UNDERGROUND EMPIRE the ONLINE EMPIRE-Titel
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”UNDERGROUND EMPIRE 5”-Datasheet

Contents:  MEGORA (CH)-Interview

Date:  21.07.1991 (created), 15.05.2010 (revisited), 09.10.2010 (updated)

Origin:  UNDERGROUND EMPIRE 5

Status:  published

Task:  from paper to screen

Availability:  original printed issue still available, order here!

Comment:

Es sollten dann fast drei Jahre ins Land ziehen, bevor MEGORA ihre erste Platte vorlegen konnten, die zu einem Teil Demosongs enthielt - vielleicht eine Spur zu lange f├╝r Newcomerband, so da├č die Gefahr bestand, da├č MEGORA in dieser Zeit ein wenig in Vergessenheit geraten waren. Dummerweise sollte die Combo nie die Unterst├╝tzung einer Plattenfirma erfahren, doch bedenkt man, was MEGORA im Alleingang alles verwirklichten, so kann man nur den Hut ziehen. Erfreulicherweise ist die Band heute wieder aktiv, wobei allerdings neue Aufnahmen noch auf sich warten lassen.

Supervisor:  Stefan Glas

 
 

MEGORA (CH)-Logo

MEGORA (CH)-Headline

MEGORAs Auftakt ┬╗The Fog┬ź war schon verdammt beeindruckend, doch als vor wenigen Monaten der Nachfolger ┬╗Moonstill Waters┬ź eintrudelte, war ich sofort elektrifiziert und wu├čte: "Diese Band mu├č in UNDERGROUND EMPIRE 5 erscheinen!" Also tr├Âdelte ich gar nicht lange rum, sondern ├╝berlegte mir einige Fragen, die ich alsdann in die Alpenrepublik losschickte. Was einige Wochen sp├Ąter von Gitarrist Toni und S├Ąnger/Gitarrist Piotr mit herrlichem Schweizer Akzent zur├╝ckkam, k├Ânnt Ihr nun lesen.

MEGORA (CH)-Bandphoto 1

Die Resonanzen auf Euer erstes Demo ┬╗The Fog┬ź waren doch recht ├╝berraschend. Teilweise ├╝berschlug man sich regelrecht vor lauter Lob.

Toni: Klar hat es uns ├╝berrascht, da wir keine Vorstellung hatten, wo wir stehen. Es gab auch keine Band bei uns in der Umgebung, an der wir uns messen konnten, so da├č wir echt nicht wu├čten, wie's steht.

Piotr: Wir waren gespannt darauf, wie die Fanzines reagieren w├╝rden, denen wir unser Demo zuschickten. Wir hatten praktisch keine schlechte Kritik. Das war wirklich sensationell, so da├č wir auch baff waren, als wir das sahen.

Toni: Das einzige, was wir eigentlich von vorneherein wu├čten war, da├č wir das Demo so professionell wie m├Âglich machen wollten. Wir wollten nicht ein weiteres "normales" Demo mit kopiertem Cover, etc., sondern wir wollten von Anfang an einen gewissen Standard legen.

Piotr: Da├č die Sache teuer wird, wu├čten wir auch, aber das Resultat hat uns recht gegeben. In verschiedenen Artikel gab es auch eine Zeile drin, in der das Cover gelobt wurde.

Resultierte f├╝r Euch daraus ein gewisser Erfolgsdruck oder konntet Ihr ganz locker an ┬╗Moonstill Waters┬ź rangehen?

Toni: Von einem Druck kann man eigentlich nicht sprechen. Wir haben einfach weiter Songs gemacht, und am Ende mu├čten wir uns noch ranhalten, um die Songs f├╝rs Studio fertigzubekommen. Wir haben auch jetzt gleich weitergemacht und schreiben neue Songs. Wir haben inzwischen zwei neue Songs, die wieder etwas verschieden und doch irgendwie ├Ąhnlich sind.

Piotr: Wir sind h├Âchstens etwas nerv├Âs, weil wir uns fragen, was jetzt kommt. Man hofft nat├╝rlich, da├č die Reviews ├Ąhnlich gut werden wie die von ┬╗The Fog┬ź. Das ist vielleicht ein kleiner Druck, aber wir leben noch...

Toni: Es ist mehr eine Spannung. Wir finden ┬╗Moonstill Waters┬ź viel besser als ┬╗The Fog┬ź, und die ersten Reaktionen aus der Umgebung sind auch gut. Es ist eben die Frage, wie das die Fanzines auffassen. Wir hoffen, da├č sie das ├Ąhnlich sehen wie wir.

