UNDERGROUND EMPIRE the ONLINE EMPIRE-Titel
  UE-Home → History → Underground Empire 3 → Interview-├ťbersicht → MARSHALL LAW (GB)-Interview last update: 04.07.2020, 00:03:53  

”UNDERGROUND EMPIRE 3”-Datasheet

Contents:  MARSHALL LAW (GB)-Interview

Date:  1990 (created), 15.02.2010 (revisited), 04.03.2012 (updated)

Origin:  UNDERGROUND EMPIRE 3

Status:  published

Task:  from paper to screen

Availability:  original printed issue sold out! Several later issues still available; find details here!

Comment:

An diesem Abend sollte letzten Endes noch die Basis f├╝r das BLITZZ-Livereview entstehen - weitere Infos in den entsprechenden "Extra-Infos".

Dar├╝ber hinaus bin ich auch heute noch mit den Livephotos, die ich an diesem Abend von MARSHALL LAW geschossen habe, sehr zufrieden - obgleich sich meine diesbez├╝glichen Anspr├╝che in den letzten Jahren enorm gesteigert haben, so da├č es hier noch ein zus├Ątzliches Photo gibt, das in der Printausgabe nicht zu sehen gewesen war. Ich denke, man sieht auf den Shots sehr gut, wie energiegeladen die Briten damals auf der B├╝hne zur Sache gingen. Kein Zweifel: MARSHALL LAW waren sehr fr├╝h auf ihrem H├Âhepunkt angelangt! Denn: Die Combo war nie wieder so gut wie auf ihrem Debut, das im Jahr zuvor erschienen war! Da die Band zudem von etlichen Besetzungswechseln geplagt wurde, sollte sie nie jenen Erfolg erreichen, den man ihnen aufgrund ihres fulminanten Starts prophezeit - und rundum geg├Ânnt! - hatte.

Supervisor:  Stefan Glas

 
 

MARSHALL LAW (GB)-Logo

MARSHALL LAW (GB)-Bandphoto 1

Chaos total! Eigentlich hatte ich ohnehin schon die Hoffnung aufgegeben, da├č ich MARSHALL LAW auf ihrer Tour mit THUNDERHEAD und BLITZZ sehen w├╝rde, da f├╝r mich der n├Ąchstgelegene Gig im knapp 200 Kilometer entfernten Kehl stattfand. Au├čerdem befand ich mich zu dieser Zeit gerade auf gro├čen Deutschlandtrip, was die Chancen gleich nochmal reduzierte. Es sollte anscheinend nie klappen, da├č ich ein Interview mit dieser Klasseband f├╝rs UNDERGROUND EMPIRE machen w├╝rde - doch dazu sp├Ąter mehr. Durch eine unglaubliche Aufh├Ąufung von Zuf├Ąllen sah ich MARSHALL LAW dann doch und zwar in Hannover, wo sie mich derma├čen vom Hocken knallten, da├č ich mich entschlo├č, obwohl meine Fragen im 500 Kilometer entfernten Ramstein lagen, dennoch ein Interview mit den Jungs zu f├╝hren. Ohne Backstagepa├č leichter gesagt als getan! Der Bassist von BLITZZ schleuste mich jedoch mit List und T├╝cke backstage (nochmals recht herzlichen Dank daf├╝r!), wo ich mich sofort auf MARSHALL LAW st├╝rzte. Kurze Zeit sp├Ąter war dann S├Ąnger Andy prepared, um ein Interview zu geben - dummerweise ich nicht so ganz, da ich, wie erw├Ąhnt keinerlei Fragen dabei hatte, au├čer den drei oder vieren, die mir spontan eingefallen waren. Also fragte ich frei von der Leber weg, was mir gerade so einfiel. Ich bitte daher zu entschuldigen, da├č dieses Interview wie Kraut und R├╝ben durcheinander, will hei├čen absolut unstrukturiert, wirkt.

Eigentlich ist das bereits mein vierter Versuch, mit Euch ein Interview zu machen. Als wir uns vor gut eineinhalb Jahr im "Marquee" in London trafen (siehe auch UNDERGROUND EMPIRE 1 - Red.) vereinbarten wir schon ein Interview. Also schickte ich meine Fragen an Euren Manager, doch ich erhielt keine Antwort. Also schrieb ich etwa ein halbes Jahr sp├Ąter einen weiteren Brief und erhielt verz├Âgert einen Antwortbrief von Dir, in dem Du mir geschrieben hast, da├č Du gerne das Interview machen w├╝rdest. Etwas verwundert schickte ich also nochmals meine Fragen an Euren Manager und erhielt abermals keine Antwort. Als dann Eure LP erschienen war, versuchte ich ├╝ber Eure Plattenfirma ein Interview zu vereinbaren, doch auch dieser Versuch ging in die Hose. Beim vierten Anlauf hat es nun geklappt, aber auch nur mit sehr viel Gl├╝ck. Dennoch w├╝rde ich gerne wissen, was da zuvor schiefgelaufen ist.

