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Mit drei kontinuierlich starken Demoveröffentlichungen vermochten LU­NAR PATH schwerstens zu begeistern, die darauf ihren melodisch-epischen und vollkommen unkitschigen Metal zu perfektionieren zu verstanden. Mittlerweile arbeitet die Band an ihrem ersten Album, so daß wir uns mal wieder zu einem Besuch bei den Finnen ankündigten. Sängerin Janica Lönn und Hauptkomponist Jonas Eriksson öffneten die Tür.

LUNAR PATH-Bandphoto 1

Bis dato hat bei Euch ja alles wie am Schnürchen geklappt: 2006 gegründet, in den nachfolgenden Jahren habt Ihr jeweils eine Demo-CD oder eine EP aufgenommen, und momentan steckt Ihr mitten in der Vorproduktion für Euer erstes Album, das im Herbst diesen Jahres erscheinen soll. Wie lautet Euer Geheimrezept, und was sollten wir sonst noch über Eure Bandgeschichte wissen?

Jonas: Im Rückblick erscheint unserer bisheriger Weg keinesfalls einfach für uns - besonders während der Anfangszeit! Wir mußten eine Menge interne und externe Probleme ausfechten, und zugleich versuchten etliche Zeitgenossen, uns mit leeren Versprechen und wertlosen Verträgen übers Ohr zu hauen. Es war eine sehr turbulente Zeit für die Band, und es erstaunt mich immer noch, daß wir durchgehalten haben. Was dich nicht umbringt, macht dich stärker, was?
Aber ich verstehe durchaus, warum von außen betrachtet alles so einfach abgelaufen und uns alles förmlich in den Schoß gefallen zu sein scheint. In Wirklichkeit hatte es nur sehr wenig mit Glück zu tun, sondern es basiert alles auf harter Arbeit - Arbeit, Arbeit und nochmal Arbeit, um die Ziele zu erreichen, die man sich gesteckt hat.

Janica: Wir sind alle vielleicht in gewisser Weise ein wenig introvertiert, da alle unsere engen Freunde in der Band spielen oder in irgendeiner Form für die Band arbeiten, so daß wir unser Privatleben oder unsere Arbeit kaum nach außen tragen. Das ist vermutlich ein weiterer Grund, warum alles von außen betrachtet so einfach aussieht, aber das ist nur die Oberfläche.

Jonas: Ich bin ziemlich hyperaktiv was musikalische Ideen und Bandangelegenheiten betrifft. Daher arbeite ich oft allein, so daß es manchmal schwierig für die anderen Bandmitglieder ist, mit meinem Arbeitstempo mitzuhalten.

Was kann man zum jetzigen Zeitpunkt über das kommende Album sagen?

Jonas: Als wir begannen, an unserer letzten EP »Broken World« zu arbeiten, war unser neuer Drummer Pete gerade erst zu uns gestoßen, und nach einigen Monaten befanden wir uns schon im Studio. Alles fühlte sich noch ziemlich neu an, wir hatten noch keine Ahnung, ob wir unser komplettes Potential ausschöpfen. Außerdem waren die Songs schon fertig, als die Trennung von unserem vorhergehenden Drummer Klas stattfand und Pete zu uns kam. Daher waren die Songs eher vorsichtig konzipiert worden, da wir nicht wußten, wie fit unser zukünftiger Drummer sein würde. Zu komplizierte Songs hätten den möglichen Kandidatenkreis zu sehr eingeschränkt, und unsere größte Angst war gewesen, daß uns das gleiche Schicksal wie bei unseren ehemaligen Bands ereilt hätte, wo wir nach dem Verlust eines Puzzleteilchens einfach keinen geeigneten Ersatz mehr finden konnten, so daß die Band langsam aber sicher vor die Hunde ging. Doch wir hatten das nötige Glück, daß wir Pete fanden.
Nachdem Pete nun über ein Jahr bei uns ist, geht die Arbeit an neuem Material völlig anders und deutlich flüssiger von der Hand. Pete ist ein großartiger und sehr vielseitiger Drummer, der zudem sehr schnell lernt. Außerdem mag er die Herausforderung, mit komplizierten Parts konfrontiert zu werden, so daß für mich als Songwriter eine ganze Welt neuer Möglichkeiten offensteht und ich mir nicht mehr Gedanken im Stile, "Ist das zu schwer?", "Wird er das spielen können?" oder "Wird es wegen dieses Beats eine halbe Ewigkeit dauern, bis wir den Song einstudiert haben?" machen muß. Die Band ist dadurch stärker geworden. Diese kreativen Möglichkeiten, die erlangte Zuversicht kombiniert mit der generellen Stimmung in der Band während des letzten Jahres hat unsere Vorstellungskraft geradezu entfesselt und mitgeholfen, sehr interessante Songs zu schaffen.
Das Album wird einige sehr düstere Songs, aber auch "traditionelle" LUNAR PATH-Stücke enthalten - und alles dazwischen. Unserer Meinung nach haben wir unser bislang bestes Songmaterial geschrieben, das persönlicher, tiefgründiger, abwechslungsreicher, technisch anspruchsvoller, progressiver und origineller denn je ist.

Janica: Außerdem sollte man bedenken, daß wir jetzt ein komplettes Album erschaffen und uns beim Auswahl der Songs nicht so sehr auf die "Hits" konzentrieren müssen, deren Auswahl in den Augen mancher gelungen ist, während andere sich ganz andere Songs gewünscht hätten. Wir können uns jetzt mehr auf das generelle Feeling, den musikalischen Flow konzentrieren, so daß die Platte ein ganzheitliches Erlebnis sein wird und nicht nur ein paar Schnappschüsse präsentiert. Wir sind auf jeden Fall sehr begeistert von dem Album, das sich vor uns abzeichnet, und wir können es kaum erwarten, selbiges fertiggestellt zu haben.

Werden auf dem Album Songs von den bisherigen Veröffentlichungen zu finden sein?

Jonas: Als wir das Projekt in Angriff nahmen, war uns schnell klar, daß wir einen kompletten Neustart hinlegen sollten. Wir hatten zwar mal drüber nachgedacht, ein paar alte Songs zu recyclen, aber diese Idee wurde ziemlich schnell verworfen. Der Hauptgrund ist dabei die Tatsache, daß wir zu diesem Zeitpunkt schon 30 unveröffentlichte Songs hatten, aus denen wir auswählen konnten, die unserer Meinung nach besser, ausgereifter und origineller waren. Zudem kamen schnell neue Songs hinzu. Da wir spüren, daß wir im letzten Jahr deutlich gewachsen sind, sollten einige der älteren, unveröffentlichten Songs recht bald überholt klingen. Der Großteil der Songs, die auf dem Album landen werden, wurden in der zweiten Jahreshälfte 2009 geschrieben, und sie repräsentieren den derzeitigen Stand der Band einfach am besten.

Janica: Da wir alle unsere Songs als wichtig ansehen, stellt jeder gewissermaßen eine Zeitkapsel dar, in der man die Band auf einer bestimmten Entwicklungsstufe beobachten kann. Daher fühlt sich der Gedanke an eine Neuaufnahme für uns so an, als würden wir alte Familienphotos photoshoppen oder versuchen, die Geschichte umzuschreiben.

