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Ganze zehn Jahre mußte die Fangemeinde warten, ehe ihr die australischen Thrasher von MORTAL SIN abermals mit einem Studioalbum die Ehre er­wie­sen haben. Die Erwartungen waren logischerweise riesengroß, schließ­lich konnte sich die Formation mit ihren ersten beiden Scheiben »Mayhemic Destruction« (1986) und »Face Of Despair« (1988) unzĂ€hlige Fans erspielen und hatte dadurch auch den Ruf als "Australiens Antwort auf METALLICA" inne.
Nach diesen beiden Hammeralben und erfolgreich absolvierten Tourneen mit METALLICA, FAITH NO MORE und TESTAMENT war leider zunĂ€chst einmal Chaos angesagt. Was folgte war nĂ€mlich keineswegs der Durchbruch, sondern massive Streitereien, Line-up-Probleme und Umbesetzungen, so daß in weiterer Folge Bassist Andy Eftichiou alleine das Ruder ĂŒbernahm und mit einer völlig neuen Mannschaft am Start war. Das wiederum fĂŒhrte zu weiteren Unstimmigkeiten mit seinen ehemaligen Bandkumpanen. Dennoch erschien im Jahre 1991 »Every Dog Has Its Day«, ein Album, das zwar keinesfalls schwach ausgefallen war, allerdings im Vergleich zu den ersten beiden MORTAL SIN-Scheiben dennoch nicht mithalten konnte. Die im Jahre 1998 in Australien aufgelegte »Revolution Of The Mind«, die einige unveröffentlichte Tracks und die Highlights der ersten beiden Alben in neuen Versionen enthielt, brachte die Band abermals ein wenig ins Gerede, zumal mit SĂ€nger Mat Maurer zumindest ein weiteres Originalmitglied wieder an der Seite von Andy war. Doch danach war Stille angesagt, und erst 2004 machten MORTAL SIN mit einer bei der Reunionshow mitgeschnittenen Live-DVD erneut von sich reden. 2005 schließlich folgte ein Demo. Dieses sollte nicht nur hinsichtlich der Musik eine eindeutige RĂŒckbesinnung auf den melodiösen Thrash Metal der ersten Scheiben sein, sondern zudem auch das erste Lebenszeichen der nunmehr noch immer aktuellen Besetzung der Truppe. Neben den Herren Maurer und Eftichiou zĂ€hlen seit jenem Demo, das ĂŒbrigens auch die auf »An Absence Of Faith« verewigten Tracks â€șOut Of The Darknessâ€č und â€șRise Or Fallâ€č enthĂ€lt, Ex-ADDICTIVE-Gitarrist Mick Sultana und sein klampfender Kollege Nathan Shae, sowie Drummer Luke Cook zur Band. Als "Warm Up" spielte der FĂŒnfer die EP »Out Of The Darkness« ein, und da sich Thrash Metal seit einigen Monaten in Europa erneut im Aufwind befindet, haben die Damen und Herren von ARMAGEDDON MUSIC das Quintett unter ihre Fittiche genommen, um MORTAL SIN erneut in die Schlagzeilen zu bringen.
Dieses Unterfangen ist allen Beteiligten mit »An Absence Of Faith« auch fraglos gelungen. Interviewanfragen dĂŒrften zwar als Folge davon ebenso zahlreich gewesen sein, wie positive Resonanzen auf das Werk, doch Mat Maurer war nicht nur hocherfreut, Rede und Antwort stehen zu können, sondern obendrein auch noch sehr mitteilungsbedĂŒrftig.

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Es tut gut zu wissen, daß MORTAL SIN zurĂŒck sind und das noch dazu mit einem Hammer von Album.

Besten Dank dafĂŒr schon einmal zu Beginn. Auch wenn es sich bestimmt noch nicht ĂŒberall herumgesprochen haben dĂŒrfte, daß wir bereits seit dem Jahr 2004 darĂŒber diskutierten, wie es wĂ€re, die Band mit einem neuen Album am Start zu haben, sind wir nicht ohne Vorbereitung an die Sache herangegangen, und schon gar nicht kamen wir aus dem Nichts, wie einige Male zu lesen war. Allerdings gab es zu Beginn dieser Reunion einige Probleme, die unseren Zeitplan durcheinandergebracht haben. Seit 2005 paßt aber innerhalb des aktuellen Line-up alles zusammen, und von daher waren auch sehr zuversichtlich, als wir mit den Aufnahmen zu »An Absence Of Faith« begonnen hatten.

