UNDERGROUND EMPIRE the ONLINE EMPIRE-Titel
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”UNDERGROUND EMPIRE 4”-Datasheet

Contents:  Acrelon-"Die Sagen von Dawnia"-Kapitel

Date:  1991 (created), 11.05.2010 (revisited), 19.02.2017 (updated)

Origin:  UNDERGROUND EMPIRE 4

Status:  published

Task:  from paper to screen

Availability:  original printed issue still available, order here!

Comment:

Wie unschwer zu erkennen, beginnen sich die einzelnen Handlungsstr├Ąnge zu verweben, was die Spannung deutlich erh├Âht. Schade nur, da├č wir den Ausgang der Geschichte nie erfahren werden.

In optischer Hinsicht gab es eine Steigerung im Vergleich zu den vorhergehenden Ausgaben: War bis dato immer das von einem alten Programm aus Commodore 64-Tagen mit Neunnadeldrucker zurechtgetackerte "Die Sagen von Dawnia"-Logo verwendet worden, das nicht wirklich schick aussah, hatte nun Wolfgang M├╝ller, der Reprofachmann in unserer Druckerei die Idee gehabt, da├č er bei Letraset einen Bogen mit Rubbelbuchstaben vom entsprechenden Schrifttypus bestellte, aus dem wir dann mit Hilfe von Millimeterpapier das Logo zusammenrubbelten. Ja, das ist der Technik bei den Rubbellosen nicht v├Âllig un├Ąhnlich, war damals aber f├╝r spezielle Schriften aber eine durchaus ├╝bliche Vorgehensweise, denn ein CorelDraw, bei dem eine Handvoll Schmuckschriften enthalten waren, sollte noch etwas auf sich warten lassen. Und da Letraset der Platzhirsch schlechthin in Sachen Schrift war, lie├čen sie sich solchen einen Bogen nat├╝rlich f├╝rstlich bezahlen. Kann man sich in Zeiten, in den man sich ganz legal Tausende kostenlose Schriften von irgendwelchen Webseiten runterziehen kann, eigentlich gar nicht mehr vorstellen...

Supervisor:  i.V. Stefan Glas

 
 

Titel: Die Sagen von Dawnia

Acrelon

Es war dunkel im gro├čen Saal der Burg von Acrelon. Der W├Ąchter hatte schon lange den neuen Tag verk├╝ndet, doch noch immer stand der F├╝rst von Acrelon, Cramon, an dem offenen Fenster und blickte auf seine Stadt herab. Hinter ihm lag der Saal, in dem am Tage die Stadt regiert wurde, die Steuern vereinnahmt, Urteile gef├Ąllt und alle Entscheidungen getroffen wurden. Vor vielen Jahren, als es noch einen K├Ânig der Menschen gegeben hatte, wurde dieser Saal auch als Thronsaal benutzt. Es war ein prachtvoller Saal, doch in der Nacht war er dunkel und kalt, kein Leben erf├╝llte ihn, und eine f├╝rchterliche Stille lag wie ein Tuch auf ihm. Cramon liebte diese Stille. Er mochte es, ungest├Ârt auf Acrelon herabzusehen, die frische Nachtluft zu atmen und alleine zu sein. Er mochte die Dunkelheit, und er kannte sie gut. Vor wenigen Monaten war das noch anders gewesen. Cramon war damals ein fr├Âhlicher Mann, zweiundvierzig Jahre und kr├Ąftig gebaut. Er war von den B├╝rgern gesch├Ątzt und von den anderen Ratsmitgliedern und F├╝rsten geachtet worden. Oft machte man ihm Geschenke, doch nie lie├č er sich davon in seiner Gerechtigkeit beeinflussen. Doch das war lange her. Etwas hatte ihn ver├Ąndert, etwas, wovon nur er wu├čte - und sein Herr - etwas, das ihm Macht verlieh, das ihn zum obersten Herren der Stadt und der ganzen Welt von Dawnia machen sollte. Es war vor vier Monaten gewesen, als der Fremde kam. Es war ein d├╝rrer, alter Mann, gezeichnet von der Arbeit und der Last, die er zu tragen hatte. Er ging gebeugt, tiefe Falten ├╝berzogen seine ganze Haut. Er ging schwer gest├╝tzt auf seinen Stab, doch kam er nur langsam voran, denn er hatte eine Schatulle bei sich. Am Nordtor der Stadt hatte er um Einla├č gebeten. Er sei ein Bauer von drau├čen, vor der Stadt, und habe ein Geschenk f├╝r F├╝rst Cramon, sprach er. Die Wachen kannten den Alten nicht, doch er schien so schwach und dem Tode nah, da├č sie ihn nahmen und zum F├╝rsten brachten. Cramon war ├╝berrascht, einen Fremden von drau├čen zu sehen, denn er hatte nie so recht glauben wollen, da├č es da auch Menschen gab, die Tag und Nacht vor den Toren der Stadt leben. Ausgeliefert den Gefahren der Wildnis und des Unbekannten. Interessiert bat er damals den Mann zu sich in sein Gemach, um ungest├Ârt mit ihm reden zu k├Ânnen. Doch der Alte war nicht sehr gespr├Ąchig. Er trug einen dunklen Umhang, und seine Kapuze war tief in das narbige Gesicht gezogen. Nur leise sprach der Alte dann:

