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THE MURDER OF MY SWEET-Logo

THE MURDER OF MY SWEET-Bandphoto 1

Der Großteil der Musiker, die hinter THE MURDER OF MY SWEET stecken, haben in den letzten Jahren garantiert schon mal Euren Weg gekreuzt: THERION, SECRET SPHERE, LOCH VOSTOK, DEMONOID, TEARS OF ANGER, PLATITUDE oder MIND'S EYE sind nur einige der Bands, in denen diese Herren tätig waren. Doch 2007 juckte es Daniel Flores (d), Johan Niemann (b), Andreas Lindahl (k) und Daniel Palmqvist (g) in den Fingern nach einer ganz andersgearteten Betätigungsstätte, und THE MURDER OF MY SWEET wurden ins Leben gerufen, wo bombastischer, moderner Metal mit aufwendigen Or­ches­trierungen und dem außergewöhnlichen Gesang von Angelica Rylin, die als letztes Puzzleteil Ende 2007 hinzustieß und Anfang 2008 zum voll­wer­tigen Mitglied gemacht wurde, angesagt ist.

THE MURDER OF MY SWEET-Headline

Aus Anlaß der Veröffentlichung des Debuts »Divanity« sprach sich Bandgründer, Hauptsongwriter und Trommler Daniel im Brustton der Überzeugung für seine neue Kapelle aus.

Diese Frage hört Ihr bestimmt nicht zum ersten Mal: Drei der Musiker von THE MURDER OF MY SWEET haben zuvor schon in unzähligen Bands gespielt oder sind noch bei anderen Bands aktiv. Sind THE MURDER OF MY SWEET demzufolge nur ein Projekt?

Mit Sicherheit nicht! Sämtliche anderen Bands sind ein kleines Licht im Vergleich zu dem, was sich hier abspielt, und alle Musiker sind sich diesbezüglich einig. Aus diesem Grund mußten wir schon den Bassisten wechseln, denn wir wollen volle Konzentration auf diese Band. Alles andere wäre schlicht eine Zeitverschwendung! Unsere anderen Projekte liegen auf Eis, während wir uns THE MURDER OF MY SWEET widmen, das ist sicher!

Wie und warum habt Ihr Angelica Rylin als Sängerin für THE MURDER OF MY SWEET ausgewählt? Es ist auffällig, daß sich hier vier Metalmusiker mit einer Sängerin zusammengetan haben, die möglichst weit abseits der Metalklischees angesiedelt ist.

Es freut mich sehr, daß Du das herausgehört hast. Prinzipiell gab es zwei Gründe, warum ich mich für sie entschieden habe: Zum einen sieht sie super aus, und zum anderen singt sie besser als alle anderen Sängerinnen, mit denen ich bisher zusammengearbeitet habe. Daher war die Entscheidung wirklich nicht schwer. Außerdem muß ich hinzufügen, daß Angelica die bescheidenste Person ist, die ich in meiner gesamten Karriere getroffen habe, und sie ist ein Engel in Sachen Einfühlungsvermögen und Verständnis. Ich schätze dies sehr, denn wir alle haben von dieser Krankheit namens LSD, der "lead singer disease", gehört, die bei Angelica nicht mal ansatzweise festzustellen ist. Wer auch immer sie kennenlernt, wird schnell sehen und hören warum.

Auf Euren aktuellen Promophotos sind auch die Herren von THE MURDER OF MY SWEET ziemlich, ich möchte mal sagen, trendy und modern gestylt. Hattet Ihr von Anfang an beabsichtigt, Euch vom typischen Metal-Look fernzuhalten?

Für uns ist das Styling völlig okay. Wir haben uns alle selbst ausgesucht, was wir tragen wollen, und wurden dabei zu nichts gezwungen. Ich denke, es ist durchaus sinnvoll, diesbezüglich den typischen Metalkodex zu ignorieren, da quasi alle Bands gleich aussehen. Also hilft es uns dabei, daß wir uns von der großen Masse abzuheben, was auch durchaus paßt, da unsere Musik mehr als nur Metal ist. Das ist also unser Stil, denn wir alle lieben coole Klamotten. Schau' Dir an, was QUEEN damals trugen: Darüber beschwert sich heute auch niemand, obgleich es früher auch als lächerlich empfunden wurde.

