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”UNDERGROUND EMPIRE 5”-Datasheet

Contents:  MEGORA (CH)-Interview

Date:  21.07.1991 (created), 15.05.2010 (revisited), 22.01.2022 (updated)

Origin:  UNDERGROUND EMPIRE 5

Status:  published

Task:  from paper to screen

Availability:  original printed issue still available, order here!

Comment:

Es sollten dann fast drei Jahre ins Land ziehen, bevor MEGORA ihre erste Platte vorlegen konnten, die zu einem Teil Demosongs enthielt - vielleicht eine Spur zu lange für Newcomerband, so daß die Gefahr bestand, daß MEGORA in dieser Zeit ein wenig in Vergessenheit geraten waren. Dummerweise sollte die Combo nie die Unterstützung einer Plattenfirma erfahren, doch bedenkt man, was MEGORA im Alleingang alles verwirklichten, so kann man nur den Hut ziehen. Erfreulicherweise ist die Band heute wieder aktiv, wobei allerdings neue Aufnahmen noch auf sich warten lassen.

Supervisor:  Stefan Glas

 
 

MEGORA (CH)-Logo

MEGORA (CH)-Headline

MEGORAs Auftakt »The Fog« war schon verdammt beeindruckend, doch als vor wenigen Monaten der Nachfolger »Moonstill Waters« eintrudelte, war ich sofort elektrifiziert und wußte: "Diese Band muß in UNDERGROUND EMPIRE 5 erscheinen!" Also trödelte ich gar nicht lange rum, sondern überlegte mir einige Fragen, die ich alsdann in die Alpenrepublik losschickte. Was einige Wochen später von Gitarrist Toni und Sänger/Gitarrist Piotr mit herrlichem Schweizer Akzent zurückkam, könnt Ihr nun lesen.

MEGORA (CH)-Bandphoto 1

Die Resonanzen auf Euer erstes Demo »The Fog« waren doch recht überraschend. Teilweise überschlug man sich regelrecht vor lauter Lob.

Toni: Klar hat es uns überrascht, da wir keine Vorstellung hatten, wo wir stehen. Es gab auch keine Band bei uns in der Umgebung, an der wir uns messen konnten, so daß wir echt nicht wußten, wie's steht.

Piotr: Wir waren gespannt darauf, wie die Fanzines reagieren würden, denen wir unser Demo zuschickten. Wir hatten praktisch keine schlechte Kritik. Das war wirklich sensationell, so daß wir auch baff waren, als wir das sahen.

Toni: Das einzige, was wir eigentlich von vorneherein wußten war, daß wir das Demo so professionell wie möglich machen wollten. Wir wollten nicht ein weiteres "normales" Demo mit kopiertem Cover, etc., sondern wir wollten von Anfang an einen gewissen Standard legen.

Piotr: Daß die Sache teuer wird, wußten wir auch, aber das Resultat hat uns recht gegeben. In verschiedenen Artikel gab es auch eine Zeile drin, in der das Cover gelobt wurde.

Resultierte für Euch daraus ein gewisser Erfolgsdruck oder konntet Ihr ganz locker an »Moonstill Waters« rangehen?

Toni: Von einem Druck kann man eigentlich nicht sprechen. Wir haben einfach weiter Songs gemacht, und am Ende mußten wir uns noch ranhalten, um die Songs fürs Studio fertigzubekommen. Wir haben auch jetzt gleich weitergemacht und schreiben neue Songs. Wir haben inzwischen zwei neue Songs, die wieder etwas verschieden und doch irgendwie ähnlich sind.

Piotr: Wir sind höchstens etwas nervös, weil wir uns fragen, was jetzt kommt. Man hofft natürlich, daß die Reviews ähnlich gut werden wie die von »The Fog«. Das ist vielleicht ein kleiner Druck, aber wir leben noch...

Toni: Es ist mehr eine Spannung. Wir finden »Moonstill Waters« viel besser als »The Fog«, und die ersten Reaktionen aus der Umgebung sind auch gut. Es ist eben die Frage, wie das die Fanzines auffassen. Wir hoffen, daß sie das ähnlich sehen wie wir.