"Herr, F├╝rst Cramon von Acrelon! Das Volk liebt Euch, die Maiden verehren Euch, ein jeder Mann achtet Euch, denn Ihr seid ein Mann der Gerechtigkeit und Macht. Deshalb habe ich mich entschlossen, Euch dies zum Geschenk zu machen. Es ist alles, was ich habe, und mein Leben h├Ąngt daran. Doch ich bin alt, und mir fehlt die Kraft, es weiterhin zu besitzen. Ihr seid jedoch ein junger kr├Ąftiger Mann, der nach oben strebt und mein Geschenk sehr wohl gebrauchen kann. Nehmt es und tragt es, verehrter F├╝rst Cramon!"

 

Cramon war verwirrt, und nur z├Âgernd nahm er die Schatulle entgegen und ├Âffnete sie. Es war ein einfaches mit Eisen beschlagenes Holzk├Ąstchen, von einfacher Handwerkskunst gearbeitet und nichts wertvolles war an ihm. In dem K├Ąstchen jedoch befand sich eine Kette, aus wertvollen Edelsteinen gefertigt, in der Mitte ein sehr gro├čer Stein, der tief in seinem Innern zu leuchten schien und sieben schwarze Edelsteine zu jeder Seite. Die Steine waren in edlem Mithrilsilber gefa├čt und wurden von einem fein gesponnenen Goldfaden zusammengehalten. Voller Staunen und ├ťberraschung erstarrte Cramon, und lange danach erst griff er nach dem Geschenk und lie├č es durch seine Finger gleiten. Die schwarzen Steine funkelten matt im Schein der Sonnem, und der gro├če Stein erstrahlte in einem blendenden Wei├č, und Cramon war von der Kunst und Sch├Ânheit entz├╝ckt.

 

Tragt es! Und ehrt seinen K├╝nstler und alle die Euch dienen werden!" sprach darauf der Alte und ging schweren Schrittes von dannen. Seit dieser Zeit ward er nirgendwo mehr gesehen, selbst die Stadtwachen an den Toren schworen, da├č er nicht die Stadt verlassen habe, doch niemand fand ihn, und Cramon war traurig, dem Alten nicht auch ein Geschenk machen zu k├Ânnen.

Also behielt er die Schatulle mit der Kette und immer noch unsicher, ob er dies Geschenk annehmen konnte, beriet er sich mit F├╝rst Rocklafor, und der ├╝berzeugte ihn, da├č es als Geschenk f├╝r ihn gedacht war und er dem Alten nicht mehr Ehre erweisen k├Ânne, als die Kette zu tragen. Also nahm F├╝rst Cramon die Kette, und F├╝rst Rocklafor legte sie ihm um.

 

In demselben Augenblick ging mit F├╝rst Cramon die seltsame Verwandlung vor sich. Seither sah ihn niemand mehr fr├Âhlich lachen, er lebte zur├╝ckgezogen, mied jeden Kontakt und verbrachte viele N├Ąchte damit, aus dem Fenster der Burg zu sehen, hinaus in die tiefschwarze Nacht. Die anderen Ratsmitglieder waren zuerst nicht sonderlich besorgt, ein junger Mann brauchte hin und wieder auch Ruhe und Zeit f├╝r sich selbst. Doch Cramons Wesen hatte sich ver├Ąndert: Der Frohsinn war verschwunden und hatte einem dunklen Schatten auf Cramons Gesicht Platz gemacht. Auch mit der beim Volk so beliebten Gerechtigkeit des F├╝rsten war es vorbei; immer h├Ąufiger traf er Entscheidungen, die den Rat best├╝rzten und das Volk entsetzten. Nach und nach hatte F├╝rst Cramon die Macht an sich gerissen, was kein Problem gewesen war. Durch seine Beliebtheit hatte schon fr├╝her die anderen R├Ąte in den Hintergrund gedr├Ąngt und so quasi die Herrschaft ├╝bernommen. Viele der alten Ratsmitglieder waren freiwillig zur├╝ckgetreten, bei anderen mu├čte er ein wenig nachhelfen. Zum Schlu├č war nur noch er und dieser Rocklafor ├╝brig. Rocklafor - er war fr├╝her sein Lehrer gewesen, der ihn die Gerechtigkeit und die Redekunst lehrte und ihm in allem ein Freund war. Er hatte Cramon am l├Ąngsten getraut und ihn vor den Ratsmitgliedern zu sch├╝tzen gesucht, die Ihn absetzen wollten, doch nun sah auch F├╝rst Rocklafor ein, da├č Cramon sich ver├Ąndert hatte, als l├Ąge ein b├Âser Fluch auf ihm, und so stellte er ihn eines Tages zur Rede. Doch Cramon verweigerte Rocklafor die Aussprache und befahl stattdessen, ihn festzunehmen, da er ihn st├╝rzen wolle. Doch die Wachen wollten sich weigern, den alten F├╝rsten in einen dunklen Kerker in den Festen der Burg zu sto├čen, also griff Cramon zum Schwert und trieb seinen fr├╝heren Freund selbst in die Verliese.