Es ist nicht schwer zu sehen, daß Angelica ein sehr auffälliges Styling mag, das mich ein wenig an die Schauspielerinnen in den alten Filmen aus den Fünfzigern erinnert. Geht sie eventuell sogar einem Beruf in der Modebranche nach?

Momentan arbeitet sie bei einem Juwelier. Ja, Du liegst völlig richtig: Angelica steht sehr auf diesen speziellen Flair und schwärmt für Schauspielerinnen wie Audrey Hepburn, Marilyn Monroe, Greta Garbo oder Ingrid Bergman. Sie hat ihre gesamte Wohnung mit entsprechenden Sachen vollgestopft, hat unzählige Bücher über diese Zeit und ist zudem völlig dem Film noir verfallen. Ich glaube, sie mag es, sich so anzuziehen, um ihre Rolle als Femme Fatale in unserer Band spielen zu können.

THE MURDER OF MY SWEET-Singleshot: Angelica Rylin

Habt Ihr keine Bedenken, die etwas traditioneller ausgerichteten Metalfans allein durch Euren Anblick zu vergraulen?

Ich bin ein Spieler und kann damit leben, wenn dem so sein sollte. Es wäre deren Verlust, denn man soll ein Buch nicht nach dem Einband beurteilen. Ich tue dies nie und denke daher, daß die Leute auch uns nicht auf diese Art und Weise vorverurteilen werden. Ich denke, daß 90 Prozent der jüngeren Fans lieben, was wir tun. Ältere Fans mögen es noch nicht gemerkt haben, aber das ist die Entwicklung, die momentan vor sich geht. Ansonsten würden wir immer noch hier sitzen und denken, daß ›Smoke On The Water‹ der beste Song aller Zeiten sei und daß die Klamotten der Musiker der letzte Schrei sind. Wir sind das, was das Business in diesem Moment braucht, und die jüngeren Fans geben uns diesbezüglich recht!

Wenn ich Eure Musik höre, muß ich oft an Soundtracks von Filmen denken. Gibt es Einflüsse für Euch aus dieser Richtung? Wie würdet Ihr Euren Stil beschreiben?

Es ist verdammt schwer, einen Namen für unseren Stil zu finden. Als wir in Paris waren, um Interviews zu geben, hatten einige Journalisten die Bezeichnung "Cinematic Metal" geprägt, mit dem ich gut leben kann, solange er nicht überstrapaziert wird.
Da ich Filmmusik liebe und wir alle alte Filme mögen, kam unser Stil ganz einfach so zustanden, während wir die Songs ausarbeiteten und aufnahmen. Ich bin froh, daß Du gemerkt was, worum es uns geht: Wir machen Musik für das Auge im Gehirn und erzählen Geschichte, die die Menschen von heute berühren.

Wie kommt es, daß sich der Stil von THE MURDER OF MY SWEET doch enorm von jenen Eurer ehemaligen Bands unterscheidet?

Es gibt Sachen, die man nicht so einfach vorhersagen kann, denn es hängt beispielsweise von den Leuten ab, mit denen man zusammenarbeitet. Aber generell kann man sagen, daß es mich derzeit nicht sonderlich in Richtung der Prog-Welt zieht, aber es dürfte klar werden, was mich und alle anderen Musiker der Band momentan begeistert. Daher möchte ich betonen, daß niemand von uns jemals etwas gemacht hat, das der Qualität der THE MURDER OF MY SWEET-Platte nahekommt. Das ist die beste Platte, die wir je gemacht haben!

Ihr habt Euren Bandnamen von dem 1944er Film "Murder, My Sweet" abgeleitet, wobei die Band zuvor in der Tat MURDER MY SWEET geheißen hatte. Steht Ihr besonders auf diesen Film, oder ließ sich der Titel einfach nur gut in einen Bandnamen umwandeln?