Einen besseren Zeitpunkt fĂŒr die Veröffentlichung hĂ€ttet Ihr kaum finden können. Thrash Metal ist wieder ins Rampenlicht zurĂŒckgekehrt und scheint nun auch bei jĂŒngeren Fans gut anzukommen. Die Zeichen sollten auf "Sieg" hindeuten, oder doch nicht?

Oh ja, das Timing scheint perfekt zu sein. Allerdings muß ich gestehen, daß es nicht wirklich so geplant war. Aber was soll's, da diese Art von Musik nun erneut "groß" zu werden scheint, können wir exakt dort weitermachen, wo wir gegen Ende der 80er Jahre aufgehört hatten.

ZunĂ€chst aber muß ich noch ein wenig am Rad der Zeit drehen und Dir einige Fragen zur Vergangenheit der Band stellen: »Mayhemic Destruction« erschien fĂŒr uns hier doch einigermaßen ĂŒberraschend und sehr wohl wie aus dem Nichts. Was gibt es denn zu den "Anfangszeiten" von MORTAL SIN generell zu wissen?

Als Band aus Australien hat man es in Europa und auch in Amerika immer schwer. Unsere Heimat scheint fĂŒr den Rest der Welt einfach zu weit weg vom "Schuß" zu sein. Die Distanz ist nicht nur ein Problem, um Demos zu schicken, sondern erst recht, wen man Gigs buchen möchte. Damals gab es ja Erfindungen wie das Internet noch nicht, wir waren also auf die Post angewiesen, um Tapes zu versenden, und das dauerte einfach viel lĂ€nger als uns allen lieb war. Abgesehen davon war es auch nicht gerade billig fĂŒr eine junge, hungrige Band wie MORTAL SIN, unzĂ€hlige Demos rund um den Erdball zu schicken. Deshalb haben wir auch unser Debut zunĂ€chst in Eigenregie aufgenommen und nach London, zum damaligen Kultladen "Shades Records" gesendet, um abzuchecken, was fĂŒr uns bei Euch in Übersee zu machen wĂ€re. Mit dermaßen euphorischen Reaktionen, die uns kurze Zeit spĂ€ter erreichten, hĂ€tten wir allerdings nie im Leben gerechnet. Ein A&R von der PHONOGRAM, der zufĂ€lligerweise das Album gehört hatte und danach im Laden die Frage stellte, ob es sich denn um ein neues METALLICA-Album handeln wĂŒrde, hatte sich kurz danach bei uns gemeldet und innerhalb von nur wenigen Wochen waren wir bei der Phonogram unter Vertrag.

Danach ging es mĂ€chtig los, auch wenn ich finde, daß sich »Face Of Despair« deutlich unterschiedlich angehört hatte als das Debut. In meinen Ohren klang »Face Of Despair« einen Zacken heftiger, hatte aber auch wesentlich mehr abgefahrenen Sequenzen und Breaks in petto.

Diesen Unterscheid kann ich nachvollziehen, die Ursache dafĂŒr waren wohl in erster Linie die Umbesetzungen. Mit Mick Burke kam nicht nur ein neues Bandmitglied, sondern auch ein weiterer Songwriter in die Band. Da er das von SLAUGHTERLORD her ja auch gewohnt war, stellte sich das Komponieren als ganz einfache Angelegenheit fĂŒr ihn heraus. Mit dem höheren technische Anspruch, den die Tracks durch ihn erhielten, ging auch eine durchdachtere Herangehensweise einher. Auch wenn viele Fans »Mayhemic Destruction« fĂŒr das MORTAL SIN-Album halten, bin ich der Meinung, daß »Face Of Despair« die essentiellere Scheibe war. Der Vergleich fĂ€llt allerdings ein wenig schwer, da ich mich nicht zurĂŒcklehnen kann und im Zeitraffer auf die beiden Scheiben zurĂŒckblicken kann. In Wirklichkeit waren es zwei verschiedene Besetzungen, die fĂŒr diese Alben verantwortlich waren, und von daher ist ein direkter Vergleich sehr schwierig.

