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Auch wenn es bislang nur recht wenige Bands aus Kroatien geschafft haben, auch überregional bekannt zu werden, sollte man die dortige Metal-Szene keineswegs unterschätzen. Formation wie STIMULANS, die vor einigen Jahren mit einem feinen Demo und melodischem Metal aufhorchen haben lassen, oder die wesentlich heftiger agierenden DEAD WITHIN könnten - bei akzeptabler businesstechnischer Unterstützung - mittlerweile problemlos auf internationalem Parkett agieren.

RISING DREAM, die mit »Failed Apocalypse« ihr Debutalbum präsentieren, zählen für mich auf jeden Fall zu einem international achtbaren Act, denn sie haben fraglos das Zeug dazu, weit über ihre Grenzen hinaus reüssieren zu können. Die Tatsache, daß es diesen Jungs in der Heimat bereits vergönnt war, Support-Shows für Bands wie DEEP PURPLE, URIAH HEEP, HELLOWEEN, HAMMERFALL, SEPULTURA und SLAYER zu absolvieren, spricht wohl Bände, noch viel beeindruckender aber ist wohl die Tatsache, daß IRON MAIDEN diese Jungs für ihre Show in Split im August dieses Jahres persönlich als Opener engagiert haben.

Wie genau man als Band zu einer solchen Ehre kommt, entzieht sich zwar meiner Kenntnis, sollten es RISING DREAM jedoch damit geschafft haben, ihr aktuelles Werk in irgendeiner Form in unmittelbare Nähe der Lauschlappen der Kollegen Dickinson und Co. zu bugsieren, wäre alles weitere nicht mehr verwunderlich. Das Sextett weiß auf »Failed Apocalypse« nämlich mit einer sehr ausgewogenen Melange aus unterschiedlichen Zutaten zu überzeugen, die nicht nur die Klasse der Band dokumentiert, sondern aufgrund der Variabilität auch das Engagement vor dermaßen stilistisch unterschiedlich agierenden Bands spielen zu können wie den genannten.

Gleich im eröffnenden Titelsong liefern die Kroaten einen zündenden Mix aus Power Metal, klassisch intoniertem Heavy Metal und einer satten Dosis Progressive Metal, der sich gewaschen hat. Aufgrund der mitunter recht dunkel anmutenden Stimme von Josip Ruic kommen mir dabei die frühen EVERGREY in den Sinn, auch wenn das Timbre und die Ausdrucksstärke von Tom Englund noch nicht erreicht werden kann. Dafür weiß Josip, seine Stimme sogar ein wenig facettenreicher einzusetzen und kommt sogar mit Grunts daher, die das Stück perfekt abrunden. In ähnlicher Machart gehen die Jungs über die gesamte Spielzeit los. Immer wieder werden von der Band Stilistiken und Genres buntgemischt, ohne jedoch dabei den berühmten "roten Faden" zu verlieren und auch ohne sich selbst dabei zu kopieren. Viel eher sollte jeder Freund von metallischen Klängen, der sich nicht unbedingt nur im extremen Metal-Bereich heimisch fühlt, RISING DREAM etwas abgewinnen können. Die Instrumentalisten wissen auf dem Album ebenso zu überzeugen, wie ihr Kompagnon am Mikro, spieltechnisch sind die Burschen definitiv über jeden Zweifel erhaben, und zugleich beweisen sie, daß sie es nicht notwendig haben, sich penetrant in den Vordergrund zu solieren. Direkte Vergleichsmöglichkeiten sind zwar eher schwierig, dingfest zu machen, doch zumindest einige große Namen vermag ich schon herauszuhören. Neben IRON MAIDEN (Harmoniegitarren) sind das vor allem ICED EARTH (einige der Gesangsmelodien hätten auch perfekt zur Stimme von Matt Barlow gepaßt), aber auch SAVATAGE sollten nicht unerwähnt bleiben, da vor allem die Phase mit Zak Stevens mit Sicherheit nicht spurlos an RISING DREAM vorübergezogen ist. Aufgrund der Vielschichtigkeit und den mitunter recht eigenwilligen, progressiven Zutaten muß ich desöfteren auch an ähnlich eigenständig klingende Formationen wie beispielsweise TREASURE LAND denken, die sich in ihrer Blütephase ebenso zwischen alle Stühle gesetzt hatten, aber es dennoch verstanden, den "Sesselkreis" zu schließen. Für ›Dreams Come True‹ haben sich die Jungs in Melissa Ferlaak (ex-VISIONS OF ATLANTIS) zudem auch noch eine Gastsängerin ins Boot geholt. Das Gesangduo Ferlaak/Ruic kommt in besagter, symphonisch angelegter, in der Nähe von alten KAMELOT anzusiedelnder Nummer verdammt gut zur Wirkung und läßt diese zu einem weiteren Highlight gedeihen. Der Band selbst scheint es dieser Track dermaßen angetan zu haben, daß sie ihn uns als Abschluß nochmals präsentieren. Die Akustik-Version kommt jedoch bei weitem nicht so imposant rüber wie das "Original", auch wenn von schwach hier keine Rede sein kann.

Ausfälle gibt es definitiv nicht zu vermelden, vielmehr wissen RISING DREAM, sowohl im gefühlvoll intonierten Bereich - wie dem akustisch eingeleiteten, emotionsgeladenen Instrumental ›Transcend‹ - ebenso zu überzeugen wie im heftigeren Bereich. Vor allem der Uptempo-Banger ›Voice Of Gods‹, mit dem sich die Jungs in Richtung SYMPHONY X begeben, stellt sich als weiteres Glanzlicht heraus. Zum einen wissen die Gitarristen Josko Barbir und Goran Paleka hier, mit dezenten orientalischen, ein wenig an die türkischen PENTAGRAM (MEZARKABUL) erinnernden Melodien aufzuwarten und bringen eine weitere Facette ins Gesamtbild, zum anderen ist es einmal mehr Josip, der zu imponieren weiß. Sein beinahe bösartiger Gesang in diesem Track kommt noch ein wenig aggressiver rüberkommt als Russel Allen auf »Paradise Lost«, die eingestreuten Grunts lassen mitunter sogar an melodischen Death Metal denken, doch dieser kommt nicht nur hier, sondern auf »Failed Apocalypse« auch in Summe maximal in Spurenelementen vor.

Als Fazit läßt sich für »Failed Apocalypse« schlicht und ergreifend feststellen, daß RISING DREAM damit ein wahres Schmuckstück abgeliefert haben, mit dem es den Kroaten definitiv nicht nur in der Heimat gelingen wird, neue Fans zu gewinnen.

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Walter Scheurer

RISING DREAM im Überblick:
RISING DREAM – ONLINE EMPIRE 40-"Rising United"-Artikel
RISING DREAM – News vom 17.02.2010
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