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”UNDERGROUND EMPIRE 6”-Datasheet

Contents:  Underground Empire 6-''Demoklassiker''-Artikel

Date:  07.04.1992 (created), 22.06.2011 (revisited), 01.05.2021 (updated)

Origin:  UNDERGROUND EMPIRE 6

Status:  published

Task:  from paper to screen

Availability:  original printed issue still available, order here!

Comment:

Es is erstaunlich, wie viele dieser Band heute noch oder wieder aktiv sind. Das unterstreicht also, daß sich das Talent und die Ernsthaftigkeit, mit der eine Band zu Werke geht, schon im Demostadium zeigt.

Vielleicht fehlt in dieser Ausgabe ein Überklassiker wie OVERKILLs »Power In Black«, aber dennoch konnten wir auch in UNDERGROUND EMPIRE 6 einige herausragende Tapes ehren.

P.S.: Im Falle von Fräulein Dominique gab es das Problem, daß ich das Tape nicht besitze und im Internet nix zu finden war, so daß ich notgedrungen das Cover auf der gedruckten UNDERGROUND EMPIRE 6-Ausgabe abscannte. Ich kann mich aber noch erinnern, daß auf dem Originalcover der Lippenabdruck rot eingefärbt gewsen war. Vielleicht sollte ich Götz nochmal in die tiefsten Tiefen seines Archivs schicken...

Supervisor:  Stefan Glas

 
 

Titel: Demoklassiker
Dekolinie
Episode 5

Zum fünften Mal starten wir nun also zu einer Runde durch die kultig-klassischen Werke auf Band. In letzter Sekunde konnte ich es noch organisieren, daß auch Götz wieder einige Tapes beigetragen hat, so daß wir es wieder mit einer gemischten Vorstellung zu tun haben.


kapitaler Anfang...m den Auftakt echt amtlich zu gestalten, fiel meine Wahl auf die Space-Götter SACRED BLADE. Nach Durchsicht der Cover der drei verschiedenen Demos, gab ich dem neuen »Seven Moonz Of Xerxez«-Demo aus optischen Gründen den Vortritt. Dennoch sollen die beiden alten Demos nicht unerwähnt bleiben. Sie erhielten beispielsweise in ›Hammerhead‹ und ›Crystal‹ Songs, denen keine Vinylehren zuteil wurden als auch in ›Salem‹, ›Master Of The Sun‹ oder ›Moon‹ Stücke, die in stark veränderten Versionen auch auf dem »Of The Sun And Moon«-Debut zu finden waren, welches, mal bescheiden angemerkt, eine der besten Platten der Geschichte des Metals ist.

SACRED BLADE-Democover

Mittlerweile geht unsere Wartephase für die zweite Platte schon ins siebte Jahr, und auch Jeffs Terminabkündigung von UNDERGROUND EMPIRE 4 hat sich nicht bewahrheitet. Abgebildetes Demo ist der einzige Vorgeschmack, den er uns gewährte, der aber noch heißhungriger machte. Also gab's in Form der beiden Vorabstücke ›I. C. Eyes‹ und ›Cathedral Forest‹ nochmal eine Fütterung der Raubtiere, aber ab sofort lassen wir uns nicht mehr mit solchen Häppchen abspeisen, Jeff! Wir wollen die Platte!!!


kapitaler Anfang...IRAX waren eine der besten Speedbands, die die Szene je zu bieten hatte, auch wenn das Cover des '84er Demos recht lächerlich aussah. Leider muß man sagen, daß alle anderen Veröffentlichungen bei weitem nicht die Klasse hatten wie die vier Demosongs ›Born In The Streets‹, ›Battle Cry‹, ›Stand And Be Counted‹ (ach, dieses himmlische Riff! - Red.) und ›Believe In The King‹. Die Vinylveröffentlichungen gingen einfach zu sehr in Krachrichtung.

HIRAX-Democover

Erst das '87er Demo und zugehörige Single »Blasted In Bangkok« zeigten, daß HIRAX sich wieder ihrer alten Linie zuwenden wollten. Der Zug war mittlerweile aber anscheinend abgefahren, da sich keinerlei Erfolg mehr für HIRAX einstellte und man sich endgültig auflöste. Sänger Katon versucht sich heutzutage mit seiner neuen Band WORLD TRUST bekanntlich auf eher funkigen Pfaden (siehe auch Demobesprechungen). Schade, daß HIRAX in ihrer ursprünglichen Form nie einer breiten Masse zugänglichgemacht werden konnten.


kapitaler Anfang...ine recht kultige Angelegenheit ist die Band INFÈRNÄL MÄJÈSTY, die 1986 ein einziges Demo herausbrachten. Mit den vier Stücken bot man klirrenden Power Metal in Klasseform.