Zunächst hatten wir wirklich den Filmtitel als Namen gewählt, doch nach einiger Zeit wollten wir davon abkommen. Der Film ist extrem bekannt, quasi ein Klassiker, doch wir wollten, daß unsere Bandname etwas eigentümliches hat.
Sicherlich war es ein Argument, daß man der Filmtitel einen guten Namen abgeben würde, aber es gab auch andere Gründe: "Murder, My Sweet" wurde gedreht, als die Wirtschaft in den USA quasi am Boden lag, ein Szenario, das der heutigen Situation in Europa nicht allzu unähnlich ist. Ich denke, dieser Background hat uns beeinflußt, als wir uns entschlossen, die Band ins Leben zu rufen und den Kampf für dieses großartige Business auch in schweren Zeiten fortzusetzen, um den Rockmusikfans unser bestes zu geben. Nur weil die Luft etwas rauher ist, sollte die Kunst noch lange nicht aufgeben, sondern hochschalten und um so mehr Gas geben!

THE MURDER OF MY SWEET-Singleshot: Daniel Palmqvist

Auf alle Fälle ist es ein recht drastischer Name! Müssen also die (süßen...) Mädchen bei Euren Konzerten befürchten, daß sie nicht lebend von Euren Shows zurückkommen?

Eventuell... [lacht] Es ist ein Name, der angsteinflößend und zart zugleich ist. Ein guter Film ist immer spannend, und das wollen wir auch sein. Es macht keinen Spaß, wenn man schon weiß, was es als Abendessen gibt; ist es indes eine Überraschung, dann liegt eine gewisse Spannung in der Luft. Es ist diese Erwartungshaltung, die ich bei Shows von Alice Cooper oder Marilyn Manson empfinde, die wir auch einfangen und an unsere verängstigte Fans weitergeben möchten.

Eure Musik ist sehr vielschichtig: Es gibt beispielsweise aufwendige Orchestrierungen oder sich überlagernde Gesänge, wobei alles in einem großen Soundgewand eingefangen wird. Inwiefern schafft Ihr den Spagat, das live umsetzen, ohne aber das Livefeeling zu zerstören, so daß man das Gefühl hat, Eurer CD zuzuhören?

Nun, da wir nicht METALLICA heißen und demzufolge kein Millionenbudget für eine Show haben, müssen wir mit Streichern aus der Konserve vorliebnehmen, aber den Rest versuchen wir so livehaftig wie möglich umzusetzen. Wenn Du uns live siehst, wirst Du niemals über solche Dinge nachdenken, da wir auf der Bühne einfach gnadenlos rocken! Aber Du kannst Dir sicher sein, daß Du alles hören wirst, was Du von der CD her kennst, sonst kriegst Du Dein Geld zurück!

Der Großteil der Songs auf Eurem Debut wurden von Dir und Angelica geschrieben. Wird das so bleiben, oder werden sich die anderen Musiker mehr einbringen?

Wahrscheinlich ja. Wir möchten zwar gerne einige großartige Musiker, die wir sehr schätzen, wie beispielsweise Jesper Strömblad von IN FLAMES oder andere, die verfügbar wären, ins Spiel bringen und mit ihnen zusammenarbeiten, aber es ist uns sehr wichtig, unsere eigene Ausdrucksweise beizubehalten und weiterzuentwickeln. Man sollte niemals versuchen, etwas zu reparieren, das nicht kaputt ist. Das gilt übrigens auch für die Beteiligung der anderen Musiker von THE MURDER OF MY SWEET am Songwriting: Wir werden jetzt erst mal abwarten, wie die Platte ankommen wird, bevor wir diesbezüglich eine Entscheidung treffen. Auf alle Fälle haben Angelica und ich erst die Oberfläche dessen, wozu wir fähig sind, angekratzt, so daß es bestimmt Spaß machen wird herauszufinden, wohin wir beim nächsten Mal gelangen werden.

THE MURDER OF MY SWEET-Singleshot: Johan Niemann

Ihr hattet eine Weihnachtssingle aufgenommen, die man sich kostenlos im Internet runterladen konnte. Sie enthielt typische Weihnachtslieder, die ein wenig ins THE MURDER OF MY SWEET-Gewand gekleidet wurden. Wie waren die Reaktionen auf diese doch untypische Single?

Allem Anschein nach haben die Leute die Single geliebt. Wir hatten sie schon ein Jahr zuvor aufgenommen und die Songs auf unsere MySpace-Seite hochgeladen, doch diesmal wollten wir an Weihnachten noch etwas freigiebiger sein, so daß sich die Leute diese Aufnahmen zu ihren Lieblings-CDs stellen können. Für die nächste Single haben wir schon ein paar neue Pläne, wie beispielsweise einen unveröffentlichten Song, in der Hinterhand.

