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Was Fu├čball betrifft, mu├č der ├ľsterreicher schon seit einigen Jahren neidvoll ├╝ber die s├╝d├Âstliche Grenze blicken und sich eingestehen, da├č unsere slowenischen Nachbarn momentan diesbez├╝glich die Nase deutlich vorne haben. Aber nicht nur was diesen - also den einzig echten und wahren, sozusagen den "True" Sport betrifft, auch in Sachen Heavy Metal mu├č man der Nachbarschaft attestieren, l├Ąngst auf international bemerkenswertem Niveau zu agieren. Eines der Vorzeigeexemplare der slowenischen Szene nennt sich NEGLIGENCE und konnte mit seinem Debutalbum ┬╗Options Of The Mind┬ź mehrheitlich gute Resonanzen seitens der Presse erzielen. Offenbar war damit auch das Interesse der Thrash Metal-Gemeinde geweckt worden, denn das kleine, aber feine Label ROCK IT UP RECORDS mu├čte die Scheibe einige Zeit sp├Ąter erneut auflegen.
Da in ┬╗Coordinates Of Confusion┬ź eben ein neues Album, aus dem Lager der Slowenen aufgetischt wurde - das ein echter Knaller in Sachen Thrash Metal geworden ist - war es an Zeit, die Band einmal zu Wort kommen zu lassen.
Alex, seines Zeichens S├Ąnger der Formation, nahm meinen Fragenkatalog-Steilpa├č an und wu├čte diesen, in beeindruckender Schnelligkeit und Treffsicherheit zu verwerten.

NEGLIGENCE-Headline

Im Underground konnten sich NEGLIGENCE zwar schon einen durchaus respektablen Ruf erspielen, dar├╝ber hinaus seid Ihr aber noch ein gutes St├╝ck von Bekanntheit entfernt, deshalb bitte ich zum Einstieg - als Aufw├Ąrmrunde sozusagen - erst einmal um die Historie der Band in groben Z├╝gen.

Ich versuche, mich kurzzufassen, aber dennoch die wichtigsten Eckdaten zu erfassen. NEGLIGENCE sind eine Thrash Metal-Band, die als Projekt von den beiden Gitarristen Dyz und Jey im Jahr 2000 gegr├╝ndet wurde. Mit Ruzz am Schlagzeug und Lipnik am Ba├č war das erste Line-up in kurzer Zeit vervollst├Ąndigt, auch wenn es verdammt schwer gewesen ist, einen geeigneten S├Ąnger zu finden. Deshalb wurden die ersten Gigs auch als Quartett ohne Frontmann absolviert. Danach betrat ein Bursche mit Namen Lenz das Geschehen, der dann auch auf den ersten Demos mitwirkte, ehe man so gegen 2005 an mich herantrat, um die Band zu vervollst├Ąndigen. Knapp 20 Monate sp├Ąter nahmen wir dann unser erstes Album ┬╗Options Of A Trapped Mind┬ź auf, mit dem wir uns zumindest einigerma├čen bekanntmachen konnten. 2010 stehen wir mit stolzgeschwellter Brust da und freuen uns, ├╝ber unser zweites Album ┬╗Coordinates Of Confusion┬ź zu sprechen. (An dieser Stelle sei vielleicht der Vollst├Ąndigkeit halber noch erw├Ąhnt, da├č Dyz nach den Aufnahmen zu ┬╗Coordinates Of Confusion┬ź die Band verlassen hat, die mittlerweile in SCAFFOLD-Mann Aljo einen Nachfolger gefunden haben. - Stefan Glas)

Wie w├╝rdest Du denn die Intention der Band beschrieben?

Das ist eine knifflige Frage. H├Ątte man mir diese vor einigen Jahren gestellt, w├Ąre es einfacher gewesen, denn mit einem simplen "Wir wollen einfach nur Musik machen" w├Ąre die Sache erledigt gewesen. Das trifft zwar immer noch zu, doch mittlerweile haben wir h├Âhere Anspr├╝che an uns selbst und sehr wohl auch einiges mitzuteilen. Wir sind als Band im Underground herangewachsen und sind stolz, es bis hierher einmal geschafft zu haben. Von daher kann man es durchaus als unsere Intention betrachten, es m├Âglichst weit zu schaffen, denn unm├Âglich ist ├╝berhaupt nichts. Harte Arbeit und der Glaube an sich selbst sind die einzigen Voraussetzungen daf├╝r, und mit einer positiven Grundeinstellung l├Ą├čt sich wirklich einiges bewirken!