Jonas: Zudem werden die alten Songs immer mittels unserer Webseite erhältlich sein: Wir haben also nicht vor, sie unter den Teppich zu kehren oder sie in den Müll zu werfen. Sicherlich klingt es verlockend, einige Songs in ein besseres Soundgewand zu kleiden, aber letzten Endes klingen doch die meisten Neuaufnahmen - auch die von professionellen Bands - für den Großteil der Fans einfach falsch. Diejenigen, die einen bestimmten Song besonders mögen, wird eine neue Version kaum interessieren. Irgendein zischendes Geräusch in einer ruhigen Passage oder der etwas überholte Schlagzeug- oder Gitarrensound machen oft gerade diese besondere Magie aus, weshalb man an einem Song hängt und warum er diese besondere Stimmung vermittelt, die wir damit verbinden. Okay, wenn man den Song neu arrangiert oder um neue Elemente bereichert, dann würde die Sinnhaftigkeit einer solchen Neuaufnahme gewiß auf einem ganz anderen Blatt stehen.

Janica: Genauer gesagt haben wir einige Songs vom ersten Demo sogar mal teilweise neu aufgenommen: Es handelte sich um ›Tell Me‹, ›You Were Here‹ und ›Winter‹, und sie waren ursprünglich als Bonusmaterial für die »Broken World«-EP gedacht. Während der Aufnahmesessions für die EP hatten wir ein wenig Zeit zur Verfügung, um für diese drei Songs neue Rhythmusspuren einzuspielen, aber letzten Endes fehlte eben die Zeit, um die Gitarren und vor allem den Gesang nochmal aufzunehmen, so daß die Idee wieder in der Schublade verschwand. Die Überlegung war damals, die alten Songs mit den neuen, orchestralen Keyboardarragements zu präsentieren, die mittlerweile live zum Zuge kommen. Vielleicht werden wir die angefangene Arbeit eines Tages vollenden und die Songs als Bonustracks verwenden. Oder vielleicht auch nicht? Wer weiß das schon? Die Zeit wird es uns verraten!

Da kann ich Eurer zuvor gestellten These nur zustimmen, denn gerade bei einem durch und durch magischen Song wie ›Tell Me‹, bei dem wirklich jeder Ton stimmt und dessen Atmosphäre einfach unbeschreiblich ist, könnte ich mich wohl kaum mit einer neuen Version anfreunden. Doch zurück zu dem Album: Zeichnet sich denn schon ein Deal für Euch ab?

Jonas: Sicherlich wäre ein Plattenvertrag für uns von Interesse, aber im Moment konzentrieren wir uns darauf, einen Vertriebsdeal zu bekommen. Wegen der Wirtschaftskrise ist es momentan ohnehin nahezu unmöglich, jemand dazu zu bewegen, Geld und Vertrauen in deine Rock'n'Roll-Träume zu investieren, so daß es in Finnland sehr schwer ist, einen guten Plattenvertrag zu bekommen. Nachdem wir gesehen haben, daß viele Freunde und Kollegen mehr oder minder übers Ohr gehauen und dann wie eine heiße Kartoffel fallengelassen wurden, weil sie sich auf Deals eingelassen hatten, die - vorsichtig gesagt - völlig scheiße waren, sind wir desillusioniert, was den Affenzirkus Plattenfirmenbusiness betrifft. Nachdem wir uns bis dato auf eigene Faust ganz amtlich durchgeschlagen und so einiges erreicht haben, warum sollten wir nicht auch in Zukunft auf einen Mittelsmann verzichten und nach unserem Schema weitermachen? Ja, wir müssen diesbezüglich noch dazulernen und uns verbessern, aber Dinge, die man sich selbst erarbeitet hat, vergißt man niemals und kann sie jederzeit wieder anwenden. Zu hoffen, alles auf einem Silbertablett serviert zu bekommen und zugleich noch einen goldenen Löffel in den Arsch geschoben zu bekommen, wäre so, als würde man ein Haus auf Sand bauen und zu hoffen, daß es stehenbleiben wird.
Was ich damit sagen möchte ist folgendes: Hätten wir von Anfang an solche Dinge wie eine Plattenfirma, Produzenten, bezahlte Studios, professionelle Photographen und Webdesigner zur Verfügung gehabt, dann wären wir sicherlich schneller und einfacher an den Punkt gekommen, an dem wir uns jetzt befinden, doch wir wären auch deutlich unsicherer und abhängiger von diesen Möglichkeiten. Macheiner wird vielleicht sagen, daß wir doch immer noch unsere Musik hätten, auf die wir unsere Zeit und Energie konzentrieren könnten, aber andererseits würden wir dann nicht mehr die Fäden in der Hand halten. Wenn dabei vielleicht sogar der schlimmste Fall eingetreten wäre und wir uns für einen falschen oder armseligen Produzent, Manager oder Label entschieden hätten, würde dies gar die Entwicklung der Band deutlich behindern.
Ich will hier nichts verallgemeinern oder wie ein Klugscheißer klingen, denn ich weiß sehr wohl, daß so etwas nicht auf alle Labels zutrifft. Jeder hat seinen eigenen Stil, Prinzipien und Methoden; Wenn du also Pro und Contra abwägen willst, dann wird die Waage wohl nie aufhören, hin- und herzupendeln. Für uns fühlt es sich derzeit gut an, unseren eigenen Weg zu verfolgen, indem wir unsere Musik selbst zu produzieren, und uns stattdessen Vertriebe zu suchen, um unsere Aufnahmen auf den Markt zu bekommen.
Wenn man sich also erst mal die Grundlagen erarbeitet hat, muß man nur dafür Sorge tragen, daß man sich weiterentwickelt. Je mehr wir dazulernen und je mehr Erfahrung wir sammeln, um so mehr können wir uns verbessern, was Hand in Hand mit der Bandentwicklung geht. Es bedeutet eine Menge Arbeit, aber die Erfahrung und Zuversicht, die man dabei erhält, ist der Lohn für diese Extraschritte, die man zurücklegen muß.
Wir können dabei unsere künstlerische Freiheit behalten, so daß wir die Richtung, in die wir gehen, aussuchen und kein sensationslüsterner A&R-Mann, der beim Starren auf aktuelle Trends schon längst blind geworden ist. Letzten Endes kann man nie genug lernen, vor allem wenn es sich um etwas dreht, das einem am Herzen liegt, was in unserem Fall unsere Musik ist.
Andererseits - um unserer Politik mal nüchtern zu betrachten - ist der Vertrieb, also die Möglichkeit ein Endprodukt auf den Markt zu bringen und permanent für die Fans verfügbar zu machen, das schwächste Glied in unserer Kette, so daß wir an dieser Stelle also einfach auf externe Hilfe angewiesen sind. Daher erstreben wir, daß wir als Band das Master und das Artwork für die Platte erstellen können, während ein Vertrieb sich um die Herstellung und den Verkauf des Albums kümmert.
Ein guter Plattenvertrag wäre also trotz allem wünschenswert, und ich möchte trotz meinen Ausführungen in den letzten Minuten nicht ausschließen, daß wir einen solchen annehmen würden, doch im Moment gehen wir den Weg weiter, den wir in der Vergangenheit eingeschlagen haben. Wenn dann ein Millionen-Dollar-Vertrag auf unserem Tisch landet, werden wir ihn gewiß sorgfältig prüfen. Falls das passieren sollte, hätten wir es uns dann auch gewiß redlich verdient. [lacht]

LUNAR PATH-Einzelshot: Janica Lönn

Im letzten Sommer habt Ihr einen weltweiten Digital-Vertriebsdeal für die »Broken World«-EP mit PLAYGROUND MUSIC FINLAND abgeschlossen. Für wie wichtig erachtet Ihr einen solchen Vertrag in der heutigen Szene? Wie gewichtet Ihr einen solchen Deal im Verhältnis zu einem "normalen" Plattenvertrag, der sich auf physikalische Tonträger bezieht?