INFÈRNÄL MÄJÈSTY-Democover

Dem Namen entsprechend ging man die Sache image- und covermäßig "höllisch" an. Mit diesem Tape erhielt man dann einen Deal, so daß die »None Shall Defy«-Scheibe folgte. Obwohl die Platte nicht besonders erfolgreich war, ist sie mittlerweile ein gesuchtes Stück. Wenig war seither von der Band zu hören, aber im neuen REVELATION war zu lesen, daß die Band wieder aktiv ist. Wäre sehr begrüßenswert!


kapitaler Anfang...at mit »Prove You Wrong« ungefähr so viel tun wie 'ne Kuh mit Mäusemelken. Zwei Demos gab es von PRONG, einmal von 1986, auf welchem praktisch die ganze Debut-Mini »Primitive Origins« zu finden war, einmal von 1987, dessen vier Stücke allesamt auf die nachfolgende »Force Fed«-Platte kamen.

PRONG-Democover

Mir gefielen diese Aufnahmen weitaus besser als die neuen Sachen von PRONG, auch wenn mich einige wegen dieser Aussage leicht verfluchen werden. Es war damals Thrash mit Hardcore-Einflüssen, der mir auch heute noch gut reingeht.


kapitaler Anfang...ie Mutter aller skandinavischen Death Metal-Bands! Okay, zugegeben, ich übertreibe, aber dennoch lernten einige schwedische Todesbrüder bei NIHILIST ihr Handwerk und machten bei der Band ihre ersten Gehversuche.

NIHILIST [S]-Democover

Zwei Demos ließ man auf die Menschheit los, bevor man sich auflöste, um als ENTOMBED erneut dem Grab zu entsteigen. Bei NIHILIST war's noch recht anfängerhaftes Gedeathe mit magerem Sound, was aber einen Death Metal-Fan kaum stören wird, sondern sich in nostalgischer Stimmung wegballern lassen wird.


kapitaler Anfang...ene Band, deren Namen so in etwa wie "Sirup" klingt, stand schon früh recht hoch in meiner Gunst. Man legte als allererstes eine Single namens »The Right Way« vor, die zeigte, daß man sich auf dem rechten Weg befand. Wie dieser jedoch zu klingen hatte, gab man erst 1983 auf dem ersten Demo »Metal Log Vol. I« preis.

ZOETROPE-Democover

›Speedzone‹ kam auf »Metal Massacre IV«, und berechtigte Hoffnungen in Richtung Platte keimten auf, die sich jedoch als vorschnell erwiesen. 1985 schob man »Metal Log Vol. II« nach, und durch diverse Vorabtapes, die in der Tapetraderszene kreisten, war zu vermuten, daß ZOETROPE es jetzt endlich schaffen würden. So war's - man gewährte sich erst »Amnesty« und erzählte schließlich von »A Life Of Crimes«. Doch dann war da nur noch Stille...


kapitaler Anfang...ommen wir nun zu einer der besten Bands, die jemals aus New York kamen - HITTMAN. Zu Anfangszeiten nannte man seine Musik "Metal Sport". und so hieß dann auch das '85er Demo, welches ich Euch schon längst vorstellen wollte, da es den besten nur erdenklichen US-Metal bietet, aber leider hatte ich das Tape von der Band ohne Cover geschickt bekommen.

HITTMAN-Democover

Doch der Götzenmann konnte in die Bresche springen und reichte mir das Cover rüber. Im gleichen Jahr folgt ein Promodemo, das mich genauso umhaut, und 1988 kommt schließlich das Spitzendebut, bei welchem es nur ein Problem gibt: Vom Demo ist nur der Titelsong vertreten, während die drei anderen Hammerstücke plus das Opening-Instrumental nur jenem erlesenen Kreis von Demosammlern vorbehalten bleiben.


kapitaler Anfang...rgendwie gibt es zwischen VIO-LENCE und FORBIDDEN (EVIL) einige Paralellen. Ihre beiden Demos wurden seinerzeit von Alexandra Dörrie vertrieben, die ihrerseits mittlerweile ihr Unwesen bei der EMI treibt, und wurden schon bald nach Veröffentlichung der Tapes als größte Hoffnungen der Szene angesehen.