Wie gut verkauft sich eigentlich ein Demo, das wie »The Fog« ausschließlich gute Kritiken erhält. Könnt Ihr uns da eine konkrete Zahl nennen?

Toni: Tausende haben wir verkauft, Hunderttausende! Nein, im Ernst, ohne die Promotionsexemplare für die Fanzines haben wir 450 Demos verkauft. Besonders in England und der Schweiz haben wir sehr viele Demos verkauft. In Deutschland hat es leider etwas gehapert, aber »Moonstill Waters« wird ja von Oliver Jung vertrieben, und so hoffen wir, daß es beim neuen Demo besser läuft. Wir sind eigentlich zufrieden mit den 450. Ich weiß nicht wie das bei anderen Bands ist, aber wir sind zufrieden.

Piotr: Wir haben gehört, daß da noch einige Schwarzkopien im Umlauf sind. Ein Freund von uns brachte uns mal 'ne Liste von jemandem aus der Schweiz, der unter anderem auch Demos verkauft und da stand »The Fog« drauf. Wir hatten aber nie Kontakt mit ihm. Er hat das Demo also schwarz kopiert und verkauft. So sind wahrscheinlich auch noch ein paar Dinge abgelaufen.

Erzählt uns doch mal, welche wichtigen Informationen es zu MEGORA gibt. Das letzte, was ich von Euch erzählt bekam, ist die Tatsache, daß Euer Bassist ausgestiegen ist.

Toni: Wir beide haben die Band gegründet. Wir sind nämlich schon seit dem Kindergarten zusammen. Irgendwann haben wir dann unsere ersten Gehversuche in der Musik gemacht und haben dazu Musiker gesucht, die anfangs noch etwas wechselten. 1989 kam dann unser Drummer Tommy dazu, und seither spielen wir in der gleichen Besetzung, außer daß uns Jölle, unser Bassist, verlassen hat.

Piotr: Zwischen 1986 und 1989 ist nicht viel gelaufen - nur innerhalb des Dorfes sozusagen. Wir hatten Leute, die besser waren wie wir, aber wir haben sie mit der Zeit richtig überholt, und dann wollten sie plötzlich nicht mehr.

Toni: 1989 ging es dann langsam los. Wir hatten Konzerte mit HADES, DESPAIR oder POLTERGEIST. Im Herbst hatten wir dann sogar einen Clubgig in London, den uns ein Freund arrangierte. Das war ein tolles Erlebnis. Darauf gab es einige Reaktionen, und einige Leute meldeten sich bei unserem Freund. Wir beschlossen deswegen, ein Demo aufzunehmen, um uns der Öffentlichkeit vorzustellen.

Piotr: Diese Reaktionen auf den Clubgig in London waren eigentlich der Startschuß für unser erstes Demo.

Toni: Im Frühjahr '90 kam dann »The Fog« heraus, und wir versandten es an alle Fanzines, deren Adressen wir aus dem ROCK HARD oder dem METAL FORCES zusammengesucht hatten. Als wir dann verschiedene Reviews hatten, meldeten sich auch verschiedene Fanzines. Ich stehe mittlerweile mit sehr vielen Leuten in Briefkontakt, was wirklich toll ist, auch wenn es sehr viel Zeit in Anspruch nimmt.

Piotr: So sehr, daß er fast keine Zeit mehr hat, Songs zu schreiben...

Toni: »Moonstill Waters« haben wir dann im Dezember letzten Jahres aufgenommen, aber es ist erst im April '91 herausgekommen, weil wir einige Probleme mit dem Cover hatten. Für das neue Demo haben wir einige Vertriebe gefunden, die uns helfen, das Demo zu vertreiben. Da wäre zum einen Oliver Jung, WILD RAGS vertreibt es auch, unser Freund aus London hat sich bereiterklärt, einige Kopien zu verkaufen, und durch all diese Briefkontakte haben wir einen sehr netten Kerl aus Neuseeland kennengelernt, der auch einige Tapes hat. Außerdem besteht die Möglichkeit, daß wir noch einen Vertrieb in Holland kriegen.
Wie schon gesagt, ist Jölle wegen seines Studiums aussteigen. Wir haben beschlossen, daß jeder seinen Weg gehen soll. Er half uns noch bei Konzerten aus, so lange bis wir einen Ersatz gefunden hatten. Der geeignete Mann ist uns gerade neulich über den Weg gelaufen. Er heißt Dominik Schieweck, ist 19 Jahre alt und wird sich somit ab sofort MEGORA-Bassist nennen können.