Das ist ganz einfach: Du hattest die Adresse unseres alten Managers. Er hat die Post, Interviews, oder sonstiges nicht an uns weitergeleitet oder nur ganz vereinzelt. Wir haben uns allerdings schon lange von ihm getrennt.

Jetzt wird mir einiges klarer. So ist dann auch zu erkl├Ąren, warum der geplante Demovertrieb nie zustandekam! Euer alter Manager hatte mir die Zusage erteilt, da├č ich Euer Demo vertreiben k├Ânne. Da etwa zum gleichen Zeitpunkt Redaktionsschlu├č von UNDERGROUND EMPIRE 1 war, nahm ich Euer Demo in unsere Vertriebsliste mit auf, erhielt jedoch nie irgendwelche Demos von ihm. Jetzt bin ich aufgekl├Ąrt! Doch nun genug Erkl├Ąrungen in eigener Sache. Wollen wir lieber mal zum Interview kommen!
Warum habt Ihr live ÔÇ║Electric EyeÔÇ╣ von PRIEST gecovert? Ich h├Ątte es sinnvoller gefunden, wenn Ihr stattdessen noch einen eigenen Song wie beispielsweise ÔÇ║Future ShockÔÇ╣ gespielt h├Ąttet?

Das Problem ist, da├č wir auf dieser Tour gro├čteils mit Leuten konfrontiert sind, die MARSHALL LAW nicht kennen. Also spielen wir einen Song, der ihnen bekannt ist und mit dem sie sich identifizieren k├Ânnen.

Dennoch sehe ich dadurch das Problem, da├č manche Euch dann als JUDAS PRIEST-Kopie abstempeln, da doch eine ├Ąhnliche musikalische Richtung wie PRIEST eingeschlagen habt.

Es gibt eine Parallele zwischen PRIEST und uns, da wir beide aus Birmingham kommen und somit im gleichen Umfeld aufgewachsen sind. Aber musikalisch, besonders wenn Du Dir die neuen Songs anh├Ârst, gibt es keine ├ähnlichkeiten mit PRIEST. Eigentlich m├╝├čte man sogar sagen, da├č sich PRIEST inzwischen wieder der Musikart zugewendet haben, die wir schon seit Jahren machen - heavy und powervoll.

MARSHALL LAW (GB)-Bandphoto 2

Es gibt in England gro├če soziale Probleme, weil es sehr viele reiche Leute gibt und sehr viele arme Leute, w├Ąhrend man den Mittelweg nur sehr selten findet. Ich habe geh├Ârt, da├č gerade in Eurer Heimatstadt Birmingham dieses Problem sehr stark sein soll.

Ja, exakt, und das h├Ąngt viel mit der Politik von Margaret Thatcher zusammen. Au├čerdem gibt es in England eine starke Trennung zwischen dem Norden und dem S├╝den. Der S├╝den ist relativ reich, w├Ąhrend der Norden verh├Ąltnism├Ą├čig arm ist.

Es gibt auch ein starkes Rassenproblem.

Das ist schon richtig, aber eigentlich nicht st├Ąrker als sonst irgendwo. Es gibt sicherlich in London oder Birmingham Gebiete, in denen nur schwarze Menschen leben. Ich selbst wohne beispielsweise in einem schwarzen Gebiet, aber es gibt keine Probleme deswegen.

Eine weitere Sache, die in England oft auff├Ąllt sind die Fu├čball-Hooligans...

Das wollte ich gerade sagen. Diese neonazistischen Str├Âmungen sind meist bei diesen Fu├čball-Hooligans zu finden.

Mich hat schon von Beginn an interessiert, warum Ihr Handschellen in Eurem Logo verwendet.

Das war schon von Anfang an so, weil ich Handschellen an meinem Stageoutfit habe. Wir dachten, es sei ein gutes "Gimmick", und au├čerdem wollten wir die Sache recht einfach halten, so da├č sich die Leute damit identifizieren k├Ânnen. Die Handschellen sollen ein einfaches Symbol sein, mit dem unser Bandname verdeutlicht wird.

Ich will jetzt mal einen Schritt in die Vergangenheit machen, zu dem Zeitpunkt als wir uns im letzten Jahr im "Marquee" trafen. Wie war das f├╝r Euch vom Special Guest zum Headliner aufzusteigen?

Es war super. Wir spielten das erste Mal im "Marquee" und dann gleich als Headliner. Sas war eine ganz sch├Âne Herausforderung f├╝r uns, aber es hat tierisch Spa├č gemacht!

