UNDERGROUND EMPIRE the ONLINE EMPIRE-Titel
  UE-Home → History → Metal Hammer 05/92 → Interview-Übersicht → DEPRESSIVE AGE-Interview last update: 10.04.2019, 06:10:39  

”Y-Files”-Datasheet

Contents:  DEPRESSIVE AGE-Interview

Date:  19.03.1992 (created), 10.01.2011 (revisited), 16.11.2014 (updated)

Origin:  METAL HAMMER

Status:  published

Task:  from paper to screen

Availability:  original printed issue possibly still available, check here!

Comment:

Als großer Supporter von DEPRESSIVE AGE auf den Underground-Seiten ließ ich mir das Interview mit der Band zum Erstlingswerk natürlich nicht durch die Lappen gehen - zumal ich die Band ohnehin fürs UNDERGROUND EMPIRE interviewen wollte.

Der Interviewtitel stammt übrigens nicht aus meiner Feder, sondern wurde in der Redaktion gebastelt. Ebenso war dies mein erstes Interview im METAL HAMMER, das mit Zitaten versehen war, so daß dies auch hier nachempfunden werden soll.

Supervisor:  Stefan Glas

 
 

DEPRESSIVE AGE-Logo

First Depression« kennzeichnet das Ende eines großen Kapitels in der Bandgeschichte von DEPRESSIVE AGE. Mit der Debutplatte legt man den Grundstein zu einer neuen depressiven Epoche, die ermöglichen sollte, daß man so richtig gut was losmachen kann!

DEPRESSIVE AGE-Headline

Als man sich 1985 in Ost-Berlin unter dem Namen BLACKOUT zusammenfand, hätte es sich bestimmt kein Bandmitglied träumen lassen, daß es so kommen würde, wie es nun gekommen ist! Man prügelte sich zunächst mal mit den Problemen rum, die für den "Arbeiter- und Bauernstaat" spezifisch waren und mit denen alle Musiker zu kämpfen hatten. Gitarrist Jochen Klemp erinnert sich. "Als Band im Osten hat man damals praktisch nur Coverversionen gespielt. Weil man dort keine internationalen Bands sehen konnte, suchten die Fans in den einheimischen Bands einen Ersatz und wollte bekannte Titel hören. So war es für eine Band sehr schwer, eigenes Material an den Mann zu bringen. Wir hatten ein paar eigene Titel, die wir auch ins Liveprogamm einbauten, aber es war doch in bescheidenem Umfang. Auch waren professionelle Aufnahmen nicht möglich, geschweige denn, daß wir hätten eine Platte machen können." Dennoch entstanden zwei Demos, »Kamikaze« und »Oracle Of Death«. Für die Band war allerdings eine höchst wichtige Entscheidung bereits gefallen: Man wollte in den Westen! "Bis Ende 1988 sind wir alle legal mit Ausreiseantrag ausgereist, während Jan einen Fluchtversuch unternahm, der scheiterte. Er wurde dann nach einem Jahr Knast in den Westen abgeschoben. Wir haben uns also erst wieder Anfang 1981 in West-Berlin zusammengefunden, wurden aber durch diese ganzen Widrigkeiten zu einer eingeschworenen Gemeinschaft zusammengeschweißt!"

Erst später merkten wir dann, daß alles eine Einheit bildet.

Man schlug also eine neue Seite in der Bandchronik auf, die mit dem Titel DEPRESSIVE AGE, dem neuen Bandnamen, überschrieben wurde. Ein Name, der zur Musik des Fünfers paßt wie der Allerwerteste auf den Nachttopf. So stellt sich die Frage, ob man damals schon eine Idee davon hatte, wie DEPRESSIVE AGE klingen sollten. "Nein, das war reiner Zufall. Wir hatten damals gerade mal zwei, drei eigene Songs, als wir uns einen Bandnamen überlegten. Wir hatten mehrere Namen zur Auswahl und entschieden uns für DEPRESSIVE AGE. Erst später merkten wir dann, daß alles eine Einheit bildet. Es war für uns eine ganz neue Situation, plötzlich nur noch eigene Titel zu machen. Wir merkten erst dann, daß Jan, der zu BLACKOUT-Zeiten noch Schlagzeug spielte, eine sehr traurige, melancholisch klingende Stimme hat. Es hat einfach alles ganz gut gepaßt!"