Das klingt ├╝beraus positiv und auch realistisch. Ganz falsch kannst Du damit auch nicht liegen, schlie├člich schient Euer Weg der richtige zu sein. Es passiert ja nicht alle Tage, da├č ein in Eigenregie aufgelegtes Album wie ┬╗Options Of A Trapped Mind┬ź von einem kleinen Label wie ROCK IT UP RECORDS neu aufgelegt werden mu├č. L├Ą├čt sich das eigentlich als "Initialz├╝ndung" in der Karriere von NEGLIGENCE betrachten?

Ja, das kann man so sagen! Es ist wirklich sehr hilfreich, wenn man wei├č, da├č mitunter - quasi aus dem Nichts - auf einmal jemand da ist, der sich f├╝r deine Band interessiert und v├Âllig uneigenn├╝tzig Unterst├╝tzung anbietet. Ohne diesen Umstand w├╝rden wir mit Sicherheit heute nicht hier stehen. Gerade weil hinter ROCK IT UP im Prinzip nur eine einzige Person steht, sind wir Franko ├╝beraus dankbar, denn ohne seinen pers├Ânlichen Einsatz w├Ąren NEGLIGENCE heute keineswegs so weit, wie sie es sind.

Das hei├čt dann wohl auch, da├č Ihr mit Eurem momentanen Status durchaus zufrieden seid, oder?

Ja, voll und ganz! Es ist n├Ąmlich wirklich nicht allt├Ąglich f├╝r eine Band aus Slowenien, pl├Âtzlich bei einem so gro├čen Label wie METAL BLADE unter Vertrag zu stehen. Leider ist die allgemeine Situation f├╝r Bands aus dem ehemaligen Jugoslawien noch nicht vergleichbar mit anderen europ├Ąischen Standards, wo seit Jahren schon eine "Szene" aktiv ist. Von daher war es f├╝r uns schon nicht unbedingt einfach, aus dem Underground heraus zu agieren und Aufmerksamkeit zu erregen. Zu unserem Gl├╝ck konnten wir uns jedoch auf ein paar wichtige und hilfreiche Mitstreiter verlassen, die uns bedingungslos unterst├╝tzen haben, auch wenn es im Endeffekt lediglich die Musik ist, die wirklich z├Ąhlt. Von daher kann ich mit Stolz behaupten, da├č wir sehr zufrieden sind.

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Kann ich gut nachvollziehen. Wie kam es denn zur Zusammenarbeit mit METAL BLADE RECORDS?

Zun├Ąchst einmal hatten wir ├╝berhaupt keine Idee, wer sich an uns interessiert zeigen w├╝rde und bemusterten alle m├Âglichen Labels mit dem Rohmix unseres Albums. Danach war zun├Ąchst einmal Geduld angesagt, und nach ersten Verhandlungen mit einem durchaus bekannten Label, die im Endeffekt aber zu nichts f├╝hrten, sah es fast so aus, als ob es besser w├Ąre, auch ┬╗Coordiantes Of Confusion┬ź in Eigenregie zu ver├Âffentlichen. Doch da trat pl├Âtzlich wieder unser alter Kumpel Franko auf und gab uns die Kontaktdaten von METAL BLADE durch. Der Rest ist quasi Geschichte.

Das hei├čt, auch was die Gesch├Ąftssituation betrifft, scheint alles in Butter zu sein?

Auch wenn es ein wenig naiv klingen mag, m├Âchte ich hier schon festhalten, da├č wir in erster Linie ├╝ber unsere Musik verstanden werden wollen und nicht als "Produkt". Es ist uns sehr wichtig als Band, Songwriter und Musiker wahrgenommen zu werden und nicht als irgendein Rad in einer Business-Maschinerie. Abgesehen davon f├╝hlen wir uns aber bestens betreut.

Alles klar, so soll es ja auch sein. Mit ┬╗Coordinates Of Confusion┬ź habt Ihr aber auch ein tolles Exemplar anzubieten, um als Musiker wahrgenommen zu werden. Produziert habt Ihr die Sache in Eigenregie, f├╝r das Mastering war jedoch Alan Douches zust├Ąndig. Weshalb gerade er?

