UNDERGROUND EMPIRE the ONLINE EMPIRE-Titel
  UE-Home → History → Underground Empire 6 → Interview-├ťbersicht → SHYBOY (D)-Interview last update: 05.11.2020, 18:45:40  

”UNDERGROUND EMPIRE 6”-Datasheet

Contents:  SHYBOY (D)-Interview

Date:  09.03.1992 (created), 13.01.2011 (revisited), 04.02.2012 (updated)

Origin:  UNDERGROUND EMPIRE 6

Status:  published

Task:  from paper to screen

Availability:  original printed issue still available, order here!

Comment:

Er├Âffnet wurde die Story durch ein klassisches Studioreport-Photo (will hei├čen: Musiker und viiiele Kn├Âpfchen). In selbiges hatten wir das SHYBOY-Logo ein wenig hineinlaufen lassen. Zudem war das Logo schr├Ąggestellt, was wir nun nachempfunden haben, und in blauer Farbe gedruckt. Ebenso mit einem blauen Farbraster versehen wurde ein Pfeil unter den Text gelegt, der aus dem offiziellen SHYBOY-Info stammte und hier nat├╝rlich als Symbol f├╝r die Richtung dienen sollte, in die sich die Erfolgskurve von SHYBOY weiterentwickeln sollte.

Das Ende der ersten Seite markierte der Interviewtitel, wobei hier das Wort "Exzesse" mehrfach versetzt hingebastelt wurde, so da├č ein gewisser r├Ąumlicher Eindruck entstand.

Auf der zweiten Seite befanden sich dann die drei Liveshots, wobei von Alex' wildem Rumgerolle mit Klampfe eine ganze Photoserie existiert, die aber dennoch nicht nachempfinden konnte, wie Alex live abging.

Das Interview haben wir heuer mit zwei offiziellen Promophotos aufgefettet, die seinerzeit zusammen mit dem SHYBOY-Erstling ┬╗Best Of Wild Thing┬ź verschickt wurden.

Supervisor:  Stefan Glas

 
 

SHYBOY (D)-Logo

Rock'n'Roll ist tot. Wenn ich mir all diese Kasper anschaue, die uns glauben machen wollen, da├č sie das Ticket zum Rock'n'Roll-Himmel gebucht h├Ątten, kann ich nur mit einem hysterischen Lachanfall reagieren. Sie ver┬şste┬şhen vom Feeling des Rock'n'Roll so viel wie eine Beate Uhse-Gummipuppe vom multiplen Orgasmus. Rock'n'Roll ist tot, wenn da nicht diese eine Band w├Ąre - SHYBOY!
SHYBOY - das Ereignis der deutschen Rockszene! Alex, Erfinder des Gitarrenkoitus und dringend der Jimi Hendrix-Reinkarnation verd├Ąchtig, Hannes, Ex-Ba(r)tman, und ansonsten einfach todwitzig, sowie Maik, Mann der Erkenntnis ("Es bleibt schwierig!") und stockschwingendes Trommelfeuer von vorne links, so hei├čen diese drei sch├╝chternen Jungen, die sich auf der B├╝hne in jeder Form so oberlocker austoben, da├č man noch nicht mal einen Anflug von Sch├╝chternheit vermuten w├╝rde! Auch bei folgendem Interview gab man sich ganz gelassen, und so kauten wir uns gegenseitig fast eine Stunde lang ein Ohr.

SHYBOY [D]-Studioshot

Die Spezialit├Ąt von SHYBOY sind die Livegigs, wo Ihr so richtig sch├Ân dreckig und geil r├╝berkommt!

Hannes: Bei unserem Status bewegen sich die Auftritte in etwas kleinerem Rahmen, und daher man hat den direkten Kontakt zum Publikum. So ist es dann einfach schon mal wichtig, da├č die Leute sehen, da├č wir schwitzen, da├č wir arbeiten und bei der Sache sind. Man mu├č Spielfreude r├╝berbringen und sich ganz nat├╝rlich geben! Deshalb sind wir auf der B├╝hne sehr planlos. Das Problem bei vielen Bands ist die Distanz zwischen Musikern und Publikum. Bei einem guten Konzert ist das nicht so und daher bem├╝hen wir uns immer, diese Distanz zu beseitigen.

Alex: Vor allem macht das ohnehin keinen Sinn, in einem kleinen Club die tolle Profishow abzuziehen, anstatt aufs Publikum einzugehen. In einem kleinen Club hat man eben den Vorteil, da├č man praktisch auf jeden einzelnen eingehen kann.