MEGORA (CH)-Bandphoto 2

Nach meiner Einschätzung seid Ihr eine Band, die sich sehr viel Mühe mit den Texten gibt. Laßt uns doch mal über den Text von ›Moonstill Waters‹ sprechen. Glaubt Ihr nicht, daß Ihr in diesem Text die Zukunftsaussichten ein wenig zu schwarz malt.

Toni: ›Moonstill Waters‹ ist der einzige Text, den wir nicht geschrieben haben, sondern er stammt von Timothy Grundy, einem Iren, der normalerweise unsere Texte korrigiert. Eines Tages kam er mit diesem Text in den Proberaum, und ich muß sagen, daß der Text genauso ist, wie wir ihn auch geschrieben hätten. Wir stehen voll dahinter.
Wir sind keineswegs Pessimisten, sondern wir sind eine fröhliche Band, aber ich möchte sagen, daß wir mit diesem Text gar nicht so weit daneben liegen.

Piotr: Schau mal, die Ölfelder, die im Golfkrieg angesteckt wurden, brennen immer noch, am Amazonas wird abgeholzt ohne Ende, die Umweltverschmutzung im Osten ist unbeschreiblich. Wir wollen nicht schwarzmalen, denn auch wir wollen noch lange leben, aber wenn man die Augen wirklich öffnet, dann kommen manchmal ziemlich erschreckende Sachen ans Tageslicht.

Toni: Wenn der Text etwas überspitzt ist, dann ist das auch nur ein Mittel, um jemand etwas aufzurütteln. Allein dadurch, daß Du diesen Punkt angesprochen hast, ist der Sinn der Sache doch schon erfüllt. Es hat sich jemand Gedanken über unsere Texte gemacht, und das ist toll für uns!

Piotr: Die Texte sind auch wichtig und nicht nur die Musik. Vielleicht hast Du gemerkt, daß wir versuchen, Text und Musik zu einer Einheit zu verschmelzen. So wie wir beispielsweise in ›Neither Fish Nor Fowl‹ versuchen, die Stimmung durch den Text auszudrücken. Es ist eigentlich mehr eine Stimmungssache als eine Pessimistensache.

Wie läßt sich dann ein Text wie ›Stop That Noise‹ erklären, der eine einfache Story eines Jungen erzählt, der unbedingt in einer Band spielen will. Da kann man doch von einer gewissen Zwiespältigkeit sprechen!

Toni: Da bin ich wohl angesprochen, da ich den Text geschrieben habe. Es ist der älteste Text, der auf »Moonstill Waters« zu finden ist. Er stammt noch aus der Zeit, als ich die Texte alleine schrieb - mit meinem Wörterbuch-Englisch. Der Text ist nicht nur Fun, es ist etwas, das wir erlebt haben, als wir am Anfang als Hobbyband belächelt wurden und man sagte, daß wir es ohnehin zu nix bringen würden. Dann kamen die Reviews, und die ganze Sache hat sich gedreht. Plötzlich hieß es dann, "Toll, mit Photo im METAL HAMMER!" Ich glaube, wenn man zwischen den Zeilen liest, kommt doch eine tiefere Message rüber, obwohl ich Dir zustimmen muß, daß einige Bands zuvor schon etwas ähnliches gemacht haben.

Piotr: Ich versuche nun Toni, beim Textschreiben zu helfen, und wir korrigieren die Texte dann gemeinsam mit Timothy, so daß das Englisch nahezu perfekt ist, und ich glaube, das merkt man auch auf dem Demo.

