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"Thrashfest Classics" 2011
mit

SEPULTURA
EXODUS (US, CA)
DESTRUCTION
HEATHEN
MORTAL SIN (AUS)

Wien, Arena

18.12.2011

Nach dem großen Erfolg im letzten Jahr tingelt die "Thrashfest"-Festival-Reihe ein zweites Mal durch unsere Breiten, wobei es diesmal dem Motto "Classics" entsprechend ausschließlich Material aus der Frühzeit der beteiligten Bands zu hören geben soll (und auch gibt, einzig für die australischen Gäste hat man offenbar eine Ausnahmegenehmigung erteilt, doch dazu später mehr). Wohl nicht zuletzt deshalb dürfen sich Bands wie Veranstalter auch über regen Publikumszuspruch bei allen 24 Dates freuen.

MORTAL SIN [AUS]-Liveshot

So auch in Wien, wo sich bereits zur frühen Beginnzeit mehrere Hundertschaften zum Tour-Abschluß in der großen "Arena"-Halle einfinden um zuerst einmal die Australier MORTAL SIN zu bestaunen. Eine gute Entscheidung, denn das Quintett agiert von Beginn an mit Vollgas und besonders Frontmann Mat Maurer mutiert sofort zum Blickfang, da er gleichzeitig (!) bangt und singt. Auch zur Songauswahl kann man nur gratulieren, denn vom eröffnenden ›Blood, Death, Hatred‹ bis zum finalen Genickschuß›Mayhemic Destruction‹, das in herrlichen Rot-Tönen auch lichttechnisch perfekt umgesetzt wird, hat man alles unter Kontrolle, so daß das Publikum den Aussies förmlich aus der Hand frist. Aber auch die erwähnte "Ausnahme", das ins Set geschmuggelte ›Hatred‹ vom neuen Album »Psychology Of Death«, wird gut aufgenommen, weshalb MORTAL SIN als erste Sieger des Abends hervorgehen.

HEATHEN-Liveshot

Von den mehr als drei Wochen Tourstreß - den Bands war kein "Day Off" vergönnt - ist auch bei den Bay Area-Urgesteinen HEATHEN nichts zu bemerken. Im Gegenteil, das Quintett mit Neo-Basser Jason Viebrooks wirkt hochmotiviert und gibt zum Ende der Tour noch einmal alles. Sänger David White zeigt sich überaus dankbar, huldigt jedem auch nur irgendwie an dieser erfolgreichen Gastspielreise beteiligten Individuum und zollt vor allem seinem Kollegen Lee Altus Tribut. Der arme Kerl hat ja doppeltes Programm und muß aufgrund seiner Doppelfunktion jeden Abend zweimal ran. Das Publikum dankt es ihm und HEATHEN mit lautstarken Anfeuerungsrufen, wobei vor allem das intensive ›Hypnotize‹, sowie ein sensationell dargebotenes ›Mercy Is No Virtue‹ die absoluten Highlights des Sets markieren. Wie für einen Tourneeabschluß fast Usus, ist auch die Stimmung auf der Bühne ausgelassen, so daß sich im Verlauf des Gigs mehrere Background-Sänger (unter anderem EXODUS-Rob) bei HEATHEN einfinden, um beim Finale ›Death By Hanging‹ eine amtliche Party zu zelebrieren. Daumen hoch also auch für die Frisco-Boys, die sich einmal mehr als überaus dynamische Liveband präsentieren, auch wenn sie die wohl anspruchsvollsten Tracks vorzutragen haben.

DESTRUCTION-Liveshot

Danach sind die einzigen Vertreter des europäischen Thrash Metals an der Reihe, und auch Schmier und Co. wissen, mit ihren Uralt-Klassikern zu punkten. Im direkten Vergleich zu den Amis davor gibt es von DESTRUCTION zwar eher grob Gehacktes serviert, doch dieses wirkt stilecht, wird es doch vom ›Mad Butcher‹ serviert, womit auch schnell ein erster Höhepunkt des Sets der deutschen Legende erreicht ist. Fronthüne Schmier ist sich nicht zu schade, die langjährige Treue der Fans mit ›Invincible Force‹ zu würdigen, ebenso schwört er das Auditorium mit ›Eternal Ban‹ auf Einigkeit innerhalb der Szene ein und exerziert diese im finalen Gnadenstoß ›Curse The Gods‹ mit Andreas Kisser als zweiten Gitarristen regelrecht vor.

EXODUS [US, CA]-Liveshot

EXODUS zählen wohl zum Inventar dieser Festivalreihe. Berechtigterweise, denn die Amis liefern einmal mehr einen überaus engagierten, schweißtreibenden Auftritt. Angeführt von einem bestens gelaunten Rob Dukes ackern sich die Herren durch ein Programm das schlicht als "legendär" zu bezeichnen ist. Thrash Metal-Klassiker vom Faß (unter anderem ›Strike Of The Beast‹ und ›Braindead‹) werden auf feinste Weise dargeboten, wobei sich Rob nicht nur als durchaus würdiger Nachfolger der Herren Baloff und Souza zeigt, sondern auch als gereifter Frontmann. Dem Anlaß entsprechend gesellen sich im Laufe des Auftritts dann auch noch Musiker von SEPULTURA, HEATHEN und MORTAL SIN zu den Amis, wodurch der finale Rundumschlag ›The Toxic Waltz‹ zur Mega-Party avanciert und in Wien schon einige Wochen vor dem Opernball das Motto "Alles Walzer" regiert. Killer!

EXODUS [US, CA]-Liveshot: Rudelbildung bei ›The Toxic Waltz‹

Die Headliner-Position wird zwar im Lauf der Tour mehrmals getauscht, für den letzten Gig jedoch bekommen SEPULTURA diese Funktion zugesprochen, und das Quartett macht das Allerbeste daraus. Mit einer Setlist zum Hinknien - schon der Opener ›Beneath The Remains‹ hinterläßt eine tobende Meute - ihrem mehr als nur sympathischen Auftreten - inklusive witziger deutscher Ansagen von Derrick Green, der an Roberto Blanco (!) erinnert - sowie tonnenweise Groove beweisen die "Samba-Boys" (O-Ton Schmier), daß sie auch ohne die Cavalera-Brothers ihre Berechtigung haben und momentan wieder dabei sind, ihr ›Territory‹ zurückzugewinnen.
Ein überaus gelungener Abschluß eines denkwürdigen Abends!


Walter Scheurer

Photos: Walter Scheurer


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