Wie gut verkauft sich eigentlich ein Demo, das wie ┬╗The Fog┬ź ausschlie├člich gute Kritiken erh├Ąlt. K├Ânnt Ihr uns da eine konkrete Zahl nennen?

Toni: Tausende haben wir verkauft, Hunderttausende! Nein, im Ernst, ohne die Promotionsexemplare f├╝r die Fanzines haben wir 450 Demos verkauft. Besonders in England und der Schweiz haben wir sehr viele Demos verkauft. In Deutschland hat es leider etwas gehapert, aber ┬╗Moonstill Waters┬ź wird ja von Oliver Jung vertrieben, und so hoffen wir, da├č es beim neuen Demo besser l├Ąuft. Wir sind eigentlich zufrieden mit den 450. Ich wei├č nicht wie das bei anderen Bands ist, aber wir sind zufrieden.

Piotr: Wir haben geh├Ârt, da├č da noch einige Schwarzkopien im Umlauf sind. Ein Freund von uns brachte uns mal 'ne Liste von jemandem aus der Schweiz, der unter anderem auch Demos verkauft und da stand ┬╗The Fog┬ź drauf. Wir hatten aber nie Kontakt mit ihm. Er hat das Demo also schwarz kopiert und verkauft. So sind wahrscheinlich auch noch ein paar Dinge abgelaufen.

Erz├Ąhlt uns doch mal, welche wichtigen Informationen es zu MEGORA gibt. Das letzte, was ich von Euch erz├Ąhlt bekam, ist die Tatsache, da├č Euer Bassist ausgestiegen ist.

Toni: Wir beide haben die Band gegr├╝ndet. Wir sind n├Ąmlich schon seit dem Kindergarten zusammen. Irgendwann haben wir dann unsere ersten Gehversuche in der Musik gemacht und haben dazu Musiker gesucht, die anfangs noch etwas wechselten. 1989 kam dann unser Drummer Tommy dazu, und seither spielen wir in der gleichen Besetzung, au├čer da├č uns J├Âlle, unser Bassist, verlassen hat.

Piotr: Zwischen 1986 und 1989 ist nicht viel gelaufen - nur innerhalb des Dorfes sozusagen. Wir hatten Leute, die besser waren wie wir, aber wir haben sie mit der Zeit richtig ├╝berholt, und dann wollten sie pl├Âtzlich nicht mehr.

Toni: 1989 ging es dann langsam los. Wir hatten Konzerte mit HADES, DESPAIR oder POLTERGEIST. Im Herbst hatten wir dann sogar einen Clubgig in London, den uns ein Freund arrangierte. Das war ein tolles Erlebnis. Darauf gab es einige Reaktionen, und einige Leute meldeten sich bei unserem Freund. Wir beschlossen deswegen, ein Demo aufzunehmen, um uns der ├ľffentlichkeit vorzustellen.

Piotr: Diese Reaktionen auf den Clubgig in London waren eigentlich der Startschu├č f├╝r unser erstes Demo.

Toni: Im Fr├╝hjahr '90 kam dann ┬╗The Fog┬ź heraus, und wir versandten es an alle Fanzines, deren Adressen wir aus dem ROCK HARD oder dem METAL FORCES zusammengesucht hatten. Als wir dann verschiedene Reviews hatten, meldeten sich auch verschiedene Fanzines. Ich stehe mittlerweile mit sehr vielen Leuten in Briefkontakt, was wirklich toll ist, auch wenn es sehr viel Zeit in Anspruch nimmt.

Piotr: So sehr, da├č er fast keine Zeit mehr hat, Songs zu schreiben...

Toni: ┬╗Moonstill Waters┬ź haben wir dann im Dezember letzten Jahres aufgenommen, aber es ist erst im April '91 herausgekommen, weil wir einige Probleme mit dem Cover hatten. F├╝r das neue Demo haben wir einige Vertriebe gefunden, die uns helfen, das Demo zu vertreiben. Da w├Ąre zum einen Oliver Jung, WILD RAGS vertreibt es auch, unser Freund aus London hat sich bereiterkl├Ąrt, einige Kopien zu verkaufen, und durch all diese Briefkontakte haben wir einen sehr netten Kerl aus Neuseeland kennengelernt, der auch einige Tapes hat. Au├čerdem besteht die M├Âglichkeit, da├č wir noch einen Vertrieb in Holland kriegen.
Wie schon gesagt, ist J├Âlle wegen seines Studiums aussteigen. Wir haben beschlossen, da├č jeder seinen Weg gehen soll. Er half uns noch bei Konzerten aus, so lange bis wir einen Ersatz gefunden hatten. Der geeignete Mann ist uns gerade neulich ├╝ber den Weg gelaufen. Er hei├čt Dominik Schieweck, ist 19 Jahre alt und wird sich somit ab sofort MEGORA-Bassist nennen k├Ânnen.