Es schaltet sich nun auch Manager Bernd Wohlleben ein, der noch einen Punkt aufbringt:

Bernd: Vor allem wird bei SHYBOY keiner nach einem Konzert den Eindruck haben, da├č die Musiker arrogant seien. SHYBOY sind Amateure und m├╝ssen sich jeden Fan erk├Ąmpfen; also warum sollen wir arrogant gegen das Publikum kommen?

SHYBOY (D)-Headline

Wie wird das allerdings, wenn Ihr wirklich eines Tages mal in gro├čen Hallen spielen werdet. Gibt es dann nicht das Problem, da├č die B├╝hne etwas sehr leer aussehen k├Ânnte!

Hannes: N├Â, dann engagieren wir uns noch ein paar Langhaarige, die w├Ąhrend des ganzen Gigs auf der B├╝hne rumrennen, so da├č die durchschnittliche Haarl├Ąnge auf der B├╝hne steigt... Oder aber wir brauchen einen Special-Roadie, der w├Ąhrend des ganzen Gigs zusammen mit Alex rumrennt und ihm das Mikro vor die Schnauze h├Ąlt. Wir haben auch schon den deutschen Meister im Langstreckenlauf gefragt, ob er noch einige Termine frei hat und erwarten eigentlich t├Ąglich seinen positiven Bescheid... Ich denke, wir werden das Problem l├Âsen!

Alex: Es gibt da einfach technische M├Âglichkeiten. Dann werde ich mich vielleicht dran gew├Âhnen m├╝ssen, da├č ich ein Kopfmikro aufgedr├╝ckt kriege, bei dem man jedes Schnaufen h├Ârt, so da├č ich dann aus Konditionsgr├╝nden jeden Morgen joggen mu├č. Das kommt auch darauf an, in welchem Rahmen die Liveproduktion ablaufen wird. Eventuell stellen wir uns zwei Negerinnen in die Ecke, die Chor singen.

Maik: Eigentlich haben wir uns dazu noch keine Gedanken gemacht. Da wird uns zur gegebenen Zeit schon etwas einfallen. Wir werden im Endeffekt ohnehin anstreben, durch kleine Clubs zu touren, weil sich unser Konzept daf├╝r bew├Ąhrt hat. Wir bauen das Schlagzeug vorne links auf der B├╝hne auf und nutzen zwar so die Tiefe einer B├╝hne ├╝berhaupt nicht aus, aber f├╝llen den Platz einfach besser.

Hannes: Im Endeffekt merken die Leute auch, wenn die Band geil drauf ist, und sie werden dann schon eher mitgerissen. Ebenso ist der verbale Kontakt sehr wichtig. Deshalb scheitern ja viele deutsche Bands im Ausland, weil sie einfach nix als die Standardspr├╝che draufhaben.

Was au├čerdem bei Euch jedesmal auff├Ąllt, sind die Gitarrenextasen von Alex sowie die Spr├╝che von Hannes! F├╝r mich eigentlich so etwas wie ein Markenzeichen von SHYBOY!

Hannes: Ich bin ganz einfach so drauf und w├╝rde es mir niemals antun, einem allein das ganze Entertainment zu ├╝berlassen!

Alex: Ich habe eben ein etwas engeres Verh├Ąltnis zu meiner Gitarre als andere Leute. Das k├Ânnte ich jetzt etwas genauer drauf eingehen, aber das wollen wir mal sein lassen...

SHYBOY (D)-Bandphoto 1

Heutzutage gibt es immer ├Âfter Demos, die besser aufgemacht sind als die meisten Platten. Bei Euch jedoch gab's ein kopiertes Cover mit Logo, Songtiteln und Besetzung. Waren Eure Demos eigentlich eher als Promotapes, aber nie so sehr f├╝r den Verkauf gedacht gewesen?

Maik: Wir hatten einfach kein Geld gehabt und haben stattdessen Kopien auf blauem Papier gemacht. Im Endeffekt ist diese gro├čartige Aufmachung nur rausgeschmissenes Geld, weil es nur darauf ankommt, was auf dem Tape ist.

Hannes: Wir haben die Demos ohnehin nur aufgenommen, um an Jobs (= Gigs und keine blow jobs! - Red.) zu kommen. Die Demos waren eigentlich nie f├╝r den Verkauf bestimmt. Da├č sich im Endergebnis zusammen etwa 500 Demos verkauft haben, ist zwar toll, war aber eben nie so geplant.