Als einer der unglĂŒcklichen Zeitgenossen, denen es damals nicht vergönnt war, MORTAL SIN zusammen mit TESTAMENT in Europa sehen zu können, wollte ich etwas von euren EindrĂŒcken dieser Tour wissen:

Es war die erste Tour fĂŒr einen Haufen australischer Jungs, die nie zuvor den Kontinent verlassen hatten. Weitere Fragen? Spaß beiseite! Wir wußten nicht, was uns erwarten wĂŒrde, da die Szene hierzulande trotz der GrĂ¶ĂŸe des Landes sehr ĂŒberschaubar war und auch immer noch ist. Zwar durften wir bereits 1989 fĂŒr METALLICA eröffnen, waren aber dennoch eher "zu Hause". Die Tour mit TESTAMENT war schon etwas ganz Besonderes fĂŒr uns, es war einfach nur großartig. Allerdings gab es doch etwas, das wir in unserer Euphorie nicht beachtet hatten: Wir waren zuvor niemals fĂŒnf Wochen am StĂŒck unterwegs und das noch dazu meilenweit von Heimat und Familien entfernt. Dadurch kam es zu Frust und in Folge zu internen Querelen, die mitunter in wĂŒste Streitereien ausarteten, was nicht unbedingt gĂŒnstig war. MORTAL SIN hatten die Chance mit einer zu jener Zeit mĂ€chtig angesagten anderen Thrash Metal-Band unterwegs zu sein und Europa zu erobern, doch das Ergebnis war im Endeffekt das Gegenteil, nĂ€mlich die kurzzeitige Auflösung der Band durch interne Streitereien.

Nach dieser Tour war also zunÀchst einmal Schicht im Schacht. Was war denn in den 90er Jahren mit Euch los?

Noch wĂ€hrend der Tournee mit TESTAMENT bei Euch und erst recht bei den anschließenden Shows in den Staaten kam es zwischen Drummer Steve Hughes und mir zu unĂŒberbrĂŒckbaren Differenzen, was mich veranlaßte, das Handtuch zu werfen. Irgendwann hatte ich alle anderen Mitglieder gegen mich, und es gab gar keine andere Möglichkeit mehr, als auszusteigen. Als wir von diesen Konzertreisen zurĂŒckkehrten, wußte meine damals zweijĂ€hrige Tochter beinahe nicht mehr, wer ich eigentlich war. Das war das Zeichen fĂŒr mich, Musik in diesem Ausmaß zunĂ€chst einmal bleiben zu lassen. Meinen offiziellen Ausstieg aus der Band gab ich anlĂ€ĂŸlich eines Gigs hier bei uns in einem Club namens "The Hills Inn" bekannt. Auch wenn es fĂŒr die Besucher ein wenig irritierend war, wĂ€hrend des Gigs vom Ausstieg des SĂ€ngers informiert zu werden, wußte ich, daß die Entscheidung die richtige war.

Auch wenn Du jetzt nicht der richtige Ansprechpartner bist, hast Du eine Ahnung, weshalb sich Andy damals nicht dazu durchringen konnte »Every Dog Has Ist Day« unter einem andere Bandnamen zu veröffentlichen. Es wĂ€re wohl fĂŒr alle Beteiligten das Optimum gewesen.

Andy wollte MORTAL SIN am Leben halten, und zunĂ€chst waren ja auch noch weitere Mitglieder der Band in die Sache involviert. Erst nach und nach gingen zuerst ich, dann Paul Carwana, Mick Burke und schlußendlich auch noch Steve Hughes von Bord. Andy hatte aber bereits eine Menge an Songs fĂŒr ein weiteres Album am Start und wollte dieses auch veröffentlichen. Was fehlte, war jedoch eine Band. Er war immer noch von MORTAL SIN begeistert, deshalb ist seine Entscheidung auch heute noch verstĂ€ndlich.

Was in den letzen gut 15 Jahren so alles bei Euch los war, weiß hierzulande auch kaum jemand, bring' doch ein wenig Licht ins Dunkel!