Den Kontakt haben im Endeffekt METAL BLADE RECORDS hergestellt. Sie haben uns Alan empfohlen. Wir wollten zwar auch das Mastering im Alleingang durchf├╝hren, da ein Mann wie Alan logischerweise nicht umsonst zu bekommen ist. Aber METAL BLADE haben die Sache dann in die Hand genommen und uns davon ├╝berzeugt, da├č ein Au├čenstehender besser f├╝r uns w├Ąre. Das Ergebnis spricht f├╝r sich, und von daher l├Ą├čt sich festhalten, da├č sich die Investition f├╝r alle gelohnt hat.

Habt Ihr jetzt eine bestimmt Erwartungshaltung f├╝r ┬╗Coordinates Of Confusion┬ź?

Erwartungen sollte man immer haben, schon allein aus Motivationsgr├╝nden. Allerdings darf man dabei niemals den Boden unter den F├╝├čen verlieren. Wie sehr man auch sein eigenes Werk zu sch├Ątzengelernt hat, ein gewisse Realit├Ątsn├Ąhe darf man dabei nicht aus den Augen verlieren. Sieh' Dir doch die momentane Lage der Metalszene einmal genauer an. Es gibt ja bei Gott nicht nur uns in diesem Genre, sondern fast schon unendlich viele Bands, die sich in einer ├Ąhnlichen Situation befinden. Von daher ist es f├╝r den "Konsumenten" auf der einen Seite zwar gut, reichlich Auswahl zu haben, auf der anderen jedoch wieder schlecht, weil sich dieser keineswegs mit allen Bands, die eventuell interessant sein k├Ânnten, auseinandersetzen kann. Versteh' mich bitte nicht falsch, es ist sicher ein Vorteil, durch die momentane Ausgangslage und die technischen M├Âglichkeiten an Musik heranzukommen, doch auf der anderen Seite mu├č man hinsichtlich der Qualit├Ąt als Konsument mehr Zeit damit verbringen, um keine Fehlinvestition zu t├Ątigen. F├╝r Bands von unserem Status ist es zwar ein Vorteil, auch im Internet pr├Ąsent zu sein, durch das Problem der illegalen Downloads relativiert sich aber leider jeglicher Vorteil wieder.

Kann ich gut nachvollziehen. Widmen wir uns lieber wieder Eurem aktuellen Album. Wie l├Ąuft denn das Songwriting bei NEGLIGENCE ab?

Wir haben uns diesbez├╝glich auf eine Art "Brainstorming" festgelegt. Zun├Ąchst kommt einer aus der Band, meistens Jey, mit einer Idee oder einem Riff im Proberaum an, und dann wird erst einmal daran f├╝r eine Weile gebastelt. Dabei lassen wir uns soviel Zeit wie n├Âtig, um nicht vorschnell zu agieren und eventuell halbgares Material abzuliefern. Deshalb darf es beim Songwriting keine Deadlines oder dergleichen geben. Es wird so lange an einem Song gearbeitet, bis dieser schl├╝ssig klingt und der "Flu├č" zu sp├╝ren ist. Nicht nur bei uns scheint das so zu klappen, auch viele unserer Lieblingsbands d├╝rften auf diese Weise arbeiten. Deshalb brauchen einige unsere Favoriten auch mehrere Jahre Auszeit zwischen zwei Ver├Âffentlichungen. Wir wissen mittlerweile, da├č man nur so zu einem wirklich zufriedenstellenden Ergebnis kommt, wenn man sich alle Zeit nimmt, die es braucht.

Eine dementsprechende Reifezeit gew├Ąhrt Ihr dann wohl auch den Texten, oder agiert Ihr dabei anders?

Schon, wobei wir uns in diesem Punkt wohl von vielen anderen Bands unterscheiden. Es ist f├╝r mich n├Ąmlich wesentlich einfacher, zun├Ąchst eine Melodielinie zu finden als ein Textthema. Deshalb habe ich diese Melodie dann als Vorgabe im Hinterkopf und beginne erst danach mit den eigentlichen Texten. Viele andere S├Ąnger meines Wissens nach andersrum, aber f├╝r mich hat sich diese Art im Laufe der Zeit als ideal herausgestellt.

Nun denn, wenn wir schon dabei sind - la├č' uns ein bi├čchen etwas ├╝ber Deine Texte selbst wissen!