MEGORA (CH)-Bandphoto 2

Nach meiner Einsch├Ątzung seid Ihr eine Band, die sich sehr viel M├╝he mit den Texten gibt. La├čt uns doch mal ├╝ber den Text von ÔÇ║Moonstill WatersÔÇ╣ sprechen. Glaubt Ihr nicht, da├č Ihr in diesem Text die Zukunftsaussichten ein wenig zu schwarz malt.

Toni: ÔÇ║Moonstill WatersÔÇ╣ ist der einzige Text, den wir nicht geschrieben haben, sondern er stammt von Timothy Grundy, einem Iren, der normalerweise unsere Texte korrigiert. Eines Tages kam er mit diesem Text in den Proberaum, und ich mu├č sagen, da├č der Text genauso ist, wie wir ihn auch geschrieben h├Ątten. Wir stehen voll dahinter.
Wir sind keineswegs Pessimisten, sondern wir sind eine fr├Âhliche Band, aber ich m├Âchte sagen, da├č wir mit diesem Text gar nicht so weit daneben liegen.

Piotr: Schau mal, die ├ľlfelder, die im Golfkrieg angesteckt wurden, brennen immer noch, am Amazonas wird abgeholzt ohne Ende, die Umweltverschmutzung im Osten ist unbeschreiblich. Wir wollen nicht schwarzmalen, denn auch wir wollen noch lange leben, aber wenn man die Augen wirklich ├Âffnet, dann kommen manchmal ziemlich erschreckende Sachen ans Tageslicht.

Toni: Wenn der Text etwas ├╝berspitzt ist, dann ist das auch nur ein Mittel, um jemand etwas aufzur├╝tteln. Allein dadurch, da├č Du diesen Punkt angesprochen hast, ist der Sinn der Sache doch schon erf├╝llt. Es hat sich jemand Gedanken ├╝ber unsere Texte gemacht, und das ist toll f├╝r uns!

Piotr: Die Texte sind auch wichtig und nicht nur die Musik. Vielleicht hast Du gemerkt, da├č wir versuchen, Text und Musik zu einer Einheit zu verschmelzen. So wie wir beispielsweise in ÔÇ║Neither Fish Nor FowlÔÇ╣ versuchen, die Stimmung durch den Text auszudr├╝cken. Es ist eigentlich mehr eine Stimmungssache als eine Pessimistensache.

Wie l├Ą├čt sich dann ein Text wie ÔÇ║Stop That NoiseÔÇ╣ erkl├Ąren, der eine einfache Story eines Jungen erz├Ąhlt, der unbedingt in einer Band spielen will. Da kann man doch von einer gewissen Zwiesp├Ąltigkeit sprechen!

Toni: Da bin ich wohl angesprochen, da ich den Text geschrieben habe. Es ist der ├Ąlteste Text, der auf ┬╗Moonstill Waters┬ź zu finden ist. Er stammt noch aus der Zeit, als ich die Texte alleine schrieb - mit meinem W├Ârterbuch-Englisch. Der Text ist nicht nur Fun, es ist etwas, das wir erlebt haben, als wir am Anfang als Hobbyband bel├Ąchelt wurden und man sagte, da├č wir es ohnehin zu nix bringen w├╝rden. Dann kamen die Reviews, und die ganze Sache hat sich gedreht. Pl├Âtzlich hie├č es dann, "Toll, mit Photo im METAL HAMMER!" Ich glaube, wenn man zwischen den Zeilen liest, kommt doch eine tiefere Message r├╝ber, obwohl ich Dir zustimmen mu├č, da├č einige Bands zuvor schon etwas ├Ąhnliches gemacht haben.

Piotr: Ich versuche nun Toni, beim Textschreiben zu helfen, und wir korrigieren die Texte dann gemeinsam mit Timothy, so da├č das Englisch nahezu perfekt ist, und ich glaube, das merkt man auch auf dem Demo.

