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”UNDERGROUND EMPIRE 5”-Datasheet

Contents:  PETRA (US)-Interview

Date:  23.05.1991 (created), 05.06.2010 (revisited), 22.01.2022 (updated)

Origin:  UNDERGROUND EMPIRE 5

Status:  published

Task:  from paper to screen

Availability:  original printed issue still available, order here!

Comment:

Als Holger Schroth und ich die eherenvolle Aufgabe bekamen, ein Interview mit PETRA zu führen, waren wir beide mit der Band noch gar nicht vertraut. Um so erstaunter waren wir, daß die Formation offenbar Kultstatus genießt, so daß das Konzert in der rappelvoll gefüllten "Burgherrenhalle" (bei dem ich übrigens auch noch den Verfolgerspot für den Sänger bedienen durfte) ein echtes Erlebnis war. Die Bandmitglieder waren ebenso musikalisch über jeden Zweifel erhaben wie freundlich und natürlich. Mannomann, ist das tatsächlich schon knapp zwanzig Jahre her? Wir werden älter...

Supervisor:  Markus Pfeffer

 
 

PETRA (US)-Logo

Wenn man eine Tochter hat und ihr den Namen Petra gibt, so ist daran eigentlich nichts ungewöhnliches, aber warum um alles in der Welt, sollte jemand auf die Idee kommen, eine Band PETRA zu nennen?

Wir fanden bei unseren Tourneen in Europa heraus, daß "Petra" hier ein häufig anzutreffender Mädchenname ist, was aber keineswegs unsere Intention war, als wir die Band so nannten. PETRA ist eigentlich ein griechisches Wort, das "rock" bedeutet und auch in der Bibel gebraucht wird. Wir spielen Rockmusik, und das Wort stammt aus dem Zeugnis Jesu, und so wählten wir es als unseren Bandnamen aus. Ich weiß nicht, ob uns dieser Name in Europa eher geholfen oder geschadet hat.

...und damit wären wir auch genau beim springenden Punkt angelangt: Bei PETRA handelt es sich um eine White Metal-Band. Um es genauer zu sagen - PETRA sind eine der ältesten christlichen Rockbands, wie uns Bob Hartman bestätigt.

Wir sind nun seit 19 Jahren zusammen und besonders in den ersten Jahren war es schwer, die Bandmitglieder zusammenzuhalten, da es finanziell sehr harte Zeiten waren. Wir mußten etliche Opfer geben und einige Musiker konnten das nach einiger Zeit nicht mehr mitmachen. Das änderte sich dann in den Achtzigern, als die Situation besser wurde, so daß die Musiker viel länger zusammenblieben. Wir sehen das, was wir tun, als einen Ruf Gottes an, und so wurden einige unserer ehemaligen Bandmitglieder von ihm zu anderen Sachen berufen. All' diese Veränderungen haben allerdings auch frischen Wind in die Band gebracht, und wir wollten nie unverändert bleiben. Na ja, und inzwischen haben wir 14 Platten aufgenommen.

PETRA (US)-Bandphoto 1

Ich habe gelesen, daß ihr schon einen Grammy erhalten habt. Wann war das?

Vor sechs Jahren wurden wir schon mal nominiert, und nun in diesem Jahr, oder genauer vor exakt drei Tagen, haben wir für »Beyond Belief« den Grammy erhalten, was natürlich unwahrscheinlich aufregend war.

Seht Ihr Euch selbst mehr als eine "Missionarsband" oder als Band, die Musik für Christen macht?

Ich glaube, wir sind beides. Wir fühlen, daß das, was wir sagen, für die ganze Welt bestimmt ist, aber wir wollen auch christlichen Jugendlichen zeigen, daß wir keine Kompromisse eingehen, das heißt, daß wir an das glauben, was wir sagen. Unser Herr hat unser aller Leben verändert, und das mindeste, was wir tun können, ist hinauszugehen und seinetwegen verwegen und mutig zu sein. Unsere Message ist lebensrettend für uns alle, und so denke ich, daß wir beides sind.

Etwas eher kontroverses: Was denkst Du über den Aufruf des Papstes, daß die Leute keine Kondome benutzen sollten?