 

Nun war er der K├Ânig von Acrelon. Er hatte sich eine eigene Armee aufgebaut und die schlich Tag und Nacht durch die Stadt, um die vielen Gesetze und Verbote zu ├╝berwachen, die K├Ânig Cramon erlassen hatte. Wer es wagte, sich gegen ihn zu stellen, bezahlte mit dem Tod - oder schlimmer noch, mit der Brandmarkung und der Verbannung!

Erst heute hatte er das letzte Mitglied des Clans der Rocklafors verbannt. Hatte diese Tochter des F├╝rsten Rocklafor, Ila, ihn doch beschuldigt, ihren Vater umgebracht zu haben. Ein h├Ąmisches L├Ącheln verzerrte sein Gesicht: Nein: Die Rocklafors lebten! Eingemauert in den Festen der Burg.

Ja, die Stadt war gereinigt, und alles gehorchte auf seinen Befehl oder ertrug seine Herrschaft. Nur ein einziger Mann war noch auf freiem Fu├č, der ihm vielleicht gef├Ąhrlich werden konnte: Der Mann von Ila Rocklafor - oder Lothion, wie sie ja nach ihrer Heirat mit diesem Garth hie├č. Doch die Stunden seiner Freiheit waren gez├Ąhlt. Gleich am Morgen w├╝rde er seinen Soldaten den Befehl geben, ihn festzunehmen. War er doch der Mann einer Hexe, die ihn, F├╝rst Cramon von Acrelon, beleidigt und eines Verbrechens beschuldigt hatte. Bestimmt hatte sie auch ihren Mann verhext und bestimmt w├╝rde auch er ihn beschuldigen wollen, Ilas Eltern umgebracht zu haben. Doch morgen fr├╝h ist dem ein Ende gesetzt, und die gesamte Stadt dient allein F├╝rst Cramon oder widersetzt sich zumindest seinen Befehlen nicht.

Doch auch er war nur Diener, denn einer befehligte auch ihm, einer der viel zu lange Zeit geschwiegen hatte. Es war die Stimme des B├Âsen, die zu ihm sprach. Er war ihr immer verbunden und konnte immer seinen Meister h├Âren, der aus der Dunkelheit sprach, die Cramon Tag und Nacht umfing. Er w├╝rde nicht im Wege sein, wenn der Meister kam, um auf der Welt von Dawnia seine Herrschaft aufzubauen; er wird erkennen Freund und Feind, und ich werde zu den Freunden geh├Âren, zu den Wegbereitern seiner Herrschaft!

Nur zaghaft erhob sich die Sonne ├╝ber die H├Ąnge der Berge und erhellte den neuen Tag.

 

Die rotgl├╝hende Sonne verschwand langsam hinter der pr├Ąchtig erbauten Festung von Acrelon. Ein lauer Abend k├╝ndigte sich an, und die gro├če Menschenmenge, die sich versammelt hatte, um die Brandmarkung der Hexe mitzuerleben, l├Âste sich langsam in kleine Gr├╝ppchen auf, die schwatzend nach Hause strebten. Viele schwarzgekleidete Soldaten beobachteten das Volk, das nun ruhig den kreisrunden Marktplatz verlie├č, der direkt unterhalb der eigentlichen Festung, dem Schlo├č und Regierungssitz von Acrelon, lag.

Auch Garth Lothion lenkte seine Schritte in Richtung seines kleinen Hauses, das er nun allein bewohnen mu├čte, da seine Frau soeben von dem Volk gebrandmarkt und verbannt worden war. Langsam erwachte er aus seinem Trancezustand, in den er sich hineingesteigert hatte. Es hatte eigentlich alles ganz harmlos angefangen:

Ilas Vater war ein angesehener F├╝rst im Rat der Stadt gewesen, der sich in letzter Zeit immer mehr aufgel├Âst hatte, da dieser F├╝rst Cramon sich als F├╝hrungsperson durchgesetzt hatte. Zun├Ąchst nahm niemand daran Ansto├č, denn Cramon war beliebt bei Volk und Herrschern und viele der anderen F├╝rsten unterst├╝tzten ihn, doch pl├Âtzlich verschwand ein F├╝rst nach dem anderen aus der Regierung, viele zogen sich zur├╝ck, andere verschwanden ganz aus der Stadt. Niemand wei├č, wo sie heute sind. Garth war das auch egal, und er h├Ątte sich nicht darum gek├╝mmert, wenn nicht Ilas Vater auch einer dieser F├╝rsten gewesen w├Ąre. Dieser F├╝rst Rocklafor war einer der letzten, die noch zusammen mit Cramon regierten, doch eines Tages verschwand auch Rocklafor. Niemand wu├čte wohin. Cramon sagte, er w├Ąre morgens nicht zum Rat gekommen, doch Ila wu├čte, da├č er zur Burg gegangen war. Seit jenem Tag war Noclaf Rocklafor verschwunden, und Ila war ├╝berzeugt, da├č Cramon ihn umgebracht hatte, um sich den Weg zum K├Ânig zu ebnen - und er hatte es geschafft. Cramon war K├Ânig, und niemand war da, der ihn daran hinderte, Gesetze zu erlassen, die das Volk erpre├čten und die W├╝rde der Menschen verachteten. Und so beschlo├č Ila, Cramon ├Âffentlich anzuklagen, f├╝r seine Taten und seine Gesetze.

