen Photos, die Ihr mir geschickt habt, sind stets Statuen zu sehen. Sie erinnern mich an solche Statuen, die man heute noch in Museen sehen kann und mit denen die reichen Römer zur Zeit des Römischen Reiches die Atrien ihrer Villen geschmĂŒckt hatten. Sollen diese Statuen ein Hinweis auf Eure Herkunft sein?

Wir spielen eine Art Epic Metal, und wir dachten, daß wir dieses Konzept am besten mit diesen Statuen verbildlichen können.

H. KRISTAL-Singleshot: Corrado Chimello

»1981« wurde erst ein Jahr nach den Aufnahmen veröffentlicht. Warum hat es solch' eine lange Zeit gedauert? Ist es in Italien so schwer, ein Label zu finden, das bereit ist, ein bereits fertiges Produkt auf den Markt zu bringen? Warum habt Ihr die EP nicht auf eigene Kappe veröffentlicht?

In Italien ist es sehr schwierig, Kontakt mit Labels zu kriegen, denn sie interessieren sich absolut nicht fĂŒr italienische Heavy Metal-Bands. Sie sehen das ganze Business ausschließlich als Möglichkeit, um sich persönlich zu bereichern! Daher werden nur Bands aus dem Ausland vertrieben, und dabei sehen sie eigentlich nur die großen Namen wie METALLICA oder IRON MAIDEN. Aus diesem Grund haben wir das Album selbst produziert und anschließend nach einem guten Vertrieb gesucht, den wir in DIG IT INTERNATIONAL gefunden haben! Ich hoffe, daß diese Dinge im Ausland etwas anders sind!

H. KRISTAL-Singleshot: Claudio De Pretto

Ich fand die Stimme von Andrea schon auf »Nowhere Roads« ziemlich kraß, aber auf »1981« klingt er noch um einiges melancholischer! Es gibt der Band eine EigentĂŒmlichkeit, aber wird zugleich auch der Punkt sein, an dem sich die viele stören werden!

Ich möchte dazu nicht viel sagen, denn Andrea ist nicht mehr bei H. KRISTAL (Er ist noch auf dem Photo zu sehen, da die Band noch keine neuen Photos hat. - Red.). Wir haben einen neuen SĂ€nger, der viel besser als Andrea ist. Andrea war einfach nicht bereit, die Musik ernst genug zu nehmen. Ich möchte nicht weiter ĂŒber ihn sprechen..., ein unangenehmer Mann.

H. KRISTAL-Singleshot: Moreno Natoldi

Dennoch fand ich, daß Andreas Gesang paßte, denn Eure Texte wirken auf mich etwas melancholisch. â€șIsolationâ€č beispielsweise handelt von Einsamkeit, und â€șBerniceâ€č ist eine verrĂŒckte, aber dennoch tragisch endende Liebesgeschichte!

FĂŒr mich als Texter und fĂŒr uns alle sind die Lyrics sehr wichtig! ZunĂ€chst komplettieren wir den musikalischen Part, und dann ĂŒberlege ich mir, wo die Textzeilen hinpassen. Ich schreibe die Texte, wenn ich in einer bestimmten Stimmung bin. Die Texte sind nach innen gekehrt und schauen nach innen, aber ich denke nicht, daß sie melancholisch sind, denn jeder kann sich so fĂŒhlen! Laß' es mich etwas besser erklĂ€ren: Der Text von â€șDestinyâ€č ist meine persönliche Sichtweise des Schicksals. Alle Menschen beschuldigen das Schicksal, wenn etwas schlecht oder gut lĂ€uft, aber Er ist unser einziger Herr, und Er kann beschließen, was immer Er will! In â€șEnd It Allâ€č habe ich versucht, wie ein Mann zu denken, der Selbstmord begehen will, aber gleichzeitig will ich Hoffnung geben und eine positive Message rĂŒberbringen!