Jonas: Auch wenn der digitale Vertrieb ein neues und ständig wachsendes Medium ist und anscheinend immer mehr Menschen Musik auf iTunes kaufen, um sie auf ihren mp3-Playern abzuspielen, glauben wir immer noch an die gute, alte physikalische CD. Der Digitalvertriebsmarkt ist noch nicht groß genug, um den physikalischen Markt zu ersetzen - allein schon weil meines Erachtens sehr schwer festzulegen ist, welchen Stellenwert digitale Waren für die breite Öffentlichkeit hat. Für mich besteht auf jeden Fall ein eklatanter Unterschied dazwischen, ob ich mir ein Album kaufe, durch das Booklet blättern, die Texte lesen und die Photos anschauen kann, oder ob ich Dateien herunterlade. Für manche Leute ist eben eine mp3-Datei auf ihrem iPod oder was auch immer genug, für mich ist es einfach nur ein Datenpaket auf einem Speichermedium, ein Geist oder ein Hologramm eines Songs, der dem Erlebnis, durch ein CD-Booklet zu schauen, oder dem noch viel physikalischeren Erlebnis, eine Vinylplatte abzuspielen, nicht mal ansatzweise nahekommt. Vielleicht bin ich altmodisch, aber ich empfände es als absurd, unser Album nicht auch physikalisch zu veröffentlichen. Eine Net-Single als Appetizer - okay, aber komplette Alben nur als Download. Warum sollte man sich derart einschränken?

Janica: Da heutzutage jedermann und seine Großmutter eine MySpace-, Twitter- oder Was weiß ich-Seite und einen iTunes-Account hat, wäre es allerdings blöd, diese - zumeist kostenlosen - Möglichkeiten nicht zu nutzen. Wichtig ist dabei für eine relativ unbekannte Band wie uns, daß jeder Zugang zu deinem Material hat - und zwar von überall im Netz und unabhängig davon, welchen Service, MySpace, Facebook oder was auch immer, der einzelne bevorzugt. Wenn man eine kleine Band in einem See von kleinen Bands ist, wird niemand über dich stolpern, wenn Du einen MySpace-Account hast, in dessen Top-Freudes-Liste sich Tom befindet (der MySpace-Erfinder Tom Anderson, den jeder beim Eröffnen eines neuen Accounts zwangsläufig als ersten MySpace-"Freund" auf Auge gedrückt bekommt - Red.) Genauso unwahrscheinlich ist es, daß jemand über dich stolpert, wenn deine CD ausschließlich beim Plattenladen neben deinem Proberaum zum Verkauf steht. Daher kann der digitale Vertrieb als modernes Medium eine gute Möglichkeit darstellen. Meines Erachtens ist es also am sinnvollsten zweigleisig zu fahren, so daß jeder die Möglichkeit hat, sich die Form unserer Musik herauszupicken, die ihm am liebsten ist.

Wie ist Euer Stil, den ich für recht einzigartig halte, zustandegekommen? Man findet ein wenig Gothic Metal, Epic und Symphonic Metal in Eurer Musik, es gibt einen dezenten melancholischen Touch, und alles wurde auf einer Melodic Metal-Grundlage zusammengebracht.

Jonas: Wir umschreiben uns am liebsten als Epic Metal mit einer Rockschlagseite. Den epischen Teil stellen die großen Streicher- und Orchesterarragements und die sehr melodischen Refrains dar, die fast schon überlebensgroß klingen sollen. Es mag Leute geben, die Vorbehalte haben, wenn sie bei der Genre­be­schreibung Begriffe wie "episch", "symphonisch" oder "weibliche Vocals" hören, aber bei LUNAR PATH gibt es weder Falsettgesang, noch technischen Gitarrensolihexereien, Elfen, Panflötensoli, Drachen, Geschichten von Glanz und Gloria oder übernatürlicher Zauberei oder ähnliche Dinge, die bei symphonischer oder epischen Musik oftmals überstrapaziert oder gar verkitscht werden. Wir haben keine Probleme damit, wenn andere Bands das tun, aber es ist einfach nicht unsere Welt.

Janica: Das ist der Grund, warum der Rockanteil sich sehr oft in den Texten wiederfindet: Sie stehen im Kontrast zu dem epischen Anteil der Musik, sind meist sehr realitätsbezogen und emotionsgeladen. Wir sind, wer wir sind, und wir tun, was wir gerne tun wollen - ganz gleich, was andere darüber denken. Darum geht es doch in der Rockmusik, oder? In jedem Song geht es um Erfahrungen aus dem wahren Leben, um Dinge, die uns oder unseren Freunden passiert sind.

Jonas: Wir haben sehr unterschiedliche musikalische Backgrounds und demzufolge auch sehr unterschiedliche Geschmäcker. Daher gab es für uns nie diesen einen gemeinsamen Einfluß, zu dem wir emporblicken und dem wir folgen können. Ich glaube, daß die Tatsache, daß wir gewissermaßen einen Fluß hinuntertreiben - ohne Paddel, Kompaß und Karte - uns zu unserem epischen und melodischen Metal mit einem bodenständigen und rockigen Schlichtheit gebracht hat. Und diese Kombination grenzt uns musikalisch von anderen Bands ab. Verständlicherweise sind die Unterschied eher subtiler Natur, so daß ein neuer Hörer sich ein wenig in die Musik hineinfinden muß, bevor er eben jene Elemente entdeckt, die nicht schon von der Ferne ersichtlich sind. Manche Leute mit einer kurzen Aufmerksamkeitsspanne oder vorgefertigten Meinungen und werfen uns mit Bands wie NIGHTWISH oder EVANESCENCE in einen Topf. Aber diese Leute interessieren uns ohnehin nicht im geringsten.
Wir haben keine besonderen "Gimmicks" zu bieten, die sofort Aufmerksamkeit erregen, so daß die Einzigartigkeit dieser Band nur von jenen entdeckt werden kann, die sich Musik aufmerksam anhören. I denke, daß unsere Art, uns mit der Musik auszudrücken, einzigartig ist und für uns sehr gut funktioniert. Aber es wird wohl kaum für diejenigen reichen, die mal schnell auf ihrem iPod bis zum Refrain durchzappen während sie einen Kaffee vom Drive-in auf ihren Knien balancieren und sich durch einen Verkehrsstau kämpfen müssen, während sie ohnehin schon zu spät dran sind, um pünktlich im Büro anzukommen. Aber diese Leute sind ohnehin verantwortlich für den Tod der Musik und können meinetwegen an ihrem Bagel ersticken...
Außerdem - man möge mir verzeihen, daß ich hier endlos rumnörgele - werde ich das Gefühl nicht los, daß viele Bands nur darauf aus sind, durch irgendwelche Marketinggags aus der Masse herauszustechen. Besonders im Mainstream-Pop mit all seinen Lady CaCa-Acts und "Schau mich an, ich hab' mir einen Dildo auf die Stirn geklebt und aus meinem Arsch leuchtet Neonlicht"-Truppen werde ich das Gefühl nicht los, daß so mancher versucht, lediglich Kunst um der Kunst willen zu machen. Versteh' mich nicht falsch, wir wollen hier nicht einen auf heilig zu machen, sondern wir versuchen einfach, uns selbst treuzubleiben und unsere Gefühle und Erfahrungen in unserer Musik zu kanalisieren, und wir freuen uns darüber, wenn wir zu Leuten vordringen, denen unsere Musik genausoviel Freude bereitet wie uns.
Ach ja, und die angesprochene Melancholie ist bei einem Haufen deprimierter Finnen in einem depressiven Land während einer Rezessionsphase sozusagen serienmäßig eingebaut.