Nur wenige Stunden sp├Ąter fand sie sich auf dem Marktplatz wieder, geschlagen, gefesselt, die Kleider zerrissen. Voller Angst aber auch voller Entschlossenheit hatte sie ihn angesehen, als sie das Mal auf die Stirn gebrannt bekam. Ila hatte vor Schmerz aufgeschrieen, doch die Menge schrie noch lauter:

"Hexe, Hexe, raus aus unserer Stadt! Hexe, Hexe!"

Man zerrte sie vom Platz, schlug sie, ri├č ihr die Kleider vom Leib und trieb sie vor die Tore der Stadt, die mit einem dumpfen Knall zufuhren und Ila der Wildnis preisgaben. Die Menge str├Âmte wieder zum Platz zur├╝ck und feierte ausgelassen. Auf der Stadtmauer jedoch stand die Schwester Ilas, die sie nie gekannt hatte, und warf Ila ein Sack mit Kleidern, einem Messer und ein wenig Nahrung zu, um dann wieder unter dem Volk zu verschwinden. Ihre Zeit w├╝rde kommen - jetzt war es nicht an der Zeit aufzufallen!

Auf dem Platz war inzwischen Dunkelheit, und Garth' Gesicht wurde nur von einer Fackel erhellt, die einsam brannte. Die Tr├Ąnen konnte niemand sehen, doch sie brannten sich tief in sein Herz, und nie verga├č er den Schmerz, den er empfand, als ihn Ilas Blick traf, als sie gebrandmarkt wurde. Auch er wollte schreien, doch er war wie versteinert gewesen, und noch immer konnte er es nicht begreifen, was geschehen war. Diese Nacht lag Garth wach und weinte bitterlich.

Die Nachricht von Ilas Verbannung sprach sich sehr schnell herum. Viele Ohren in der Stadt, an der hohen Stadtmauer, aber auch vor den Toren von Acrelon h├Ârten diese Geschichte ├╝ber die Verbannung der Tochter von Noclaf Rocklafor, dem verschwundenen F├╝rsten. Viele freuten sich dar├╝ber, da├č mal wieder ein M├Ądchen als Hexe entlarvt worden war, vielen tat Ila aber auch sehr leid: Ila war immer ein offenes, freundliches Wesen mit vielen Freundinnen gewesen, und diese M├Ądchen hielten noch immer zu ihr. Einige Wesen jedoch, die in Acrelon v├Âllig unbekannt waren, waren sehr best├╝rzt ├╝ber das Ereignis, packten so schnell als m├Âglich ihre B├╝ndel und machten sich noch in der selben Nacht auf den Weg nach Acrelon, um zu retten, was zu retten war.

Sie waren jedoch nicht die einzigen, die in der Nacht unterwegs waren: Drei dunkle Gestalten schritten lautlos durch den Wald n├Ârdlich der Stadt und w├╝rden in kurzer Zeit die Tore Acrelons erreichen.

 

F├╝r die Torw├Ąchter war es eine ruhige Nacht. Die B├╝rger der Stadt schliefen fest, und die Sterne strahlten auf die friedvolle Stadt hernieder. Die vier W├Ąchter h├Ątten schw├Âren k├Ânnen, da├č niemand die Stadt betreten oder verlassen hatte. Doch sie waren im Unrecht. Gleich f├╝nf Gestalten, in dunkle Umh├Ąnge gekleidet, ├╝berkletterten die hohe Stadtmauer, schlichen dicht an den Hausw├Ąnden durch die dunkelsten Gassen, vorbei an ahnungslosen Wachen, um einem Stadtbewohner einen Besuch zu machen, mit dem er mit Sicherheit nicht gerechnet hatte.

Es war noch vor Tagesanbruch, als Garth durch ein dumpfes Pochen an der T├╝r aus seiner Trauer gerissen wurde. Schnell wusch er die Tr├Ąnen aus seinem Gesicht und ├Âffnete, immer noch im Nachtgewand, die T├╝r. Ein Mensch, ein riesiger Mensch, bestimmt sieben Fu├č hoch, eingeh├╝llt in ein tiefblaues Gewand, stand davor. In seiner rechten Hand, die zwar knochig schien, aber dennoch von einer gro├čen Kraft beseelt war, trug der Fremde einen Stab. Eigentlich war es vielmehr eine lange Wurzel, die dem Mann als St├╝tze diente. Doch der Mann schien keine St├╝tze zu brauchen, er war ganz offensichtlich sehr kr├Ąftig und hatte eine Ausstrahlung die Garth die Sprache verschlug.