Na ja, Ihr hattet damals ja das entsprechende Training, da Ihr gerade eine Tour absolviert hattet.

Ja, wir kamen damals gerade von einer kleinen selbstorganisierten Englandtour und der Auftritt im "Marquee" war unser Abschlu├čgig.

Ihr habt bei diesem Gig viele super Songs gespielt, die nicht auf der LP stehen. Wollt Ihr die nicht mal ver├Âffentlichen?

Ich glaube nicht. Es sind einfach die Songs, die zu dieser Zeit aktuell waren, aber heute out of time sind. Wir haben inzwischen eine Menge neues Material.

Auf der B├╝hne tragt Ihr ausschlie├člich Lederklamotten. Das sieht verd├Ąchtig nach einem Konzept aus. Ist es eins?

Wir wollten unser Outfit einfach und doch effektiv halten. Wir haben kein Verm├Âgen f├╝r neue B├╝hnenklamotten ausgegeben und doch wirken wir wie eine Einheit, und es sieht professionell aus.

MARSHALL LAW (GB)-Bandphoto 3

Du hast vor einiger Zeit mal hier in Hannover gelebt und bei VIVA gesungen. Welche Erinnerungen hast Du an diese Zeit?

Hey, gibt es wirklich Leute, die sich noch daran erinnern! Ich war etwa drei bis vier Monate Mitglied von VIVA. Die Songs waren aber nicht so stark, und ich konnte mich auch nicht richtig damit anfreunden. Wir h├Ątten dann sollen mit URIAH HEEP auf Tour gehen, was sich aber zerschlug. Allm├Ąhlich merkte ich, da├č ich meine Zeit verschwendete und ging zur├╝ck nach England.

Ihr habt heute abend ein neues Lied gespielt, das mir sehr gut gefallen hat. Was kannst Du zum neuen Material sagen?

Die neuen Songs werden heavier und schneller sein, aber dennoch gute Hooklines besitzen. Ich denke, sie werden zeigen, da├č MARSHALL LAW sich von diesem PRIEST-Image, das uns die ganze Zeit zugesprochen wurde, gel├Âst haben.

Ich habe mal eine Theorie aufgestellt, der zufolge in England eine Welle mit vielen guten neuen Bands im Kommen ist. Wie siehst Du das als "Beteiligter"? Hast Du ├Ąhnliche Erfahrungen gemacht?

Es mag eine leichte Str├Âmung geben, aber ich glaube nicht an eine zweite Welle des Heavy Metals, denn England ist ein Popland. Es gibt sicher einige gute Bands, die aufsteigen werden, und ich hoffe, da├č MARSHALL LAW dazu geh├Âren.

Mir gehen jetzt die Fragen aus, daher m├Âchte ich bekannterma├čen zum Abschlu├č noch folgendes los werden: Warum macht Ihr Musik und welche Bedeutung hat sie f├╝r Euch?

Musik ist etwas, das jeder von MARSHALL LAW liebt. Wir hoffen, da├č es viele Leute gibt, die glauben, da├č MARSHALL LAW ein Band sind, die Anerkennung verdient. An diesem Punkt m├Âchte ich mich bei all Euren Lesern bedanken, die uns unterst├╝tzen und auch besonders Dir danken, der Du MARSHALL LAW am Anfang geholfen hast.

Damit war ich mit meiner Weisheit nun wirklich am Ende. F├╝nf Minuten sp├Ąter fielen mir nat├╝rlich wieder Tausende weiterer Fragen ein, aber wir m├╝ssen uns eben mit diesen hier begn├╝gen.
Ich m├Âchte hier nur nochmals unterstreichen, da├č diese am Anfang erw├Ąhnten seltsamen Sachen nicht die Schuld der Band war, sondern der Fehler allein beim Ex-Manager war. Ich m├Âchte verhindern, da├č ein falsches Licht auf diese sympathische Band f├Ąllt. Ich sprach sp├Ąter in der Hannoveraner Heavy-Kneipe "Fledermaus" (Hi Evelyn! - Red.) nochmals mit Andy ├╝ber dieses Thema, und er legte die Angelegenheit nochmals detailliert dar.

http://www.marshalllaw.co.uk/

Vorbereitung & Interview:
Oliver Hahn + Stefan Glas

Bearbeitung:
Stefan Glas

Photos: Stefan Glas

MARSHALL LAW (GB) im ├ťberblick:
MARSHALL LAW (GB) – Marshall Law (Re-Release)
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MARSHALL LAW (GB) – News vom 19.05.2000
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Playlist: MARSHALL LAW (GB)-Album »Warning From History« in "Jahrescharts 1999" auf Platz 7 von Gerald Mittinger
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VIVA (D, Hannover) – News vom 19.04.2007
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