LUNAR PATH-Einzelshot: Jonas Eriksson

Wie alt seid Ihr eigentlich? Ihr seht nicht gerade alt aus, aber immerhin haben einige von Euch schon vor fast zehn Jahren mit NOCTURNAL begonnen, Musik zu machen.

Jonas: Wir sind alle in unseren Zwanzigern. Unser Gitarrist Tuukka Nurmi-Aro ist der Jüngste, während unser Drummer Pete Romppanen der Älteste in der Band ist. Janica und ich sind gleichaltrig. Ich war noch verdammt jung gewesen - nämlich 16 Jahre - als ich NOCTURNAL 2001 ins Leben rief. Tuuka schloß sich uns ein Jahr später an, und damals wirkte er in der Tat noch wie ein Kind auf uns.

Ich finde es überraschend, daß Ihr diese Musik spielt, besonders wenn man bedenkt, daß Du, Jonas, und Euer Bassist Ari Järvinen (der vor einigen Wochen ausgestiegen ist und nun von Jesse Mäläskä ersetzt wird) in einigen Extrembands gespielt habt. Eure Band ROTTEN wurde gar traurig berühmt, da Drummer Kalle Holm, der am Ende auch kurz bei NOCTURNAL gespielt hatte, in Eurer Heimatstadt Porvoo den Dom aus dem 15. Jahrhundert angezündet hatte und seither wegen Brandstiftung im Knast sitzt. Wie kam dieser musikalische Sinneswandel?

Jonas: In der Tat eine interessante Frage! Viele Leute fragen mich, warum ich mich nicht für einen Stil entscheiden könne, um diesem dann treuzubleiben. Dazu kann ich nur sagen, daß ich Musik viel zu sehr liebe, als daß ich mich mit nur einem Stil begnügen könnte. Das wäre langweilig und eindimensional, vor allem, da die meisten Subgenres des Metal unausgesprochene Regeln mit sich bringen, was okay ist und was nicht. Diese Engstirnigkeit ist meines Erachtens ein echter Widerspruch zu dem rebellischen Anspruch, den Metal immer noch hat. Ich möchte einfach tun können, was ich will, ohne mich von irgendwelche Genregrenzen daran hindern zu lassen.
Außerdem sehe ich irgendwelche Ein-Mann-Projekte für jede Stimmungslage als gutes Ventil für blöde Ideen, während ich die guten Ideen für die "echten" Bands aufbewahren kann. Außerdem hält es dich wach, wenn du ständig etwas anderes machst. Weißt Du, ich habe viele Sideproject, von Industrial Metal über sleazigen Gothic Rock, Death Metal, Pseudo-Jazz oder irgendwelche völlig schrägen Sachen, die ich bei MySpace auslebe. Ich mache hin und wieder auch gerne Parodien auf meine eigenen Bands - und das ist eine "Kunstform", die wirklich nur wenige nachvollziehen können. [lacht]
Um auf Kalle zu sprechen zu kommen: Im Grunde spielte er nur bei ROTTEN. Zu der Zeit als er sich NOCTURNAL "anschloß", lag die Band schon in einem tiefen Koma, was uns zu diesem Zeitpunkt aber einfach noch nicht bewußt war. Es lief nach folgendem Schema ab: "Du trommelst gut? Ja? Haste Böcke zu spielen? Okay, Du bist dabei!" Doch wir sollten zusammen nicht mal einen einzigen NOCTURNAL-Song von Anfang bis Ende spielen, bevor die Band endgültig tot war. Also ging es für Kalle und mich mit ROTTEN weiter, einem Projekt, das zu diesem Zeitpunkt schon einige Zeit existiert hatte.
Wir hatten viel Spaß mit ROTTEN, denn die Band war genau das, was wir wollten, als NOCTURNAL begann, fade zu werden. Das Niederbrennen des Doms hatte nichts mit der Band zu tun, aber es hat die Band natürlich auf eine sehr negative Weise belastet. Plötzlich gab es da eine Death Metal-Band mit Splatter- und Horror-Texten und einer "Bier & Spaß"-Tagesordnung, die man mit Black Metal-Bands und Satanismus vergleichen konnte. Es war für uns schon schwierig genug, damit umgehen zu müssen, daß ein Freund und Bandkumpel, der damals gerade erst 18 Jahre alt geworden war, im besoffenen Kopf etwas völlig Hirnrissiges gemacht hatte, das ihn in den Knast bringen und fürs Leben brandmarken würde - oder es zumindest nahezu unmöglich machen würde, daß er jemals ein normales Leben führen würde.
Doch dann wollte plötzlich jeder jedes kleine Detail über den Vorfall, die Band und alles drumherum wissen. Selbst Freunde und Bekannte schienen sich in bluthungrige Geier zu verwandeln. Alles, ganz gleich ob Texte, Gerüchte, alte Kommentare in Gästebüchern oder auch solche Lächerlichkeiten wie Lieblingsbands, die wir auf unseren Bandseiten genannt hatten, mußten herhalten und wurden so lange zurechtgebogen, bis sie zur vorgefertigten Meinung des entsprechenden Journalisten paßten. Damit war natürlich unsere "Bier trinken, Spaß haben, Death Metal spielen"-Parole gestorben, denn nichts war mehr wie zuvor.
Mancheiner hätte es vielleicht darauf angelegt, diesen Vorfall zu Publicityzwecken auszuschlachten. Aber ich kann dem alten Spruch, "Jede Art von Werbung ist gute Werbung", nicht zustimmen, besonders in diesem Zusammenhang. Ich denke, das wäre eine sehr, sehr dumme Idee gewesen, denn es hätte die Musik zur Nebensache werden lassen, und die Band wäre nur noch eine Schocktruppe in einem Horrorkabinett gewesen, womit ich nie und nimmer etwas am Hut haben wollen.
Daher war es naheliegend, die Sache zu Grabe zu tragen. Stattdessen reformierten wir eine Rock'n'Roll-Truppe mit spaßigem Gesang und ebensolchen Texten, die Jahre zuvor unter dem Namen TOIMINNANMIEHET als Seitenprojekt gedient hatte. Doch recht bald merkten wir, daß wir etwas ernsthafteres wollen, und daher wurden LUNAR PATH gegründet.
Bevor ich es vergesse: Kalle ist seit letzten Sommer auf Bewährung auf freiem Fuß.