"Was ist Euer Begehr?" brachte er nach einigem Schlucken hervor, und er versuchte, so h├Âflich wie m├Âglich zu sein. Doch der Fremde antwortete nicht gleich, sondern ma├č Garth mit tiefgr├╝nen Augen von Kopf bis Fu├č, so da├č es ihm unter dem Blick ganz unbehaglich wurde.

"Du bist Garth Lothion!" stellte der Fremde fest.

"So ist es - doch wie ist Euer werter Name?" fragte Garth rasch zur├╝ck, um sich seine Verwunderung nicht anmerken zu lassen. Woher kannte der Riese ihn? Er hatte diesen Fremden noch nie in der Stadt gesehen, und als Waffenschmied kannte er so ziemlich jeden Mann in Acrelon. Doch der Unbekannte gew├Ąhrte Garth keine Antwort. Er stellte ihm sogar noch eine Frage:

"Wo ist Ila Rocklafor?"

"Ich wei├č es nicht", brachte Garth hervor, verwundert ├╝ber den Fremdling, der hier scheinbar jeden kannte, und vom Schmerz der Erinnerung an Ila getroffen. "Verbannt! Drau├čen vor der Stadt! Im Wald? Irgendwo da drau├čen! Allein..." Tr├Ąnen schimmerten in Garth' Augen.

"Diese Narren!" fauchte der Fremde, machte auf dem Absatz kehrt und verschmolz nach wenigen Schritten mit den Schatten der engen Stra├če.

Verwirrt sah Garth der merkw├╝rdigen Gestalt nach. 'Es gibt schon merkw├╝rdige Sachen. Mitten in der Nacht kommt schon jemand, der nach dem Aufenthaltsort von Ila fragt, uns Narren schimpft und dann mir nichts, dir nichts verschwindet. Es w├╝rde mich interessieren, wie er es geschafft hat, sich so gut in den Schatten zu verbergen. Schon auf der anderen Stra├čenseite konnte ich den Kerl einfach nicht mehr sehen! Seltsam.'

Garth schlurfte wieder in die K├╝che zur├╝ck, um sich endlich anzuziehen, als es, nun schon zum zweiten Mal in dieser Nacht klopfte. Mit einem mi├čf├Ąlligen Brummen, wandte sich Garth wieder der T├╝r zu und dachte:

'Wenn das nochmal der Riese von vorhin ist, werde ich ihm geh├Ârig die Meinung sagen! Narr! Ha!'

Schon einige wohlgew├Ąhlte Worte auf der Zunge, ri├č Garth die T├╝r auf und erstarrte. Es war nicht der Riese. Im Gegenteil, ein ziemlich dickes M├Ąnnchen von maximal vier Fu├č H├Âhe stand davor. H├Ątte es keinen Bart getragen, und w├Ąre es nicht so kr├Ąftig gewesen, h├Ątte man glauben k├Ânnen, ein kleiner Junge wollte Garth einen Streich spielen, doch dem war nicht so. Es war kein Streich, und der Junge war auch nicht jung; f├╝r menschliche Ma├čst├Ąbe war er sogar ziemlich alt. Sein Gesicht war rund, doch seine Z├╝ge scharf geschnitten. Die flinken schwarzen Augen musterten Garth ziemlich genau, und er kam sich ziemlich dumm vor, da er nun schon zum zweiten Mal angesehen wurde, als w├Ąre er einer der sagenhaften Druiden!

"Was willst Du, Kleiner?", fragte Garth nun weniger h├Âflich.

"Ein kleines Gespr├Ąch, werter Herr Lothion, wenn es Euch nichts ausmacht. Doch erlaubt, da├č ich mich zuerst vorstelle: Mein unbedeutender Name ist Forin! Ich m├Âchte nicht unh├Âflich sein, doch ich habe einen langen, schwierigen Weg hinter mir, und so erlaube ich mir die Frage, ob es wohl m├Âglich sei, unsere kleine Unterhaltung bei einem Krug Bier in Eurem Haus zu f├╝hren?" sprach der kleine Mann in einer klaren aber tiefen Stimme.

"Tretet ein, Meister Forin, und nehmt dort in der K├╝che Platz. Aus besonderen Gr├╝nden mu├č ich selbst f├╝r unser leibliches Wohl sorgen. Ich bitte daher, mich einen Moment zu entschuldigen."