Bereits im Jahre 1996 hatten wir kurzzeitig eine Reunion am Start und spielten »Revolution Of The Mind« ein. Allerdings wurde dieses Album nur hier bei uns aufgelegt und das auch erst zwei Jahre spĂ€ter in vernĂŒnftiger Form. Mehr als ein kurzzeitiges Aufflackern einer beinahe erloschenen Flamme war das aber auch noch nicht, weshalb es bis 2001 dauerte, ehe sich MORTAL SIN wirklich wieder zusammenfanden und das Feuer wieder mĂ€chtig lodern ließen. Drummer Wayne Campbell und ich waren die Initiatoren jener Reunion, doch das Schicksal spielte nicht mit. Wayne hatte einen schweren Unfall und war nicht mehr imstande dazu, Musik zu machen. Erst gut zwei Jahre spĂ€ter war er wieder fit und brachte danach Joe Buttigieg ins Spiel, der einst bei ADDICTIVE Gitarre gespielt hatte. Mick Burke war ebenso bei dieser Sache involviert, doch es funktionierte nicht richtig, weshalb wir ĂŒber Joe unseren aktuellen Gitarristen Mick Sultana rekrutierten. Danach ging es endlich wieder richtig los!

Wie wĂŒrdest Du denn die Entwicklung der Band ĂŒber all die Jahre beschreiben?

Wir haben uns mit Sicherheit weiterentwickelt, allerdings unsere Wurzeln in jeder Weise immer im Auge behalten und uns niemals zu weit davon entfernt. Thrash Metal war es zu Beginn unserer Laufbahn und Thrash Metal soll es auch auf ewige Zeiten bleiben!
Wir versuchen zwar, immer wieder neue Idee zu verarbeiten, und auch wenn es fĂŒr Andy und mich mitunter nicht ganz einfach ist, neuen Bandmitglieder unsere musikalische Intention so zu vermitteln, daß sie die Idee hinter MORTAL SIN auch in unserem Sinne begreifen, bin ich der Meinung, daß uns genau das mit »An Absence Of Faith« gelungen ist. Wir klingen definitiv nicht wie zu unseren Anfangstagen, haben aber dennoch »Mayhemic Destruction« und »Face Of Despair« in Reichweite behalten. Auch was die Texte betrifft, ist mir ein Konsens diesbezĂŒglich gelungen. Zudem bin ich der Meinung, daß ich nie zuvor anspruchsvollere Lyrics zu schreiben imstande war als fĂŒr dieses Album. Ehrlich gesagt kann ich es kaum erwarten, mit diesem Line-up ein weiteres Album zu schreiben, einzuspielen und zu veröffentlichen.

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Erst mal halblang. ZunÀchst ist ja »An Absence Of Faith« noch zur Disposition. Du hast eben die Texte angesprochen, was gibt es dazu noch zu sagen?

Also an Inspirationsquellen mangelt es nicht, man braucht bloß Zeitung zu lesen oder den Fernseher einzuschalten. â€șOut Of The Darknessâ€č handelt beispielsweise von menschlichen Problemen unserer Tage, speziell von Depression, wĂ€hrend es in â€șDeadman Walkingâ€č um biologische KriegsfĂŒhrung geht. â€șLebanonâ€č vom Debut findet nun in â€șTears Of Redemptionâ€č seine Fortsetzung und â€șRise Or Fallâ€č handelt von der persönlichen Einstellung zum Leben selbst. Es obliegt jedem einzelnen, was er aus seinem Leben macht. Ein ekelhaftes Thema, nĂ€mlich Kindesmißbrauch, bildet die Basis von â€șSay Your Prayersâ€č, und â€șEye In The Skyâ€č handelt vom berĂŒhmten "Big Brother", der dich ĂŒberall auf diesem Erdball beobachtet. Zum Abschluß habe ich mich auch noch ĂŒber George Bush und den Krieg im Irak ausgelassen, â€șBroken Promisesâ€č ist also definitiv politisch inspiriert worden.

Eine sehr mannigfaltige Mischung, die Ihr uns da auftischt, dazu in einer angemessenen optisch feinen Verpackung.

Das Cover und Artwork hat Patrick Byers entworfen. Das GemĂ€lde nennt sich im Original "The Calling" und hat uns mĂ€chtig beeindruckt. Diese Kreatur, halb Engel, halb DĂ€mon, die versucht, die Erde von allem Übel zu befreien, hat es uns mĂ€chtig angetan. Allerdings muß man auch erwĂ€hnen, daß jener Mann, der fĂŒr das GemĂ€lde Model gestanden ist, an einer Zyste in seinem Körper verstorben ist, die exakt dort lokalisiert wurde, wo der DĂ€mon auf dem GemĂ€lde aus dem Bauch des Engels entsteigt. Bizarr!