Wenn ich mir so die Photos anschaue, seht Ihr nicht besonders alt aus. Trotzdem mu├č man bei MEGORA von einem recht eigenst├Ąndigen Stil sprechen. Naturtalente?

Piotr: Zun├Ąchst mal danke f├╝r das Kompliment. Na ja, ich bin 22, der Dorf├Ąlteste, gefolgt von Toni, der in diesem Jahr auch noch die 22 schaffen wird.

Toni: Hoffentlich... J├Âlle ist 21, und Tommy ist unser Nesth├Ąkchen mit 18 Jahren, aber er macht viel L├Ąrm. Unsere Banderfahrung besteht darin, da├č wir 1986 zwei Gitarren kauften und sie mal zun├Ąchst mit Saiten bespannten.

Piotr: Zun├Ąchst haben wir mal probiert, unsere Instrumente etwas in den Griff zu kriegen, und erst seit wir 1989 unser heutiges Line-up fanden, ging es auch mit Songschreiben los.

Toni: Diese einigerma├čen eigenst├Ąndige Musik k├Ânnte daher kommen, da├č wir sehr selbstkritisch sind. Sobald jemand denkt, da├č etwas nicht so toll ist, lassen wir es gleich bleiben. Au├čerdem ist unser musikalisches Spektrum sehr gro├č. Was wir h├Âren reicht echt von Sting, MARILLION bis zu SLAYER oder ENTOMBED.

Piotr: ...und besonders ROXETTE... Wir versuchen wirklich, offen zu sein. Wir verwerfen manchmal Dinge, an denen wir stundenlang gearbeitet haben.

Toni: Was au├čerdem wichtig ist, ist das bereits angesprochene Verschmelzen von Text und Musik.
Worauf wir nat├╝rlich etwas stolz sind, ist da├č uns fast kein Fanzine mit einer anderen Band verglichen hat. Die wenigen Vergleiche gingen dann von HELLOWEEN ├╝ber DEFIANCE bis hin zu straighten WATCHTOWER, und diese Bands kommen gewi├č nicht aus der gleichen Richtung.

Eure Musik ist zweifelsohne sehr anspruchsvoll, wobei ich nun bewu├čt nicht den Begriff "progressiv" verwenden will. Nervt es Euch, da├č ringsum Death Metal-Bands gesignt werden, die musikalisch um Klassen schlechter sind als Ihr, w├Ąhrend Ihr Euch mehr oder minder mit Achtungserfolgen zufriedengeben m├╝├čt. Ich habe wirklich nix gegen Death Metal, und es gibt einige echt gute Bands. Nur mu├č man wohl zugeben, da├č zur Zeit jeder M├╝ll gesignt wird, was auf Dauer den Untergang der Death Metal-Szene bedeuten wird.

Toni: Uns nervt's ├╝berhaupt nicht, denn wir g├Ânnen es jeder Band, wenn sie einen Plattenvertrag ergattern kann. Es ist auch toll, zu sehen, da├č es der Death Metal, als wirklich extreme Musik, geschafft hat, aus dem Schatten herauszutreten. Es ist nat├╝rlich schade, da├č die Szene verheizt wird, weil jede Band gesignt wird. Wir sind zwar keine Death Metal-Fans, aber es gibt einige Bands, die wir toll finden.
Allerdings mu├č ich noch hinzuf├╝gen, da├č die Reviews f├╝r uns mehr als ein Achtungserfolg waren, sondern eher ein Grundstein. Es war der Anfang f├╝r uns, und wir wollen das Ganze langsam aufbauen, aber auf einem sicheren Grund.

Piotr: Wir wollen uns langsam, aber kontinuierlich steigern. Man sieht, was man geleistet hat, und wir sind stolz, da├č wir uns von ┬╗The Fog┬ź zu ┬╗Moonstill Waters┬ź weiterentwickelt haben. Und wir sind auch davon ├╝berzeugt, da├č sich anspruchsvolle Musik auf die Dauer durchsetzen wird, weil sie zu gut ist, um unterzugehen.

MEGORA (CH)-Bandphoto 3

Wen ich mir die Thanks-Liste auf ┬╗Moonstill Waters┬ź anschaue, so stehen dort Tausende Fanzines aufgelistet. Daher w├╝rde mich mal interessieren, was Ihr so von der Fanzineszene haltet und welche Hefte Euch besonders gut gefallen.