LUNAR PATH-Einzelshot: Tuukka Nurmi-Aro

Drei von Euch hatten zuvor schon bei NOCTURNAL gespielt. Seht Ihr LUNAR PATH als den Nachfolger zu NOCTURNAL an?

Jonas: Den Startschuß für NOCTURNAL gab ich zusammen mit Drummer Michael Paassilta im Jahr 2001; genauer gesagt fand die Gründung an jenem traurig-berühmten 11. September 2001 statt. Tuukka schloß sich uns 2002, Janica etwas später im Sommer des gleichen Jahres an. Im Rückblick war die Band eine gute Schule für uns. Wir waren Kinder, die versuchten, ohne Geld und Erfahrung einen professionellen Standard zu erreichen. Demzufolge ging alles langsam und ohne klare Zielrichtung vonstatten. In den drei Jahren, in denen wir aktiv waren, schrieben wir vielleicht sechs oder acht Songs, von denen nur vier aufgenommen wurden. Vieles hing damit zusammen, daß wir der Ansicht waren, daß die Songs gemeinsam im Proberaum komponiert und arrangiert werden müßten, eine Arbeitsweise, die nicht für alle Bands und Musiker zwangsweise funktionieren muß. Doch wir haben viel aus den Fehlern gelernt, die wir mit NOCTURNAL gemacht haben.
Ich glaube, daß wir letztendlich gelangweilt und enttäuscht waren, weil sich alles so langsam entwickelte. Ende 2003 stiegen dann Michael und Bassist Rasmus Karlsson aus. Wir versuchten damals sogar, mit einer Drummachine zu arbeiten, als wir keinen passenden Schlagzeuger fanden, doch die ganze Angelegenheit schlief mit der Zeit einfach ein. Alles was bei ROTTEN, die zu diesem Zeitpunkt ein Seitenprojekt waren, lief, sprach mich daher deutlich besser an.

Janica: Es mag den Anschein haben, daß NOCTURNAL der Vorläufer von LUNAR PATH waren. In gewisser Weise ist das auch zutreffend, denn es gibt Parallelen im Line-up und beide Namen haben etwas mit Nacht zu tun, aber in den drei Jahren dazwischen sind wir erwachsener geworden, so daß wir andere Menschen sind. Ich persönlich sehe beide Band nicht als direkte Nachfolger. NOCTURNAL entsprach zwei Kindergartenkindern, die in ihrem Puppenhaus Mama und Papa gespielt haben, LUNAR PATH entspricht dem Leben in einer richtigen Ehe - inklusive einer Hypothek, die du stemmen mußt...

Ihr habt schon recht früh in Eurer Karriere zwei sehr professionelle Videoclips gedreht. Wer hat Euch denn dazu die nötigen Finanzmittel zugeschossen?

Jonas: Die Videos waren ein purer Glückfall für uns: Ich arbeitete damals in einer Bücherei, als in meiner Mittagspause ein großer, bärtiger Typ mit einer roten Mütze auf mich zu kam. Er erkannte mich von meinem vorhergehenden Job als ich noch in einem Musikladen gearbeitet hatte. Es stellte sich heraus, daß der Typ Nadi Hammouda, der Sänger von DEAD REVOLUTION und MACON DEAD, war. Er tauchte recht häufig auf, und wir sprachen dann ausgiebig über Musik. Eines Tages erwähnte ich, daß ich eine neue Band namens LUNAR PATH hätte. Er schaute sich unsere Webseite an und verkündete umgehend, daß er mit uns ein Musikvideo machen wolle. Ich antwortete: "Das wäre echt cool, und wir wollen Dich nicht zurückhalten, aber wir können Dir nichts zahlen, denn wir haben die Band gerade erst gegründet und haben keinen Roten Heller." Doch glücklicherweise ging es ihm darum, Erfahrung zu sammeln, so daß die ganze Sache ins Rollen kam.
Die Aufnahmen fanden im Frühjahr 2007 statt. LUNAR PATH waren damals vielleicht vier oder fünf Monate alt, und unser erstes Demo war noch nicht mal fertig. Daher wurde der Song anhand der Rough Mixe ausgesucht. Tuukka wollte zunächst ›Destination Unknown‹ auswählen, was dann etwas später im Sommer umgesetzt wurde, doch Nadi setzte sich vehement für ›Tell Me‹ ein und überzeugte uns, daß dies die richtige Wahl sei - womit er völlig recht hatte.

Janica: Das erste Video war sehr gut geplant gewesen und alles verlief glatt. Es gab null Budget, so daß wir alles, was wir viele freiwillige Helfer hatten. Die Kameras, Lichter und das ganze sonstige Material liehen wir uns von einer Schule für Photographie, während wir selbst sowie einige Freunde alle anfallenden Arbeiten erledigten.
Bei zweiten Clip, ein halbes Jahr später, lief es ähnlich ab: Wir hatten keine Kohle, aber Nadi verspürte wieder den absoluten Zwang, ein Video drehen zu müssen - und wie hätten wir da so herzlos sein können, nein zu sagen?

Im Video zu ›Tell Me‹ nimmt Janica einen Kerl in die Mangel. Wie kam es denn zu diesem Konzept? Hat sie zu Hause vielleicht einen Extraschrank, der bis oben hin mit High Heels und Peitschen voll ist, und ihr Freund ist am ganzen Körper mit Narben übersäht..?

Jonas: Das Konzept ist quasi eine übertriebene Umsetzung des Textes, der von der Frustration erzählt, in einer einseitigen Liebesbeziehung festzusitzen. Janica kann keine Reaktion aus ihrem Gegenüber herausholen, obgleich sie ihn auf einen Stuhl gefesselt hat und im Guantanamo-Stil versucht, eine Antwort auf die Frage "Why are we still standing here? Tell me?" aus ihm rauszuquetschen.
Der Darsteller im Video ist übrigens Janicas richtiger Freund, so daß ich vielleicht so frei sein sollte zu verraten, daß die Situation nicht so sehr an den Haaren herbeigezogen ist. [lacht] Ich mache nur einen Scherz! Oder doch nicht..?

Janica: Oh, komm' schon! Ich bin wirklich nicht so böse! Okay, ich liebe Schuhe - wie jedes Mädchen - aber Peitschen sind noch nicht nötig. Aber vielleicht sollte ich eine zur Drohung kaufen - falls sich einer meiner Bandkollegen - wie gerade eben - mal wieder danebenbenimmt...