Um Eure Live-QualitĂ€ten auch jenen Zeitgenossen nĂ€herzubringen, die bislang noch nicht die Möglichkeit hatten, Euch auch auf der BĂŒhne zu sehen, habt ihr vor einiger Zeit auch eine DVD veröffentlicht. Diese wurde ebenfalls »Out Of The Darkness« genannt, wie schon die EP. Beide Teile wurden allerdings nur "Down Under" veröffentlicht und sind hier leider nur sehr schwer zu erhalten.

Die EP erschien 2005, und zwar in jener Phase als wir uns zusammen mit dem Produzenten Phil Mckellar im Studio befanden, um uns fĂŒr die Aufnahmen fĂŒr das aktuelle Album vorzubereiten. Es war eine Art "Beschnuppern", da wir Phils Arbeitsweise nicht kannten und auch noch nicht wirklich ausreichend potentielles Material fertig hatten. Deshalb kam auch zunĂ€chst einmal eine EP auf den Markt.
Was die DVD betrifft, muß ich dazusagen, daß es sich um Aufnahmen unserer allerersten "Comeback-Show" nach zehn Jahren Ruhephase handelt. Aufgenommen wurde die Show im "Annandale Hotel", wo wir die Chance bekommen hatten, uns zu prĂ€sentieren. Im Nachhinein betrachtet war die Sache zwar nicht perfekt, aber zumindest passabel. Zudem haben wir auch noch jede Menge an altem Material, wie Aufnahmen von 1987 mit auf der DVD verewigt, weshalb es eine gute Sache geworden ist. Interessenten können die DVD ĂŒbrigens ĂŒber unsere Website bestellen.

Das Zusammenstellen der DVD dĂŒrfte wohl einige Zeit in Anspruch genommen haben, auch wenn MORTAL SIN offenbar den Dreh fĂŒr effizientes Arbeiten heraushaben, wie Mat auf die Frage nach der Dauer der Aufnahmen zu »An Absence Of Faith« erörtert.

Die Unruhe im Line-up sorgte zwar im Vorfeld fĂŒr Verwirrungen und verworfene ZeitplĂ€ne, doch die eigentlichen Aufnahmen waren im Endeffekt innerhalb von vier Tagen erledigt. Zugegeben, nach all der langen Zeit zur Vorbereitung, waren wir auch zu 500 Prozent mit den Songs zufrieden und haben das Material wirklich nur noch aufnehmen mĂŒssen. Zuvor gab es ja ohnehin monatelange Diskussionen, doch die Studiozeit haben wir nicht zuletzt auch aus KostengrĂŒnden so kurz wie möglich gehalten. Aber nicht nur die Band war perfekt vorbereitet, auch Phil hat phantastische Arbeit geleistet, so daß die meisten Songs auch bereits nach dem ersten Take im Kasten waren.

Das meinte ich mit "effizientem Arbeiten". Handelt es sich bei den Tracks denn eigentlich um Àltere Kompositionen oder um neuen Stoff?

Auf Ă€lteren Riffs basiert â€șMy Nightmareâ€č, ein Song der ursprĂŒnglich â€șKing Of Avariceâ€č genannt wurde, von uns ĂŒberarbeitet wurde und auch schon auf dem Re-Release, also der "Geburtstagsversion" von »Face Of Despair«, enthalten war. Auch â€șDeadman Walkingâ€č stammt aus der Vergangenheit. Der Song hieß ursprĂŒnglich â€șWasting Awayâ€č und wurde von Mick noch fĂŒr ADDIVCTIVE geschrieben. Ich mußte lediglich einen neuen Text schreiben und der Songs war aufnahmefertig. Ansonsten stammt das Material aber aus der Gegenwart und wenn man â€șTears Of Redemptionâ€č nachsagt, die Nummer klingt, als ob es einst fĂŒr »Mayhemic Destruction« geschrieben worden wĂ€re, dann kann ich nur sagen: Gut erkannt, denn es sollte exakt so klingen und auch was den Text betrifft, habe ich versucht, nicht nur die Story von â€șLebanonâ€č weiterzufĂŒhren, sondern möglichst nahe an die IntensitĂ€t davon heranzukommen.