Piotr: Ich finde, es ist eine tolle Untergrundszene bei den Fanzines. Und genau das braucht man auch! Man k├Ânnte fast meinen, da├č diejenigen, die sich nicht dazu durchringen konnten, selbst Musik zu machen, eben ein Fanzine gemacht haben. Und genau diese beiden Sachen brauchen sich gegenseitig, um weiterzukommen und sich zu steigern.

Toni: Wir haben von vielen Fanzines leider nur eine Kopie der Seite mit unserem Review erhalten, so da├č wir uns nur von einigen Heften ein Bild machen konnten. Bei denen stachen das HEAVY METAL SUBTERRANEAN aus Mexiko, THE PLAGUE aus Amerika heraus. Am besten finden wir jedoch, ohne da├č das irgendwelche Arschkriecherei sein soll, das UNDERGROUND EMPIRE (Ihr gestattet, da├č ich err├Âte... - Red.), und wir werden Dir ewig f├╝r dieses Interview dankbar sein.

Als Ihr damals den Titel f├╝r ┬╗The Fog┬ź w├Ąhltet, hattet Ihr Euch da irgendwie an dem Film "The Fog - Der Nebel des Grauens" orientiert?

Toni: Du hast ins Schwarze getroffen. Als ich noch 15, 16 war, mu├čte ich auf dem Heimweg immer durch ein Waldst├╝ck, das stets neblig war. F├╝r mich war es immer ein Erlebnis, die Figuren des Nebels zu sehen, etc. Mich hat's zutiefst beeindruckt, und als ich dann den Film sah, wu├čte ich, da├č der Song respektive der Text ÔÇ║The FogÔÇ╣ hei├čen mu├č. F├╝r mich etwas Ergreifendes.

Eure beiden Cover heben sich eindeutig von anderen Covern ab, aber auf mich wirken sie etwas depressiv. Ist das von Euch so geplant gewesen?

Piotr: Wir wollten, da├č das Cover jeweils in Verbindung mit dem Titelsong stehen sollte und wollen, da├č das Cover eine gewisse Stimmung vermittelt. Wir stie├čen auf die beiden Bilder und fanden sie optimal. Wir finden sie eigentlich nicht depressiv, sondern f├╝r uns ist es eher eine Stimmung, die da r├╝berkommt. Wir wollten ein abgerundetes Werk abliefern, und wir finden, da├č uns das gelungen ist.

Wie kommt es eigentlich dazu, da├č V.O. von POLTERGEIST Eure Demos produziert hat?

Toni: Das ist eine witzige Geschichte aus der Zeit, als wir noch mit unseren Mofas durch die Gegend brausten. An einem Samstagabend waren wir in einer Disco und mich fragte jemand, ob ich diesen etwas schwergewichtigen Menschen mitnehmen k├Ânnte. Es stellte sich dann heraus, da├č es V.O. war, den ich nur von der Band her, aber nicht pers├Ânlich kannte. Ich nahm ihn mit dem Mofa mit bis zu mir nach Hause, und ich konnte das Mofa dann fast wegschmei├čen. Der Junge war damals, wie die gesamte Band, etwas rundlicher - eine richtige Heavy-Band.

Piotr: Und so lernten wir ihn und POLTERGEIST, die eben aus unserer Gegend stammen, immer besser kennen. So fragten wir ihn, ob er Lust h├Ątte, das Demo mitzuproduzieren. Er hat uns dann einige gute Ratschl├Ąge gegeben, und wir konnten viel lernen.

Nachdem Ihr ja mit derma├čen guten Kritiken bedacht wurdet, w├╝rde mich interessieren, ob da auch seitens Plattenfirmen Reaktionen kamen.

Toni: Wir haben ┬╗The Fog┬ź an alle Adressen verschickt, die wir kannten. Es haben sich aber nur zwei, drei kleinere Labels und Verlage gemeldet - nichts Ernsthaftes allerdings.

Glaubt Ihr nicht, da├č ein Plattenvertrag direkt nach ┬╗The Fog┬ź eigentlich den Tod der Band bedeutet h├Ątte, weil Euch die Entwicklungsphase genommen worden w├Ąre. Au├čerdem gibt es zur Zeit einen unbeschreiblichen Ansturm auf dem Plattenmarkt, da├č die Gefahr, einfach unterzugehen, doch recht gro├č ist. Und wenn man dann als Newcomerband bei einem Label mit der ersten Platte nicht halbwegs einschl├Ągt, ist man nat├╝rlich abgemeldet.