DEPRESSIVE AGE-Bandphoto 1

Als DEPRESSIVE AGE spielte man dann zwei Demos ein, wovon Letzteres nur ein Promotape für Zeitschriften und Plattenfirma war. Die Resonanzen waren rundum überwältigend, so daß das Business auf die Depressiven aufmerksam wurde. Die beste Angelrute hatten DRAKKAR ausgeworfen, wo die Band einen Managementvertrag signte. Mittlerweile sind wir in der glücklichen Lage, die erste Platte von DEPRESSIVE AGE ins Plattenregal, Abteilung "Juwelen", stellen zu können.

Es war für uns eine ganz neue Situation, plötzlich nur noch eigene Titel zu machen.

Wie bereits angeschnitten und wie Ihr Euch auf der Scheibe selbst überzeugen könnt, bringt die Musik von DEPRESSIVE AGE genau dieses depressive, melancholische Gefühl rüber, welches der Bandname verheißt. Doch auch in den Texten findet man keinen eitel Sonnenschein! "In ›Innocent In Detention‹ verarbeitet Jan seine Zeit im Knast nach dem Fluchtversuch, was jedoch der einzige Text ist, der sich noch mit dieser Zeit beschäftigt! Wir hatten damals zwar viele schlechte Erfahrungen gemacht, aber wir hatten mit dem Leben im Osten abgeschlossen, als wir rüberkamen. Die Texte sind teilweise sehr realistisch, und auch aus eigenem Erleben. Wir haben aber auch ganz andere Texte. In ›Circles Colour Red‹ geht es um einen Amokläufer. Oder aber ›The Light‹ ist ein eher unrealistischer Text über einen Fischer, der auf's Meer fährt und immer von einem Licht angezogen wird. ›Beyond Illusions‹ soll beispielsweise Anstöße geben, bewußter zu leben. Es sind also auch solche Texte dabei, die eine ganz andere Aussage haben!"
Laß' uns abschließend doch noch etwas über die Platte sprechen! Was möchtest Du gerne zu »First Depression« sagen? "Wir haben alle Demosongs plus ein neues Stück eingespielt. Wir konnten diesmal natürlich intensiver an den Stücken arbeiten, so daß der Sound viel besser ist. Alles kommt knallhart, so wie wir es haben wollten. Wir hatten die Möglichkeiten, die Songs so aufzunehmen, wie sie in unserer Vorstellung existierten. Auch Jans Stimme hat sich verbessert, denn sein Gesangsunterricht macht sich allmählich bemerkbar. An den Stücken haben wir noch etwas gearbeitet, so daß es leichte Veränderungen gibt."

DEPRESSIVE AGE-Bandphoto 2

So haben wir im Grobabriß etwas über jene Berliner Band erfahren, die mit Recht schon häufig mit Titeln wie "hoffnungsvoll" belegt wurde. Man kann nur hoffen, daß es bei DEPRESSIVE AGE nun auch wirklich abgeht, wie 'ne Rakete, die gerade den Mond hinter sich gelassen hat und nun auf die Venus zudonnert!