Alex: Eigentlich sind die Demos alle nur Abfallprodukte unserer Zeit im Studio, denn wir wollen schon seit einiger Zeit eine Platte machen.

Ihr seid also ins Studio gegangen, um eine Platte zu machen, was allerdings nicht so ganz geklappt hat und so ist nur ein Demo dabei herausgekommen...

Es folgt die Sonate f├╝r vier Lachen und ein scheinheiliges Gesicht...

Hannes: Der Gedankengang ist so: ein Demo aufnehmen → damit Gigs kriegen → geile Jobs abliefern → und so etwas spricht sich rum. F├╝r uns waren die Demos immer nur Mittel zu dem Zweck, m├Âglichst viel zu spielen.

Vielen Dank f├╝r die Aufkl├Ąrung! Wieso habt Ihr trotz Eures gro├čen Repertoires mehrere Lieder auf den Demos mehrfach aufgenommen?

Hannes: Viele unserer Songs haben mannigfaltige Arrangements durchlaufen. Wir jammen sehr viel, und so entstehen dann Ideen, die wir geil finden. Daher nehmen wir das Lied dann nochmal auf, weil es dann vielleicht noch besser oder noch schlechter als vorher wird.

Man hat eigentlich sehr selten ├╝ber Euch gelesen. Seid Ihr eigentlich nie an Magazine herangetreten?

Hannes: Wir haben uns eigentlich nie darum geschert! Seit ich dabei bin, haben wir verschiedene Entwicklungsphasen durchgemacht. Wir waren am Anfang eine stinknormale 08/15-Hard Rock-Band, und so haben wir erst mal an uns gearbeitet und an dem, was wir machen wollten. Erst mit dem Reifeproze├č, den unser Gitarrist durchgemacht hat, indem er Bartwuchs gekriegt hat und andere Musik zu h├Âren begann, dachten wir, da├č allm├Ąhlich etwas passieren mu├č.

Alex: Als wir dann noch unserem Bassisten beigebracht hatten, richtig Ba├č zu spielen, haben wir versucht, musikalisch etwas anderes zu machen. Und in dieser Entwicklungsphase sind wir immer noch.

Bernd: Wir hatten im BREAKOUT einen sehr guten Bericht, und Du hast im METAL HAMMER und zusammen mit Thomas im UNDERGROUND EMPIRE etwas geschrieben. Das reicht doch, oder? Au├čerdem ist uns die Mundpropaganda viel wichtiger, so da├č das Publikum gr├Â├čer wird.

SHYBOY [D]-Einzelshot: Alex Auer

Wie habt Ihr drei sch├╝chternen Jungen Euch eigentlich gefunden?

Alex: Es ging als Sch├╝lerband los, in der ich mit zwei Freunden spielte. Irgendwann merkten wir, da├č der Drummer zu schlecht war, und ich habe mich dann umgeschaut. Maik suchte zu der Zeit auch eine heavym├Ą├čige Band.

Maik: Durch die Empfehlung eines Kumpels, habe ich mir Alex mal live angeschaut, und ich sagte mir sofort, da├č das mein Mann ist. Also haben wir 'ne Session vor'm Publikum gemacht und sind zusammengeblieben. Dann mu├čten wir feststellen, da├č der Bassist leider nix taugt.

Hannes: Ich bin dann ausgestiegen, habe f├╝nf Jahre lang ge├╝bt und bin wieder eingestiegen. Nee, also ich hatte damals viel in Amiclubs gespielt und hatte auch ein vierj├Ąhriges Intermezzo bei Jule Neigel hinter mir, als ich dann Alex und Maik kennenlernte und mich schlie├člich auch f├╝r diesen Weg entschied. Wir hatten noch einen anderen Gitarristen, der im Laufe der n├Ąchsten zwei Jahre entschieden worden ist zu gehen. Seit diesem Punkt hat's f├╝r die Band geknallt, auch wenn's etwas bl├Âd klingt. Wir haben damals als Trio eine Ungarntour gemacht und haben festgestellt, da├č wir so viel besser zusammenspielen.

Alex: Je l├Ąnger man zusammenspielt, desto geiler wird's, weil man sich blind versteht.

Hannes: Es ist wie in jeder Gemeinschaft - solange die oft zitierte Chemie funktioniert, alle Leute das gleiche wollen und dran arbeiten, dann funktioniert das. Es gibt immer wieder R├╝ckschl├Ąge, die man wegstecken mu├č.