Euch ist ja schon bewußt, daß Ihr das prädestinierte Feindbild für alle seid, die Ihren Rock'n'Roll möglichst traditionell, natürlich und schnurgerade auf die Fresse mögen...

Dazu möchte ich nur sagen, daß ich jeden in diesem Business einladen möchte, mit uns zu proben, um zu sehen, daß wir keine Wischiwaschi-Musiker sind. Viele der sogenannten Metalmusiker gleichen Affen, die nur einen Trick drauf haben, aber verloren sind, wenn sie etwas anderes machen sollen. Die Bands, bei denen wir aktiv gewesen waren, reichen von den Death-Thrashern DEMONOID über die Progressive Metal-Band MIND’S EYE bis hin zu den melodischen Power Metallern SECRET SPHERE plus viele andere. Außerdem haben wir sowohl live als auch im Studio knallharte Musik gespielt. Das ist eine Tatsache! Wenn man uns dann immer noch als "False Metal" bezeichnen möchte - bitteschön. Wir haben auf alle Fälle die Eier, damit umzugehen, denn niemand kann uns die Erfahrungen nehmen, die wir gesammelt haben.

Auf welche Bands stehst Du derzeit?

Meine momentanen Lieblinge sind beispielsweise DIABLO, FILTER, MEW, ALTER BRIDGE und 30 SECONDS TO MARS.

Wie sieht es mit Euren Texten aus? Trifft man dort auch auf "filmische" Thematiken?

Hier und da mag das der Fall sein, aber es ist kein roter Faden, der sich durchzieht. Generell machen wir Musik für Leute, die es leid sind, immer wieder das gleiche Blabla hören zu müssen. Unsere Texte sollen normale Leute ansprechen, ein Mädchen, das in einem Kaufhaus arbeitet, ebenso wie einen Typen, der an einer Tankstelle beschäftigt ist. Ich weiß, daß Angelica die Texte in jenem Stil geschrieben hat, wie es auch ein Drehbuchautor für einen Film getan hätte. Aus meiner Sicht handelt es sich um sehr ansprechende Texte!

Beim Titel Eures Albums »Divanity« handelt es sich um ein Kunstwort. Wie habt Ihr es zusammengebastelt, und welche Bedeutung hat es für Euch - besonders im Hinblick darauf, daß auf dem Cover Eure Sängerin Angelica durch einen Raum zu schweben scheint.

Sollte diese Interpretation nicht jedem selbst überlassen werden? Also gut, ich werde mal ein wenig von meiner Sichtweise preisgeben: Wir vergöttern Dinge viel zu schnell, und "Divanity" setzt sich aus den Worten "Diva", "Vanity" (Eitelkeit) und "Divinity" (Göttlichkeit). Daher ist ein klar konzipiertes Cover, das zeigen soll, wie einfach es ist, die Augen zu manipulieren, so daß man denkt, diese Person vor Dir sei eine Göttin, nur weil sie über dem Boden zu schweben scheint. Es ist ein Trick, und ich liebe es, mit solchen Dingen zu spielen.
Auf der anderen Seite ist es eine gute Möglichkeit zu zeigen, was wir als Band darstellen, nämlich etwas jenseits der Realität, etwas, das Du noch nie zuvor gehört hast.

THE MURDER OF MY SWEET-Singleshot: Andreas Lindahl

Eure Platte hätte ursprünglich schon im Sommer 2009 veröffentlicht werden. Was waren die Gründe für diese Verzögerung?

Soweit ich gehört habe, wollte unser japanisches Label die Platte erst im Januar 2010 veröffentlichen, aber die Geschichten rund um dieses Thema verändern sich, je nach dem, mit wem man spricht. Ich bin einfach froh, daß die Platte jetzt erschienen ist, denn ich will der Welt zeigen, wie gut wir live sind!

Eure Vorabsingle »Bleed Me Try« ist in den schwedischen Charts auf Platz 14 eingestiegen, was man bedenkenlos als großen Erfolg für eine neue Band titulieren kann. Hattet Ihr mit so etwas gerechnet?

Es ist wirklich lustig: Ich war mir sicher, daß wir auf alle Fälle irgendwie Erfolg haben würden, aber als die Single auf Platz 14 in den hiesigen Charts reinkrachte, war ich doch einigermaßen geplättet. Ehrlich gesagt, bin ich immer noch ein geschockt deswegen. Auf jeden Fall bedeutet dies, daß alle, die nicht an uns geglaubt hatten, uns seither ungläubig wie Mondkälber anglotzen können.