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Stefan Glas

Photos: Volker Beushausen

DEPRESSIVE AGE im Überblick:
DEPRESSIVE AGE – Beyond Illusions (Demo-Review von 1990)
DEPRESSIVE AGE – From Depressive Age To D-Age (Rundling-Review von 2000)
DEPRESSIVE AGE – Lying In Wait (Rundling-Review von 1994)
DEPRESSIVE AGE – The New Demo (Demo-Review von 1991)
DEPRESSIVE AGE – UNDERGROUND EMPIRE 5-"German Metal"-Artikel
DEPRESSIVE AGE – UNDERGROUND EMPIRE 6-Interview
DEPRESSIVE AGE – UNDERGROUND EMPIRE 6-Special
DEPRESSIVE AGE – METAL HAMMER 04/92-Special
DEPRESSIVE AGE – METAL HAMMER 05/92-Interview
DEPRESSIVE AGE – ONLINE EMPIRE 1-"Shirt Story"-Artikel
DEPRESSIVE AGE – News vom 21.10.1991
DEPRESSIVE AGE – News vom 28.01.2005
Playlist: DEPRESSIVE AGE-Album »First Depression« in "Cavelist Metal Hammer 12/92" auf Platz 3 von Stefan Glas
Playlist: DEPRESSIVE AGE-Album »First Depression« in "Jahrescharts Metal Hammer 1992" auf Platz 5 von Stefan Glas
Playlist: DEPRESSIVE AGE-Album »Symbol For The Blue Times« in "Jahrescharts Metal Hammer 1994" auf Platz 7 von Stefan Glas
siehe auch: Musik von DEPRESSIVE AGE im Film "Tears Of Kali"
unter dem späteren Bandnamen D-AGE:
D-AGE – Pre-Production 1998 (Do It Yourself-Review von 1998)
andere Projekte des beteiligten Musikers Norbert "Norri/Harmann der Drescher" Drescher:
BERLINSKIBEAT – News vom 30.09.2010
CORVUS CORAX (D) – Cantus Buranus (Rundling-Review von 2005)
CORVUS CORAX (D) – Cantus Buranus II (Rundling-Review von 2008)
CORVUS CORAX (D) – In Electronica (Rundling-Review von 2002)
CORVUS CORAX (D) – Mille anni passi sunt (Rundling-Review von 2001)
CORVUS CORAX (D) – Seikilos (Rundling-Review von 2003)
CORVUS CORAX (D) – Venus vina musica (Rundling-Review von 2006)
CORVUS CORAX (D) – ONLINE EMPIRE 42-"Eye 2 I"-Artikel: »Live in Berlin«
CORVUS CORAX (D) – News vom 07.05.2009
CORVUS CORAX (D) – News vom 21.10.2009
CORVUS CORAX (D) – News vom 21.10.2009
CORVUS CORAX (D) – News vom 09.04.2010
CORVUS CORAX (D) – News vom 30.09.2010
CORVUS CORAX (D) – News vom 18.11.2010
CORVUS CORAX (D) – News vom 16.03.2011
siehe auch: CORVUS CORAX bei "Die Rache der Wanderhure" involviert
CORVUS CORAX (D) feat. TANZWUT – Hymnus Cantica (Rundling-Review von 2003)
K.D.A. – Jesusatan (Rundling-Review von 1997)
TANZWUT – Ihr wolltet Spass (Rundling-Review von 2003)
TANZWUT – Live (Rundling-Review von 2004)
TANZWUT – ONLINE EMPIRE 4-Special
TANZWUT – ONLINE EMPIRE 5-"Living Underground"-Artikel
TANZWUT – ONLINE EMPIRE 22-"Eye 2 I"-Artikel: »Live«
TANZWUT – News vom 07.05.2009
TANZWUT – News vom 21.10.2009
TANZWUT – News vom 09.04.2010
TANZWUT – News vom 30.09.2010
Playlist: TANZWUT-Album »Labyrinth der Sinne« in "Jahrescharts 2000" auf Platz 1 von Stefan Glas
andere Projekte des beteiligten Musikers Jochen Klemp:
K.D.A. – Jesusatan (Rundling-Review von 1997)
andere Projekte des beteiligten Musikers Jan Lubitzki:
JAN DORN – News vom 16.01.2007
andere Projekte des beteiligten Musikers Tim "Tim Buktu" Schallenberg:
K.D.A. – Jesusatan (Rundling-Review von 1997)
siehe auch: Tim Schallenberg verstirbt am 2. Dezember 2017
© 1989-2022 Underground Empire


Impressum, Haftungsausschluß, Datenschutzerklärung
Button: hier