Wenn ich mir so die Photos anschaue, seht Ihr nicht besonders alt aus. Trotzdem muß man bei MEGORA von einem recht eigenständigen Stil sprechen. Naturtalente?

Piotr: Zunächst mal danke für das Kompliment. Na ja, ich bin 22, der Dorfälteste, gefolgt von Toni, der in diesem Jahr auch noch die 22 schaffen wird.

Toni: Hoffentlich... Jölle ist 21, und Tommy ist unser Nesthäkchen mit 18 Jahren, aber er macht viel Lärm. Unsere Banderfahrung besteht darin, daß wir 1986 zwei Gitarren kauften und sie mal zunächst mit Saiten bespannten.

Piotr: Zunächst haben wir mal probiert, unsere Instrumente etwas in den Griff zu kriegen, und erst seit wir 1989 unser heutiges Line-up fanden, ging es auch mit Songschreiben los.

Toni: Diese einigermaßen eigenständige Musik könnte daher kommen, daß wir sehr selbstkritisch sind. Sobald jemand denkt, daß etwas nicht so toll ist, lassen wir es gleich bleiben. Außerdem ist unser musikalisches Spektrum sehr groß. Was wir hören reicht echt von Sting, MARILLION bis zu SLAYER oder ENTOMBED.

Piotr: ...und besonders ROXETTE... Wir versuchen wirklich, offen zu sein. Wir verwerfen manchmal Dinge, an denen wir stundenlang gearbeitet haben.

Toni: Was außerdem wichtig ist, ist das bereits angesprochene Verschmelzen von Text und Musik.
Worauf wir natürlich etwas stolz sind, ist daß uns fast kein Fanzine mit einer anderen Band verglichen hat. Die wenigen Vergleiche gingen dann von HELLOWEEN über DEFIANCE bis hin zu straighten WATCHTOWER, und diese Bands kommen gewiß nicht aus der gleichen Richtung.

Eure Musik ist zweifelsohne sehr anspruchsvoll, wobei ich nun bewußt nicht den Begriff "progressiv" verwenden will. Nervt es Euch, daß ringsum Death Metal-Bands gesignt werden, die musikalisch um Klassen schlechter sind als Ihr, während Ihr Euch mehr oder minder mit Achtungserfolgen zufriedengeben müßt. Ich habe wirklich nix gegen Death Metal, und es gibt einige echt gute Bands. Nur muß man wohl zugeben, daß zur Zeit jeder Müll gesignt wird, was auf Dauer den Untergang der Death Metal-Szene bedeuten wird.

Toni: Uns nervt's überhaupt nicht, denn wir gönnen es jeder Band, wenn sie einen Plattenvertrag ergattern kann. Es ist auch toll, zu sehen, daß es der Death Metal, als wirklich extreme Musik, geschafft hat, aus dem Schatten herauszutreten. Es ist natürlich schade, daß die Szene verheizt wird, weil jede Band gesignt wird. Wir sind zwar keine Death Metal-Fans, aber es gibt einige Bands, die wir toll finden.
Allerdings muß ich noch hinzufügen, daß die Reviews für uns mehr als ein Achtungserfolg waren, sondern eher ein Grundstein. Es war der Anfang für uns, und wir wollen das Ganze langsam aufbauen, aber auf einem sicheren Grund.

Piotr: Wir wollen uns langsam, aber kontinuierlich steigern. Man sieht, was man geleistet hat, und wir sind stolz, daß wir uns von »The Fog« zu »Moonstill Waters« weiterentwickelt haben. Und wir sind auch davon überzeugt, daß sich anspruchsvolle Musik auf die Dauer durchsetzen wird, weil sie zu gut ist, um unterzugehen.

MEGORA (CH)-Bandphoto 3

Wen ich mir die Thanks-Liste auf »Moonstill Waters« anschaue, so stehen dort Tausende Fanzines aufgelistet. Daher würde mich mal interessieren, was Ihr so von der Fanzineszene haltet und welche Hefte Euch besonders gut gefallen.