Welche weiteren Pläne habt Ihr für THE MURDER OF MY SWEET?

Wir komponieren bereits Songs fürs nächste Album, und zudem haben wir gerade einen Vertrag mit der Bookingagentur ITM, die sich auch um die Belange von LORDI oder PRIMAL FEAR kümmert, unterschrieben, so daß wir uns den Arsch auf einer Bühne in Deiner Nähe abspielen wollen. So lautet unser Plan!

Du scheinst ja ziemlich von der Band und ihrem Potential überzeugt zu sein!

Darauf kannst Du wetten! Meine Mutter sagte immer zu mir: "Wenn Du nicht überzeugt bist vom dem, was Du mit Deinem Leben anstellen möchtest, dann laß es besser bleiben." Ich bin davon überzeugt, daß dieses Album die Band auf ein höheres Level bringen wird, und selbiges ist schon größer als alles, was ich zuvor gemacht hatte. Das Feedback ist überwältigend! Ich glaube also, daß meine Mutter recht hatte.

Mögen diese starken Emotionen für THE MURDER OF MY SWEET auch damit zu­sam­men­hän­gen, daß es Deine erste richtige Band ist? In der Vergangenheit warst Du oftmals nur der Drummer oder gar nur ein Mietmusiker, während Du nun als Songwriter und Haupt­rich­tungs­ge­ber fungierst.

Nicht wirklich, denn auf diese Weise sind einige Platten mit meinen anderen Acts entstanden, bei denen ich nicht nur eine hired gun war. Auf den MIND'S EYE-Alben stammte ein Großteil von mir, aber in THE MURDER OF MY SWEET steckt mehr Leidenschaft, was man zweifelsohne hören kann. Aber Du magst vielleicht in Bezug auf mein Ego recht haben: Wer würde nicht die Chance ergreifen, wenn er Jahre hinter großartigen Stars gearbeitet hat, nun selbst ins Scheinwerferlicht zu treten? Ich wurde aus dem Käfig gelassen und stehe in Flammen, Baby!

THE MURDER OF MY SWEET-Singleshot: Daniel Flores

Gibt es unter diesen zahllosen Projekten und Bands welche, die Du im Rückblick besser nicht gemacht hättest?

Die Arbeit auf all diesen Platten hat mir einen Namen im Business verschafft. Es waren Jahre voller harter Arbeit, in denen ich zu Studios gejettet bin, mit zahllosen Bands live aufgetreten bin, in denen ich viel gelernt habe, Freunde gefunden habe, mit denen ich geweint und geschwitzt habe - und zwar immer für das gleiche Ziel: die Musik. Es war also alles gut in dieser Zeit mit einer Ausnahme: nämlich, daß ich immer abseits stehen mußte und mich nicht äußern konnte. Ich mußte also still sein, und ich bin einfach nicht der stille Typ.

Du hast in diesen Jahren mit vielen verschiedenen Musikern gearbeitet. An wen denkst Du besonders gerne zurück und an wen eher weniger gerne?

Ich habe wirklich einige tolle Freunde gefunden. Göran Edman, Mark Boals, Aldo von SECRET SPHERE, Thomas Vikström oder Nils K. Rue beispielsweise sind enge Freunde von mir, mit denen ich gerne immer wieder zusammenarbeite, wenn sich die Gelegenheit ergibt. Natürlich habe ich auch etliche Arschlöcher kennengelernt, eigentlich sogar zu viele, um sie alle aufzuzählen, aber sie kriegen, was sie verdienen, indem sie sich bei kleineren Labels abmühen müssen; das ist alles, was ich dazu sagen möchte.

Ich glaube, daß ich abseits von MIND'S EYE von Dir zum ersten Mal im Zusammenhang mit ZOOL gehört habe...