Als weitere "Perle" soll angeblich auch noch ein Livealbum existieren, das an Europa bisher aber vorĂŒbergegangen ist. Was gibt es denn dazu zu sagen?

Du meinst wohl »Revolution Of The Mind«, oder? (Nein, an und fĂŒr sich meinte ich »Mortal Thrashing Mad«, aber mittlerweile weiß ich, daß es sich um ein Bootleg handelt - ws). Dieses Album stammt aus dem Jahr 1997 und enthielt zwei, damals neue Songs. â€șVoicesâ€č und der Titeltrack waren brandneu, zudem waren zwei zuvor unveröffentlichte Tracks (â€șAccess Deniedâ€č und â€șViolation Of Your Privacyâ€č) und mit â€șTerminal Rewardâ€č und â€șLebanonâ€č auch noch zwei Neueinspielungen alter Tracks zu hören. Da du von einem Livealbum gesprochen hast, dachte ich an eben jene Veröffentlichung, weil auch noch zwei Live-Aufnahmen von â€șHâ€č und â€șVoyage Of The Disturbedâ€č enthalten sind. »Revolution Of The Mind« ist aber auch nur in Australien aufgelegt worden und mittlerweile fast ausverkauft.

Alles klar, was haben MORTAL SIN denn noch an weiteren "unentdeckten SchÀtzen" auf Lager?

Mittlerweile ist in der Tat fast alles, was je geschrieben worden ist, auch veröffentlicht worden. Allerdings sollten noch irgendwo Aufnahmen eines Tracks mit dem Titel â€șRunning From The Corpseâ€č und eine Ballade mit einem Text ĂŒber die GrĂ€uel des Vietnam-Krieges lagern. Aus den Sessions zum letzten Album existiert nur noch â€șDon't Talk To Strangersâ€č, das wir bei Gelegenheit unseren Fans prĂ€sentieren werden. Ansonsten gibt es aber keinerlei Leichen mehr im Keller.

Was waren die Highlights in der Karriere von MORTAL SIN bisher, wenn wir von Konzerten sprechen?

Mit Sicherheit die Möglichkeit, METALLICA hier in Australien auf der »...And Justice For All«-Tour zu begleiten. Davon trĂ€umt wohl jede Band. Aber auch die Tour mit TESTAMENT bei Euch war trotz des im Endeffekt negativen Ausgangs etwas großartiges. Seit unserer Reunion waren die Gigs zusammen mit ANTHRAX im Jahr 2005 und das "Wacken Open Air" im Vorjahr die absoluten Highlights. Wacken war schlichtweg sensationell!

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Wie und wann ist den der Deal bei ARMAGEDDON zustandegekommen?

Das war als Thomas Jenssen anlĂ€ĂŸlich einer Tribute-Show fĂŒr Pete Wells hier in Australien weilte. Ich wurde ihm von ROSE TATTOO-Manager Steve White vorgestellt. Steve kĂŒmmerte sich zu Beginn unserer Karriere auch um MORTAL SIN, so daß der Kontakt recht einfach hergestellt werden konnte. Thomas bekam einige Demos von uns mit auf die Reise, und nachdem uns ARMAGEDDOON einen Deal unter der Vorraussetzung, das fertige Endprodukt zuerst zu Gehör bekommen zu können, in Aussicht gestellt hatten, war die Sache eigentlich gegessen. Allerdings muß ich sehr wohl erwĂ€hnen, daß dieses Unterfangen finanziell durchaus auch das Ende von MORTAL SIN hĂ€tte bedeuten können, denn die Aufnahmen mußten wir ĂŒber riskante Kreditfinanzierungen bezahlen.

Das Risiko scheint sich gelohnt zu haben, und die VerkÀufe sollten zumindest die Kreditzinsen decken. Wo haben MORTAL SIN denn ihre Fanbase, von Australien einmal abgesehen?