LUNAR PATH-Einzelshot: Ari Järvinen

Zusätzlich zu diesen beiden Videos habt Ihr zu allen anderen Eurer Songs sogenannte Slideshow-Videos zusammengestellt, so daß man in Eurem YouTube-Kanal alle LUNAR PATH-Songs "ansehen" kann. Es ist ohnehin offensichtlich, daß Ihr weitere künstlerische Talent habt: Janica hat einen Teil der Bandphotos geschossen, während Jonas das Logo entworfen hat und das Artwork übernimmt - mal ganz abgesehen davon, daß er bei allen LUNAR PATH-Songs als Engineer und Produzent fungiert hat. Seid Ihr in dieser Hinsicht Autodidakten oder habt Ihr irgendwelche Ausbildungen in dieser Hinsicht genossen?

Jonas: Wir haben uns alles selbst beigebracht, was hauptsächlich damit zusammenhängt, daß wir nicht die nötige Kohle beziehungsweise die entsprechenden Kontakte haben. Daher waren wir gezwungen, diese Probleme selbst in die Hand zu nehmen und zu lösen.
Wenn wir also ein Demo aufnehmen wollten, dann mußten wir uns die Frage stellen, was dazu notwendig ist, um dies zu verwirklichen. So war das schon bei unserer ersten Band NOCTURNAL, so daß sich ein kleines, unabhängiges Produktionsteam innerhalb der Band herauskristallisiert hat. Es geht einfach darum, Dinge, die zusammengehören, mit einer klaren Strategie, einem gewissen Arbeitsaufwand und sorgfältiger Planung zueinander zu bringen, und dann kann man auch mit einem kleinen Budget gute Resultate erzielen. Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, daß bei einer kleinen, unabhängigen Band wie uns das Budget meist extrem mickrig ist, oder..?
Daher sind wir gewissermaßen in einer glücklichen Situation, daß wir nicht körbeweise Geld zur Verfügung haben, denn dadurch behalten wir die Kontrolle über unsere Aufnahmesessions und somit auch das Endprodukt, aber auf der anderen Seite bedeutet dies mehr Arbeit, doch letzten Endes ist es das wert!
Ich glaube, daß wir eine starke Vision von der Band haben, so daß wir sie trotz unseren geringen Budgets umsetzen können. Wir sind uns der technischen Beschränkungen sehr wohl bewußt, aber wir wissen auch um unsere Fähigkeiten, so daß wir mit der momentanen Situation umgehen können.
Ich war mal auf einem College für Medientechnologie mit Hauptausrichtung auf Audio, doch ich habe mich nach einem Jahr wieder verdrückt, da ich gelangweilt und genervt vom unsteten Lehrplan war. Die Ausbildung an diesem College brachte mir absolut nichts, und ich lernte mehr über Audioaufnahmen in meiner Freizeit mit meinen Bands.
Aber eine Sache habe ich auf dieser Schule gelernt, was aber nicht auf dem Lehrplan stand, sondern sich aus der gesamten Collegeerfahrung ergab: Es ist wichtiger, etwas auszuprobieren und etwas durch eigene Übung zu lernen, als Bücher zu lesen und schweineteures High End-Equipment zu kaufen, um eins zu eins das nachzumachen, was andere dir vorgebetet haben. Anders formuliert: Man sollte sich mehr die Frage nach dem Warum als nach dem Wie stellen. Ein Beispiel: Es geht nicht darum, wie ich einen Effekt einsetze, sondern warum er an dieser Stelle Sinn macht. Wenn ich also weiß, warum ich diesen Effekt einsetzen möchte, kann ich mir immer noch Gedanken machen, wie ich ihn zustandekriege. In dieser Schule ging es jedoch einzig und allein um das Wie.

Janica: Ich bin eher zufällig an die Photographie geraten: Mein Freund ist ein Graphiker und Photograph, so daß ich ihm einige Jahre bei seiner Arbeit zugesehen und ihn dann gebeten habe, mir ein paar grundlegende Dinge beizubringen. Irgendwann war ich dann Feuer und Flamme für das Metier. Mir war klar, daß es für Jonas zeitlich unmöglich ist, alles zu machen, was LUNAR PATH betrifft, so daß ich in dieser Hinsicht meine Fähigkeiten angeboten habe. Aber die endgültige Idee für unsere letzte Photosession kam uns wortwörtlich gleichzeitig als wir an diesem alten Haus vorbeifuhren.

Janica, darf ich Dir als Photograph die Frage stellen, wie Du es geschafft hast, Dich selbst zu photographieren? Nicht daß ich jemals planen würde, mich selbst zu photographieren - ich bin einfach nur neugierig...

Janica: [lacht] Probier's mit einem Timer oder Selbstauslöser und 'ner Menge Geduld, und stell' Dich auf etwa 150 unbrauchbare Bilder ein... Ich fand das durchaus hilfreich. [lacht] Bei dem Shooting für unsere Promophotos half uns allerdings meine Schwester Jessica als "Auslöserin".

Janica, Du erwähnst, daß WITHIN TEMPTATION oder EVANESCENCE zu Deinen Lieblingsbands gehören. Hast Du jemals versucht, wie die typischen Gothic-Sängerinnen zu singen?

Janica: Probiert schon, aber das ist einfach nicht mein Ding. Ich habe meine eigene Stimme und meinen eigenen Stil, was meines Erachtens am besten zu LUNAR PATH paßt. Es gab ohnehin nie irgendwelche Planungen, wie ich singen soll, sondern ich habe mich immer vom Gefühl und dem Geist unserer Musik leiten lassen. Letzten Endes kann man sagen, daß wir ohnehin nicht sonderlich viele Gothic-Elemente in unserer Musik haben.

Allerdings Dein Styling beziehungsweise Outfit hat manchmal einen gewissen Gothic-Touch, wie beispielsweise das Kostüm, das Du auf den aktuellen Promophotos trägst. Wirst Du dieses Outfit beibehalten oder wird man Dich auch wieder mal in Jeans antreffen?

Janica: Eigentlich habe ich nie sonderlich viel über mein Styling nachgedacht. Ich kaufe Klamotten, die mir gefallen, und zu Hause versuche ich dann verzweifelt, etwas in meinem Schrank zu finden, was dazu paßt. Mein Outfit hat meist damit zu tun, wie ich mich am Tag des Gigs fühle. Ich habe also keine speziellen Bühnenklamotten, was aber nicht bedeutet, daß ich nicht mit Bedacht auswählen würde, was ich bei Auftritten trage; so viel Mädchen bin ich dann eben doch...
Ich verwende normalerweise nicht so viel Farbe, weil ich dann das Gefühl habe, daß ich zu sehr aus der Menge raussteche - ist das nicht seltsam in diesem Metier..? [lacht] Aber vielleicht werde ich mich eines Tages auch danach fühlen.
Für die Photosessions möchte ich natürlich etwas besonderes tragen, manchmal vielleicht auch etwas experimentelles, was von der Location abhängt. Ich liebe dieses Kleid, das ich auf den aktuellen Promophotos getragen habe, würde es aber bestimmt nicht auf der Bühne tragen.