Wow, da hast Du aber wirklich meine Geschichte bis zu ihren Wurzeln erforscht: ZOOL war in der Tat mein erster Job neben MIND'S EYE. Ich hatte zuvor schon etliche andere, ähnliche gelagerte Angebote ausgeschlagen. Ich war damals jung und unerfahren. Ich dachte, MIND'S EYE könnten die Welt regieren und wir Musiker Millionen von Dollar verdienen. Heute wissen wir, daß dies niemals passieren wird. [lacht] Auf alle Fälle mußte ich Jobs neben MIND'S EYE annehmen. Henrik Flyman, der heute bei EVIL MASQUERADE spielt, war so nett, mir dieses Angebot zu machen, da er an mich glaubte. Ich spielte die ZOOL-Platte in drei Stunden ein, wobei noch eine Stunde fürs Mittagessen abging. Ab diesem Zeitpunkt hatte ich einen gewissen Ruf in der Szene, was mir sehr half. Nach Jahren harter Arbeit, in denen ich jeden roten Heller zur Seite legte, kaufte ich mein eigenes Studio, so daß ich heute das "Sound vs. Science"-Studio betreibe, wo viele Nachwuchsbands aus Stockholm aufnehmen.
Meine einzige Band bislang war immer MIND'S EYE gewesen. Aber der Progressive Metal ist meines Erachtens so abgestumpft wie das Popbusiness: Man muß einen bestimmten Sound haben, um Platten verkaufen zu können, aber ich war nicht bereit, das zu tun, was andere mir sagten. Ich hörte nur: "Ihr müßt wie ein DREAM THEATER-Clone klingen oder wie eine SYMPHONY X-Kopie, und dann werdet Ihr CDs verkaufen..." Aber ich tat immer das Gegenteil, und sagten ihnen, sie sollen sich selbst ficken und mich in Ruhe lassen. Diese Bands sind großartig, aber warum sollte man versuchen, genauso zu klingen? Alle schwedischen Prog-Bands sind Clones, und die wenigen, auf die das nicht zutrifft, stehen kurz davor, bei großen Bands abzukupfern.
Um die Geschichte abzukürzen: Ich kam also an eine Kreuzung und habe mich für diesen neuen Weg entschieden. Nun, hier sind wir also, trinken Margaritas im Purple Rain, lachen und machen uns Hoffnungen für die Zukunft, während die Welt am Rande zu einem grauenhaften Ende steht. Ich wünsche eine glückliche Zeit!

THE MURDER OF MY SWEET-Bandphoto 2

Daß da eine ordentliche Portion Verbitterung mitschwingt, ist wohl nicht zu überhören, was aber auch verständlich ist, da MIND'S EYE eine großartige Band sind/waren, wie man beispielsweise unseren Reviews entnehmen kann. Daniel, gibt es noch irgendwas, das Du zum Abschluß loswerden willst?

Bitte unterstützt jene Bands, die intensiv an ihren Platten arbeiten! Wir haben mit THE MURDER OF MY SWEET mehr als zwei Jahre investiert, um dieses kleine Baby so aussehen und klingen zu lassen, wie wir es wollten, um Euch, den Fans, die bestmögliche CD zu geben. Ja, unterstützt uns, damit wir wissen, wer Ihr seid und daß wir in Eure Stadt kommen können, um zu spielen. Wenn Ihr unsere Musik nur downloadet, wie sollen wir dann wissen, wer Ihr seid? Denn seid Ihr doch nur ein Geist. Gebt uns eine Chance, und hört Euch einfach die kostenlosen Hörbeispiele auf unserer MySpace-Seite:

http://myspace.com/themurderofmysweet

oder unserer Homepage an:

http://www.themurderofmysweet.com/

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Stefan Glas

THE MURDER OF MY SWEET im Überblick:
THE MURDER OF MY SWEET – Brave Tin World (Rundling)
THE MURDER OF MY SWEET – Bye Bye Lullaby (Rundling)
THE MURDER OF MY SWEET – Echoes Of The Aftermath (Rundling)
THE MURDER OF MY SWEET – ONLINE EMPIRE 44-Interview
THE MURDER OF MY SWEET – News vom 06.05.2009
THE MURDER OF MY SWEET – News vom 19.06.2010
THE MURDER OF MY SWEET – News vom 29.05.2011
THE MURDER OF MY SWEET – News vom 05.03.2012
THE MURDER OF MY SWEET – News vom 11.05.2012
unter dem ehemaligen Bandnamen MURDER MY SWEET:
MURDER MY SWEET – News vom 26.08.2008
MURDER MY SWEET – News vom 06.05.2009
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