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”UNDERGROUND EMPIRE 3”-Datasheet

Contents:  HELLION RECORDS-''Über-, Ein-, Durchblick''-Artikel

Date:  September 1990 (created), 26.11.2009 (revisited), 06.11.2016 (updated)

Origin:  UNDERGROUND EMPIRE 3

Status:  published

Task:  from paper to screen

Availability:  original printed issue sold out! Several later issues still available; find details here!

Comment:

HELLION RECORDS ist schon längst in deutlich größere Räumlichkeiten umgezogen, so daß wir hier - ebenso wie beim METAL HAMMER-Beitrag - die aktuelle Adresse angegeben, denn im alten Laden werden mittlerweile - zumindest als ich vor Jahren zum letzten Mal vorbeigefahren war - Klamotten verkauft...

Supervisor:  Stefan Glas

 
 

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HELLION RECORDS-Logo

Der HELLION RECORDS-Vertrieb dürfte eigentlich den meisten unter Euch ein Begriff sein. Nun hat Jürgen Hegewald auch einen Plattenladen eröffnet, der besonders für Insider sehr interessant ist. Auf meiner kleinen "Deutschlandtour" folgte ich Jürgens Einladung und fand mich in Itzehoe ein. Natürlich nutzte ich die Gelegenheit, ein Interview mit Jürgen und den Angestellten im Laden, Roland und Ralf, zu führen.

HELLION RECORDS-Mitarbeiter: Ralf, Chef Jürgen, Roland

Jürgen, wie bist Du in diese ganze Sache reingekommen?

Ich habe etwa 1979 als Fan angefangen, als ich mir Platten in England bestellt habe und da gleichzeitig für andere mitbestellte. Ich gab dann in den damaligen Fanzines, wie MUSIC NEWS, das später zu DESASTER wurde (Nicht zu verwechseln mit der HOLY MOSES-Promotion-Zeitung, die seit einiger Zeit die Runde macht! - Red.), Kleinanzeigen auf und erhielt dadurch auch gleich etwa 50 bis 100 Kunden. 1983 kam dann der US-Boom und dementsprechend ist alles gewachsen. Heute ist HELLION RECORDS der größte Heavy-Vertrieb Europas.

Wie bist Du auf die Idee gekommen, den Laden zu eröffnen?

Der Laden ist seit dem 5. März 1990 offen, und es ist die Verwirklichung einer Idee, die ich schon lange hatte. Als ich diesen Raum angeboten bekam, entschloß ich mich, die Sache mal zu wagen, und es läuft recht gut momentan. Es gibt inzwischen Leute, die extra aus der Schweiz oder Süddeutschland hierher kommen.

Inwiefern hatte "Shades" in London Vorbildcharakter für den Laden?

"Shades" ist sicher ein Ideengeber gewesen. Ich habe eigentlich die Sachen, die mir in anderen Läden gut gefielen, hier kombiniert. So kamen dann beispielsweise die T-Shirt- und Picture-Disc-Wand zustande.

Seit wann kannst Du von HELLION RECORDS leben?

Davon leben kann ich sicher schon seit fünf Jahren, gut leben seit etwas weniger. Man muß aber auch sagen, daß die ganze Sache mit sehr viel Arbeit verbunden ist.

Ganz zu Anfang hattest Du mit dem Fanzine METAL PROPHECY zusammengearbeitet - so bin ich nebenbei auch auf Dich gestoßen. Wie bist Du in Kontakt mit diesen Leuten gekommen?

Ich kannte Thomas Schuhmacher, den Herausgeber des METAL PROPHECY, schon ziemlich lange, und wir telefonierten auch sehr oft miteinander. Er hatte die Idee, ein Fanzine zu machen, und ich sagte ihm Unterstützung zu. Irgendwann hat er dann wirklich das METAL PROPHECY herausgebracht, und das Ergebnis ist mehr als erfreulich geworden. Leider ist er inzwischen ganz aus der Szene raus, wodurch ein wirklich fähiger Mann verlorengegangen ist. Ich arbeite auch heute noch gerne mit Fanzines zusammen, weil ich nie vergessen werde, wer mir geholfen hat, die ganze Sache aufzubauen.

Warum hast Du den Vertrieb und jetzt auch den Laden HELLION RECORDS genannt? Es gibt schließlich diese Band gleichen Namens!

Das hat nichts mit der Band zu tun. Der Name klingt einfach gut und ist einprägsam. Alle anderen Namen, die ich mir überlegt hatte, gefielen mir nicht so sehr.

Der Name existiert aber erst seit ein, zwei Jahren, denn zu Anfang nannte sich das Ganze noch "THE METAL SPECIALIST".