Piotr: Ich finde, es ist eine tolle Untergrundszene bei den Fanzines. Und genau das braucht man auch! Man könnte fast meinen, daß diejenigen, die sich nicht dazu durchringen konnten, selbst Musik zu machen, eben ein Fanzine gemacht haben. Und genau diese beiden Sachen brauchen sich gegenseitig, um weiterzukommen und sich zu steigern.

Toni: Wir haben von vielen Fanzines leider nur eine Kopie der Seite mit unserem Review erhalten, so daß wir uns nur von einigen Heften ein Bild machen konnten. Bei denen stachen das HEAVY METAL SUBTERRANEAN aus Mexiko, THE PLAGUE aus Amerika heraus. Am besten finden wir jedoch, ohne daß das irgendwelche Arschkriecherei sein soll, das UNDERGROUND EMPIRE (Ihr gestattet, daß ich erröte... - Red.), und wir werden Dir ewig für dieses Interview dankbar sein.

Als Ihr damals den Titel für »The Fog« wähltet, hattet Ihr Euch da irgendwie an dem Film "The Fog - Der Nebel des Grauens" orientiert?

Toni: Du hast ins Schwarze getroffen. Als ich noch 15, 16 war, mußte ich auf dem Heimweg immer durch ein Waldstück, das stets neblig war. Für mich war es immer ein Erlebnis, die Figuren des Nebels zu sehen, etc. Mich hat's zutiefst beeindruckt, und als ich dann den Film sah, wußte ich, daß der Song respektive der Text ›The Fog‹ heißen muß. Für mich etwas Ergreifendes.

Eure beiden Cover heben sich eindeutig von anderen Covern ab, aber auf mich wirken sie etwas depressiv. Ist das von Euch so geplant gewesen?

Piotr: Wir wollten, daß das Cover jeweils in Verbindung mit dem Titelsong stehen sollte und wollen, daß das Cover eine gewisse Stimmung vermittelt. Wir stießen auf die beiden Bilder und fanden sie optimal. Wir finden sie eigentlich nicht depressiv, sondern für uns ist es eher eine Stimmung, die da rüberkommt. Wir wollten ein abgerundetes Werk abliefern, und wir finden, daß uns das gelungen ist.

Wie kommt es eigentlich dazu, daß V.O. von POLTERGEIST Eure Demos produziert hat?

Toni: Das ist eine witzige Geschichte aus der Zeit, als wir noch mit unseren Mofas durch die Gegend brausten. An einem Samstagabend waren wir in einer Disco und mich fragte jemand, ob ich diesen etwas schwergewichtigen Menschen mitnehmen könnte. Es stellte sich dann heraus, daß es V.O. war, den ich nur von der Band her, aber nicht persönlich kannte. Ich nahm ihn mit dem Mofa mit bis zu mir nach Hause, und ich konnte das Mofa dann fast wegschmeißen. Der Junge war damals, wie die gesamte Band, etwas rundlicher - eine richtige Heavy-Band.

Piotr: Und so lernten wir ihn und POLTERGEIST, die eben aus unserer Gegend stammen, immer besser kennen. So fragten wir ihn, ob er Lust hätte, das Demo mitzuproduzieren. Er hat uns dann einige gute Ratschläge gegeben, und wir konnten viel lernen.

Nachdem Ihr ja mit dermaßen guten Kritiken bedacht wurdet, würde mich interessieren, ob da auch seitens Plattenfirmen Reaktionen kamen.

Toni: Wir haben »The Fog« an alle Adressen verschickt, die wir kannten. Es haben sich aber nur zwei, drei kleinere Labels und Verlage gemeldet - nichts Ernsthaftes allerdings.

Glaubt Ihr nicht, daß ein Plattenvertrag direkt nach »The Fog« eigentlich den Tod der Band bedeutet hätte, weil Euch die Entwicklungsphase genommen worden wäre. Außerdem gibt es zur Zeit einen unbeschreiblichen Ansturm auf dem Plattenmarkt, daß die Gefahr, einfach unterzugehen, doch recht groß ist. Und wenn man dann als Newcomerband bei einem Label mit der ersten Platte nicht halbwegs einschlägt, ist man natürlich abgemeldet.