Piotr: Wir sehen das eigentlich ├Ąhnlich wie Du. Allerdings, Entwicklungsphase ist so ein Thema, denn eine Band mu├č sich immer entwickeln. Sobald sie stagniert, ist es der Tod der Band. Wir haben Zeit, und wir schauen, was sich ergibt.

Toni: Wir sind offen, und wir wollen nicht auf Biegen und Brechen einen Plattenvertrag, aber wir w├╝rden ihn auch nicht auf Biegen und Brechen ablehnen. Wir versuchen, den goldenen Mittelweg zu finden. Man kann mit einer Independentfirma ganz gut beraten sein, und es kann total in die Hose gehen. Das gleiche kann aber auch bei einem Major passieren. Ich glaube, es ist viel Gl├╝ck dabei, da├č man die richtigen Leute im richtigen Augenblick trifft. Auf jeden Fall sind wir im Nachhinein froh, da├č wir nach ┬╗The Fog┬ź keinen Vertrag erhielten, weil wir einfach noch nicht reif f├╝r eine Platte waren.

Zum Abschlu├č noch eine kurze Frage: Kennt Ihr die Band TWILIGHT ZONE aus D├╝sseldorf? Denn das Covermotiv von ┬╗Moonstill Waters┬ź ist zu 99,99 Prozent identisch mit dem Cover von ihrem letzten Demo ┬╗To New Horizons...┬ź, mal abgesehen davon, da├č es bei Euch farbig ist.

Toni: Stefan, Du hast uns zutiefst geschockt! Wir kennen TWILIGHT ZONE nur von dem Interview mit den Mainzelm├Ąnnchen aus dem vorletzten UNDERGROUND EMPIRE. Wir kennen die Band nicht und haben auch ihr Demo noch nie gesehen. Wir suchten damals einfach ein Cover f├╝r das neue Demo, und dieses Motiv pa├čte am besten zu dem Titel ┬╗Moonstill Waters┬ź. Das beweist eigentlich nur, da├č diese TWILIGHT ZONE einen guten Geschmack haben...

MEGORA (CH)-Bandphoto 4

Richtig locker, die Jungs, oder? Auf jeden Fall ist mein Schwitzerd├╝tsch jetzt so weit fortgeschritten, da├č ich, sollte ich in diesem Jahrtausend nochmal in Urlaub fahren, auf jeden Fall die Schweiz ansteuern werde und somit die gesparten Unkosten f├╝r einen Fremdsprachenkurs dort verpulvern kann.
Wenn Ihr noch Pulver ├╝brig habt, dann solltet Ihr Euch unbedingt ┬╗The Fog┬ź und ┬╗Moonstill Waters┬ź zulegen, sofern Ihr sie nicht bereits besitzt. In diesem Fall habt Ihr ein dickes Lob, sowie ein Durchblickerpatent verdient, im anderen Falle z├╝ckt 12,- DM f├╝r ┬╗Moonstill Waters┬ź und 10,- DM f├╝r ┬╗The Fog┬ź. Die Kontaktadresse lautet:

oder aber Ihr k├Ânnt die Demos auch bei DEMOLITION einstreichen, und diese Adresse sollte eigentlich bekannt sein.

http://myspace.com/megora

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Stefan Glas

MEGORA (CH) im ├ťberblick:
MEGORA (CH) – ...And At Last - Moonstill Waters (Demo)
MEGORA (CH) – Burning Empire (Rundling)
MEGORA (CH) – Illusions (Do It Yourself)
MEGORA (CH) – The Fog - A Mysterious Vision In The Dark (Demo)
MEGORA (CH) – The Fog - A Mysterious Vision In The Dark (Demo)
MEGORA (CH) – Waiting (Do It Yourself)
MEGORA (CH) – UNDERGROUND EMPIRE 5-Interview
MEGORA (CH) – UNDERGROUND EMPIRE 7-Special
MEGORA (CH) – News vom 11.11.1990
MEGORA (CH) – News vom 12.03.1991
MEGORA (CH) – News vom 05.08.1991
MEGORA (CH) – News vom 20.01.1992
MEGORA (CH) – News vom 26.08.1992
MEGORA (CH) – News vom 22.09.2000
MEGORA (CH) – News vom 10.03.2009
MEGORA (CH) – News vom 03.11.2009
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