Zu jedem von Euch dreien gibt's Anekdoten zu erz├Ąhlen, zu denen Ihr mal etwas loslassen k├Ânntet. Also, Alex, Du bist derjenige, der bei der Firma ENGL auf Messen die Gitarre umgeschnallt kriegt, um deren Ger├Ąte vorzuf├╝hren, Hannes hat bekanntlich bei diesem omin├Âsen ÔÇ║Pump ab das BierÔÇ╣ mitgemacht und auch Maik hat schon eine Platte gemacht, allerdings in einer ganz anderen Stilrichtung.

Alex: Ich bin schon als 15-j├Ąhriger Junge in dieses bewu├čte Gesch├Ąft reingerannt, hab" mir E-Gitarren geschnappt und jeden Tag drauf ge├╝bt, bis sie mich abends rausgeschmissen haben, weil ich mir noch keine kaufen konnte - das ist so richtig wie im Film. Der Zufall will es, da├č der Vertrieb von ENGL in diesem Laden seinen Sitz hat, und die haben mich dann irgendwann mal gefragt, ob ich ihre Produkte vorf├╝hren wollte.

Hannes: Bei ÔÇ║Pump ab das BierÔÇ╣ war das mein Bruder, der einen Bart hatte... Nee, das war ein gro├čer Spa├č damals, und ich hab" 'ne geile Zeit gehabt. Er war ein Ding, f├╝r das ich keine Allimente bezahlen mu├č. So etwas, was man in seinem jugendlichen Leichtsinn mitnimmt.

Maik: Ich komme eigentlich von der englischen Rockmusik á la U2 oder SIMPLE MINDS. Wir wurden damals von einer Firma gesignt und dann ordentlich über den Tisch gezogen, was mir heute nicht mehr passieren wird, weil ich da geeicht bin!

SHYBOY [D]-Einzelshot: Hannes Mappes

Ich w├╝rde jetzt mal behaupten, da├č Eure Songs sich in recht enggesteckten Grenzen bewegen und sich irgendwo etwas ├Ąhneln. Ist das eine Aussage, f├╝r die Ihr mich lynchen w├╝rdet?

Hannes: Die Eingrenzung von Musik ist immer relativ. Andere haben genau das Gegenteil gesagt. In dem Moment, wo Du Deine Aussage machst, erkennst Du eine gewisse Linie in unserer Musik. Egal, wie man Deine Aussage nun auffa├čt, Tatsache ist, da├č ein bestimmtes Teil da ist, das in allen Songs wiederkehrt. Man erkennt beispielsweise Prince oder SIMPLE MINDS immer wieder. Das gleiche ist bei AC/DC - einer spielt A-Dur und schon meint man, da├č es AC/DC ist, auch wenn's eine ganz andere Band ist. Was wir uns zur Pr├Ąmisse gemacht haben, ist uns jetzt einen eigenen Stil zu schaffen. Die Platte wird ganz anders sein als das alte Material und etwas Eigenst├Ąndiges sein, die man vielleicht von einer Rockband nicht so erwarten w├╝rde.

Textlich bewegt Ihr Euch zwischen dem ┬╗Liebe, Erotik, Fu├čpilz"-Klischee bis hin zu engagierten Sachen wie ÔÇ║Same Color Same SkinÔÇ╣, einem Anti-Rassismus-Text.

Alex: Das wichtigste ist f├╝r uns die Musik, und von der lassen wir uns zu einem Text inspirieren. Es ist meistens so, da├č ich zu dem Song aus dem Feeling heraus etwas singe. Und da sind dann meist W├Ârter dabei, die man im Kopf mit irgendeinem Thema verbindet.

Hannes: Der Text mu├č einfach glaubw├╝rdig sein! Wenn man einen sozialkritischen Pornowesterntext bringt, dann mu├č der auch glaubw├╝rdig sein. Wenn Du siehst, wie Alex Gitarre spielt, dann ist ┬╗Liebe, Erotik, Fu├čpilz┬ź das Ding, das ihm jeder abkauft, und das ist auch der Grund, weshalb bei unseren Gigs so viele M├Ądels in den ersten vier Reihen stehen. Es gibt auch andere Gesichtspunkte, die im t├Ąglichen Leben eine Rolle spielen und solche Dinge kommen auch in unseren Texten vor. Ich kann aber ihm mit seinen 22 Jahren keinen Kant-Verschnitt, der in englische Worte gepre├čt ist, aufdr├╝cken, und die Leute stehen dann da und sagen sich, ┬╗Nicht schlecht, aber das glaub" ich ihm nicht┬ź. Es gibt genug Bands, die weltverbessererische Texte machen. Wenn das jemand will, dann soll er sich den Hannes Wader holen. Aber so das Mittelding, die Reduzierung auf das, was wichtig ist, das ist ein Thema f├╝r uns.