Der Fremde nickte wohlwollend und Garth verschwand im Nebenraum, zog sich ein Gewand an, holte Bier und richtete darauf in der K├╝che ein kleines, aber kr├Ąftiges Fr├╝hst├╝ck. Dann eilte er, wieder zu dem freundlichen Gast zu kommen. Dieser sa├č inzwischen bequem am Tisch in der E├čecke und sein graubrauner Umhang hing auf dem Stuhl neben ihm. Garth stellte das Mahl auf den Tisch und sagte:

"Greift zu, Herr Forin, und seid mein Gast. F├╝hlt Euch wie zu Hause! Auch ich habe noch nichts gegessen, und so werde ich mir erlauben, mit Euch zusammen zu fr├╝hst├╝cken."

Er hob seinen Krug und trank einen kr├Ąftigen Schluck. Auf dem rauhen Gesicht des Fremden erstrahlte ein freundliches Lachen, und ohne weitere Worte verspeiste er das ihm angebotene Fr├╝hst├╝ck. Danach erhob auch er seinen Krug, murmelte eine Worte in einer rauhen, kehligen Sprache, die Garth v├Âllig fremd war, und trank in einem Zug aus. Forin hatte den ├╝berraschten Ausdruck bemerkt, den Garth machte, als er die Worte h├Ârte und erkl├Ąrte:

"Die Worte, die ich eben sprach, hei├čen ├╝bersetzt: M├Âge die Fahrt, die wir antreten, unter einem guten Stern stehen!"

Nun war Garth noch verwirrter als vorher und so fragte er:

"Welche Fahrt meint Ihr? Und wer geht auf Reisen?"

"Ihr!", meinte Forin, "und ich! Und zwei, drei Gef├Ąhrten!"

"Ich? Wie kommt Ihr darauf, da├č ich die Stadt verlassen will? Und wohin? Und was red' ich ├╝berhaupt, warum sollte ich fortgehen wollen?" rief Garth nun ver├Ąrgert. Doch Forin antwortete nicht gleich.

"Cramon hat Eure Frau verbannt! Ist Euch denn nicht klar, was für ein Unglück das ist? Nein, wahrscheinlich glaubt Ihr, sie war eine ganz normale Frau gewesen. Aber bei den Schwertern, sie war keine normale Frau, sie war Ila, oder Eâlaf, wie wir sie nennen. Wenn ein Wesen auf ganz Dawnia es nicht verdient hat, verbannt zu werden, da ist das Eâlaf!"

Garth war sehr verwundert ├╝ber die Worte Forins und fragte zaghaft:

"Wer seid Ihr, und was seid Ihr, da├č Ihr solche Worte sprecht?"

Da stand Forin auf und ein reich verziertes Schwert blinkte in der aufgehenden Sonne, die die ersten Strahlen durch das Fenster warf.

"Ich bin Forin, Sohn des Andulin und ein Freund des Emra, dem Rangerlord der Ranger von wei├čen Stein, der der Sohn von Emura Balidor ist. Ich bin Forin, der Abgesandte der Zwerge, die Emra und mich in Euer Land sandten, als wir erfuhren, da├č E├ólaf verbannt wurde. Ich bin Forin, der sich mit den Abgesandten der V├Âlker hier bei Euch treffen soll, um auf Sagamir zu warten, der unsere Gruppe leiten wird!"

Bei dieser Rede erstrahlte Forin f├Ârmlich, und eine w├╝rdevolle, k├Ânigliche Aura umgab ihn, und wahrlich, Forin stammte aus k├Âniglichem Gebl├╝t, denn als das alte Herrschergeschlecht ausgestorben war, wurde Emafur K├Ânig der Zwerge, dessen Sohn Emdulin II. wiederum Andurin zum Sohn hatte. Dieser trug damals den Namen "Der Kahle", denn er trug keinen Bart. Andurins Nachkomme war jedoch Andulin, Forins Vater!

Garth starrte den Zwerg entsetzt und ehrf├╝rchtig an und wu├čte gar nicht, wie er sich zu verhalten hatte, doch Forin setzte sich wieder und sein majest├Ątischer Ausdruck ging ein wenig verloren. Garth brachte ihm noch einen Krug Bier, und Forin nahm einen kr├Ąftigen Schluck. Mit einem gewinnenden L├Ącheln meinte dann der Zwerg:

"Garth, Ihr solltet mit uns nach Ila suchen! Denn sie ist nicht die Tochter von Noclaf Rocklafor, sie ist ja nicht mal ein Mensch, auch wenn Euch das zu glauben schwerf├Ąllt - und sie ist ├╝beraus wichtig f├╝r Dawnia. Ich bitte Euch, bewaffnet Euch und folgt mir, Sagamir und den anderen Gef├Ąhrten. Gemeinsam werden wir Ila finden und sie vor der Wildnis und den Schergen des Todes bewahren."