VIO-LENCE-Democover

Man brachte es gemeinsam auf je zwei Alben und sitzt nun auf der Straße und darf erneut die Klinken der Plattenfirmen putzen. Liegt es vielleicht daran, daß man es nie wieder geschafft hat, so ungestüm und begeisternd loszulegen wie auf dem Demo? Ich weiß es nicht, aber halte es für eine wahrscheinliche Erklärung, zumal ich auch von mir behaupten kann, daß ich zu den Demos greife, wenn ich etwas von den beiden Bands hören möchte.


kapitaler Anfang...on VIO-LENCE hin zur VIOLENT FORCE, die für mich eine der wenigen leicht kultigen deutschen Bands darstellen - vielleicht deswegen, weil ihnen das Los der ewig Glücklosen beschieden war. Mit ihrer »Dead City«-Demotrilogie legten sie ständig steigernde Beweise ihres Talent hin, wobei das hier zu sehende »Dead City III - The Night« eindeutig der Höhepunkt war. Da das Tape ein Fold-Out-Cover hatte, seht Ihr hier nur das obere Drittel.

VIOLENT FORCE-Democover

Musikalisch bot das Demo mit den besten Thrash, der je in Deutschland fabriziert wurde, aber dennoch wollte sich kein Erfolg einstellen. Als dann eines Tages doch der Deal ins Haus geflattert kam und man die Chance kriegte, mit »Malevolent Assault Of Tomorrow« auf Vinyl Resümee der Karriere zu ziehen, hatte sich die Band geistig praktisch schon aufgelöst. Also gab's ein Abschiedsgeschenk auf Vinyl, und als die Scheibe erschien, gehörten VIOLENT FORCE schon der Vergangenheit an. Man opferte sich für den Megaflop SACRED CHAO, wo man mit Ex-LIVING DEATH-Musikern zusammenspielte, und das war's dann auch schon.


kapitaler Anfang...och 'ne Band, deren Karriere nach dem Prinzip "Demo, Deal, Debut, dead" ablief. Traurig an der Sache ist eben die Tatsache, daß DAMIEN THORNE einfach obergut waren! »Sign Of The Jackal«, wie sowohl Demo als auch LP hießen, boten allerfeinsten powervollen US-Metal von einer Qualität wie man ihn heute nur noch selten findet.

DAMIEN THORNE-Democover

Die vier Stücke ›The Sign Of The Jackal‹, ›Escape Or Die‹, ›Phantoms Of Fire‹ und ›Siren's Call‹ dieses '84er Demo sind aus der Geschichte des Metal einfach nicht wegzudenken, auch wenn DAMIEN THORNE, wie bereits erwähnt, nie erfolgreich wurden. Insider und Kenner werden sie aber noch heute schätzen!


kapitaler Anfang...it Geschichten des Terrors wollten uns HALLOWS EVE beglücken, und das gelang damals im Jahre 1984 auch ganz vorzüglich! Die Rhythmusgitarre sägt sich durch Deinen Gehörgang, wie ein Tiefflieger im Angriff auf ein Gänseblümchen, das unschuldig auf einer großen weiten, grünen Wiese steht. Es setzen melodische Gitarrenlicks nach, der Gesang rotzt dazu, die Drums knallen die letzten Lücken über den Haufen und gemeinsam erzeugt man eine geniale Wirkung auf den zwei Songs ›Metal Merchants‹ und ›Hallows Eve‹. Kein Wunder, daß man sich mit diesem Tape einen Deal aufriß.

HALLOWS EVE-Democover

Mit gleichem Titel erschien eine erste Mini-LP, die als einzige den unverfälschten HALLOWS EVE-Stil bieten konnte. Nachfolger »Death And Insanity« war zwar geil, aber nicht mehr mit dieser monströsen Power versehen und über die dritte Scheibe »Monument« decken wir lieber das Mäntelchen des Schweigens, sonst kriege ich wieder Tränen in die Augen. So war eine phantastischen Band darnieder gegangen und löste sich als letzte mögliche Konsequenz auf.


kapitaler Anfang...um Abschluß noch ein Special Tip von Götz. Seine ganz spezielle Freundin Lisa Dominique drückt uns hier per Demo »The Big Kiss« auf (buach! - Red.) und schaut dazu vom Cover her so richtig herzallerliebst und treudoof.

Lisa Dominique-Democover

Man kennt Lisa mittlerweile, obwohl ich noch keinen Ton von ihr gehört habe. Die Musik des »The Big Kiss«-Demos ist zwar weiter nicht erwähnenswert, aber so'n kleiner Gag zum Schluß hat noch nie was geschadet!

Wieder ein Act beendet, ohne daß ein Ende abzusehen wäre. Ich möchte Euch noch einen Vorschlag machen: Wer zu Hause Demos hat, die er als Klassiker empfindet, der möge seine Vorschläge schicken, so daß er beim nächsten Mal eventuell etwas zu dieser Rubrik beitragen kann.


Stefan Glas


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Unser Coverkünstler von Ausgabe 65 war Jonathon Earl Bowser. Die zugehörige Homepage findet Ihr
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