Der Titel des Albums ┬╗Coordinates Of Confusion┬ź sollte diesbez├╝glich zumindest ein wenig Aufschlu├č geben und in etwa die Richtung vorgeben, worum es mir geht. Ich habe mich wirklich sehr bem├╝ht und es mag durchaus sein, da├č man sich die Texte mehrmals zu Gem├╝te f├╝hren mu├č, um zu erkennen, was wirklich gemeint ist. Und das ist auch gut so und volle Absicht. Es liegt mir fern, eine Meinung vorzugeben, ich gestehe lieber dem Zuh├Ârer die M├Âglichkeit zu, zu seiner eigenen Interpretation zu finden. Es ist doch gehaltvoller, sich eine eigene Meinung zu bilden und sich nicht auch noch von einem Musiker etwas vorkauen zu lassen. Zwar verstehe ich es durchaus, wenn man mir sagt, da├č meine Texte nicht auf Anhieb Sinn ergeben, da ich sehr metaphorische Ans├Ątze verarbeite. Von daher bitte ich um Verst├Ąndnis, da├č ich meine Texte hier nicht wirklich offenbaren m├Âchte.

Nachvollziehbar und durchaus interessant, zumal ein Denkansto├č dahingehend wohl auch impliziert, sich n├Ąher mit der detailreichen Musik selbst auseinanderzusetzen. Diese, nicht gerade simple Ansatzweise, wie Du textest, bedeutet aber auch, da├č die Inspirationen daf├╝r nicht ganz so einfach zu kategorisieren sein werden.

Ich schreibe generell ├╝ber Ph├Ąnomene, die mich faszinieren und zu denen ich mich auf pers├Ânlicher Ebene hingezogen f├╝hle. Der Mensch als solcher strahlt eine ungemein hohe Faszination auf mich auf, weshalb meine Ans├Ątze in den Texten sowohl psychologischer Natur sein k├Ânnen, auf der anderen Seite aber sehr wohl auch eher bodenst├Ąndiger ausfallen k├Ânnen und sich mit offensichtlichen Charakterz├╝gen besch├Ąftigen. Als sehr inspirativ empfinde ich den Verstand, oder genauer gesagt den Gebrauch davon. Sehr intensiv habe ich mich mit dem Einflu├č von Massenmedien auf den Menschen auseinandergesetzt. Man mu├č sich nicht wirklich weit aus dem Fenster lehnen, um zu bemerken, da├č diesbez├╝glich wohl einiges auf dieser Welt schiefl├Ąuft.

Ja, leider. Aber wenigstens bleiben uns im Alltag noch einige Ausnahmen, an denen man sich erfreuen kann, wie beispielsweise Euer knackfrischer Thrash Metal, der zumindest mich voll und ganz zu begeistern wei├č. Wie sieht es denn mit den Reaktionen auf Euer aktuelles Scheibchen bislang generell aus?

Da bin ich momentan etwas ├╝berfragt, da wir die Reaktionen erst einmal abwarten m├╝ssen. Wir sind aber schon sehr neugierig und guter Dinge, denn zumindest f├╝r unser Debutalbum haben wir durchweg positive Resonanz von der Underground-Presse erhalten. Da dieses Interview auch das erste im Rahmen der Promo f├╝r unser neues Album ist, kann ich jedoch leider noch nicht viel dazu sagen.

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Meinen Kommentar kennt Ihr immerhin schon, und ganz so allein werde ich mit meiner Meinung sicher nicht dastehen. Passend zur geschmackvollen Thrash-Keule empfinde ich ├╝brigens auch das dazugeh├Ârende Artwork. Von wem stammt dieses eigentlich?

Von einem K├╝nstler mit Namen Michal "Xaay" Loranc. Ich bin mir zwar ziemlich sicher, da├č uns der Kerl mittlerweile ha├čt, weil wir sehr penibel s├Ąmtliche Details herausgekitzelt haben wollten, womit wir ihm im Laufe des Entstehungsprozesses den letzten Nerv geraubt haben, doch im Endeffekt wird er mit dem Ergebnis ebenso zufrieden sein, wie wir. Unsere Vorgaben waren zwar von Beginn an klar, und sein Grundkonzept war recht rasch fertig, doch f├╝r die Details ben├Âtigten wir da doch etwas l├Ąnger, da wir uns selbst nicht immer ganz in Klaren waren. Aber was soll's, das Ergebnis spricht f├╝r sich und kommt gut, denke ich zumindest. [lacht]

In der Tat. Au├čerdem pa├čt der optische Eindruck gut zum akustischen, auch wenn dieser selbstredend wesentlich wichtiger ist. Da wir gerade wieder bei der Essenz eines Albums angelangt sind, wollte ich wissen, ob ich mich denn irre, wenn ich behaupte, da├č Eure Inspirationsquellen ziemlich eindeutig zu erkennen und zu benennen sind?