H. KRISTAL-Singleshot: Giovanni Angiolin

ErzĂ€hl' uns doch etwas mehr zu H. KRISTAL! Uns ist lediglich bekannt, daß Ihr vor Eurem »Nowhere Roads«-Demo mit dem Song â€șThe Prayerâ€č auf dem »Surgery Of Power«-Sampler vertreten wart. Was gibt es sonst noch Wissenswertes ĂŒber H. KRISTAL?

Wie bereits gesagt, wurden H. KRISTAL 1981 geboren. Nach mehreren Line-up-Wechseln und einigen Konzerten in der Gegend von Venedig, nahmen wir 1987 unser erstes Demo mit dem Titel »Third Prophecy« auf. Wir unterzeichneten einen Managementvertrag mit dem FIREBALL MANAGEMENT und begannen, unser Material an Magazine und Radiostationen zu verschicken, das ĂŒberall eine gute Resonanz erntete.
1988 nahmen wir dann mit einem neuen SĂ€nger â€șThe Prayerâ€č fĂŒr die »Surgery Of Power«-Compilation auf. Der Sampler wurde von FIREBALL produziert und von LM RECORDS vertrieben. Gleichzeitig spielten wir als Special Guest von CORONER in Neapel, Rom, Mailand, Bologna, usw.
Wir wechselten erneut den SĂ€nger, und Andrea kam zu uns, mit dem wir unser 3-Song-Demo »Nowhere Roads« einspielten. Das Demo verschickten wir weltweit. Da die Kritiken sowohl in Italien als auch im Ausland sehr gut waren, dachten wir, daß es der richtige Zeitpunkt sei, unser erstes Vinyl zu veröffentlichen. Also gingen wir 1991 ins Studio und nahmen unsere erste EP auf.
Wie schon erwĂ€hnt ist auch Andrea nicht mehr bei der Band, sondern wir haben wieder einen neuen SĂ€nger. Derzeit denken wir drĂŒber nach, ein neues Demo aufzunehmen, das ausschließlich fĂŒr Promotionzwecke bestimmt ist, um einen Plattenvertrag zu kriegen - gleich ob in Italien oder im Ausland!

H. KRISTAL-Bandphoto 2

Hier enden die Worte von Drummer Giovanni. So möchte ich noch einige Worte zur EP anschliessen. WĂ€hrend ich bei der Besprechung von »Nowhere Roads« mehrfach den Namen "QUEENSRĆžCHE" in den Mund genommen habe, muß ich H. KRISTAL auf der EP bestĂ€tigen, daß sie einen wirklich eigentĂŒmlichen Sound gefunden haben. Wer langsame, einfĂŒhlsame Musik voller mitreißender, einprĂ€gsamer Gitarrenthemen mag, der sollte in diese Eigenproduktion investieren. Es mag zwar gewiß einer Gewöhnungsphase des Gesanges wegen bedĂŒrfen, jedoch erzeugt dieser ein außergewöhnliches Feeling. Gebt H. KRISTAL eine Chance und schreibt an:

Ein weiteres Argument stellt der Preis der EP dar. Die Band verlangt 16.000 Lire fĂŒr die Scheibe, was beim derzeitigen Kurs der italienischen Lire etwa 16,- DM sind. Da die Band deutsches Geld akzeptiert, solltet Ihr am einfachsten 15,- DM plus zwei IRCs schicken.

http://www.facebook.com/pages/hkristal/111694298856029

Vorbereitung:
Gerald Mittinger + Stefan Glas

Interview & Bearbeitung:
Stefan Glas

H. KRISTAL im Überblick:
H. KRISTAL – Empty (Rundling)
H. KRISTAL – Nowhere Roads (Demo)
H. KRISTAL – UNDERGROUND EMPIRE 7-Interview
H. KRISTAL – News vom 20.05.2010
andere Projekte des beteiligten Musikers Giovanni Angiolin:
Arthur Falcone' STARGAZER – News vom 07.03.2009
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