Jonas: Auch wenn wir nicht unbedingt eine progressive oder experimentelle Band sind, wollen wir doch immer verschiedene Sachen ausprobieren. Manchmal werfen wir einfach etwas an die Wand, und lassen uns davon überraschen, was hängenbleibt, manchmal haben wir eine klare Vorstellung von dem, was wir tun wollen. Das gilt auch für Promobilder: Bislang hatten wir, die Jungs in der Band, kein großes Augenmerk auf unsere Klamotten gehabt. Unsere normale Kleidung war nach einem wenig "Aufpimpen für die Kamera" gut genug, so daß wir uns glücklich schätzen können.
Für mich ist es wichtig, so auszusehen, wie ich mich fühle. Eben wie der Elefant zum geilen Hamster sagte: Wenn's nicht paßt, dann paßt es eben nicht... Wir wollen wie eine Band aussehen, aber dennoch wir selbst bleiben. Wir sollen so aussehen, wie wir klingen, so daß unser Look oft Hand in Hand mit dem geht, was sich zu dem betreffenden Zeitpunkt einfach gut anfühlt.

Janica hat nicht nur eine tolle Stimme, sondern ist auch ein ausgesprochen schöne Frau. Es steht außer Frage, daß der Erfolg einer Band wie SONIC SYNDICATE zu einem gewissen Teil darauf fußt, daß sie ein sehr attraktive Bassistin haben, und es war sicherlich für keine Band mit einem weiblichen Mitglied hinderlich, wenn ihre Grazie für die "Hottest Chicks in Metal"-Aktionen des REVOLVER-Magazins abgelichtet wurde. Manche Damen sind sogar so weit gegangen, daß sie ganz die Hüllen haben fallen lassen. Wie stehst Du zu solchen Aktionen, Janica? Würdest Du mitmachen, und wie weit würdest Du gehen? Oder hättest Du dann Bedenken, auf einen hübschen Körper reduziert zu werden, aber als Musikerin nicht mehr wahrgenommen zu werden?

Janica: Ich habe keine Probleme mit Nacktheit, es ist nur eine Frage des Wie und des Kontexts, in der sie präsentiert wird. Es gibt nun mal einen fundamentalen Unterschied zwischen einem hochklassigen Akt und billigem Schlampenkram.
Ich kann mir nicht vorstellen, daß ich meine Kleider für ein Magazin ablegen würde, um Publicity für die Band zu ergattern. Zum einen wäre ich dazu wohl zu schüchtern, und zum anderen wäre es wie ein Schlag ins Gesicht meinen Mitmusikern gegenüber nach all der harten Arbeit, die wir in die Musik investiert haben, bei der wir immer ehrlich zu uns selbst bleiben wollten. Das würde ein Image ergeben, das nicht zu uns und zu dem, für das wir gearbeitet haben, paßt. Grundsätzlich geht es nicht um Ruhm, sondern um Kunst, aber andererseits würde ich auch niemals nie sagen.

Jonas: Wir bauen unser Image nicht darauf auf, daß wir eine Sängerin haben, das mag bestenfalls eine leicht Kuriosität für diejenigen sein, die eine solche darin sehen wollen. Natürlich kann man uns als "female-fronted" Band kategorisieren, aber das war's auch schon. Was ich damit sagen will, ist folgendes: Janica ist für uns als Sängerin genauso wichtig wie es der Sänger für jede andere Band ist. Daraus folgt, daß sie meist bei den Photos weiter nach vorne gestellt wird und daß sie generell mehr Aufmerksamkeit erhält. Aber das hat nichts damit zu tun, daß sie eine gutaussehende Frau ist, sondern weil sie die Frontfigur der Band ist. Ihr Geschlecht ist für uns nicht ausschlaggebend, sondern ihre Stimme und ihr Gesangsstil zählen für uns!

LUNAR PATH-Einzelshot: Pete Romppanen

Warum hattet Ihr Euch für ›Man In The Rain‹ von Mike Oldfield, der sicherlich kein typischer Metalkünstler ist, entschieden?

Janica: Jeder von uns mochte ›Man In The Rain‹, und wir brauchten noch dringend einen Song, um unser Set zu füllen, so daß die Entscheidung nicht schwer war. Also habe ich das Arrangement schnell ein wenig aufgefettet, und wir haben den Song einstudiert. Wir haben viel positives Feedback für unsere Version bekommen, so daß der Song für eine Fremdkomposition verdammt lange in unserem Set blieb.

Jonas: Wir haben mit voller Absicht einen genrefremden Song genommen: Ein Cover sollte sich immer von Original unterscheiden, denn ansonsten wäre es so, als würdest Du Essensreste von letzter Woche aufwärmen, was meiner Meinung nach sinnlos ist. Daher stellt es eine größere Herausforderung dar, einen solchen Song so umzugestalten, daß er zu deiner Band paßt. Auf diese Weise präsentiert man den Hörer gewissermaßen einen neuen Song, da einige vermutlich noch nichts von dem ursprünglichen Künstler gehört haben.

Warum habt Ihr die Band BLOODWORKS gebeten, einen Remix Eures Songs ›They Would Never Understand‹ anzufertigen?

Jonas: Bei BLOODWORKS handelt es sich schlicht um mein Industrial Metal-Sideproject, und der Remix entsprang einem faulen Sonntagnachmittag, an dem ich ein bißchen mit dem Song rumgespielt habe. Da wir das Resultat ganz witzig fanden, haben wir es einigen unserer etwas "clubbigeren" Freunde vorgespielt. Da wir auch von ihnen positives Feedback erhielten, haben wir diese Version spaßeshalber als versteckten mp3-Bonus in die Datensektion der »Calling«-Promoversion geschmuggelt.

Ihr habt bislang in Eurer Karriere gerade mal 25 Liveshows gespielt. Ist es so schwer in Finnland, Livegigs zu organisieren? Ich weiß, daß es zumindest in Helsinki einige erstklassige Liveclubs und auch einige Metalkneipen gibt, die regelmäßig Konzerte veranstalten.

Jonas: Es ist überhaupt nicht schwer, wenn Du Kohle hast. Mit den entsprechenden Finanzen kann man problemlos eine kleine Tour durch die wichtigsten Städte in Finnland organisieren. Aber solange PA-Verleihfirmen noch nicht mit einem warmen Händedruck bezahlt werden können, die ganze Logistik nicht ausschließlich mit guten Absichten abgewickelt werden kann, würde uns eine solche Tour mit Sicherheit ganz in den Bankrott treiben. Zu Anfang unserer Karriere haben wir daher immer und immer wieder die Bühnen in unserer Heimatstadt abgegrast, was aber auf Dauer sinnlos wurde, da es die Leute übersättigte, so daß wir mittlerweile davon Abstand genommen haben.
Leider ist es wahr, daß die meisten Clubs mittlerweile Newcomern oder kleinen, unbekannten Bands kaum noch eine Chance geben. Am einfachsten schleicht man sich mit einem namhafteren Act in dessen Vorprogramm in solche Läden rein, die zudem noch an jenen Tagen spielen, wenn der Zuschauerstrom ohnehin schon mal größer ist, wie beispielsweise am Wochenende. Wenn kleine Bands es indes auf eigene Faust probieren, bekommen sie meist nur einen Slot unter der Woche, wo die Läden zumeist ohnehin fast leergefegt sind. Dann kann man ganz schnell auf der Nase landen, indem man dafür bezahlt, in einer leeren Bar spielen zu dürfen...
Uns sind Liveshows sehr wichtig, aber es kommt uns nicht auf die reine Quantität an: Lieber spielen wir ein paar Shows weniger im Jahr, für die wir dann aber kräftig die Werbetrommel rühren und wo wir im Vorprogramm einer bekannteren Band zeigen, was wir draufhaben. Das ist der banale Grund, warum wir nicht durch jede Kneipe, jedes Restaurant und jeden "Pizza Hut" in Finnland touren.