Nein, nat├╝rlich hast du hast recht, wir sind in erster Linie vom norwegischen Black Metal der fr├╝hen 90er Jahre beeinflu├čt. [lacht] Schwachsinn, wir sind allesamt mit US-amerikanischem Thrash Metal aufgewachsen, und deshalb hat es uns auch logischerweise vorwiegend die Szene der Bay Area schwer angetan. Zu unseren Favoriten z├Ąhlen daher unter anderem FORBIDDEN, TESTAMENT und EXODUS, dar├╝ber hinaus aber auch METALLICA, MEGADETH und L├ů├ůZ ROCKIT, um nur einige zu nennen. Diese Bands haben einen wirklich gro├čen Einflu├č auf unsere Musik, sind aber dennoch nicht die einzigen Quellen an Inspirationen.
Ich selbst bin ein riesengro├čer King Diamond-Fan und liebe zudem Bands wie DEATH, TOXIK oder NEVERMORE. Wobei speziell NEVERMORE eine Art gemeinsame Vorliebe der gesamten Band darstellen. Ruzz ist obendrein noch Anh├Ąnger des klassischen Florida-Death Metal, w├Ąhrend sich Lipnik eher schr├Ąges Zeug im Stile von FAITH NO MORE und MR. BUNGLE reinzieht.
Au├čerdem mu├č ich erw├Ąhnen, da├č wir sehr wohl auch Musik abseits vom Heavy Metal zu uns nehmen, auch wenn das f├╝r viele vielleicht eigenwillig klingen mag. Ich mag beispielsweise Stevie Wonder sehr gerne und habe auch reichlich 80er Jahre-Pop in meinem Archiv, das ich von Zeit zu Zeit zu mir nehme. Aber der Metal ist logischerweise das dominierende Element.

Etwas anderes h├Ątte ich auch nicht vermutet... Wie sieht es denn bei NEGLIGENCE auf dem Live-Sektor aus? Was gibt es zu den Schlagworten "Erfahrung" und "Highlights" diesbez├╝glich zu sagen?

Wir verstehen uns generell als Liveband. Zwar schaffen wir es auch im Studio, uns gegenseitig zu H├Âchstleistungen anzustacheln, doch Auftritte haben ein noch spezielleres Feeling. Man sp├╝rt das auch als Zuseher, da bin ich mir ganz sicher. Wir versuchen, auf der B├╝hne immerzu das Beste zu geben und hoffen, damit auch Fans zu erreichen. Unsere beste Show bisher? Das ist schwer zu sagen, aber ich denke, f├╝r FORBIDDEN in Maribor er├Âffnen zu d├╝rfen, und das "Thrash Assault"-Festival in W├╝rzburg waren bisher die Highlights.

Und all jenen Fans, denen das Vergn├╝gen bislang noch verweht geblieben ist, wird dieses in B├Ąlde bestellt sein?

Na hoffentlich! Wir sind bem├╝ht, unser neues Album m├Âglichst ├╝berall vorstellen zu k├Ânnen, so da├č nach und nach alle Metalfans NEGLIGENCE kennen werden. Wie schon erw├Ąhnt, spielen wir sehr gerne live, und von daher brennt es uns regelrecht unter den Fingern├Ągeln loszulegen.

Na denn, ab in den Bus und raus auf die Stra├če...

Eine Tournee w├Ąre nat├╝rlich sensationell f├╝r uns, und wir sind zusammen mit unserem Booker auch schon am ausloten, was m├Âglich sein k├Ânnte, aber im Moment ist es noch ein wenig zu fr├╝h, um etwaige Ausk├╝nfte zu geben.

Ich halt' schon mal die D├Ąumchen, okay? Und wo soll es denn im Speziellen hingehen, auch in Anbetracht der Marktsituation f├╝r eine junge, unbekannte Thrash Metal-Band wie NEGLIGENCE?