Piotr: Wir sehen das eigentlich ähnlich wie Du. Allerdings, Entwicklungsphase ist so ein Thema, denn eine Band muß sich immer entwickeln. Sobald sie stagniert, ist es der Tod der Band. Wir haben Zeit, und wir schauen, was sich ergibt.

Toni: Wir sind offen, und wir wollen nicht auf Biegen und Brechen einen Plattenvertrag, aber wir würden ihn auch nicht auf Biegen und Brechen ablehnen. Wir versuchen, den goldenen Mittelweg zu finden. Man kann mit einer Independentfirma ganz gut beraten sein, und es kann total in die Hose gehen. Das gleiche kann aber auch bei einem Major passieren. Ich glaube, es ist viel Glück dabei, daß man die richtigen Leute im richtigen Augenblick trifft. Auf jeden Fall sind wir im Nachhinein froh, daß wir nach »The Fog« keinen Vertrag erhielten, weil wir einfach noch nicht reif für eine Platte waren.

Zum Abschluß noch eine kurze Frage: Kennt Ihr die Band TWILIGHT ZONE aus Düsseldorf? Denn das Covermotiv von »Moonstill Waters« ist zu 99,99 Prozent identisch mit dem Cover von ihrem letzten Demo »To New Horizons...«, mal abgesehen davon, daß es bei Euch farbig ist.

Toni: Stefan, Du hast uns zutiefst geschockt! Wir kennen TWILIGHT ZONE nur von dem Interview mit den Mainzelmännchen aus dem vorletzten UNDERGROUND EMPIRE. Wir kennen die Band nicht und haben auch ihr Demo noch nie gesehen. Wir suchten damals einfach ein Cover für das neue Demo, und dieses Motiv paßte am besten zu dem Titel »Moonstill Waters«. Das beweist eigentlich nur, daß diese TWILIGHT ZONE einen guten Geschmack haben...

MEGORA (CH)-Bandphoto 4

Richtig locker, die Jungs, oder? Auf jeden Fall ist mein Schwitzerdütsch jetzt so weit fortgeschritten, daß ich, sollte ich in diesem Jahrtausend nochmal in Urlaub fahren, auf jeden Fall die Schweiz ansteuern werde und somit die gesparten Unkosten für einen Fremdsprachenkurs dort verpulvern kann.
Wenn Ihr noch Pulver übrig habt, dann solltet Ihr Euch unbedingt »The Fog« und »Moonstill Waters« zulegen, sofern Ihr sie nicht bereits besitzt. In diesem Fall habt Ihr ein dickes Lob, sowie ein Durchblickerpatent verdient, im anderen Falle zückt 12,- DM für »Moonstill Waters« und 10,- DM für »The Fog«. Die Kontaktadresse lautet:

oder aber Ihr könnt die Demos auch bei DEMOLITION einstreichen, und diese Adresse sollte eigentlich bekannt sein.

http://myspace.com/megora

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Stefan Glas

MEGORA (CH) im Überblick:
MEGORA (CH) – ...And At Last - Moonstill Waters (Demo-Review von 1991)
MEGORA (CH) – Burning Empire (Rundling-Review von 2015)
MEGORA (CH) – Illusions (Do It Yourself-Review von 2000)
MEGORA (CH) – The Fog - A Mysterious Vision In The Dark (Demo-Review von 1990)
MEGORA (CH) – The Fog - A Mysterious Vision In The Dark (Demo-Review von 1990)
MEGORA (CH) – Waiting (Do It Yourself-Review von 1994)
MEGORA (CH) – UNDERGROUND EMPIRE 5-Interview
MEGORA (CH) – UNDERGROUND EMPIRE 7-Special
MEGORA (CH) – Y-Files »UE«-Special
MEGORA (CH) – News vom 11.11.1990
MEGORA (CH) – News vom 12.03.1991
MEGORA (CH) – News vom 05.08.1991
MEGORA (CH) – News vom 20.01.1992
MEGORA (CH) – News vom 26.08.1992
MEGORA (CH) – News vom 22.09.2000
MEGORA (CH) – News vom 10.03.2009
MEGORA (CH) – News vom 03.11.2009
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