Machst Du Scherze? Wann hat er das gesagt? Laß mich nachdenken; das ist wirklich eine kontroverse Frage! Die katholische Kirche hat sich eigentlich schon immer gegen Verhütung in jeder Form ausgesprochen. Daher ist es nicht verwunderlich, daß der Papst nun zu so etwas aufruft. Es entspricht ihrer Lehre, die sie schon seit Jahren vertreten. Ich denke, daß es mehr damit zusammenhängt, daß die katholische Kirche nicht ihre Lehre verändern will, als damit, was Gott wirklich will. Das ist mein persönliches Gefühl dazu, und mehr will ich dazu eigentlich nicht sagen.

PETRA gibt es nun schon 19 Jahre, wird es sie noch weitere 19 Jahre geben? Also sag' uns doch mal, was wir in Zukunft von PETRA erwarten können.

Das ist nur schwer zu sagen, denn in diesem Moment hat Gott bereits für uns alle für die nächsten ein, zwei Jahre einen unglaublichen Plan. Solange uns Gott die Gesundheit und den Willen gibt, mit PETRA weiterzumachen, so wären wir Ignoranten, wenn wir es nicht täten. Es ist Gottes perfekter Plan, und wenn er will, daß ich die nächsten 20 Jahre Rock'n'Roller bin, so ist mir das recht, obgleich es in meinen Ohren doch etwas seltsam klingt.

Was hört Ihr Euch eigentlich privat an?

Ich kaufe mir alle Arten von Platten und zwar meistens, die Sachen, die populär sind. Ich schaue mir die Charts an und höre die Sachen, die oben stehen, denn ich will wissen, was die Leute gern hören. Ich höre eine große Bandbreite von Musik, wobei ich mehr vom Standpunkt des Musikers aus Musik höre.

Was sagt Ihr zum Golfkrieg (der zum Zeitpunkt des Interviews noch stattfand - Red.)?

Wir alle hassen Krieg, aber wir erkennen ebenso, daß es zum Schutze unserer Generation und der zukünftigen Generationen keine andere Alternative gibt. Das ist mein persönlicher Glaube dazu. Ich glaube, daß wir gezwungen waren zu handeln, denn sonst wären wir in größte Schwierigkeiten gekommen.

Habe ich richtig beobachtet, daß Dein Gitarrenstil von Eddie Van Halen beeinflußt ist?

Oh ja, ich glaube, jeder ist von Eddie Van Halen beeinflußt! Ich glaube, er hat das Gitarrenspiel mehr verändert als irgendjemand sonst in den letzten 20 Jahren.

Was sagst Du dazu, daß es inzwischen White Metal-Bands gibt, die extremen Thrash spielen?

Wir habe echte Probleme damit, das zu verstehen, weil wir schon so alt sind. Wir haben einige solcher Bands kennengelernt, und ich muß sagen, daß die Musiker echt nette Kerle waren, aber über die Musik kann ich wirklich nichts sagen.

Somit waren die vom Management gewährten 15 Minuten schon lange überschritten, so daß die beiden UNDERGROUND EMPIRE-Abgesandten Holger Schroth und Markus Pfeffer mit sanfter Gewalt zur Tür geschoben wurden. Beim Interview waren noch zwei Schreiber eines christlichen Magazins anwesend, so daß beide "Parteien" abwechselnd ihre Fragen stellten. Aufgrund der knappen In­ter­view­dauer entschloß ich mich bei der Bearbeitung, diverse Fragen der anderen Jungs zu übernehmen, um so das Interview etwas abzurunden.

http://www.petraband.com/

Vorbereitung:
Holger Schroth + Markus Pfeffer + Stefan Glas

Interview:
Holger Schroth + Markus Pfeffer

Bearbeitung:
Stefan Glas

Photo: Mark Tucker

PETRA (US) im Überblick:
PETRA (US) – The Bubble Pool (Rundling-Review von 1994 aus Underground Empire 7)
PETRA (US) – Underground Empire 5-Interview (aus dem Jahr 1991)
PETRA (US) – Underground Empire 7-Special (aus dem Jahr 1994)
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