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HAMMERFALL
VICIOUS RUMORS
AMARANTHE
DEATHDESTRUCTION

Wien, Arena

09.11.2011

Durch die aktuelle Business-Situation, die jede Menge Bands geradezu zwingt, unermüdlich rund um den Globus zu touren, lassen sich momentan Terminüberschneidungen nur schwer vermeiden. Besonders bitter trifft es die Wiener Traditionsmetaller, die sich an diesem Mittwochabend zwischen HAMMERFALL und den zeitgleich in der "Szene" gastierenden U.D.O. entscheiden müssen. Zwar wackelt auch meine Entscheidung, in die "Arena" zu kommen, im Vorfeld kurzfristig, da aber leider doch kein abermaliges Gastspiel von RIOT zustandegekommen ist, bin ich kurzfristig auf einen abermaligen Abend mit der deutsche Sangeslegende eingestellt. Erst die Bekanntgabe des "Ersatzprogramms" hat mich wieder umgestimmt und erst recht in die "Arena" gondeln lassen.
Deshalb zunächst einmal meine Entschuldigung an Herrn Dirkschneider - beim nächsten Mal sehen wir uns wieder!

AMARANTHE-Liveshot

Und um es gleich vorwegzunehmen: Meine Entscheidung sollte ich keineswegs bereuen, denn der Abend ist ein überaus unterhaltsamer! Zum Zeitpunkt meines Eintreffens ist die große "Arena"-Halle schon bestens gefüllt und das Auditorium obendrein in bester Stimmung. Diese führe ich zwar zunächst in erster Linie auf die Vorfreude der vorwiegend jüngeren Besucher in HAMMERFALL-Merchandise jeglicher Art zurück, doch auch die ersten beiden Bands scheinen ihren Beitrag dazu geleistet haben. Zwar haben sowohl DEATHDESTRUCTION wie auch AMARANTHE ihre Arbeit bereits erledigt, über mangelnden Zuspruch scheint sich im Nachhinein aber keine der beiden Formationen beschweren zu können. Allein das Interesse an den Shirts der beiden Bands am Merch-Stand ist ersichtlich und Augenzeugen berichten ebenso durchweg positives. Zwar scheint der Modern Metal von DEATH DESTRUCTION für Verwirrung gesorgt zu haben, die Zweit-Band von HAMMERFALL-Bassist Frederik Larsson kann sich aber dennoch einige Fans erspielen. Ebenso AMARANTHE, mit deren Alben und Shirts sich unzählige, vorwiegend jüngere Besucher eindecken. Nichtsdestotrotz bekomme ich aber auch kritischen Stimme zu der ungewöhnlichen Performance der drei Personen an der Front zu hören.

VICIOUS RUMORS-Liveshot

Aber das ist alles nicht weiter von Bedeutung, zumal wenig später dann endlich jene Herren auf die Bretter steigen, derentwegen ich U.D.O. "schwänze": VICIOUS RUMORS. Mit großer Freude dürfen deren Fans feststellen, daß es die Band rund um Mastermind Geoff Thorpe endlich wieder einmal geschafft hat, sich im Rahmen einer größeren Tournee und auf geräumigeren Bühnen präsentieren zu können. Eine Chance, die sich die Routiniers selbstredend nicht entgehen lassen! Im Gegenteil, der Fünfer, der mit Gitarrist Thaen Rasmussen ein neues, altbekanntes Gesicht präsentiert, ist von Beginn an merklich bemüht, Vollgas zu geben. Und das gelingt auch, denn was die Performance wie auch die Setlist angeht, haben die Amis einmal mehr alles richtig gemacht. Blöd nur, daß der Soundmann den Beginn versaut und so vor allem das mörderische Doppel ›Digital Dictator‹/›Minute To Kill‹ nur für Eingeweihte zu erkennen ist. Ungeachtet dessen ackert sich der Fünfer mit jeder Menge Spielfreude durch ein zwar leider nur kurzes, aber ungemein tightes Programm. Sänger Brian Allen zeigt einmal mehr welch' Glücksgriff er für diese Band ist und brilliert vor allem bei ›Hellraiser‹. Geoff indes bedankt sich nimmermüde für den herzlichen Empfang in Europa, wo man im Laufe dieses Jahres an die 100 Shows absolvieren konnte. Kein Wunder, daß sich danach auch der Nachwuchs in HAMMERFALL-Shirts überaus positiv über diesen "Anheizer" äußert. Ein klarer Arbeitssieg also für VICIOUS RUMORS, die später ebenso Zeit für ihre Fans finden wie die ersten beiden Bands und sich zudem ganz offensichtlich über ein Wiedersehen mit ihrem ehemaligen Sänger James Rivera freuen, mit man sich längst wieder ausgesöhnt hat.

HAMMERFALL-Liveshot 1

Das alles geht jedoch am Großteil der Besucher vorüber, denn die haben bloß Augen (und Ohren) für den Headliner, und der heißt nun mal HAMMERFALL. Von daher ist es auch ein Kinderspiel für die Schweden, die Stimmung - nach einem eher durchwachsenen Start mit dem etwas ungeschickt ausgewählten, weil irgendwie zu sperrig wirkenden ›Patient Zero‹ - ab der zweiten Nummer ›Heeding The Call‹ über die kommenden 100 Minuten am Siedepunkt zu halten. Beeindruckend und überraschend ist für mich vor allem, daß man sich in Sachen Liveshow deutlich reduzierter präsentiert. Das Licht ist zwar perfekt, etwaiger Schnick-Schnack - von etwaigen Feuerfontänen bis hin zum Schneegestöber - bleibt aber unter Verschluß. Gut so, denn der Fünfer wirkt dadurch konzentrierter und agiert viel lockerer und natürlicher als früher, post sich dabei aber selbstredend durch sämtliche Metal-Standards (unter anderem desöfteren mit freundlichen Grüßen in die benachbarte "Szene"...). Das unmißverständliche ›Bang Your Head‹ - ohnehin das Highlight ihres aktuellen, im Rahmen dieser Tour gebührlich vorgestellten Albums »Infected« - erweist sich unmißverständlich als Programm, denn die Band zeigt sich agil wie schon lange nicht mehr. Und auch wenn man den Fans so manche Ballade (unter anderem ›Glory To The Brave‹ - wie immer eines der stimmungstechnischen Highlights der Show!) kredenzt, können HAMMERFALL an diesem Abend unter Beweis stellen, daß sie über jeden Zweifel erhaben sind und es verstehen, für beste Metal-Unterhaltung zu sorgen.

HAMMERFALL-Liveshot 2

Daumen hoch für die Schweden, die ich lange nicht mehr so stark gesehen habe!


Walter Scheurer

Photos: Paul Bossenmaier


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