Garth, der nun vollends ├╝berzeugt war, da├č Forin nicht seine Ila meinen konnte und da├č hier nur ein gro├čes Mi├čverst├Ąndnis vorlag, seufzte erleichtert auf und begann, Forin zu erkl├Ąren, da├č Ila sehr wohl die Tochter von Noclaf Rocklafor sei, geboren am siebenundsiebzigsten Tag des Midjahres 546 der Zeitrechnung nach dem Krieg von Frau Emalinde Rocklafor. Sie war damals - f├╝r jeden sichtbar - schwanger gewesen, und sie gebar ein Kind, das sie bei der Taufzeremonie Ila nannte. Und diese Ila, seine versto├čene Frau, war daher genau wie ihre Eltern ein Mensch. Wenn ├╝berhaupt etwas geheimnisvolles an Ilas Geburt war, dann war das der pl├Âtzliche Tod Emalindes, die nur wenige Tage nach der Geburt starb. Doch seit der Geburt Ilas war sie bettl├Ągerig gewesen, und viele M├╝tter starben im Kindbett. Wenig sp├Ąter nahm dann Noclaf Malusa zur Frau, mit der er bis zu seinem Verschwinden zusammengelebt hat. Ila wu├čte nicht, da├č Malusa nicht ihre leibliche Mutter war, denn sie sorgte sich um Ila wie um ein eigenes Kind, und Ila liebte sie daf├╝r. Garth jedoch hatte dies alles von seinem Vater erfahren.

Forin h├Ârte Garth interessiert zu, und doch war er nicht zu ├╝berzeugen! Im Gegenteil, er begann nun seinerseits, Garth zu ├╝berzeugen:

"Wohl glaubt Ihr, was Ihr soeben gesagt habt, und wahrlich, es hat den Anschein, als sei dies alles so passiert! Doch ein guter Freund, der ehrenwerte Meister Emilorn, ein Kundiger in der Wissenschaft der Heilung, der, wie Ihr wi├čt, bei Ilas Geburt anwesend war" - Roff nickte zustimmend - "berichtete mir die merkw├╝rdige Begebenheit, wie ich sie nun Euch berichten werde:

Frau Emalinde war hochschwanger und nur noch wenige Tage von ihrer Niederkunft entfernt, als unerwartet ein gro├čer, alter Mann kam, ihr ein neugeborenes Kind brachte und sie bat, es als ihr eigenes anzunehmen. Zurecht sagte der Fremde, da├č es niemand wundern w├╝rde, wenn sie zwei Kinder geb├Ąre. Emalinde sah das Kind, und es war so voller Liebreiz, da├č sie es vom ersten Augenblick an so liebte wie ihr eigenes, das nur wenige Tage sp├Ąter das Licht von Dawnia erblickte. Noch an diesem Tage fand die Zeremonie der Namensgebung statt und Emalinde nannte das Kind Ila, wie es ihr von dem alten Mann aufgetragen worden war. Niemand merkte damals, da├č Emalindes eigenes Kind noch nicht geboren war, da sie kr├Ąnkelnd im Bett lag. Bei der Geburt ihres eigenen Kindes Dahliah jedoch starb sie. Dahliah wurde von Emilorn zu Pflegeeltern gebracht, die sich um sie k├╝mmerten. Im Gegensatz zu Ila wu├čte Dahliah jedoch von den Begebenheiten und von Ihrer Herkunft, und sie war es auch, die Ila den Beutel zuwarf, der sie hoffentlich mit dem n├Âtigsten versorgt, bis wir sie finden. Ila lebt noch, und sie darf nicht sterben, und wir haben die Aufgabe sie zu retten. Dahliah hat schnell reagiert und Sagamir und mich informiert und so werden wir noch heute aufbrechen, Ila zu suchen."

Nun sah Garth ein, da├č Forin recht haben k├Ânne, doch noch immer war ihm unklar, was denn an Ila so besonderes sei, da├č Wesen aus ganz Dawnia, an deren Existenz Garth nicht einmal geglaubt hatte, nach ihr suchen wollen.

Forin erkl├Ąrte:

"Ila ist eine Elbin! Sie ist jedoch nicht irgendeine Elbin, sie ist die Tochter von Famalar und Regun, den Herrschern des Elbenvolkes. Ila wurde von ihnen in Sicherheit gebracht, da vor zwanzig Jahren etwa zu ersten Mal wieder Orks in der N├Ąhe des Elbenforstes gesehen wurden und sich das B├Âse zuerst wieder regte. Ila wird einst das Szepter tragen und die Insignien der Macht erhalten, doch zun├Ąchst m├╝ssen die M├Ąchte des B├Âsen besiegt werden, die ihre Schatten wieder auf Dawnia werfen. Ausgerechnet jetzt ├╝bernimmt ein gewaltt├Ątiger Herrscher die sonst so ruhige und friedliche Stadt Acrelon und verbannt die Erbin der Elben! Wir m├╝ssen Ila finden und sie vor jeder Gefahr bewahren!"

"Wie sollen wir das tun? Nach Acrelon kann sie nicht mehr zur├╝ck; sie ist verbannt, und es w├Ąre Wahnsinn sie hierherzubringen!"

"Ihr habt recht, wir werden versuchen, Ila zu den Zwergen oder zu den Menschen im Bergland zu bringen. Doch nun packt Euer B├╝ndel und begleitet unsere Mission! Verge├čt nicht ein Schwert mitzunehmen, denn nicht ├╝berall ist man seines Weges sicher!"