├ťberall hin, wo man uns sehen will. [lacht] Nat├╝rlich steht Deutschland da ganz oben auf der Liste, weil es schlichtweg das Land f├╝r Metal ist, aber interessanterweise haben wir bisher unser bestes Feedback eigentlich aus der Schweiz erhalten.

Alles klar, einigen wir uns also auf Mitteleuropa, wo offenbar ein guter N├Ąhrboden f├╝r NEGLIGENCE existiert. Wie ist es denn in Eurer Heimat darum bestellt?

Die slowenische Szene ist ├╝berschaubar, was aber aufgrund der Gr├Â├če des Landes auch nachvollziehbar ist. Daf├╝r existiert eine sehr gro├če Bandbreite an Formationen, auch wenn man hinzuf├╝gen mu├č, da├č die "Szene" als solche eben erst wenige Jahre alt ist. Die meisten der im Moment aktiven Bands wurden erst in den Jahren nach 2000 gegr├╝ndet, weshalb auch der "historische" Hintergrund fehlt. Diesbez├╝glich gibt es kaum etwas zu vermelden, aber eventuell erinnert sich doch noch jemand zumindest an LAZY BONES oder POMARANČA , die schon in den fr├╝hen 70er Jahren aktiv gewesen sind und es auch au├čerhalb der Landesgrenzen zu Gigs und einigerma├čen Ansehen gebracht haben. In den 80ern und fr├╝hen 90er Jahren war dagegen gar nix los hier, und erst danach ging es Schritt f├╝r Schritt vorw├Ąrts. Heutzutage sind wohl NOCTIFERIA, ERUPTION, KELLER und THRAW die bekanntesten Bands im Thrash Metal-Bereich. Dazu mu├č man aber auch noch Bands wie REQUIEM, SWEET SORROW, SCAFFOLD, METALSTEEL und DAWN PATROL erw├Ąhnen, die es alle wert sind, abgecheckt zu werden.

Moment mal, schleicht sich da etwa ein kleines b├╝sschen Werbung ein? Bei den letztgenannten Bands waren doch Mitglieder von NEGLIGENCE am Start, oder?

So ist es. Zwar sind wir im Moment allesamt mit NEGLIGENCE voll und ganz ausgelastet, doch das bedeutet nicht, da├č wir sonst nichts machen w├╝rden. Noch dazu ist es aufgrund der limitierten Anzahl an geeigneten Musikern zumeist so, da├č man in bekannte Gesichter blickt, sollte jemand in ein Nebenprojekt an den Start bringen. [lacht] Wie schon erw├Ąhnt, ist die Szene nicht gro├č, und von daher der Kreis an potentiellen Mitstreitern eher bescheiden. Aber was soll's, der Vorteil daran ist, da├č man einander gut kennt und es zu keinen "Kennenlernphasen" mehr zu kommen braucht. Zu erw├Ąhnen gilt es auch noch, da├č sich zahlreiche Projekte mehr oder weniger h├Ąufig in den "Negligence Studios" von Ruzz und Jey einfinden, so da├č der Kontakt untereinander ohnehin von Beginn an da ist. Momentan sind es nur Aljo, der bei SCAFFOLD immer noch die F├Ąden zieht, und Ruzz, der an seinem Death Metal-Nebenprojekt ABATTOIR bastelt, die auch in andere Projekte involviert sind, w├Ąhrend der Rest ausgelastet ist. NEGLIGENCE genie├čen momentan logischerweise ohnehin Priorit├Ąt, und von daher darf man von uns erwarten, da├č wir uns voll ins Zeug legen, um m├Âglichst viel live spielen zu k├Ânnen, um ┬╗Coordinates Of Confusion┬ź ├╝berall wo nur m├Âglich vorstellig zu machen!
Seid also vorgewarnt, wir kommen auch in Eure Stadt, um eine m├Ąchtige Dosis Thrash Metal zu offerieren!

Das wollen wir auch schwer hoffen!

http://myspace.com/negligence

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Walter Scheurer

Photos: Marko Hutter

NEGLIGENCE im ├ťberblick:
NEGLIGENCE – Coordinates Of Confusion (Rundling)
NEGLIGENCE – ONLINE EMPIRE 45-Interview
andere Projekte des beteiligten Musikers Aljosa "Aljo" Orlovic:
PENITENZIAGITE – News vom 27.08.2009
SCAFFOLD (SLO) – News vom 11.03.2007
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Alexi Laiho verstirbt zum Jahreswechsel 2020/2021. Mehr dazu in den...
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