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  UE-Home → History → Online Empire 49 → Interview-Übersicht → IN SOLITUDE (S)-Interview last update: 10.04.2019, 06:10:39  

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Nach nur einer Single, ihrem selbstbetitelten Debut und einigen umjubelten Festivalauftritten schafften die aus Uppsala stammenden IN SOLITUDE quasi aus dem Nichts den Sprung an die Spitze des Undergrounds. Sänger Pelle Ahman versucht das Phänomen zu erklären und hatte zudem jede Menge zum zweiten Album der Band mit dem vielversprechenden Titel »The World. The Flesh. The Devil« zu vermelden.

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Man kann Euren Aufstieg durchaus als kometenhaft bezeichnen. Hast Du irgendeine Idee, weshalb IN SOLITUDE auf dermaßen reges Interesse stoßen?

Ich kann mir vorstellen, daß es die Metalfans einfach satthaben, immer wieder viel zu glattgebügeltes Zeug untergejubelt zu bekommen. Bei uns war von Anfang an klar, daß wir uns einzig darauf festlegen wollen, höchst emotionsgeladene Klänge zu offerieren. Es kann für einen Zuhörer nicht wirklich zufriedenstellend sein, wenn er sich um eine neue Band bemüht, deren Musik er zwar als durchaus beeindruckend empfindet, die mit ihrem Material in ihm aber keinerlei Emotionen wecken kann. Unser Ansatz ist ein völlig anderer. In welche Richtung ein Song geht, spielt weniger Rolle, einzig packend muß er sein, aber ordentlich!

IN SOLITUDE (S)-Bandphoto 1

Gut nachvollziehbar, zumal Euer neues Album »The World. The Flesh. The Devil« geradezu vor Emotionen überquillt. Geht Ihr mit einer bestimmten Erwartungshaltung an den Start?

Um von Erwartungen zu sprechen, ist es noch viel zu früh (das Interview wurde im Mai dieses Jahres geführt, wenige Wochen vor dem offiziellen Veröffentlichung - der Verf.). Zwar haben wir im Laufe des Songwritingprozesses, wie auch während der Aufnahmen selbst, ein ungemein gutes Gefühl verspürt, wie das Album ausfallen und klingen wird, mehr läßt sich aber noch nicht abschätzen.

Eine bestimmte Zielgruppe habt Ihr dafür aber doch vor Augen, oder etwa nicht?

Ganz und gar nicht. Wir haben schon für »In Solitude« positives Feedback aus unterschiedlichen Fangruppen zu hören bekommen, weshalb ich auch für »The World. The Flesh. The Devil« annehme, daß sich Metalheads aus nahezu allen Genres angesprochen fühlen. Wer es grundehrlich mag und Heavy Metal mit reichlich Herzblut und ehrlichen Gefühlen zu schätzen weiß, ist bei uns auf jeden Fall an der richtigen Adresse.

Demnach wird also auch kein besonderer Wert auf eine eventuelle Genre-Zuordnung gelegt, oder?

Ganz genau. Unsere Musik ist für alle Metaller geeignet. Voraussetzung ist bloß die richtige Einstellung. Wir haben in der Vergangenheit schon mehrfach erleben dürfen, daß sich selbst auf härtesten Stoff eingeschworene Fans zu uns hingezogen fühlen. Es ist aber ohnehin völlig egal, ob ein Fan Black, Death, Doom oder einfach nur Heavy Metal bevorzugt, im Endeffekt kommt es auf die Emotionen an! Uns ist es offenbar gelungen, mit unserer Musik direkt in die Herzen der Fans einzudringen, und genau das ist es auch, worauf wir abzielen. Man muß unsere Musik nicht unbedingt mögen, aber es wird kaum einen Zeitgenossen geben, der IN SOLITUDE ignorieren wird

Auch das ist eine Frage der Emotionalität. Es ist Euch demnach lieber, auf Abneigung zu stoßen, als höchstens beiläufig vernommen zu werden?

Auf jeden Fall! Es gibt für eine Band generell nichts Schlimmeres, als mitzubekommen, daß man mit seinem Werk und Wirken die Zuhörer vollkommen kaltläßt.

Eine ähnliche Einstellung ist ja auch von diversen anderen Größen bekannt. Gibt es bestimmte Namen, an denen Ihr Euch auch orientiert? MERCYFUL FATE beispielsweise ja werden immer wieder gerne als Referenz herangezogen...

Um ganz ehrlich zu sein, kann ich diesen Vergleichen nicht wirklich etwas abgewinnen. Nicht, daß ich irgendetwas gegen King Diamond und MERCYFUL FATE hätte - im Gegenteil, ich schätze ihre Musik sehr - aber bei IN SOLITUDE haben wir immer versucht, uns nicht direkt an diversen Heroen zu orientieren. Es gibt bei uns keine diesbezüglichen Orientierungshilfen.

Wie erklärst Du dann die immer wieder aufkommenden Vergleiche?

Am ehesten damit, daß die Zuhörer bei uns ein ähnliches Gefühl vermittelt bekommen. Anstelle uns nur von der Musik anderer Bands inspirieren zu lassen, versuchen wir, etwas tiefgründiger an die Sache heranzugehen, und von daher sind es auch in erster Linie die Emotionen, die bestimmte Bands transferieren, die uns massiv beeinflussen. Egal, ob diese von der Musik, den Texten, oder aber auch dem Image oder der künstlerischen Umsetzung ausgelöst werden.

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Diese Einstellung hat Seltenheitswert. Besteht denn eventuell die Ursache dafür darin, daß Ihr aus Uppsala stammt und nicht aus einer der anderen Metal-Metropolen Schwedens?

Kann sein, auch wenn wir uns darüber nicht wirklich Gedanken machen. Es ist zwar durchaus richtig, daß hier bei uns eine vergleichsweise verschwindend geringe Anzahl an Bands existiert, doch gerade dadurch ist die Metalgemeinde hier in Uppsala zu einer richtigen Familie zusammengewachsen. Es besteht ein mehr als nur freundschaftliches Verhältnis zwischen WATAIN, IN SOLITUDE und den wenigen anderen Formationen, die aus der Region stammen. Jede für sich versucht zwar, ihren eigenen Weg zu gehen, doch wir stehen uns allesamt sehr, sehr nahe.

Was wohl auch dazu führt, daß Ihr allesamt nicht nur bei IN SOLITUDE aktiv seid?

Schon, aber alle weitere Beschäftigungen werden nicht ganz so intensiv betrieben, denn der Fokus liegt klar bei IN SOLITUDE. Mein Bruder Gottfrid und ich sind zwar auch bei INVIDIOUS aktiv und werden demnächst unsere erste EP »In Death« auf den Markt bringen, diese Truppe läuft aber in der Tat nur "nebenbei". Und auch unser Gitarrist Henrik Palm, der bei den Stockholmern SONIC RITUAL mitmacht, bekommt diesbezüglich kaum Streß. Einzig unser Drummer Uno Bruniusson legt sich nicht ganz so fest, hat reichlich um die Ohren und zuletzt sogar bei den Chilenen PROCESSION ausgeholfen.

Diese Einstellung und Hingabe zur Musik ist diesen Burschen immerzu anzuhören. Ganz egal ob man sich das Album zu Gemüte führt oder sich den Genuß gönnt, IN SOLITUDE live zu beaugapfeln - bei dieser Truppe ist Metal Programm!

http://myspace.com/insolitudeheavymetal

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Walter Scheurer

Photos: Pontus Eklund

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IN SOLITUDE (S) – The World. The Flesh. The Devil (Rundling-Review von 2011)
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