Janica: Im Moment verhandeln wir allerdings gerade mit einem Booker, so daß sich dies in Zukunft vielleicht ändern wird. Auf alle Fälle wäre es einfacher für uns, wenn sich jemand darum kümmern,. für uns Gigs und Touren an den Start zu bekommen, während wir uns mehr auf die Musik konzentrieren könnten.

Wenn ich es recht verstanden habe, bediente Euer Gitarrist Tuuka bei Konzerten die Keyboards, was er jetzt nicht mehr tut. Greift Ihr mittlerweile auf Samples zurück? Ich kann mir zumindest nicht vorstellen, daß Ihr die Keyboards live komplett weglaßt, da sie eine wichtige Komponente in Eurem Sound darstellen.

Jonas: Tuukka und ich haben die Keyboards auf dem ersten Demo eingespielt. Zudem spielte Tuukka damals einige Keyboardparts bei Liveshows. Nach einigen Überarbeitungen der Arrangements waren das damals zusammen etwa 30 Sekunden Keyboards pro Show: Lediglich der Anfang von ›Winter‹ und der erste Pianopart von ›Tell Me‹ mußten dabei von einem Keyboard gespielt werden. Unter diesem Gesichtspunkt war der Extraaufwand, ein Keyboard aufzubauen und es extra in den Soundcheck einbeziehen zu müssen, eigentlich blödsinnig, so daß Tuukka verständlicherweise schnell genervt war und keinen Bock mehr hatte, die Keyboards bei Konzerten zu bedienen.
Wir haben uns lange den Kopf über das Keyboardproblem zerbrochen. Sämtliche Musiker, die Keyboard beherrschten und die wir kannten, waren schon Mitglieder bei LUNAR PATH oder bei einer anderen Band eingespannt. Wir wollten kein neues Bandmitglied anwerben, denn im Studio können wir die Keyboards problemlos selbst einspielen, so daß es also keine Notwendigkeit für einen Keyboarder gab - außer eben bei den Gigs. Ein Sessionmusiker kam nicht in Frage, so daß wir also ein kleines Problemchen hatten.
Zudem sollte sich ein weiteres praktisches Problem entwickeln: Beim ersten Demo probierte ich einige unterstützende Synthieparts bei ›Tell Me‹ aus. Das Resultat klang gut und auch die Reaktionen der Hörer waren positiv, so daß ich vorschlug, daß wir es auch bei anderen Songs ausprobieren sollten. Als nahm ich mir ›Calling‹ vor und brachte das gesamte Arrangement dadurch auf ein neues, sehr viel epischeres Level. Daher wurde die Lösung des Livekeyboardproblems immer vordringlicher. Aber diese aufwendigeren Arrangements führten dazu, daß wir irgendwann an einem Punkt waren, daß ein Keyboarder mit zehn Fingern die ganzen Parts live überhaupt nicht mehr spielen könnte. Also hätten wir alles wieder neu arrangieren müssen, denn es wäre einfach lächerlich gewesen, zwei Keyboarder zu verpflichten.
Während unserer Livepause nach dem Ausstieg von Klas dachten wir sehr ernsthaft über das Problem nach. Es war nicht zu übersehen, daß Keyboards immer wichtiger wurden, und daß ein Song wie ›They Would Never Understand‹ ohne sie nicht funktionierte. Ich fühlte jedesmal einen Stich in meinem Herz, wenn wir den Song ohne Keyboards spielten. Also war die einzige logische Konsequenz, die Keyboards mittels Minidisc einzusynchronisieren. Wir fanden raus, daß dies unter technischen Aspekten einfach ist und probierten es aus. Als Pete dann zu uns stieß, begannen wir, mit dem "Geisterkeyboarder" zu proben.
Um einen einheitliches Klangbild während des Konzertes zu gewährleisten, fügte ich auch den alten Songs neue Keyboardarrangements hinzu, um sie an unseren derzeitigen Sound anzugleichen.
Ich muß zugeben, daß wir ein wenig Bedenken hatten, wie das Publikum darauf reagieren würde. Würde es sie stören, Keyboards zu hören, obwohl niemand da ist, der sie spielt? Wir sie uns ausbuhen und uns als Playbackband abstempeln? Glücklicherweise hat bislang jeder positiv darauf reagiert, während früher oft kritisiert wurde, daß die Keyboards fehlen. Ich glaube, daß dabei wichtig ist, daß nur die Keyboards von der Minidisc kommen und nicht auch Backing Vocals oder sonst was. Es ist also fast so, als ob wir eine Tastenfachkraft hätten, nur ist "sie" bei uns eben elektronisch und wiederholt, was ich zuvor gespielt habe. Ich habe übrigens mit Absicht "sie" gesagt, denn wir nennen unser Maschinchen "Carmen Electron".
Auf alle Fälle sind die Shows jetzt besser, und alles klingt wie es soll. Pete bedient die Maschine einwandfrei, und wir haben die Arbeitsabläufe mit Carmen mittlerweile so fein abgestimmt, so daß niemand etwas zu bemerken scheint und wir uns auf der Bühne problemlos dem Headbanging widmen können.

Einige der LUNAR PATH-Musiker zählen zur schwedischsprechenden Minderheit in Finnland. Hattet Ihr deswegen mal Probleme gehabt?

Janica: Genau: Jonas und ich haben Schwedisch als erste Sprache, aber deswegen gab es nie Probleme, da wir beide flüssig Finnisch sprechen und die Kulturen ohnehin quasi identisch sind.

Jonas: In früheren Tagen gab es deswegen in manchen Städten Streitereien oder Beschimpfungen, aber diese Zeiten sind zumindest im Großteil des finnischen Südens schon längst vorbei.

LUNAR PATH-Bandphoto 2

Zum Abschluß noch eine persönliche Frage an Janica: Wo hast Du nur diese unglaublichen Augen her?

Janica: [lacht] Ich hab' sie aus Marmelade gemacht... [lacht]

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janica@lunarpath.com

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Stefan Glas

LUNAR PATH-Design

 

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LUNAR PATH – Broken World (Do It Yourself-Review von 2009)
LUNAR PATH – Memento Mori (Rundling-Review von 2012)
LUNAR PATH – ONLINE EMPIRE 38-"Rising United"-Artikel
LUNAR PATH – ONLINE EMPIRE 43-Interview
LUNAR PATH – News vom 16.06.2008
LUNAR PATH – News vom 01.02.2010
LUNAR PATH – News vom 28.03.2010
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