Ja, damals war es auch noch total in der Untergrundszene, und ich hatte noch Kontakt zu jedem meiner Kunde und sei es nur brieflich. Mittlerweile ist das durch die Masse nicht mehr möglich.

Ich wollte schon immer etwas zu Deiner "Megaliste" loswerden...

Ja, ich weiß, die sind chaotisch. Bei unserem großen Angebot ist es eine fast nicht zu bewältigende Arbeit, alles alphabetisch zu ordnen. Daher sehen wir die Megalisten mehr als Nachtragslisten, die grob kategorisiert sind. Wir könnten natürlich auch einen tollen Vierfarbkatalog machen, aber diese Kosten müßte im Endergebnis wieder der Kunde tragen.

HELLION RECORDS: die Picture-Disc-Wand im Laden

Worauf liegt im Laden der Schwerpunkt? Fanzines und Demos dürften da nur am Rande eine Rolle spielen.

Na ja, wir haben von LETHAL über 200 Demos verkauft, und auch von OLIVER MAGNUM oder REALM haben wir große Stückzahlen verkauft. Demos sind inzwischen echt ein Faktor, weil die Marktlücke existiert. Es gab da schon einige Leute, wie BLESSED FORCE, die einen solchen Demovertrieb machten, aber das war wohl nur halbherzig. Wenn man das richtig macht, dann ist der Kundenkreis da. Wir verkaufen auch im Laden immer wieder Demos. Natürlich mußten wir uns für den Laden etwas umstellen, weil wir auch die ganzen Standardsachen vorrätig haben müssen.

Mich würden die Impressionen von Euch beiden, die Ihr in diesem Laden angestellt seid, interessieren!

Ralf: Ich hab zuvor in einem normalen Plattenladen gearbeitet, und dort wurde alles total anders gemacht, und es lief eigentlich nichts so richtig. Insofern hat man hier einen großen Fortschritt gemacht, zumal ich auch bevorzugt diese Musikrichtung höre.

Roland: Ich habe früher an einem T-Shirt-Stand in Kiel gearbeitet, der nur mit Metal-, Rock- und Pop-T-Shirts gehandelt hat. Deswegen wollte mich Jürgen für den Laden, damit ich mich primär um die T-Shirts kümmere. Ich muß sagen, daß ich hier sehr glücklich bin, wenn ich manchmal nicht so sehr mit den T-Shirt-Verkäufen zufrieden bin.

Wenn ich einen Blick in den Laden werfe, dann muß ich sagen, daß er doch recht klein ist. Platzprobleme?

Tauchen allmählich auf! Ich habe allerdings die Erfahrung gemacht, daß es besser ist, einen kleinen Laden zu haben, der total vollgerammelt ist, denn da fühlen sich die Leute irgendwie wohl. Das ist hier der Fall, daß konzentriert viele Sachen vorhanden sind und wenn man alles durchschauen will, geht man nicht nach einer Stunde wieder raus!

Du hattest ja auch ein Label mit dem gleichen Namen, auf dem Du die Maxi von NOT FRAGILE veröffentlicht hattest. Was wird sich in Zukunft auf dem Label abspielen?

Ich hatte NOT FRAGILE eine zeitlang gemanagt, und die Gruppe hatte gute Stücke, aber es klappte mit ihrem Label nicht besonders. Also entschloß ich mich, die Maxi selbst herauszubringen. Ansonsten ist allerdings momentan nichts geplant. Ich würde allerdings gerne SAHARA rausbringen, nur da kommt einfach nichts von der Band. NOT FRAGILE haben eine zweite Platte aufgenommen, die auch sehr gut geworden ist, aber der Typ, der die Produktionskosten bezahlt hatte, schafft es einfach nicht, diese Platte herauszubringen.

Okay, Jürgen, was willst Du noch loswerden?

Ich möchte eigentlich betonen, daß ich nach wie vor Fan bin und auch aus diesem Grunde möchte, daß der Laden bekannter wird, weil ich denke, daß wir einem Heavy-Freak doch einiges bieten können. Mir geht es nicht allein ums Geld, auch wenn mir das niemand glauben wird. Ich habe beispielsweise Demos von geilen Bands vertrieben, auch wenn ich nichts daran verdiente. Ich persönlich entdecke immer wieder gerne Bands wie STEEL PROPHET, und da freu' ich mich echt dabei.

Ja, ich denke, daß man in diesem Laden wirklich einiges finden kann. Ich persönlich habe jedenfalls kräftigst zugeschlagen! Wenn Ihr mal in der Nähe seid, dann solltet Ihr HELLION RECORDS unbedingt einen Besuch abstatten! Der Laden öffnet morgens um 11.00 Uhr und ist bis zu den normalen Geschäftschlußzeiten geöffnet.

http://www.hellionrecords.de/

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Stefan Glas

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