Garth war sich zwar immer noch nicht im klaren, wie er helfen konnte, Ila zu finden, doch seine Entscheidung war l├Ąngst gefallen: Er w├╝rde alles unternehmen, seine Frau wiederzufinden, und wenn er damit auch mit Zwergen in die unbekannte Wildnis vor der Stadt gehen mu├čte. Er richtete also schnell einen warmen Umhang, zog ein gr├╝nes Gewand an, w├Ąhlte sein bestes Schwert und steckte einige Wurfmesser ein. Bepackt mit einem Beutel, in den er einen Schinken und ein Brot gewickelt hatte, stand er kurze Zeit sp├Ąter in der K├╝che, bereit, Abenteuern ins Auge zu sehen und just in diesem Moment heulte drau├čen ein Hund auf! Forin spitzte sofort die Ohren ging zur T├╝r und ├Âffnete leise. Eingeh├╝llt in dunkle Umh├Ąnge kamen dann zwei Leute herein. Doch dieses Mal wunderte er sich nicht mehr. Schnell stellte Forin die beiden vor:

"Werter Garth, dies sind zwei unserer Gef├Ąhrten! Die eine werdet Ihr vielleicht kennen, es ist Dahliah!"

Und wirklich, als sie ihre Kapuze vom Kopf zog, erkannte Garth sie, denn sie war eine Freundin von Ila gewesen!

"Willkommen, Dahliah!", begr├╝├čte er sie.

"...und dies ist der Vertreter des kleinen Volkes, Will Brandybock aus dem Auenland!"

'Ein Hobbit!', dachte Garth und sah verwundert auf den kleinen Kerl, der sich gerade verbeugte und sprach:

"Es ist mir eine Ehre, Euch auf dem Abenteuer begleiten zu d├╝rfen, werter Herr Lothion!"

"Seid auch Ihr willkommen in meinem Haus, Herr Brandy..."

"Nennt mich Will, Herr Lothion!" fiel ihm der Kleine ins Wort.

Garth lachte froh und nicht zuletzt aus Verwunderung ├╝ber die gro├čen F├╝├če des Hobbit, die keine Schuhe trugen. Sie waren dicht mit Haaren bewachsen und Garth vermutete v├Âllig zu recht, da├č bei den Hobbits Schuhe ├╝berfl├╝ssig waren. ├ťberhaupt war Will seltsam bekleidet: braune Hosen, ein gelbes Hemd und dar├╝ber ein seltsamer Mantel, dessen Farbe Garth gar nicht bestimmen konnte. Auf jeden Fall pa├čte alles irgendwie nicht zusammen und sah lustig aus.

Doch was Will und Dahliah zu berichten hatten, war nicht lustig, Forin war im Gegenteil sehr gesorgt und mahnte zur Eile.

Der Hobbit hatte auf seinem Weg Orks bemerkt, die das Wappen der Stadtwache auf ihren M├Ąnteln trugen. Garth best├Ątigte schnell, da├č in Acrelon noch nie Orks gewesen w├Ąren und schon gar nicht in der Stadtwache. Alles hatte den Anschein, als sei F├╝rst Cramon ein B├╝ndnis mit den M├Ąchten des B├Âsen eingegangen und die Orks gehorchten seinem Befehl. Das bedeutete f├╝r die Menschen ein schlimme Entwicklung, vor allem jedoch f├╝r die n├Ąchsten Verwandten von Ila. Die Zeit wurde knapp, und Garth schwebte in h├Âchster Gefahr, und so brachen die Gef├Ąhrten auf und verlie├čen das Haus durch die Hintert├╝r, die durch die Schmiede ins Freie f├╝hrte. Gerade waren sie in der n├Ąchsten Gasse verschwunden, als ein k├Âniglicher Trupp Orks die T├╝r von Garth Haus aufbrach und vor Wut aufheulten, als sie das Haus verlassen vorfanden. Garth lief ein eisiger Schauer ├╝ber den R├╝cken, und seine Rechte ruhte auf dem Griff seines Schwertes! Kurze Zeit sp├Ąter ├╝berkletterten sie unbemerkt die Stadtmauer und verschwanden im Nebel, der ├╝ber den Feldern lag.

Ende des vierten Kapitels
to be continued...


Heinz-G├╝nter Weber

"Die Sagen von Dawnia" im ├ťberblick:
"Die Sagen von Dawnia" – UNDERGROUND EMPIRE 1-"Die Sagen von Dawnia"-Artikel
"Die Sagen von Dawnia" – UNDERGROUND EMPIRE 2-"Die Sagen von Dawnia"-Artikel
"Die Sagen von Dawnia" – UNDERGROUND EMPIRE 3-"Die Sagen von Dawnia"-Artikel
"Die Sagen von Dawnia" – UNDERGROUND EMPIRE 4-"Die Sagen von Dawnia"-Artikel
"Die Sagen von Dawnia" – UNDERGROUND EMPIRE 5-"Die Sagen von Dawnia"-Artikel
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