Maik: Man braucht zu jeder Lebenssituation den richtigen Text. Was interessiert denn die Kids? Wenn sie frisch verliebt sind, wenn sie gekickt wurden oder wenn sie mit den Kumpels einen saufen gehen. Und dann sind nat├╝rlich auch solche dabei, die auf Texte wie ÔÇ║Same Color Same SkinÔÇ╣ stehen. Wir versuchen jeden Lebensbereich so glaubw├╝rdig wie m├Âglich abzudecken, damit jeder sich angesprochen f├╝hlen kann.

Ich wollte Euch noch den Namen TALAS an den Kopf werfen und fragen, ob Ihr etwas damit anfangen k├Ânnt. TALAS, die fr├╝here Band von Billy Sheehan, haben da n├Ąmlich einen Song namens ÔÇ║ShyboyÔÇ╣.

Hannes: Da Alex gerade nicht da ist, kann ich es ja verraten: Er hat den Namen SHYBOY gew├Ąhlt, weil er in Wirklichkeit ein total sch├╝chterner Junge ist, der sich nur auf der B├╝hne ausleben kann.
Na ja, okay, Alex ist eben ein totaler Eddie Van Halen/David Lee Roth-Fan und als Billy Sheehan bei David Lee Roth spielte haben sie das Lied nochmal aufgenommen und dann auch bekannt gemacht. Allerdings stand der Name schon lange bevor Maik und ich zur Band kamen fest.

SHYBOY [D]-Einzelshot: Maik Hahn

N├Ąchstes Stichwort - Ludwigsburg, Rockfabrikfestival, wo Ihr den ├ťberraschungssieger abgegeben habt. Schildert uns bitte mal den ganzen Wettbewerb ein wenig aus Eurer Sicht.

Hannes: Wir sind hingekommen, haben unsere ├ärsche gezeigt, sind gegangen und waren dann pl├Âtzlich Erster!

Alex: Wir sind hingegangen und haben erst mal ├╝berhaupt nichts erwartet, weil normalerweise unsere Musik f├╝r diesen Wettbewerb ├╝berhaupt nicht ┬╗geeignet┬ź ist.

Hannes: Wir dachten uns, da├č wir nix zu verlieren h├Ątten, aber vielleicht ein paar Leute gewinnen k├Ânnten, die unsere Musik geil finden. Wir waren total locker und haben einen geilen Job abgeliefert. Bei der Endausscheidung hatten wir dann die schwere B├╝rde, Tabellenf├╝hrer der Bundesliga zu sein. Da wir aber in die n├Ąchsth├Âhere Klasse aufsteigen wollten, versuchten wir, nochmal genauso locker ranzugehen, was nat├╝rlich nicht so ganz m├Âglich war, weil es um die Wurst ging. Aber eigentlich war mir klar, da├č wir bei der Endausscheidung nur einen gro├čen Konkurrenten hatten, und das waren DEVASTATE, weil sie einfach saugut sind und weil ihre Musik etwas anderes war. Wir haben einfach gespielt, und das Schlimmste war die Warterei auf das Ergebnis.

Als letzten Punkt geht's um die Platte. Ihr wolltet ja zun├Ąchst die Scheibe auf eigene Kappe rausbringen, aber da hat sich mittlerweile etwas ge├Ąndert. Erz├Ąhlt!

An dieser Stelle wird Andreas Kirnberger auf den Plan gerufen, der ebenfalls beim Interview zugegen war.

Andreas: Die Jungs arbeiten gerade mit unserem Chefproduzenten Norbert Janneke in den "Hotline Studios" in Frankfurt an der Platte. Wir haben SHYBOY gesignt. Die Firma hei├čt MUSIC PLUS und das Label, auf dem die Platte herauskommt, wird BERLIN hei├čen.

Aha, ich mu├č gestehen, da├č ich davon noch nie etwas geh├Ârt habe!