Deutschland war immerzu unser wichtigster Absatzmarkt, viel wichtiger als unsere Heimat. Danach folgt England, wo wir auch bereits seit unseren Anfangstagen ein sehr treues Gefolge haben. Durch das Internet wissen wir aber, daß es sehr wohl auch Fans der Band in LĂ€ndern wie Nicaragua, Bolivien, China, Papua-Neuguinea oder Island gibt.

Sag' ich doch immer. Metal verbindet Völker und Kulturen und kennt keinerlei Grenzen. Das ist auch gut so und soll auch auf ewige Zeiten so bleiben. Wie ist es denn um den Metal in eurer Heimat im Moment bestellt?

Die Szene ist leider bei weitem nicht mehr so lebendig wie in den 80er Jahren. Aber es gibt Bands jedweder Couleur hier. Das macht die einzelnen Genres an sich zwar nicht gerade grĂ¶ĂŸer, zeugt aber von der VielfĂ€ltigkeit der Szene. Der Grund, weshalb man wohl nicht allzu viele Truppen auch bei Euch in Europa kennenlernt, ist wohl schlicht und ergreifend auf die Geographie und die finanzielle Situation zurĂŒckzufĂŒhren.

Mit der nötigen Hilfe von Businesspartnern sollte aber zumindest ein bĂŒĂŸchen was gehen, wie etwa bei euch. Was wird uns denn in absehbarer Zeit von MORTAL SIN zu erwarten sein?

Wir mĂŒssen zuerst einmal »An Absence Of Faith« so gut wie möglich promoten. Ein Teil der Fans, die wir heute mit unserer Musik ansprechen, war zu Zeiten des Debuts eventuell noch nicht einmal geboren, zumindest aber noch im Kleinkindalter, deshalb sind wir bestrebt, soviel Arbeit wie nur möglich diesbezĂŒglich zu investieren. Wenn es nach uns geht, kommen wir im Jahr 2008 noch auf einige Shows mehr bei Euch, und danach werden wir die Arbeit fĂŒr ein weiteres Studioalbum in Angriff nehmen.

Das heißt, es wird definitiv nicht nur bei »An Absence Of Faith« bleiben, sondern auch in Zukunft MORTAL SIN-Scheiben zu bejubeln geben?

Auf jeden Fall! MORTAL SIN sind in der aktuellen Besetzung fĂŒr mehrere Alben gut, und außerdem existieren ja auch noch ausreichend Aufnahmen fĂŒr eine weitere DVD. Durch unsere Reife haben wir allerdings gelernt, nichts mehr zu ĂŒberstĂŒrzen, sondern effizient zu arbeiten, so daß wir es vermeiden können, unter Druck ein Album abliefern zu mĂŒssen.
Laßt Euch ĂŒberraschen, was euch von MORTAL SIN in Zukunft prĂ€sentiert werden wird, um Thrash Metal handelt es sich mit Sicherheit!
Besten Dank nochmals fĂŒr die Möglichkeit uns als Band bei Euch prĂ€sentieren zu können, seid Euch sicher, daß wir unsere Fans nicht enttĂ€uschen werden.

Wir nehmen Dich beim Wort, Mat!

http://www.mortalsin.com.au/

matmaurer@optusnet.com.au

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Walter Scheurer

MORTAL SIN (AUS) im Überblick:
MORTAL SIN (AUS) – Psychology Of Death (Rundling)
MORTAL SIN (AUS) – ONLINE EMPIRE 21-"Known'n'new"-Artikel
MORTAL SIN (AUS) – ONLINE EMPIRE 35-Interview
MORTAL SIN (AUS) – ONLINE EMPIRE 49-"Living Underground"-Artikel
MORTAL SIN (AUS) – News vom 11.02.2004
MORTAL SIN (AUS) – News vom 06.04.2005
MORTAL SIN (AUS) – News vom 03.02.2010
MORTAL SIN (AUS) – News vom 20.05.2011
MORTAL SIN (AUS) – News vom 14.02.2012
MORTAL SIN (AUS) – News vom 12.03.2012
MORTAL SIN (AUS) – News vom 30.04.2012
Playlist: MORTAL SIN (AUS)-Album »Psychology Of Death« in "Jahrescharts 2011" auf Platz 2 von Walter Scheurer
andere Projekte des beteiligten Musikers Luke Cook:
KILLRAZER – News vom 20.04.2008
THE SEER (AUS) – News vom 20.05.2011
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