Andreas: Du bist auch der Erste, der es h├Ârt! Die SHYBOY-Platte wird unser erster Release sein! Wenn alles gut geht, wird die Platte Mitte Juni erscheinen.

Hannes: Unser Produzent ist ein Typ, der sehr open-minded und sehr abgefahren ist, und wir haben uns jetzt alle bewaffnet. Er ist etwas verr├╝ckt wie wir alle, und ich denke, da├č es eine sehr fruchtbare Zusammenarbeit wird! Er hat echt abgefahrene Ideen und wird bestimmt den Entwicklungsproze├č der Band nach vorne treiben!

Andreas: Der Mann hat eine lange Vergangenheit. Er war zuerst Livemixer beispielsweise bei VAN HALEN. Dann hat er in der Dance- und Waveszene gearbeitet und in Frankfurt so ziemlich alles abgedeckt, von Frank Farian bis LOGIC, und ist nun zu seinem Ursprung, dem Hard Rock, zur├╝ckgekehrt. Er ist nach meinen Erfahrungen ziemlich einmalig in diesem Bereich, und ich kenne einige Leute.

SHYBOY (D)-Bandphoto 2

Ihr hattet bislang eigentlich das Problem, da├č Ihr live geil abgezogen habt, dies aber auf Studioaufnahmen nie so r├╝berbringen konntet. Was hat sich da ge├Ąndert?

Hannes: Ganz einfach, wir haben 500 Leute eingeladen, die vor dem Aufnahmeraum stehen und geil abschreien, und schon wird's gut.

Alex: ...und einen Produzenten mit 'ner Knarre. Es ist einfach der Reifeproze├č einer Band, denn das schwierigste ist, Feeling im Studio auf Band zu bringen. Sch├Ân spielen kann ja irgendwann jeder. Manchmal kann es sogar besser sein, wenn man diverse Fehler draufl├Ą├čt, wenn das Feeling stimmt.

Hannes: Wir haben jetzt einen Weg gefunden, wie wir dieses Feeling auf Band bringen. Warte die Platte ab, und Du wirst es h├Âren.

Da ich eine Woche nach dem Interview die Band in den "Hotline Studios" besuchte, kann ich die Worte von Hannes nur eindeutig best├Ątigen. Das Arbeitstape, das ich geh├Ârt habe, hat mir schon einen Scheitel gezogen! Wenn man nun bedenkt, da├č die Songs in diesem Zustand noch praktisch nicht bearbeitet waren, so kann man f├╝r die Platte mehr als gespannt sein. In wenigen Wochen werden wird kl├╝ger sein.
Da die Platte nun endlich vor der T├╝r steht, sind die SHYBOY-Demos nicht mehr k├Ąuflich, aber ich will Euch dennoch die Kontaktadresse geben:

Man wei├č ja nie wozu man sie brauchen kann!
Ich m├Âchte als letztes der Band alles erdenklich Gute f├╝r die Platte w├╝nschen, da├č sie so abgeht, wie sie's verdient, wie 'ne Rakete n├Ąmlich. Und - Jungs, denkt an uns, wenn Ihr demn├Ąchst ganz oben seid!

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Stefan Glas

Photos: Stefan Glas [Photo 1 & 3-5]

SHYBOY (D) im ├ťberblick:
SHYBOY (D) – Best Of Wild Thing (Rundling)
SHYBOY (D) – Demo '91 (Demo)
SHYBOY (D) – UNDERGROUND EMPIRE 5-"German Metal"-Artikel
SHYBOY (D) – UNDERGROUND EMPIRE 6-Interview
SHYBOY (D) – METAL HAMMER 04/92-Special
SHYBOY (D) – News vom 19.07.1991
Playlist: SHYBOY (D) als Newcomerhoffnung in "Jahrescharts Metal Hammer 1991" von Stefan Glas
Playlist: SHYBOY (D)-Album »Best Of Wild Thing« in "Cavelist Metal Hammer 09/92" auf Platz 1 von Stefan Glas
Playlist: SHYBOY (D)-Album »Best Of Wild Thing« in "Jahrescharts Metal Hammer 1992" auf Platz 8 von Stefan Glas
Playlist: SHYBOY (D)-Liveshow Kaiserslautern, Kammgarn 21.12.1991 in "Jahrescharts Metal Hammer 1991" auf Platz 1 von Stefan Glas
andere Projekte des beteiligten Musikers Hans "Hannes" Mappes:
WAAN – Waansinn f├╝r alle (Rundling)
┬ę 1989-2020 Underground Empire


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